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Think before you tweet: Wenn Tweets sich verselbstständigen

Think before you tweet: Wenn Tweets sich verselbstständigen

"Denk nach, bevor du sprichst", lautet ein gut gemeintes Credo, welches den ein oder anderen nicht selten vor größeren Problemen bewahrt hat. Der Ratschlag gilt auch im Web. Speziell auf Twitter: "Think before you tweet", hätte man auch der britischen Parlamentarierin Fiona MacTaggart zurufen sollen. Denn ihr Tweet kostete sie nun 14.268 Pfund.

Think before you tweet: Wenn Tweets sich verselbstständigen
Think Before Tweet - Statusmeldungen auf Twitter können eine verhängnisvolle Eigendynam…

"I'm a bit naive", erklärte MacTaggart der BBC, als sie auf ihren kleinen Twitter-Fauxpas der vergangenen Woche angesprochen wurde. Die Rede ist von einem Tweet, in dem sie ihren Followern erklärte, dass sie für jeden Retweet, der bis um 9 Uhr abends abgesetzt würde, ein Pfund an die Wohltätigkeitsorganisation Comic Relief spendet. Auch wenn sie dieser Tweet ehrt, so ganz klar war ihr das resultierende Ausmaß sicherlich nicht. Denn im Folgenden haben sich über 14.000 Twitter-Nutzer mobilisiert und ihren Aufruf durch den Microblog gejagt.

Verhängnisvolle Tweets

Dass gerade solche Meldungen zu einem wahren Viralitäts-Inferno heranwachsen können, ist unter Twitter-Profis bekannt. Wer hier schreibt, der hat im Grunde genommen ein Auditorium vor sich, dass in die Millionen gehen kann. Durch Retweets kann sich ein Tweet im wahrsten Sinne des Wortes verselbständigen und für verhängnisvolle Auswirkungen sorgen. Wie eben bei Fiona MacTaggart.

Aber auch ohne eine Verselbständigung der 140 Zeichen gilt es in einigen Fällen einmal mehr über die Risiken nachzudenken. Wer beispielsweise auf Twitter über den Chef oder die Firma lästert, sitzt schneller auf der Straße, als ihm lieb ist. Wer Unwahrheiten über Personen verbreitet, riskiert eine Verleumdungsklage. Die Anzahl solcher Fälle stieg gerade im Ausland in den vergangenen Jahren stark an.

(Foto: keiyac / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Auch Regierungen lesen mit

Ein ganz anderer Fall aus der Vergangenheit zeigt zudem: Mit radikaleren Aussagen auf Twitter sollte man noch vorsichtiger sein. Auch wenn diese nicht immer ernst gemeint sind, können sie für Unmut bei den Mitlesenden sorgen. Zwei Teenager aus Großbritannien haben beispielsweise im vergangenen Jahr eine böse Überraschung am Flughafen von Los Angeles erlebt.

Nachdem einer der Beiden vor Flugantritt seinem Kumpel die Worte "destroy America" twitterte und dieser "diggin' Marilyn Monroe up" entgegnete, hatte sich die US-Heimatschutz-Behörde eingeschaltet und die Zwei bei ihrer Einreise in Untersuchungshaft genommen. Aufgrund des Verdachts auf terroristische Aktivitäten wurden die beiden eine Nacht lang verhört, bevor ein Sicherheitsbeamter sie mit den Worten "You’ve really f***ed up with that tweet, boy" wieder nach Hause schickte.

Think before you tweet

Anhand der Beispiele sieht man, dass es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, wie ein unbedachter Tweet für Probleme sorgen kann. Daher gilt es ein paar einfache Grundregeln zu beachten, wenn man sich auf Twitter, aber auch auf Facebook und in anderen sozialen Netzwerken bewegt. Ganz oben auf der eigenen Netiquette sollten Vorsätze wie "Verbreite keine Unwahrheiten" oder "Sei nicht respektlos" stehen. Zudem sollten Nutzer sich darüber im Klaren sein, dass ihre Updates auch von Dritten gelesen werden können.

Fiona MacTaggart jedenfalls hat nun am lebenden Beispiel erlebt, dass das Gesagte auf Twitter eine Eigendynamik entwickeln kann. Und doch: Sie hat es sportlich genommen. Auch wenn sie die Anzahl der Retweets überrascht hat, habe sie sowieso vorgehabt, mindestens 10.000 Pfund an Comic Relief zu spenden, sagte sie der BBC.

Titelbild: By acidpix / Lizenz: CC BY 2.0

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