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Tütenschleppen adé: Mit Shippies stellt die Crowd eure Einkäufe zu

Tütenschleppen adé: Mit Shippies stellt die Crowd eure Einkäufe zu

Der Crowd-Delivery-Dienst „Shippies“ will Kunden ihre Einkäufe aus der Innenstadt nach Hause liefern lassen – und so die täglichen Wegstrecken der Shippies-Nutzer sinnvoll zweitverwerten. Ein Überblick über den neuen Dienst.

Tütenschleppen adé: Mit Shippies stellt die Crowd eure Einkäufe zu

Schluss mit dem Tütenschleppen, Shippies kommt. (Bild: © Kara - Fotolia.com)

Keine Möglichkeit, den Einkauf in der Stadt selbst zu erledigen, sei es aus Zeitmangel oder vielleicht aus gesundheitlichen Gründen? Das Frankfurter Startup „Shippies“ will eine Lösung für dieses Problem anbieten. Eine Community von Helfern, ebenfalls Shippies genannt, soll die vorbestellten Einkäufe bei ihren eigenen Erledigungen in der Stadt abholen und dann an den jeweiligen Kunden ausliefern. So wird theoretisch jedermann zum Paketzusteller – oder korrekter ausgedrückt: zum Einkaufstüten-Zusteller.

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Shippies: Schluss mit dem Herumirren im Supermarkt – jetzt übernimmt die Crowd. (Foto: © flashpics - Fotolia.com)

Shippies: die Idee hinter dem Startup

Prinzipiell ist die Idee, Zustellungen durch die Crowd erledigen zu lassen nicht neu. In letzter Zeit bewegt sich allerdings immer mehr in diesem kleinen Logistik-Bereich: In Österreich weist checkrobin respektable Ergebnisse vor und in Stockholm ist die Deutsche Post mit „MyWays“ ebenfalls dabei, den durchschnittlichen Fußgänger zum Paketboten zu machen.

Shippies greift diese Idee mit leichter Abwandlung auf: Statt Postzustellungen zu übernehmen, soll die Armee der Helfer nun auf den täglichen Wegen nebenbei die Einkäufe anderer Kunden abholen und dann zustellen. So kommt der Dienst erst einmal dem lokalen Handel zu Gute – nicht dem Onlinehandel.

Der Crowd-Delivery-Dienst Shippies startet mit seinem Pilotprojekt in Kürze in Frankfurt am Main. (Screenshot: Shippies)
Der Crowd-Delivery-Dienst Shippies startet mit seinem Pilotprojekt in Kürze in Frankfurt am Main. (Screenshot: Shippies)

Shippies: So funktioniert der Crowd-Delivery-Dienst

Der Kunde bestellt und bezahlt online bei einem lokalen Händler. Als Versandoption wählt er „Shippies“. Ein „Shippie“ geht jetzt beispielsweise auf seinem täglichen Weg zum Bäcker in dem entsprechenden Geschäft vorbei und holt den Einkauf ab, um diesen dann im Anschluss direkt zum Kunden zu bringen.

(Screenshot: Shippies)
Der Endkunde scannt den am Einkauf angebrachten Code, um den Empfang der Sendung zu bestätigen. (Screenshot: Shippies)

Als Basis dient eine iOS-App, die später noch um eine Android-App erweitert werden soll – eine Website soll auch zur Verfügung stehen. Nach erfolgter Registrierung können Nutzer theoretisch schon die ersten Aufträge entgegennehmen, allerdings muss vor dem ersten Auftrag der Händler noch den Ausweis des neuen „Shippies“ checken um die Identität zu überprüfen – dann kann es losgehen. Der Shippie nimmt die Einkaufstüte entgegen und scannt nun einen Code, um die Übernahme der Bestellung zu registrieren. Beim Kunden angekommen, wird entweder der Kunde den Code mit seinem Smartphone erneut scannen, oder es wird auf dem Smartphone des Shippies unterzeichnet – geht beides nicht, gibt es noch einen Bestätigungscode als Ausweichlösung.

(Screenshot: Shippies)
Der Shippie quittiert den Erhalt der Sendung im Geschäft durch einen Scan eines Codes. (Screenshot: Shippies)

Nach der erfolgten Zustellung bewerten Händler und Kunde die Zustellung durch den Shippie: Freundlichkeit, Zuverlässigkeit und der Umgang mit der Sendung soll dabei bewertet werden. Für die Shippies entsteht dadurch auch ein internes Rating-System, dass den fleißigen Helfern bei guten Noten eine bessere oder höhere Vergütung verschaffen soll.

Vergütet wird je nach Status des Shippies entweder – bei gewerblich tätigen Shippies – mit Geldbeträgen, oder – bei privaten Shippies – durch besonders attraktive Angebote oder Rabatte der Händler, exklusiv für Shippies. Der letzte Punkt wirkt noch etwas unausgegoren und verschafft keinen sehr nachvollziehbaren Eindruck über die Tatsache, ob es jetzt lohnenswert ist, nebenher Einkäufe zuzustellen, oder nicht.

Shippies sucht im Moment Helfer für seinen Pilotbetrieb in Frankfurt am Main und im Rhein-Main-Gebiet. Weitere Städte sollen bald folgen.

Fazit: Shippies - eine sinnvolle Idee, die sich durchsetzen könnte

Ich schreibe „könnte“, weil der Dienst in Deutschland startet: Hier weht einem Startup im Bereich Crowd-Delivery immer ein Gegenwind mit unzähligen Bedenken entgegen: „Meine Einkäufe soll ein Fremder durch die Gegend tragen?“ oder „Wer haftet für Verluste?“ oder „Wer wird denn jetzt wieder arbeitslos durch diesen Dienst?“, um nur einige Beispiele zu nennen. Teilweise nachvollziehbar – teilweise auch nicht: Der Postbote ist ja letztlich auch nur ein Fremder. Der Standort Deutschland ist auf jeden Fall ein schwieriges Pflaster für derartige Innovationen.

 

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3 Antworten
  1. von Tim am 22.04.2014 (15:24 Uhr)

    Ich würde mal den externen Link fixen - shippies.com kommt woanders raus als shippies.de...

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  2. von Sören am 22.04.2014 (16:11 Uhr)

    Gigalocal reloaded?

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  3. von Jochen G. Fuchs am 22.04.2014 (16:19 Uhr)

    @Tim
    Danke für den Hinweis. Da ist ein „m“ hinter das .co gerutscht, dass da nicht hingehört. ;-) Ich habe den Link jetzt gefixed.

    Liebe Grüße aus der Redaktion,
    Jochen

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