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Twitter & Digg: Warum eine Kombination eine Granate für News Stories wäre

Twitter & Digg: Warum eine Kombination eine Granate für News Stories wäre

Wie würde eigentlich ein Dienst aussehen, der die Vorzüge von und Digg miteinander verbindet? Diese Frage hat Philip Brown nicht nur gestellt, sondern auch weitergedacht. Herausgekommen ist dabei eine interessante Ideenliste, die sich so oder in ähnlicher Form vielleicht sogar umsetzen lässt. Dann nämlich, wenn der Abwärtstrend beim Dienst Digg weiter anhält und Twitter das sinkende Schiff übernehmen würde.

Twitter & Digg: Warum eine Kombination eine Granate für News Stories wäre

Digg Konkurrent Twitter könnte zum Retter werden

Eigentlich ist das Szenario schon etwas kurios. Da kämpft der ehemalige Social-Bookmarking-Primus Digg vergeblich ums Überleben und dann könnte mit Twitter ausgerechnet einer der Dienste, die für den Abstieg zumindest mitverantwortlich sind, zum Retter werden. Die Social Bookmarkingdienste haben es parallel zur gestiegenen Popularität von Twitter immer schwerer ihre Nutzer zu halten. Bei Digg kommen ganz speziell noch einige Fehler hinzu, wie das missglückte Redesign, die die Lage weiter verschlimmert und Digg sehr dicht an den Abgrund manövriert haben. Eine Digg-Übernahme durch Twitter ist zwar reine Spekulation, wenn nicht gar Fiktion, aber dennoch gibt es einige gute Gründe dafür.

Die heiße Zeit ist für Digg längst vorbei - Twitter könnte den Social Bookmarking Dienst aus seiner Eiszeit befreien. (Foto: i.m.indraneel / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Digg kann das, was Twitter noch fehlt

Twitter wird von vielen Usern dazu benutzt schnell neue News Stories aufzunehmen, Trends zu entdecken und sich immer informiert zu fühlen. Doch bis der Einstieg in das Microblogging für einen neuen Nutzer gelungen ist und Twitter seine Informationsdynamik richtig ausspielen kann, sind viele Nutzer schon wieder weg und verbleiben als Karteileiche. Der Grund dafür ist ganz einfach: Wer sich noch kein eigenes, funktionierendes Netzwerk innerhalb der Twittersphäre aufgebaut hat, kann die Vorteile nicht effektiv nutzen. Zwar bietet Twitter eine Suche an, die auch gerade erst verbessert wurde, und auch die Trending Topics sind zum Auffinden aktueller Themen gedacht, doch in der Praxis reichen diese Mittel einfach nicht aus. Wer neu ist, kennt sie einfach nicht und kann sie dementsprechend auch nicht richtig einsetzen.

Mit der integrierten Social News Engine von Digg bekäme Twitter mit einem Male die Möglichkeit, die Breaking News viel besser zu identifizieren, zu organisieren und letztlich auch darzustellen. Twitter könnte neben den Trending Topics eine Kategorie „Breaking News“ einführen und dort die Themen präsentieren, die aktuell bei Twitter kursieren. Mit einem Digg-Button in jedem Tweet und via API auch in den Clients, könnten die Nutzer selbst aktiv Newsthemen für die Breaking News vorschlagen. Insgesamt wären drei Streams denkbar und sinnvoll:

  1. Breaking News aller Twitterati
  2. Breaking News aller Followings eines Nutzers
  3. Breaking News aller Follower eines Nutzers

Twitter, Digg und die Nutzer, alle würden profitieren

Für Digg wäre eine solche Übernahme wie eine rettende Hand, die den ehemaligen Anlaufpunkt Nummer 1 für Breaking News aus dem sich immer schneller drehenden Abwärtsstrudel ziehen könnte. Von Kevin Rose, dem einstigen Gründer von Digg, scheint es erstmal keine Unterstützung zu geben - mit Milk will er künftig innovative Startups aus dem Bereich Mobile Web unterstützen.

Für Twitter wäre die Integration von Digg ein klares Signal Richtung Facebook: Wir geben den Kampf um die führende Stellung bei den Echtzeit-News nicht auf und gehen mit neuen Features in die Offensive. Außerdem könnten mit einem solchen Feature neue Nutzer oder Karteileichen schneller und effektiver in aktive Nutzer verwandelt werden.

Für die Nutzer beider Plattformen wäre ein Zusammenschluss ein echter Gewinn. Digg-Nutzer könnten ihren Dienst in ähnlicher Form weiternutzen und müssten nicht mehr vor einem drohenden Untergang zittern. Die Nutzer von Twitter hätten ein interessantes neues Feature zum Auffinden aktueller Newsthemen, die sonst entweder nicht wahrgenommen werden und die einzelnen Nutzer gar nicht erst erreichen. Die Zahl der Followings wäre für eine Breaking-News-Kategorie mit Digg-Unterstützung nicht wirklich wichtig.

Was glaubt ihr? Hätte eine Kombination von Twitter und Digg einen Reiz für euch? Seht ihr noch weitere Verknüpfungsmöglichkeiten oder Bereiche, bei denen sich beide Dienste überschneiden?

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2 Antworten
  1. von Kiwi am 06.04.2011 (10:42 Uhr)

    An sich eine tolle Idee. Aber ich glaube nicht, dass man ein solch "teures" Unternehmen wie Digg aufkaufen muss, um die Idee mit den neuen Buttons für die "Breaking News" durchzusetzen. Wenn, dann würde Twitter wohl eher einen "Twote"-Button oder so etwas einführen ;)

    Gruß Kiwi

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  2. von Sebastian am 07.04.2011 (07:59 Uhr)

    Interessante Ideeen, in eine ähnliche Richtung (kollaboratives Bookmarking) haben wir ja bei MyTweetMag gedacht, allerdings nicht gesteuert per Digg-Button, sondern per Hashtag (so ein Digg-Button wäre ja auch im Rahmen der Web-Intents gut zu integrieren). Trending Topics für ganze Accounts ginge dann eher in Richtung TwitteredTimes, für alle Twitterati hatte ja NewsTweetr etwas ähnliches entwickelt.
    Die ganzen Ansätze (+Digg-Funktionalitäten) in Twitter selbst zu integrieren würde zwar eine Menge Drittanbieter obsolet machen, allerdings glaube ich auch, dass dadurch die Relevanz von Twitter für Normaluser deutlich erhöht würde. Denn wie man letztens sah, ist die Zahl der wirklich aktiven User doch immer noch sehr gering im Vergleich zu der Unmenge an Karteileichen, und ich frage mich oft: Werden die Tweets in der jetzigen, ungefilterten und oft reichlich kryptischen Form wirklich von so vielen Menschen gelesen oder doch nur von ein paar Multiplikatoren, die die Infos dann über andere Kanäle weiter verbreiten?

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