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Twitter auf Isolationskurs: Nach LinkedIn folgt jetzt Instagram

steuert weiter auf Isolationskurs und hat nach nun auch teilweise den Zugriff auf die Twitter-API gekappt. Schon seit Monaten versucht der mit unterschiedlichen Mitteln die Nutzer an die Plattform zu binden und das umfassende Ökosystem zu schwächen.

Twitter auf Isolationskurs: Nach LinkedIn folgt jetzt Instagram

Twitter auf Isolationskurs: Instagram nur ein weiteres Opfer

Twitter hat sich ohne Frage als eine wichtige Säule im Social Web etabliert. Auch in Deutschland wird Twitter immer beliebter, wie Zahlen von ComScore belegen. Doch nichtsdestotrotz hat Twitter immer noch ein Monetarisierungsproblem und versucht aus diesem Grunde die Nutzer stärker an die eigene Plattform zu binden. Neben einigen Aufkäufen wie den Clients Tweetie und Tweetdeck, dem Aggregator Summify oder dem Analyse-Tool BackType, kappt Twitter nun auch vermehrt die Verbindungen zu anderen Netzwerken und Diensten.

Twitter isoliert sich mehr und mehr und versucht die Nutzer an die eigenen Dienste zu binden. (Foto: west.m / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Nachdem es schon das Business-Netzwerk LinkedIn getroffen hatte, folgt nun also Instagram. Nutzer die ihre Twitter-Kontakte nach Freunden durchsuchen wollen, erhalten folgende Meldung:

Twitter no longer allows its users to access this information in Instagram via the Twitter API. We apologize for any inconvenience.

Twitter folgt damit der vom CEO Dick Costolo ausgegebenen Marschroute, nach der Dienste, die eine ähnliche Funktion wie Twitter anbieten mit Einschränkungen leben müssten. In einem Interview mit dem Wall Street Journal erklärt Costolo, dass dies auch alle Dienste betreffen wird, die die Nutzer von der Twitter-Plattform fernhalten.

Damit dürfte feststehen, dass LinkedIn und Instagram erst den Anfang darstellen und noch weitere Dienste folgen werden. Wie aggressiv Twitter diese Strategie verfolgt, werden wir in den nächsten Monaten sehen. Immerhin gibt es noch zahlreiche Twitter-Clients von Drittanbietern, die streng genommen auch auf der Abschußliste von Costolo stehen müssten.

Fazit: Twitter verfolgt eine gefährliche Strategie

Die Frage die sich jetzt stellt: Ist Twitter wirklich schon groß genug, um sich zu isolieren und die Verbindung zu anderen Diensten zu kappen? Immerhin darf man nicht vergessen, dass Twitter ohne das umfangreiche Ökosystem und die zahlreichen Dienste, die über die von Anfang an sehr offenen APIs Zugriff auf den Microbloggingdienst hatten, erst gar nicht so groß geworden wäre. So verständlich der radikale Strategiewechsel hinsichtlich der Monetarisierung der Plattform auch sein mag, gefährlich ist er auf jeden Fall. Machen die Nutzer nicht mit, dürfte die Zahl der aktiven Nutzer schnell fallen und damit schließlich auch die Werbeeinnahmen. Sollten populäre Clients wie beispielsweise Hootsuite abgeschaltet werden, dürfte das einige Kritik verursachen. Vielleicht ist Twitter das aber auch egal, denn die Nutzer der 3rd-Party-Clients bringen der Plattform keine Werbeeinnahmen.

Was glaubt ihr: Ist der Weg von Twitter richtig?

Weiterführende Links zum Thema Twitter auf Isolationskurs:

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4 Antworten
  1. von Isoli erung am 27.07.2012 (17:37 Uhr)

    Ich habe (allerdings im offiziellen Client) Tweets von großen deutschen Elektro-Unternehmen welche wohl bezahlt wurden und evtl steht auch Promoted Links dran allerdings interessieren mich die beworbenen Dinge nicht wirklich.
    Würden diese Tweets in anderen Clients gefiltert ? Auch diese Werbe-Serien von denen gestern berichtet wurde sind ja wohl eher Tweets und nicht Werbebanner im Client. Man kann also sehr wohl an Werbung auch mit Dritt-Clients verdienen. Wer Dritt-Clients benutzt kriegt vielleicht sogar etwas mehr Werbung reingedrückt auch wenn jede Werbung die nicht wirkt, also zum Kauf oder Lead führt oder das Brand brandet ("t3n/... ist besser als der Rest!") Zeitverschwendung ist.

    Es fehlen Systeme zum Datenaustausch. Wikidata für Bus/Zug-Stands-Positionen, Temperaturen, Regenfall-Mengen, Windstärken, Mitfahrmöglichkeiten aber auch für andere Dinge wie Angebote und Nachfragen ("Suche Glühbirne für Golf 7 vorne links weiss GPS...", "2 Karten und Mitfahrgelegenheit aus ... für Schlagermusik am Ring plötzlich freigeworden") . Temporäre Infos bzw. Data-Streams (Temperaturen, ...) würden sich anbieten. Da könnte man coole Market-Apps u.ä. organisieren. Mal sehen wann die Amerikaner selber darauf kommen um Taco-Wagen oder Eis-Wagen als Crowd zu ordern und der Taco-Wagen fährt dorthin wo die meisten Häuser einen Taco kaufen wollen. Leute im Fußballstadion am Smartphone unterhalten oder Votes machen lassen ist auch eine nette Idee für solche Dienste.
    Es gab mal google-Wave für sowas.... Jetzt müssen wir auf Twitter-Alternativen von USA warten.

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  2. von Mastermind am 27.07.2012 (21:32 Uhr)

    Google+ ist eh das bessere Twitter. *wegduck*

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  3. von huettenzauber am 28.07.2012 (10:25 Uhr)

    ...find ich vernünftig.
    Um nicht im Reproduktionsinternet die 3. Geige zu spielen, muß man seinen eigenen Weg gehen.
    Klasse, statt Masse führt zum wirtschaftlich nachhaltigen Erfolg.

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  4. von heimkinosysteme test am 30.07.2012 (14:21 Uhr)

    Isolation ist nie wirklich gut. Ich kann mir nicht vorstellen, das sich Twitter damit einen gefallen tut. Das schöne an Social media ist ja gerade die Vernetzung. Anscheinend haben mittlerweile alle angst das andere Anbieter ihnen die Butter von Brot klauen....
    mfg
    Max

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