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Marketing

Warum Twitter noch immer nicht Mainstream ist

Twitter ist nach über fünf Jahren immer noch nicht im Mainstream angekommen. Während das nur zwei Jahre ältere Facebook bereits 800 Millionen Nutzer hat, dümpelt Twitter mit etwa 50 Millionen Nutzern vor sich hin. Wie Twitter das ändern könnte, damit hat sich Nathan Safran in einem lesenswerten Artikel beschäftigt.

Twitters Lernkurve ist eine zu große Barriere

Wer neu bei Twitter ist, muss zunächst sehr viel lernen, um die Plattform verstehen und richtig nutzen zu können. Ohne Follower und Followings ist ein Twitter-Account vor allem eins: leer. Doch wie findet man schnell die richtigen Leute zum Verfolgen und wie wird man selbst zum Verfolgen entdeckt? Fragen, die sich die Nutzer der ersten Stunde heute natürlich nicht mehr stellen, die aber für neue Nutzer auch heute noch mit zu den großen Geheimnissen von Twitter gehören. Dazu kommen dann noch allerlei Gepflogenheiten, die zur Twitter-Nettiquette gehören und meist dem 140-Zeichen-Limit geschuldet sind. Selbst Basisfunktionen wie Retweets und @Mentions sind für neue Twitterer in vielen Fällen nicht intuitiv nutzbar.

Für Neulinge ist Twitter nur schwer zu verstehen...(Foto: petesimon / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Ist das dann schon das Aus für den Traum von Twitter irgendwann einmal zum Mainstream zu gehören? Der Analyst Nathan Safran von Forrester Research glaubt das nicht und hat einige Dinge beschrieben, die Twitter in den Mainstream bringen könnten.

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Twitter sollte wie Apple denken

Als Apple das iPad auf dem Markt brachte, war der Markt eigentlich noch gar nicht da. Kaum einer wusste genau, was er mit einem solchen Gerät anfangen sollte. Und zu allem Überfluss war das iPad auch noch recht teuer. Heute wissen wir, dass Apple mit dem iPad ein „Disruptive Device“ auf den Markt gebracht hat, das die bisherige Nutzung mobiler Geräte grundlegend geändert hat.

Vergleicht man das iPad mit Twitter, so hat auch die Microblogging-Plattform zu einer grundlegenden Veränderung geführt, nämlich bei der Art und Weise wie wir im Internet kommunizieren. Doch warum wurde das iPad so erfolgreich und Twitter schaffte dagegen den Sprung in den Mainstream nicht?

Nach Ansicht von Safran hatte Apple schnell erkannt, dass den potentiellen Kunden die Usecases für das iPad fehlen. Warum sollte ich also ein iPad kaufen, was könnte ich damit alles machen und vor allem: was könnte ich damit besser machen, als mit meinen bisherigen Geräten? Apple produzierte also einige Werbespots, die iPad-Nutzer in verschiedenen Alltagssituationen mit ihrem Gerät zeigten und die Vorzüge der neuen Geräteklasse verdeutlichten. So erreichte Apple potentielle Käufer und weckte bei ihnen Begehrlichkeiten.

Twitters Problem ist durchaus vergleichbar. Auch hier wissen die potentiellen Nutzer zunächst nicht, was sie mit dem Dienst anfangen sollen. Wenn Twitter in den Mainstream kommen will, sollte Twitter auch im Mainstream seine Stärken und Usecases präsentieren. Safran schlägt daher TV-Spots und Werbeanzeigen in Printmagazinen vor.

Denkbare Usecases für Werbespots

  • Twitter als schneller Informationskanal! Beispiel: Als im Januar 2009 ein Passagierflugzeug auf dem Hudson River notlanden musste, verbreitete sich die Geschichte zuerst bei Twitter. In den Zeitungen war dann am nächsten Tag ein Foto abgedruckt, dass ein Augenzeuge mit seinem Smartphone aufgenommen und via Twitter verbreitet hatte.
  • Twitter als soziales Netzwerk: Twitter kann dazu genutzt werden, mit Freunden in Kontakt zu bleiben und neue Freunde zu finden.
  • Promis „verfolgen“: Mit Twitter lassen sich auch Neuigkeiten von berühmten Schauspielern, Sängern oder sonstigen Promis verfolgen, was für bestimmte Personen sicher auch ein Anreiz für die Nutzung von Twitter sein kann.
  • Experten-Wissen: Twitter eignet sich auch zum Einholen von Experten-Wissen und zum Vernetzen mit Personen, die die gleichen Interessen haben, so dass man sich gegenseitig helfen kann.

Bei Twitter scheint die Erkenntnis mittlerweile ja auch schon gereift zu sein, dass man etwas für die Außendarstellung tun muss. Erst kürzlich wurden nicht zuletzt deshalb die „Twitter Stories“ gestartet. Mit Erfolgsgeschichten will Twitter zeigen, dass sich mit 140 Zeichen manchmal sogar die Welt retten lässt. Vielleicht sehen wir solche Geschichten dann ja auch bald im Fernsehen.

Weiterführende Links zum Thema Twitter:

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5 Reaktionen
Michael Mittelhaus

Ich sehe zwar Twitter auch eher als verblühenden Hype, aber eines würde mich interessieren: Wie kommt Ihr auf 50 Mill Nutzer?
Das Twitter Blog nennt die doppelte Zahl: 100 Millionen - was ist richtig ?
http://blog.twitter.com/2011/09/one-hundred-million-voices.html

cloudthinkn

Einer der meist verkannten Nutzen von Twitter ist die hohe Durchdringung bei Stakeholdern, Medien und Advocates und die einfache Verbindung mit diesen. Damit haben alle, die, zumindest punktuell, eine möglichst große Verbreitung Ihrer Posts anstreben besondere Möglichkeiten.

Twitter ist sicher nicht das bevorzugte Medium des Endverbrauchers, aber eines der schnellsten und simpelsten Informationsmedien unsers Planeten, das im Gegensatz zu Wikipedia sekundenaktuell und vor allem frei von Zensur ist.

Und im Gegensatz zu Facebook, das sich in den meisten Fällen doch sehr auf den engeren Freundeskreis bezieht, bietet Twitter die Möglichkeit der losen Interaktion mit Gleichinteressierten oder -gesinnten weltweit ohne Hintergrundrauschen von endlosen Bildstafetten, Einladungen und Umfragen.

Kein Wunder also, dass Apple sich mit Twitter zusammengetan hat, ist ihm der Micropostdienst doch vom Wesen (Reduktion) her wesentlich ähnlicher als etwa Facebook das ich dann eher Microsoft zuordnen würde.

Mike
Mike

Ich kann Ano Nymous nur zu 100% zustimmen.
Wo bitte liegt der Mehrwert der genannten Usecases im Vergleich zu anderen "Medien"/ bzw. Diensten ?

Twitter wurde gehypt, genauso wie Groupon und deren Clone gehypt wurden.

Ano Nymous
Ano Nymous

Schade, dass der Artikel nicht (überzeugend) erklärt, was Twitter bringt.

"Twitter als schneller Informationskanal!": Für Journalisten und Börsenbroker mag es wichtig sein, dass man die Informationen eine Stunde eher über Twitter bekommt um anschließend Nachforschungen betreiben zu können. Aber welchen Nutzen hat es für die restlichen 99%? Online-Nachrichtendienste liefern auch innerhalb von Minuten oder wenigen Stunden die Neuigkeiten, dann allerdings auch mit wichtigen Hintergrundinformationen und dank zusätzlichen Recherchen der Redakteure mit einem wahrscheinlich größeren Wahrheitsgehalt.

Twitter als soziales Netzwerk: Wann eignet sich Twitter besser als soziales Netzwerk als Facebook, LinkedIn, Xing, Google+, MeinVZ usw.? Warum sollte ich mir die mühe machen, dort meine Daten zu pflegen?
Angaben zur Verlässlichkeit der Quellen.
Promis „verfolgen“: Tolles Argument. Haben die Leute nichts besseres zu tun???

Experten-Wissen: Wie bekomme ich über Twitter Experten-Wissen, was ich über andere Netzdienste, wie Wikis, Foren oder vielleicht noch Google+ nicht besser bekäme?

Twitter mit dem iPhone zu vergleichen ist schon recht amüsant.

Ich glaube, Twitter ist ein viel Zitierter Hype, der so wie prophezeit nie Realität werden wird. Twitter ist nicht für jede Privatperson interessant. Ich glaube, Twitter ist langfristig erfolgreicher, wenn es sich auf Personenkreise konzentriert, bei denen die Verbreitung schneller, oberflächlicher Informationen besonders wichtig ist (damit diese anschließend näher Nachforschen können). Ich sehe keinen Grund, weshalb Twitter jemals 800 Mio. Nutzer haben sollte.

Main stream
Main stream

Billiger wären In-App-Hilfen beim Starten der App. Sowas gibts schon ewig. Speziell bei Twitter würde es aber die Lernkurve vielleicht verkürzen.

Die Finde-Funktion für interessante Leute klappt ja. Die Top10 sind suspekt in Grenzgebieten und wieso es beliebte Tweets und Top10 gibt und worin die sich unterscheiden, ist auch unklar.
Am Beispiel lernt man.

Das Problem gibts auch bei Usenet. Man muss 2-3 Wochen lesen und lernt daran.

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