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Turbo-E-Commerce: Von der Bestellung zur Lieferung in 90 Minuten

Während noch nach Lösungen für seinen Same-Day-Delivery-Dienst sucht, geht das Shutl einen Schritt weiter und verspricht Warenlieferung innerhalb von 90 Minuten. Sieht so die Zukunft des aus?

Turbo-E-Commerce: Von der Bestellung zur Lieferung in 90 Minuten

Problem: Die Turbo-Lieferung ist für Anbieter meist nicht profitabel

Die größte Herausforderung im E-Commerce ist nach wie vor die Lieferung: Zuverlässig und möglichst schnell soll sie sein. Amazon experimentiert schon lange mit verschiedenen Ansätzen, um seine Lieferzeiten auf profitable Weise zu verringern. Auch Ebay probiert nun mit Ebay Now den Same-Day-Delivery-Service in San Francisco aus.

Während die Großen also fleißig herumexperimentieren, scheint ein Startup schon einen Schritt weiter zu sein: Shutl will den Markt revolutionieren und Auslieferungen innerhalb von 90 Minuten garantieren. Dafür kooperiert das Unternehmen mit verschiedenen lokalen Lieferdiensten und Einzelhändlern: „Über ein Webinterface oder eine native App kann der Krimi-Leser direkt von der heimischen Couch nach seinem Buchtitel suchen. Lokale Buchhandlungen, die ihr Warehouse Management System beim jeweiligen Web-Logistiker angebunden und den gesuchten Titel gleichermaßen vorrätig haben, werden dann angezeigt und auf einer Umgebungskarte eingeblendet“, erklärt etailment den Ansatz von Shutl.

Shutl sucht also nach eingegangener Bestellung automatisch den passenden lokalen Lieferdienst aus dem eigenen Netzwerk aus und schickt einen Kurier zum Laden des stationären Onlinehändlers. Dieser holt das Buch oder die Bluse ab und bringt sie dem Kunden direkt nach Hause. Diese superschnelle Lieferung kostet Kunden allerdings zehn Pfund – also rund 12 Euro – extra.

In England bietet Shutl seinen Turbo-Lieferdienst schon in verschiedenen Städten an und nimmt jetzt San Francisco in Angriff.

In England bietet Shutl seinen Dienst schon seit einiger Zeit in mehreren Großstädten an und kooperiert mit verschiedenen Händlern wie zum Beispiel dem Elektrohändler Argos. Nun expandiert das Unternehmen nach San Francisco. Dort sitzt bereits Postmates: Über die iPhone-App können Kunden Botengänge in Auftrag geben, so dass Kuriere Leerlaufzeiten nutzen können. Auch in Deutschland gibt es mit Tiramizoo einen ähnlichen Mitbewerber, der in Städten Fahrradkuriere für kurzfristige Botengänge vermittelt. Ebenso wie Ebay Now kooperieren diese Dienst aber nicht mit den Einzelhändlern sondern nur mit lokalen Kurieren. Dementsprechend ist das Potential von Shutl noch wesentlich größer. Das Problem, den Dienst flächendeckend anzubieten, wird allerdings auch dieser Dienst haben.

In Deutschland stellt sich nun vor allem die Frage, wann der Dienst hierzulande angeboten wird. Damit sieht es aber zunächst einmal schlecht aus. Gegenüber „Der Handel“ erklärte Shutl-Gründer Tom Allason, dass das Problem in Deutschland nicht die Lieferung selbst sei, sondern die Transparenz der Warenverfügbarkeit. Viele Händler könnten nicht zeitnah feststellen, welche Produkte in welchen Filialen vorhanden sind. Sein Fazit: „Wahrscheinlich brauchen die Händler in Deutschland noch drei Jahre, bis sie so weit sind“. Da den Deutschen Bequemlichkeit meist auch nicht ganz so viel Wert ist wie den US-Amerikanern, ist fraglich, wie groß die Bereitschaft wäre, über zehn Euro extra für den Sofort-Lieferdienst zu bezahlen.

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2 Antworten
  1. von local und giga am 16.10.2012 (15:45 Uhr)

    Sowas wird mit mehr smartphones kommen und gibt es als Pizza.de und lieferheld und mytaxi usw ja schon lange für Bestellung von Gastronomie und Taxis. Gigalocal wäre sowas für Dienstleistungen gewesen.

    Es reicht ja wenn eine Kette wie Real Aldi Lidl Penny plus edeka rewe norma netto dm rossmann usw ihre warenwirtschaft zugänglich macht und man grobe Bestände oder verfügbarkeit pro Filiale abrufen kann. Unabhängige Apps und Lieder-Freiberufler könnten dann schauen und dynamisch bereisen wieviel sie dafür wollen. Sowas wie anruflinientaxi aber für Einkäufe.
    Und flächendeckend muss schon mal garnix. Pures rosinenpicken in den Großstädten, Freiberufler (oder hermes oder dpd usw) und freie Shops oder Ketten.
    Schade das diese Programmierung trivial, aber die verwaltungs- und Rechtskosten mir zu hoch sind.
    Vielleicht pushe ich es mal bei github hoch.

    Für Autoteile wollte ich das schon lange. Man gibt ein was man braucht und die Ludolfs oder anderen autoschrotter in der Umgebung sehen es und geben ihre Preise und Zustand an. Gleiches für Hunderte Büros und Arztpraxen die ihre druckertoner oä eingeben und dann 1-2 mal pro tag beliefert werden.
    Wenn ich die IHK wäre, hätte ich das längst als Programmierpraktikum programmieren lassen.
    Im Prinzip könnte man das auch per twitter machen und rohrbiegezangen oder Laubdächer oder Autoteile oder mitfahrgelegenheiten oder event-karten organisieren.
    Je länger man drüber nachdenkt, desdo trivialer wird das Problem.

    Das mit den 90 Minuten ist eine unnötige Selbstbeschränkung welche viele Kunden eher nicht juckt. Andere Kunden stehen am Bahnhof und wollen 5 Batterien für das Handy aufzuladen oder wollen eine Zeitschrift oder essen oder Handbremse zum ICE gebracht bekommen. Diese Leute haben zwar harte timings aber auch das geht sehr einfach weil man sie per Handy und mobilinternet oder SMS oder Verteilung durch Zugpersonal organisieren kann. Und 10£ bräuchte ich dafür nicht.
    Manche boten kriegen unter 1€ pro Paket. Daran sollte sich das Prüfung orientieren.
    Ich vermute, für 1€ zuzüglich 3-10% des Warenwertes zuzüglich kilometerpauschale wäre das schnell und fair als offenes Plattform-Kollektiv der Transporter, Zusteller, Händler realisierbar.

    Und dronecopter gibt's ja bald auch immer mehr. Man dropped es auf der Fußmatte mit QR-Label oder Bluetooth/Wifi/GPS-erkennung zb der Fritzbox hinter der Haustür und fotografiert es und schickt eine pm per SMS twitter icq Skype Email Facebook oä. Oder klingelt per wifi oder Bluetooth an der Fritzbox hinter der Tür.
    In technologiefeindlichen gebieten natürlich erst in 10-20 Jahren. Es soll sogar industrie-Länder mit 40% offlinern und 98% schmalbandern geben.

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  2. von local und giga am 16.10.2012 (15:53 Uhr)

    Sorry. Die Korrekturfunktion am Phone hat ein paar Worte vermurkst. Echte IT-Profis können sich die korrekten Worte sicher denken.

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