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Trojaner und AdWare: Deutschland wird angegriffen

Trojaner und AdWare: Deutschland wird angegriffen

Innerhalb eines Jahres konnte 4.643.582 schädliche Installationspakete, 295.539 neue Schadprogramme für mobile Geräte und 12.100 mobile Bank-Trojaner entdecken. Aber wie sehen die Zahlen für Deutschland aus? Auf der 2015 haben wir mehr erfahren.

Trojaner und AdWare: Deutschland wird angegriffen

Deutschland wird bedroht. (Foto: © Tomasz Zajda - Fotolia.com)

Angriffe auf mobile Geräte boomen. Allein Kaspersky hat von November 2013 bis Oktober 2014 eine Vervierfachung der weltweiten Angriffe auf Android-Geräte verzeichnet. Praktisch jeder Fünfte wurde Opfer einer mobilen Bedrohung – 53 Prozent der Angriffe haben sich dabei mit Bank- und SMS-Trojanern auf den Diebstahl von finanziellen Mitteln konzentriert. Die Verbreitung von Bank-Trojanern hat sich im selben Zeitraum verneunfacht.

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Dabei ist die Anzahl der Attacken über SMS-Trojaner zwar rückläufig und macht derzeit 23,8 Prozent aller Angriffe aus, sie führt die Liste der mobilen Bedrohungen aber immer noch an. Die zweithäufigste Bedrohung geht von Werbeprogrammen (23,8 Prozent) und Trojanern (21,1 Prozent) aus. Der Grund für den Rückgang von SMS-Trojanern hängt vermutlich mit einer veränderten und kostenpflichtige Nachrichten betreffenden Regelung in Russland zusammen: Wird eine kostenpflichtige Nachricht verschickt, muss der Empfänger die Zahlung bestätigen, bevor die Kosten anfallen. Bei der Zahl der angegriffenen Anwender liegt Deutschland auf Platz 4, geht es um Angriffe mit Bank-Trojanern nimmt Deutschland Platz 6 ein.

Apple-Software für Hacker zunehmend attraktiver

Jeder zweite Anwender von Apple-Produkten war einem Angriff ausgesetzt, und im Laufe des Jahres sah sich jeder Mac-OS-X-Nutzer im Schnitt neunmal mit einer Bedrohung für sein Betriebssystem konfrontiert.

Die meisten Bedrohungen gehen eindeutig von Werbeprogrammen aus. Sie werden in der Regel mit legalen Programmen auf den Computer des Anwenders geladen – hauptsächlich, wenn die Programme nicht direkt beim offiziellen Anbieter beziehungsweise Hersteller runtergeladen werden.

Interessant ist, dass anscheinend auch virtuelle Maschinen betroffen sind. Auf dem achten Platz des Rankings der Top-20-Bedrohungen für Mac OS X liegt ein , der nur in der Windows-Welt existiert.

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Deutschland: Auch Smartphones sind Angriffen ausgesetzt. (Foto: (Foto: Highways Agency / flickr.com, Lizenz: CC-BY))

Deutschland unter den meist angegriffenen Ländern

Von allen Angriffen auf Mac-OS-X-Systeme weltweit entfallen 12,56 Prozent auf Ziele in Deutschland – was dem zweiten Platz entspricht. Über 150.000 deutsche Nutzer wurden über das Web angegriffen. Wie oben angesprochen, hat es ein Großteil der Angriffe auf unsere Finanzen abgesehen. Die überwiegende Mehrheit der Schädlinge schleust HTML-Code in im Browser dargestellte Websites ein und fängt Bezahldaten ab. Sie werden mittels Spam-Mails verbreitet, deren Betreff sich immer auf das Online-Banking bezieht – in der E-Mail befindet sich ein Anhang, der das Schadprogramm installiert. Weltweit werden 72 Prozent aller Angriffe mit Bank-Malware umgesetzt, allerdings haben auch rund 24 Prozent der restlichen Angriffe Bitcoins zum Ziel – nur bei vier Prozent handelt es sich um Keylogger.

Aber Deutschland ist nicht nur Opfer, sondern auch Täter – jedenfalls unbewusst. Rund 16,62 Prozent aller Angriffe werden über deutsche Infrastruktur getätigt, das sind rund zehn Millionen individuelle Hosts.

Zu den „sichersten“ Ländern beziehungsweise Ländern mit minimalen Computer-Infektionsraten gehören übrigens die Seychellen, Kuba, Finnland, Dänemark, Japan, Schweden, Tschechien, Singapur, Martinique und Norwegen. Im Schnitt wurden nur 23 Prozent der Computer hier einmal im Laufe des Jahres angegriffen.

Fazit: Deutschland ist Täter und Opfer zugleich

Spam-Mails bleiben zusammen mit die größte Gefahr. Auch mobile Geräte sind massiven Angriffen ausgesetzt und Mac OS X wird zunehmend Attraktiver für Angreifer.

Die Zahlen wurden von Kaspersky zur Verfügung gestellt.

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Eine Antwort
  1. von Spam interessiert fast keinen am 19.03.2015 (13:45 Uhr)

    Spam interessiert manche Freemail-Anbieter nicht. Ist denen doch egal wenn man deshalb nach 2 Wochen mit 64Kbit am LTE-Handy surfen muss.

    Letzte Woche gab es einen massiven Krankenkassen-Spam. Komischerweise einen Tag später nicht mehr. Die haben es wohl übertrieben und es wurde doch mal abgestellt.

    Seit wenigen Wochen sind .ru und .su Domains oft Links in Spam-Mails. Das war früher eher .kr aber eigentlich selten .su/.ru.

    Aber es gibt auch in Deutschland gehostete Aktivierungs-Links die seit Wochen in Spam-Mails auftauchen. Ist wohl nicht so wichtig.

    M$ schaltet die meisten Botnetze ab. Behörden und Provider sind da wohl nicht so aktiv.

    Die Handy-Browser taugen auch wenig. Es würde oft reichen die komplette! Absenderzeile anzuzeigen statt nur "Lottery-Promotion El Gordo" oder "Paypal-Sicherheits-Server" u.ä. weil man an "paypalfake@fake-paypal-site.com" oder "max.mustermann@yahoowebmail.com" o.ä. schnell erkennen würde das es wohl nicht offiziell ist.

    Und die URL könnte man problemlos hinter den Link ausschreiben. Dann erkennt man oft (leider nicht immer) das es Fake ist. Das bietet bisher weder iOS noch Android. Möglicherweise macht das die web.de-App ansatzweise.

    Leider wohnt nicht jeder in einem Land in dem verbesserndes Programmieren erlaubt ist.

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