t3n News Marketing

Twitter: „Promoted Tweets“ – Twitter startet Werbeprogramm

Twitter: „Promoted Tweets“ – Twitter startet Werbeprogramm

Mehr als vier Jahre nach dem Start von Twitter ist es heute soweit sein: bekommt ein Business Model. Nachdem es schon die New York Times angekündigt hatte, folgte jetzt die offizielle Bestätigung – die Plattform wird heute ihr neues Werbeprogramm „Promoted Tweets“ starten. Die Werbe-Tweets werden zunächst nur bei den Suchanfragen auf Twitter.com eingeblendet, sollen später aber auch an die vielen Clients weitergereicht werden.

Twitter: „Promoted Tweets“ – Twitter startet Werbeprogramm
Collage verwendet ein Bild von © Fantasista - Fotolia.com, sowie einen Twittervogel au…

Die „Promoted Tweets“ basieren auf gebuchten Keywords, mit denen die Werbekunden von Twitter ihre Botschaften in einen relevanten Kontext betten können. „Die Idee hinter den Prometed Tweets ist, dass wir die Kommunikation verbessern wollen, die Unternehmen schon jetzt mit ihren Kunden bei Twitter haben“, erklärt Dick Costolo, Chief Operating Officer bei Twitter.

Die ersten Kunden sind gefunden

Zu den ersten Kunden des neuen Werbeprogramms werden Best Buy, Virgin America, Starbucks, Sony Pictures, Red Bull und Bravo gehören. Weitere sollen dann später folgen. Die Aussichten dafür stehen sicher nicht schlecht, denn Twitter ist mit seinen 22,3 Millionen Unique Visitors (Quelle: comScore, März 2010) eine starke Präsentationsplattform. Nicht enthalten sind dabei die zahlreichen Zugriffe über die vielen Clients für Desktop-Rechner und Smartphones. Schafft es Twitter diese Anwendungen elegant einzubeziehen, würde sich die potentielle Zielgruppe der Werbekunden schlagartig vervielfältigen.

Wie lassen sich die Promoted Tweets einsetzen?

Interessant werden dabei aber auch die Strategien der Werbekunden sein. Vorreiter könnte hier beispielsweise Starbucks sein. Die amerikanische Kaffeehauskette ist gehört zu den positiven Beispielen geschickter Vermarktung via Twitter. Statt plumper Werbung schüttet Starbucks regelmäßig Ankündigungen für spezielle Aktionen in ihren Twitter-Kanal, den mittlerweile bereits über 800.000 Nutzer abonniert haben. Allerdings verlieren sich diese Ankündigungen recht schnell im allgemeinen Twitter-Rauschen. Für Starbucks sind die Promoted Tweets daher eine willkommende Weiterentwicklung der bestehenden Strategie.

Beispiel einer Twitter-Aktion von Starbucks

„Wenn Twitter-User nach Starbucks suchen, möchten wir ihnen gerne zeigen können, dass bei Starbucks aktuell etwas passiert – und mit den Promoted Tweets haben wir jetzt diese Möglichkeit“, erklärt Chris Bruzzo, einer der Vize-Präsidenten von Starbucks in der New York Times.

Die Promoted Tweets werden zwar als „Werbeprogramm“ bezeichnet, aber es sind natürlich auch andere Formen der Kommunikation möglich. Beispielsweise könnten Unternehmen so schnell und nachhaltiger als mit einem herkömmlichen Tweet, auf negative Stimmungen reagieren. Auch für das virale Marketing könnten sich die gebuchten Tweets als nützliches Instrument erweisen.

Statistik und Abrechungsmodell

Um die Effekte der Promoted Tweets analysieren zu können, wird Twitter seinen Werbekunden einige wichtige Daten zur Verfügung stellen. Dazu gehören beispielsweise:

  • die Anzahl der Twitterer, die den Tweet gesehen haben
  • die Anzahl der Replies
  • die Anzahl der Retweets
  • die Anzahl der Klicks auf die enthaltenen Links

Diese Daten will Twitter auch dazu nutzen, eine Art Resonanzwert zu ermitteln. Promoted Tweets, die unter einem bestimmten Wert bleiben, werden rausgenommen und die Werbekunden müssen dafür dann nicht bezahlen. Twitter möchte damit gewährleisten, dass User nur nützliche Werbe-Tweets zu sehen bekommen. Ansonsten läuft die Abrechnung zunächst über die Anzahl der User, denen die Werbung gezeigt wurde. Später könnten dann auch noch weitere Abrechnungsmodelle hinzukommen.

Wie geht es weiter?

An ersten Stelle steht hier sicherlich die Integration der Promoted Tweets in die Streams der Nutzer, denn nur so kann Twitter sein gesamtes Potential ausschöpfen. Aber genau darin liegt wohl auch die größte Gefahr und Herausforderung. Es gilt ein Modell zu finden, mit dem alle Beteiligten leben können. Die Schwierigkeit liegt nicht nur darin, die notwendige Akzeptanz bei den Usern zu erreichen, sondern viel grundsätzlicher in der Ausrichtung: Welche Faktoren sollen darüber entscheiden, welche Werbe-Tweets in welche User-Stream geschüttet werden?

Was haltet Ihr von den Promoted Tweets? Ist Twitter auf dem richtigen Weg? Und welche Faktoren würdet Ihr für die Integration in die User-Streams auswählen?

Weiterführende Links zu aktuellen News auf t3n.de:

Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
Eine Antwort
  1. von Markus Sowada am 13.04.2010 (11:42 Uhr)

    Werbung als Geschäftsmodell ist ja nicht sonderlich geschätzt. Nicht umsonst zählen Werbeblocker zu den am meisten genutzten Addons für Browser. Andererseits ist die WebCommunity beinahe genauso eindeutig gegen Bezahlmodelle. Ja, ich weiß: Eine kleine Gemeinde hat nichts gegen das Bezahlen. Ich habe mich vor einiger Zeit dazu entschlossen, meinen Werbeblocker auszuschalten, wenn ich im Netz surfe. Dahinter steht die Haltung, dass es unfair ist, wenn ich einerseits kostenlosen Zugang zu Inhalten fordere, es Verlagen oder anderen Firmen aber gleichzeitig unmöglich mache, ihr Tun zu finanzieren bzw. sogar Geld damit zu verdienen.


    Twitter als Vorbild?


    Twitter könnte, wenn man die "Promoted Tweets" sinnvoll einbaut, als Vorbild dafür herhalten, wie man mit Werbung Geld verdienen kann ohne zu nerven. Genau hier liegt aus meiner Sicht die Krux. Bisher ist Werbung allzu oft unintelligent eingebaut. Man nimmt in Kauf, dass man die Besucher einer Website eher nervt als informiert (über neue Produkte). Mich persönlich stört es dabei gar nicht unbedingt, wenn beispielsweise zwischen den Tweets in meiner Timeline kontextabhängig Werbung erscheint. Wenn das die Möglichkeit ist, einen Dienst wie Twitter als kostenlosen Service auch weiter zu erhalten, dann kann ich gut damit leben.


    Eine Idee


    Aus Nutzersicht wäre es übrigens vielleicht auch noch eine gute Idee, dass man per Einstellungen festlegen kann, für welche Themen/Branchen mit meinen Tweets geworben werden kann, denn ich persönlich täte es nicht mögen, mit bestimmten Firmen/Inhalten in Verbindung gebracht zu werden (mit meinen persönlichen Tweets). Aber, das ist nur eine Idee. Immerhin würde die Implementierung dieser Idee an die Nutzer signalisieren: Hey, wir respektieren Euch. Das wäre doch mal eine Statement in Zeiten eines Mark Zuckerberg und seiner ganz persönlichen Art und Weise, Nutzerrechte zu interpretieren. ;)

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema Twitter
Twitter-Alternative GNUSocial.de: Wie #RIPTwitter frischen Wind in die Microblogging-Szene bringt [Kolumne]
Twitter-Alternative GNUSocial.de: Wie #RIPTwitter frischen Wind in die Microblogging-Szene bringt [Kolumne]

Das Ende der chronologischen Twitter-Timeline hat in der vergangenen Woche für Aufregung gesorgt. Vor allem Nischen-Netzwerke profitieren davon – und bekommen neue Aufmerksamkeit. » weiterlesen

Das Ende des Microbloggings: Twitter will 140 Zeichen-Limit aufbrechen
Das Ende des Microbloggings: Twitter will 140 Zeichen-Limit aufbrechen

Die Gerüchte, dass Twitter seinem bekanntesten Merkmal ein Ende setzt, verdichten sich. Intern arbeitet der Social Media-Dienst offenbar an einem Produkt, das längere Blogbeiträge zulässt. » weiterlesen

Twitter: Jeder kann jetzt einen verifizierten Account beantragen
Twitter: Jeder kann jetzt einen verifizierten Account beantragen

Ab sofort kann jeder über ein Formular einen verifizierten Account mit blauem Haken bei Twitter beantragen. Doch es gibt Voraussetzungen. » weiterlesen

Alle Hefte Jetzt abonnieren – für nur 35 €

Kennst Du schon unser t3n Magazin?