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Tracking ausgeschlossen? Automatisches Notrufsystem eCall ab 2015 Pflicht in allen Neuwagen

Tracking ausgeschlossen? Automatisches Notrufsystem eCall ab 2015 Pflicht in allen Neuwagen

Ab 2015 sollen nach dem Willen des EU-Parlaments alle Neuwagen mit einem automatischen Notrufsystem – genannt „eCall” – ausgestattet werden. Was das Thema Datenschutz angeht, sind schon heiße Diskussionen entbrannt.

Tracking ausgeschlossen? Automatisches Notrufsystem eCall ab 2015 Pflicht in allen Neuwagen

Automatischer Notruf für Autos ab 2015: eCall (Grafik: ADAC)

2.500 weniger Verkehrstote jährlich dank eCall

eCall: Schneller zum Unfallort dank automatischem Notruf. (Foto: Martin_LE / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Nach einem Beschluss des EU-Parlaments soll ab Oktober 2015 in allen neuen Auto- und Lieferwagenmodellen das eCall-System verbaut werden. Den Bedenken beim Datenschutz soll mit einer verschärften Regelung Rechnung getragen werden. Durch das eCall-System „können im Jahr ungefähr 2.500 Leben gerettet und die Schwere der Verletzungen in zehntausenden Fällen erheblich verringert werden”, so die EU-Abgeordnete Olga Sehnalova. Es sei eine „wichtige Verbesserung der Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer in Europa”.

Das System soll für die Autofahrer kostenlos sein und ermöglicht den Helfern durch genaue Übermittlung der Unfallstelle, schnell vor Ort zu sein. Bei einem Unfall übermittelt das System zusätzlich noch die Art der Aktivierung (manuell oder automatisch), den Fahrzeugtyp, Angaben zum Unfallzeitpunkt, zum Treibstoff, zur Fahrtrichtung und wie viele Sicherheitsgurte angelegt sind. Eine Verschiebung der Frist ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen.

eCall und Datenschutz – ein Gerät zur permanenten Überwachung?

So funktioniert das eCall-System. (Grafik: ADAC Infogramm)
So funktioniert das eCall-System. (Grafik: ADAC Infogramm)

Die Diskussionen, die um das Sytem entbrannt sind – beispielsweise unter diesem Facebook-Beitrag zu eCall von der „Süddeutsche Zeitung” –, drehen sich nur um eins: den Datenschutz – die Sinnhaftigkeit des Geräts an sich wird kaum jemand abstreiten. Viele sind der Meinung, dass eCall optional sein sollte. Die Gegner des Systems sehen den Überwachungsstaat Wirklichkeit werden, Befürworter haben nichts zu verbergen und stellen die schnellere Hilfe über ein mögliches Ausspähen.

Die Klausel für den Datenschutz wurde zwar von den Abgeordneten im Gesetzentwurf verschärft. So soll per Gesetz verhindert werden, dass die Fahrzeuge permanent über die eCall-Technologie verfolgt werden. Die Möglichkeit allerdings besteht natürlich weiter.

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11 Antworten
  1. von kahner am 27.02.2014 (19:27 Uhr)

    Hmmmm.... das muss doch abzuklemmen sein?!

    Und wenn, dann ist es sicherlich interessant, ob sich dann jemand bei einen meldet und auf diesen Umstand hinweist. Werden Versicherungen ungültig, wenn beispielsweise eine Werkstatt hier einen Fehler macht? So etwas kommt ja vor.

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  2. von herdoc am 28.02.2014 (09:45 Uhr)

    Das ist schon der Gipfel perfider Verdummung. Nach der Abschaffung von Bargeld als unbeobachtetem Mittel für privaten Konsum kommt jetzt auch die Abschaffung der privaten Bewegungsfreiheit über Geh-Entfernung hinaus. Gerade die Deutschen sollten sich im Klaren darüber sein dass dies alles Arbeitsmittel eines allmächtigen Überwachungssystems sind, welche uns zunächst durch vorauseilende Konformität, später dann durch offene Repression unter Kontrolle bringt. Dieses System, heute noch als Bürger-Staat verharmlost, stellt die grösste terroristische Gefahr unserer Zeit dar. Viel schlimmer als archaische "Glaubens"krieger.
    Selbstverständlich wird hier getrackt. Vom ersten Moment an. Ob man nun bei einem Unfall gerettet werden will oder nicht. Die Organe der EU entpuppen sich immer mehr als übelste Geissel unserer Entscheidungsfreiheit.
    Die Frage ist ob man sich noch gegen diese Terroristen im Schafsgewand wehren kann oder ob es nicht schon längst zu spät ist. Abklemmen der Überwachungseinheit wird nicht ausreichen.
    Man müsste eigentlich massiv aufstehen. Oder aber mit den Wölfen heulen und sich an deren Spitze stellen um wenigstens während der eigenen Lebensspanne einigermassen unbehelligt leben zu können.

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  3. von J.Fuechsel am 28.02.2014 (10:23 Uhr)

    Wie immer ist auch dieses reine Panikmache...
    Wenn der Staat will,dann sieht er dich auch ohne Auto und das überall! Zuhause ist es das Internet,was mit immer mehr Geräten verbunden ist,unterwegs das smartphone,bankkarten und der neue Personalausweis bzw.Führerschein und und und... Das vernetzte Auto ist schon bei vielen fahrzeugen da,nur bemerkt man das eben nicht(!) das Notruf-System finde ich persönlich sinnvoll,da es immer wieder vorkommt,das Autofahrer,die den Unfall sehen einfach weiterfahren ohne den Unfall zu melden,da diese Angst haben helfen zu müssen!!! Wenn dieses System ernst wird,dann nur so,das der Senden/Empfang erst durch ein Unfall ausgelöst wird! Gleichzeitig wird mit angegeben,was 10sek. Vorher passiert ist,ob andere beteiligt waren,ob andere es bemerkt haben und einfach weitergefahren sind,dazu kann man per Fernsteuerung prüfen ob ein Health System am Menschen ist(Smartwatch mit pulsüberwachung),
    Wie alles neues ist eben auch dieses nicht ganz bedenkenlos und sollte nochmals auf dem Prüfstand. Ansonsten geht die Sicherheit vor die Angst der Überwachung!

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  4. von J.Füchsel am 28.02.2014 (10:26 Uhr)

    P.S.Man kann auch deine Krankenkarte man will ;)

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  5. von J.Füchsel am 28.02.2014 (10:27 Uhr)

    P.S.Man kann auch deine Krankenkarte üerwchen,wenn man will ;))

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  6. von D.Heumos am 28.02.2014 (10:33 Uhr)

    gewöhnlich übernehme ICH die Verantwortung für mich. Dass andere bestimmen, was für mich gut sein(soll), ist Bevormundung. Dass unter dem Deckmantel der Sicherheit der Staat seine Überwachung kontinuierlich ausweitet - und ich behaupte NUR darum geht es - ist inakzeptabel.
    der vorherige Schreiber hat schon recht. Smartphone abschaffen, Führerschein und Ausweis zu Hause lassen und lieber ein älteres Fahrzeug ohne Navi und Airbag (ja, auch der petzt) anschaffen.

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  7. von Malte am 28.02.2014 (11:55 Uhr)

    Mit Vorsicht geniessen!

    Angesichts von immer mehr Datensammlung ist "Panikmache" sicher der verkehrte Begriff. Problematisch ist auf der einen Seite die große Masse an Verbrauchern, die unkritisch Ihren eigenen Konsum über Datenschutz stellen, auf der anderen Seite der Markt, der mangels Nachfrage Datensparsamkeit erschwert oder für manche Produkte erst garnicht anbietet. Die im Vordergrund stehende Dienstleistung von eCall kann niemand ernsthaft angreifen. Laut Wikipedia werden Daten auch erst bei einem Unfall übermittelt, sofern auf dem Gerät keine anderen Telematic-Dienste eingerichtet sind. Der Knackpunkt liegt hier wohl in der Verquickung mit den anderen Diensten, die erwartungsgemäß vom Markt angeboten und nachgefragt werden. Wer seine Daten schützen will, muss dann schon genau hinschauen bei seiner Produktsuche wird bei nur mittelmäßiger Fachkenntniss trotzdem Überwachung nicht ausschliessen können

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  8. von herdoc am 28.02.2014 (11:58 Uhr)

    Noch heute erzählt meine 90 jährige Mutter wie das war zu Nazi Zeiten. Wer nichts zu verbergen hatte, dem konnte man ja nichts anhaben. Sie glaubt das übrigens heute noch.
    Dieses Totschlagargument diente schon damals dazu, die Massen zur Konformität zu bewegen. Eine hervorstechende Deutsche Charaktereigenschaft bis heute: Vorher schon zu ahnen was die Obrigkeit will und dieses dann noch perfekter auszuführen. Die Obrigkeit muss schon gar nicht mehr nachhelfen.
    Hier ist es nun eben mal ein weiches Schafsmäntelchen mit dem Thema Hilfeleistung.
    Ausschliesslich ich entscheide ob ich das will oder nicht. Mir ein lebensnotwendiges (so ist es de facto) Fahrzeug nur mit von mir nicht kontrollierbarem Ortungssystem auf den Strassen zuzulassen ist nichts anderes als Terror in modernem Gewand.
    Das ist keine Panikmache. Die Schafe erkennen die Gefahr wie immer nicht.

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  9. von KIMB am 28.02.2014 (17:13 Uhr)

    Wenn mein Auto über das Handynetz anrufe tätigen kann, kann es vielleicht auch noch mehr. Ich will nicht, dass mein Auto im Internet und im Mobilfunknetz erreichbar ist. Alles was online ist kann angegriffen werden und ich möchte mir nicht ausmahlen wozu das führen könnte, mal abgesehen vom Tracking.
    Ein Auto ist definitiv zum Fahren und hat keinen Grund online (auf welche Art auch immer) zu sein.
    Ich hoffe mal solche Systeme werden nicht so bald Pflicht und sonst werden diese sich hoffentlich deaktivieren lassen.

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  10. von pixagentur am 02.03.2014 (11:04 Uhr)

    So langsam kann ich es nicht mehr hören. Diese ewige Datenschutz-Panik nervt. Über den Datenschutz jammern, aber dann auf Facebook Bilder des letzten Saufgelagers, der eigenen Kinder oder sonstigem öffentlich posten.

    Ein bekannter deckt bei Gesprächen am Tisch das Mikrofon seines Smartphones ab, weil man ihn ja abhören könnte.

    Übertreibt mal bitte nicht. Hier werden positive Entwicklungen mit dem Argument des Datenschutzes blockiert.

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  11. von herdoc am 02.03.2014 (14:26 Uhr)

    Schon richtig. Intellektuell jedoch bitte ein wenig anspruchsvoller Es geht nicht darum. Es geht um die freie Wahl ob ich das will oder nicht. Es geht darum dass irgendwelche überwiegend nicht gewählte Bürokraten den einzelnen zwingen, diesem Fortschritt auch tatsächlich zu folgen. Und sich damit der Überwachung auszusetzen. Wer es will: wunderbar. Er soll den Fortschritt in vollen Zügen geniessen. Wer es nicht will soll bitte schön davon verschont werden.
    Mag sein dass das gewisse Geschäftsinteressen beeinträchtigen würde. pixAGENTUR! Nachtigall ik hör dir trapsen! Sehr kurz gehüpft!

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