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Marketing

Das Eierkorb-Problem: So generierst du Traffic ohne Google

    Das Eierkorb-Problem: So generierst du Traffic ohne Google

(Foto: Wanja Jacob – Fotolia.com)

Lege niemals alle Eier in einen Korb, auch nicht im Online-Marketing. Wie du dir neben Google alternative Quellen für hochwertigen Traffic aufbauen kannst, zeigt dieser Artikel.

5 alternative Quellen für hochwertigen Traffic

Es kommt, wie es kommen musste: Die von Google kürzlich abgestraften Linknetzwerke ziehen einige Websites mit nach unten. Verloren hat, wer jetzt großen Schaden davonträgt und seine Besucher vor allem über Google gewinnt. Wie immer gilt: Lege niemals alle Eier in einen Korb.

Kaum ein Unternehmen kann auf Google verzichten. Ebenso wenig sollten Unternehmen aber nur auf eine Traffic-Quelle setzen. Wer sich breiter und risikoärmer aufstellen will, muss auch Alternativen in Betracht ziehen.

(Foto: Wanja Jacob - Fotolia.com)
(Foto: Wanja Jacob - Fotolia.com)

Nicht alle Kanäle lassen sich in allen Fällen nutzen. Es lohnt deshalb, sich schrittweise an die interessantesten heranzutasten und uninteressantere vorerst zu ignorieren. Zur Inspiration liefern wir euch an dieser Stelle die gängigsten Traffic-Quellen und Maßnahmen zur Ersterschließung.

Bevor du dich dem weiteren Artikel widmest, steht noch eine wichtige Frage im Raum. Sie lautet: Wer ist deine Zielgruppe? Nicht ungefähr, sondern genau. Wie alt? Wie reich? Wie schlau? Lerne sie kennen, sowohl online als auch offline. Folge ihnen, wohin auch immer sie gehen. Erstelle Personas, sobald du sie kennst. Und wenn du jetzt weiterliest, frage dich immer: Erreiche ich meine Zielgruppe über dieses Medium oder auf dieser Plattform?

1. Outreach: Wichtige Schritte zur Nischendominanz

Wenn dein Herz nur für ein Thema schlägt, bist du hier genau richtig. Deine Nische dominierst du langfristig per „Outreach“. Wenn du dich fragst, was ich meine: Die Rede ist von Kommentaren, Diskussionen und Gastbeiträgen. Suche deine Zielgruppe und trete mit ihr ins Gespräch.

Der einfachste Weg führt über Blogs. Sie existieren in fast jeder Nische, egal wie klein. Sie erhalten ein paar dutzend, hundert oder tausend Leser pro Tag. Nur wenige von ihnen kommentieren, noch deutlich weniger sind dabei hilfreich. Glaub mir, ich weiß wovon ich rede.

Denk dran: Jeder billige Kommentar tötet ein Kätzchen.
Denk dran: Jeder billige Kommentar tötet ein Kätzchen.

Folge den wichtigsten Bloggern deiner Nische auf dem Kanal deiner Wahl und reagiere auf neue Beiträge, wenn es dir sinnvoll erscheint. Kommentiere interessant, nutzwertig und hilfreich. Und denk daran: Für jeden Kommentar unter 50 Zeichen Länge stirbt irgendwo ein Kätzchen.

Eine weitere Möglichkeit bieten dir Gastbeiträge. Googles Spam-Fighter Matt Cutts hat sich dagegen ausgesprochen, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Markus Hövener schrieb hierzu auf t3n.de: „Wer einen guten, sinnvollen Beitrag auf einem thematisch passenden Portal veröffentlich und zum Beispiel einen Brand-Link in den „Über den Autor“-Bereich einbaut, sollte kein Problem haben.“

Erneut gilt deshalb: Sei hilfreich, nicht penetrant. Denke nicht primär daran, was du davon hast. Denke stattdessen an den jeweiligen Blogger und seine Leser, deine Zielgruppe. Setze nur dann einen Link, wenn es dir wirklich (!) sinnvoll erscheint. Arbeite demnach vor allem an deiner Marke, nicht an deinem Linkprofil. Bedenke die gewonnenen Kontakte bei allen folgenden Kampagnen. Nutze sie, wenn möglich.

2. Foren und Q&A-Portale: Überzeuge Fachmänner und -frauen

Fachforen und Frageportale liegen im extremen Longtail und liefern deshalb weniger, aber hoch qualifizierte Besucher. Sie stehen oftmals kurz vor der Kaufentscheidung, vergleichen Features oder bestimmte Details. Du findest dort demnach eine profitable Nutzergruppe, die du jetzt nur noch überzeugen musst.

Sowohl Foren als auch Q&A-Portale leiden seit langem unter Fluten von Linkbuildern, die sich dieser Tatsache und ihrer Bedeutung bewusst sind. Marketer sollten deshalb all ihre Richtlinien beherzigen – egal, wie schwer das manchmal ist. Andernfalls droht kurzerhand die Löschung aller Beiträge und die Sperrung des Accounts.

Jeder Marketer hat in diesem Bereich seine eigene Strategie, man könnte damit Bücher füllen. Solltest du dich für diesen Kanal entscheiden, lass dir also ruhig etwas Zeit. Überstürze nichts, lies dich ein, mach langsam. Oder bezahle jemanden, der sich auskennt. Jemand, der effizient aber nicht aggressiv arbeitet.

3. Content-Aggregatoren: Ein wechselhafter Traffic-Kanal

Im englischsprachigen Web gehören Plattformen wie Reddit zum absoluten Standard. Sie generieren dort abstruse Reichweiten, vor allem in Nischen mit jungem Publikum. Das einzige Problem: Eine aktive Community wechselt schnell das Thema. Das Resultat sind kurzzeitig steigende und fallende Besucherzahlen, kaum vorhersehbar.

Reddit Technology: Unter t3n-Redakteuren ein beliebtes Subreddit.
Reddit Technology: Unter t3n-Redakteuren ein beliebtes Subreddit.

Jede Plattform funktioniert nach ihren eigenen Regeln. Bei einigen werden die Themen durch Nutzer ( Hacker News), bei anderen durch Feeds (zum Beispiel Alltop) gesetzt. Einige behandeln alle erdenklichen Themen (zum Beispiel Reddit), andere nur ganz spezielle (zum Beispiel Inbound.org). Egal wo du dich rumtreibst, beschäftige dich als aller erstes mit den aktiven Nutzern und geltenden Regeln.

Erfolge feiert nur, wer sich durch die aktive Teilnahme über lange Zeit eine gute Reputation aufbaut. Teile deshalb nicht nur eigene sondern auch fremde Inhalte. Achte darauf, dass sie nützlich und hochwertig sind. Verzichte auf selbstverliebte oder irrelevante Beiträge. Orientiere dich – vor allem zu Beginn – an aktiven Nutzern.

4. Social Media: Verbinde dich mit deiner Zielgruppe

In Deutschland hat eigentlich nur Facebook große Bedeutung. Wir alle kennen aber auch die Netzwerke zweiter und dritter Ordnung: Im B2C-Bereich sind das vor allem Twitter und YouTube, im B2B-Bereich auch Xing und LinkedIn. Mit cleveren Tricks und etwas Geld lässt sich hier einfach Traffic generieren. Wie das geht, zeigen folgende Beispiele.

Malcom Bell ist Gründer von Zaggora und Mailcloud. Für sein erstes Startup generierte er über Facebook einen Umsatz von rund 18 Millionen US-Dollar. Möglich war das nicht durch organisches Wachstum, sondern bezahlte Werbeanzeigen. Sie werden stark unterschätzt und bieten viel Potenzial – ganz im Gegenteil zur tendenziell überschätzten organischen Reichweite.

Zilyo liefert Nutzern „einen Platz zum Schlafen“, so der Claim. Mit einem kleinen „Hack“ generierte dessen CTO Trevor Starick über Twitter hochwertigen Traffic für sein Startup. Die Analyse einiger Tweets sowie etwas Coding lieferte Starick stündlich „100 semi-relevante Tweets“. Eine einfache Reaktion auf diese Tweets steigerte die Zahl der Eindeutigen Nutzer um stolze 10 Prozent, erklärt er auf seinem Blog. Sei kreativ!

Wer sich im Videobereich zuhause fühlt, kann auch über YouTube sehr erfolgreich Kampagnen schalten. Eine Reihe von cleveren Tipps hierfür liefert Eric Siu auf OkDork, dem Blog von Noah Kagan. Sein Beitrag erklärt Einsteigern die wichtigsten Werbeformate und Einstellungen – kurzum alles, was man eben braucht um durchzustarten.

5. E-Mail: Noch immer der mit Abstand stärkste Kanal

Eine Regel gilt, was immer du auch machst: Kaum ein Kanal schlägt die gute, alte E-Mail. Besucher eines Newsletters konvertieren häufig deutlich besser als Besucher jeder anderen Traffic-Quelle. Nutze diese Chance!

Newsletter bieten kleinen und mittleren Unternehmen viele Vorteile. (Quelle: © joxxxxjo - iStockphoto.com)
Newsletter bieten kleinen und mittleren Unternehmen viele Vorteile. (Quelle: © joxxxxjo - iStockphoto.com)

Mit cleverem Listbuilding generierst du langfristig wichtige Adressen, die du vollautomatisch mit Inhalten und Angeboten bespielen kannst. Nahezu jeder Shop informiert registrierte Nutzer auf diese Weise über Angebote und Produkte. Ähnliches funktioniert auch für beispielsweise Blogs.

In einem meiner Artikel aus dem letzten Jahr heißt es: „Newsletter werden weithin unterschätzt, vor allem von kleinen und mittleren Unternehmen.“ Ein Satz, den ich auch hier betonen möchte. Mit einer sinnvollen Strategie und etwas Listbuilding kann dich auch ein einfacher Newsletter weit bringen.

Die Lösung aus der Misere: Mehr Eier, mehr Körbe

Die genannten Beispiele zeigen, dass sich Marketer durchaus von Google lösen können. Vergessen darf man nicht, dass diese Maßnahmen nicht erst bei einer Abstrafung nützen. Der zusätzliche Traffic – mit anderen Worten: die zusätzlichen Eier –, der aus diversen Quellen stammt – ihr wisst schon, das sind die Körbe –, generiert Umsatz. Umsatz, der viel direkter als ein gutes Ranking auch auf die Marke einzahlt.

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6 Reaktionen
Michael Pröll

Ich habe zwar eine Webseite die mit 14 Keywords auf Seite 1 im Google ist jedoch bin ich kein Freund von "kostenlosem" Traffic. Ich bin ein Freund von targetierten Interessenten die man zwar einkauft aber dies die genaue Zielgruppe darstellt. Wenn man weiss wie man PPC Kampagnen ordentlich und kostengünstig umsetzt und auch auf Youtube Kampagnen nicht vergisst ist das sicherlich der bessere Weg. Natürlich muss immer mehr rauskommen als investiert wurde.

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Wunschteppich

Wie sie erwähnen ist ein Nieschenprodukt weit besser zu vermarkten. Aber ohne Google geht heute nur mehr sehr wenig zumindest im Neukundenbereich. Stammkunden brauchen keine Suchmaschine!

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Silem

Gerade bei Nieschenprodukten lohnt es sich aber eher zum Kunden zu gehen als darauf zu warten das der Kunde zu einem kommt. Google hilft nur etwas wenn der Kunde konkret nach einem Produkt sucht.

Gerade bei Nieschenprodukten kommt es aber öfters vor das über neue Produkte nicht über Google gesucht wird sondern das die gute alte Mund-zu-Mund Propaganda wirkt. Da mischt man sich lieber ins Gespräch ein als darauf zu warten das über einen gesprochen wird.

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Materna Newmedia

Gerade für Unternehmen, die über keine großen Kommunikationsabteilungen verfügen können, ist unseres Erachtens eine Fokussierung auf ausgewählte Kanäle und die Nutzung von Synergien besonders wichtig. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit einer Verknüpfung von Unternehmensblog, Facebook-Auftritt und E-Mailings machen können. Beiträge zu Themen aus dem Newmedia-Umfeld werden im Blog publiziert und parallel bei Facebook angeteasert. Für spezielle Zielgruppen stellen wir die Blogbeiträge einmal pro Monat passgenau zusammen und versenden einen entsprechenden E-Mail-Newsletter. Zu Fachthemen kann dann noch youtube als Channel dazukommen. So können wir die Beiträge auf unterschiedlichen Kanälen unseren Zielgruppen individuell präsentieren – auch mit einem nicht allzu großen Personalauwand.

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Silem

Das wichtigste ist ein langer Atem und viel Selbstdisziplin. Gerade bei Twitter muss man anfangs viel Disziplin beweisen und immer wieder in Debatten einsteigen, auch wenn es am Anfang wenig bis gar keine Reaktionen gibt.

Wenn man es dann aber mal schafft das ein Tweet retweetet wird beschleunigt sich das ganze mit der Zeit und man hat einen Schneeballeffekt. Wenn es zum Beispiel um politische Debatten geht lohnt es sich absolut Journalisten seine eigene Gedanken, nett aber dennoch bestimmt mitzuteilen, ich hab so schon einige Rückmeldungen von namenhaften Journalisten erhalten, zum Beispiel dem ARD-Nahostkorrespondent. Viele Nutzer schauen sich nämlich an auf welche Tweets er reagiert und betrachten die dann genauer. Ein solcher Tweet mit einer hochwertigen Reaktion ist Gold wert und Lohn für die Mühen und Selbstdisziplin.

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Lars Budde

Da hat du natürlich recht: Wie so oft, zahlt sich auch hier ein langer Atem aus. Wichtig ist vorab den richtigen Kanal zu wählen, das spart Arbeit. Wer sich an dieser ersten Kreuzung für die falsche Richtung entscheidet, verpasst vielleicht die besten Abkürzungen. ;)

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