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Ist Twitter extrem überbewertet?

Ist Twitter extrem überbewertet?

Der Business Insider hat in einem Bericht erneut einen Blick auf geworfen. Dabei standen vor allem dessen Bewertung, der eingefahrene Umsatz und das Geschäftsmodell im Vordergrund. Henry Blodget, der kürzlich die bekanntesten Online-Dienste unter den Aspekten Umsatz, Investition und Spekulation untersuchte, kommt dabei zu dem Schluss, dass Twitter noch einige Schippen zulegen müsste, um nur annähernd das Vertrauen der Investoren rechtfertigen zu können. Was unterscheidet hier Twitter von , Zynga und Groupon?

Ist Twitter extrem überbewertet?

Twitter fehlt ein Geschäftsmodell

Der Business Insider hat vor kurzem nach der wahren Größe von Twitter gefragt. Zumindest in Punkto Nutzerstruktur- und Verhalten ergab sich als Ergebnis ein recht ernüchterndes Bild des Microblogging-Dienstes. Daran anschließend fühlt Henry Blodget im Auftrag des Business Insider Twitter erneut auf den Zahn. Es geht um das bekannte Thema: Hat Twitter ein Business-Modell? Und wenn ja: Rechtfertigt es eine Unternehmensbewertung in Milliardenhöhe? Eingedenk der jüngsten Ergebnisse ist diese Fragestellung zweifellos berechtigt.

Blodget hat sich verschiedene Tech-Unternehmen vorgenommen, die in den letzten Monaten in Finanzierungsrunden millionenschwere Zuschüsse erhielten und von Analysten in Milliardenhöhe bewertet wurden. Als erstes Ergebnis stellte er dabei fest, dass viele dieser Dienste nicht zu Unrecht in diesen Sphären gehandelt würden, etwa wenn man das Verhältnis von Umsatz und Gewinn betrachte. Facebook, Zynga oder ; sie alle liefern irgendwo auch das, wofür sie finanziert werden. Freilich: Es braucht eine große Portion Fantasie, wie der Börsianer doch so gerne schwadroniert, um die gehandelten Werte auch nur in irgendeiner Weise nachvollziehen zu können. Twitter hingegen bräuchte zudem noch ein passables Geschäftsmodell, denn bisher speist sich ein Großteil des Umsatzes aus Werbung.

Twitter fehlt es an Umsatz

Fantasie bräuchte es deshalb auch, so Blodget weiter, wenn nun Twitter beleuchtet werde. Bis dato sei nämlich kein gewinnbringendes Geschäftsmodell erkennbar, so dass die Unternehmensbewertung von Twitter besonders spekulativ sei. Zur Erinnerung: Der Dienst bekam zu Beginn des Jahres mehr als bloß ein Übernahmeangebot in Milliardenhöhe in den Briefkasten gelegt. Legt man einen Wert von sieben Milliarden US-Dollar zu Grunde, die der Dienst aktuell wert sein soll, müsste allein in diesem Geschäftsjahr ein Umsatz von 250 Millionen US-Dollar erzielt werden. Selbst für Blodget sei das eine mehr als „aggressive Bewertung“ von Twitter.

Ist Twitter extrem überbewertet? Henry Blodget meint, dass das Unternehmen seinen Umsatz verfünffachen müsste, um den Erwartungen gerecht zu werden.

Er weiß deshalb zu berichten, dass das Finanz-Department von Twitter in diesem Jahr eher von 140 Millionen US-Dollar Umsatz ausgehe, davon das Gros mit 100 Millionen US-Dollar durch Werbeeinahmen. Damit sei das Unternehmen noch weit davon entfernt, die spekulierten sieben Milliarden US-Dollar zu rechtfertigen. Das Fazit des Journalisten fällt deshalb auch gemischt aus: Zwar würde Twitter Wachstum verzeichnen – aber nicht bei aktiven Usern! – müsste aber doch seinen bisherigen Umsatz annähernd verfünffachen, um den Spekulationen gerecht zu werden. Ohne ein erkennbares und gewinnbringendes Geschäftsmodell sei dies aber eher unwahrscheinlich. Auf Blodgets Nachfrage, wie die aktuelle Entwicklung einzuschätzen sein, antwortete ein Twitter-Investor: Lächerlich.

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2 Antworten
  1. von Rainer Fischinger am 12.04.2011 (15:35 Uhr)

    Also die Angebot in Milliardenhöhe sind ja etwas heftig. Erinnert doch ein wenig an die Blase vor einigen Jahren ;) ! Fraglich ist für mich, ob sich die Zahl der aktiven User von Twitter in den nächsten 12 Monaten dramatisch verändern wird, wenn in Europa die Handynetzbetreiber schön langsam Twitter per SMS ermöglichen. Europa ist im Vergleich zu USA in der Twitter-Nutzung momentan ja etwas hinten :)!
    Trotzdem glaub ich, dass ZUR ZEIT Twitter mehr als nur überbewertet ist.

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  2. von Conny Crämer am 06.08.2011 (18:29 Uhr)

    Hallo,

    es ist erstaunlic, daß Twitter so hoch bewertet ist. Nun ist schon August und erst kürzlich war zu lesen, daß Twitter wieder eine Finanzspritze bekommen hat. Dabei basiert Twitter auf Open Source. Hier ist noch eine Twitter-Seite, also sie ist nicht Twitter, sondern basiert auch auf einem Microblog bzw. einem Kurznachrichtendienst wie Twitter - mit dem Unterschied, daß man Files direkt dort hochladen kann und Gruppen bilden kann. http://www.sag-es-kurz.com

    Wenn man bedenkt, daß Twitter noch nicht einmal Werbebanner hat, ist es wirklich bedenklich, daß die Leute von Twitter noch nicht einmal das hinbekommen haben, aber knackig Geld abziehen (so erscheint mir dies, bei diesen wahnwitzigen Summen).

    Viele Grüße

    Conny

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