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Social-Media-Präsenz aufbauen: Was Startups aus den ersten Buffer-Tweets lernen können

    Social-Media-Präsenz aufbauen: Was Startups aus den ersten Buffer-Tweets lernen können

Buffer hat seine Anfänge auf Twitter analysiert. (Screenshot: Twitter)

Die ersten Schritte in einem Social Network sind nicht immer leicht. Die Experten von Buffer haben jetzt ihren eigenen Twitter-Werdegang unter die Lupe genommen – ihre Erkenntnisse dürfte vielen Startups bei der eigenen Twitter-Strategie helfen.

Neu bei Twitter? Manchen Unternehmen mag es anfangs schwer fallen, sich auf der 140-Zeichen-Plattform zu orientieren und eine eigene Community aufzubauen. Da lohnt der Blick auf Vorbilder, die das schon geschafft haben. So wie Buffer: Der Social-Media-Scheduling-Dienst ist seit 2010 bei Twitter aktiv, hat mittlerweile 180.000 Tweets abgesetzt und 278.000 Follower von sich überzeugt. Jetzt hat sich das Startup das umfangreiche Twitter-Sucharchiv zunutze gemacht, das seit einigen Wochen freigeschaltet ist, und im Selbstversuch analysiert, welche frühen Tweet-Strategien sich ausgezahlt haben und welche nicht.

Neu bei Twitter? Auch das Buffer-Team hat mal klein angefangen. Nun hat es seine frühe Twitter-Strategie analysiert.
Neu bei Twitter? Auch das Buffer-Team hat mal klein angefangen. Nun hat es seine frühe Twitter-Strategie analysiert.

Eine Analyse, von der auch andere Startups und Twitter-Anfänger etwas lernen können.

Twitter-Strategie Nr. 1: Influencer aufmerksam machen

Buffer beispielsweise hat anfangs versucht, einflussreiche Social-Media-Stimmen wie Guy Kawasaki auf sich aufmerksam zu machen und es tatsächlich geschafft, mit einigen von ihnen in Interaktion zu treten.

Dahinter steckt die Idee, sich die Reichweite der Influencer zunutze zu machen. Ein Paradebeispiel für diesen Mechanismus hat im letzten Jahr – wenn auch bei Facebook – die App „Yo“ geschaffen: Erfinder Moshe Hogeg hat es geschafft, dem Tech-Influencer Robert Scoble einen Kommentar über seine neue Messaging-App abzuringen. Einer von Scobles mehr als 60.000 Facebook-Abonnenten postete den Link zu Yo bei Product Hunt, weitere Twitter-Nutzer und Tech-Medien griffen den Hype auf und die App schaffte es innerhalb weniger Tage auf eine Million Nutzer und eine Million US-Dollar an Investments. Auch wenn eine solche Lawine nicht die Regel ist: Erreicht man, dass sich gut vernetzte und einflussreiche Nutzer – im besten Falle positiv – zum eigenen Startup äußern, weckt das Neugier und bringt weitere Follower und Nachfragen.

Twitter-Strategie Nr. 2: Dialog ernstnehmen

Ein weiterer Baustein in Buffers Twitter-Strategie war von Anfang an der Nutzerdialog. Wer sich durch die Timeline der ersten Monate scrollt, dem fällt auf, dass Buffer-Gründer Leo Widrich und Joel Gascoigne enorm viele Tweets abgesetzt haben, bis zu 20 Updates am Tag. Ein großer Anteil bestand aus der Interaktion mit Buffer-Nutzern, die sich mit Fragen oder Problemen mit dem Dienst an das Startup gewendet haben. Doch immer wieder hat Buffer auch proaktiv Feedback eingefordert, sich für Weiterempfehlungen bedankt oder anderweitig deutlich gemacht, dass es immer dankbar für Anregungen ist.

Mit diesem individuellen Kundenservice bei Twitter zeigt das Startup bis heute seine Dialogbereitschaft und Wertschätzung gegenüber den Nutzern – eine wichtige, vertrauensbildende Maßnahme beim Aufbau einer Community.

Twitter-Strategie Nr. 3: Erfolge feiern

Von Anfang an hat Buffer seine Nutzerzahlen und Statistiken zu den Aktivitäten genau im Auge gehabt. „Jeder neue Milestone hat uns die Möglichkeit gegeben, einen gemeinsamen Erfolg mit der Community zu feiern,“ schreibt Buffer-Redakteurin Courtney Seiter im Buffer-Blog. Gerade für Startups, die schon eine kleine, aber engagierte Community an Fans aufgebaut haben, bietet sich diese Strategie an – denn für sie werden Wachstum und geschäftlicher Erfolg „ihrer“ Marke ebenfalls ein Grund zum Feiern sein. Und wer hört nicht gerne mal ein Dankeschön, wenn er einem Dienst durch Feedback, Empfehlungen oder Anregungen weitergeholfen hat?

Twitter-Strategie Nr. 4: Content Curation

Neben Links zu Artikeln zum Thema Social-Media-Scheduling, Buffers Kerngeschäft, hat das Startup es sich früh zum Ziel gesetzt, als generelle Anlaufstelle für nützliche Informationen rund um die Kommunikation bei Twitter wahrgenommen zu werden. Während Buffer bei Facebook schon früh einen etwas weiteren Fokus auf die Themen Webworking, Kreativität und Produktivität gelegt hat, hat man sich bei Twitter zunächst ausschließlich auf Tipps rund um die Plattform konzentriert.

Buffers Strategie, die erste Adresse in Sachen Social-Media-Produktivität zu werden, hat das Startup mithilfe seines Blogs übrigens perfektioniert: Die hier regelmäßig veröffentlichten Tipps und Insights, die Lesern mit ihrer eigenen Twitter-Strategie helfen sollen, haben die Glaubwürdigkeit äußerst positiv beeinflusst – das Buffer Blog gehört zu den vorbildlichsten Corporate-Blogs unserer Zeit.

Twitter-Strategie Nr. 5: Fehler zugeben

Auch bei technischen Schwierigkeiten hat Buffer seine Follower immer informiert. Mit den schnellen Updates hat es nicht nur für Transparenz gesorgt, sondern Twitter-Nutzern auch einen weiteren Anreiz gegeben, dem Dienst zu folgen, um immer up to date zu sein.

Buffers Twitter-No-Gos: Diese Strategien haben sich nicht ausgezahlt

Zu guter Letzt wirft Buffer auch einen ehrlichen Blick auf die Tweets, die das Unternehmen so heute nicht mehr veröffentlichen würde. Hierzu gehören etwa Off-Topic-Tweets, die vielleicht eher dazu gedacht waren, ein Plus an Aufmerksamkeit zu erzielen, als den Namen und die Mission von Buffer selbst bekannter zu machen – wie diese Exemplare:

Heute achtet das Unternehmen stärker auf Konsistenz und verzichtet darauf, seine Follower auf virale Kuriositäten hinzuweisen. Auch die direkte Ansprache von bis dato nicht mit Buffer vertrauten Twitter-Nutzern, um sie quasi per Kaltakquise auf den Service hinzuweisen, gehört der Vergangenheit an. Für Buffer, schreibt Courtney Seiter, bedeute Marketing heute nicht mehr unbedingt, sein Produkt direkt zu bewerben. Vielmehr müsse das Produkt so gut sein, dass Nutzer und potenzielle Kunden sich selbst gegenseitig darauf aufmerksam machen.

Und auch Wettbewerbe gehören nicht mehr zur Twitter-Strategie des Startups, allerdings nicht aufgrund schlechter Erfahrungen, sondern einfach, weil sich im Laufe der Jahre andere Maßnahmen als effektiver erwiesen hätten.

Welche der genannten Strategien habt ihr selbst ausprobiert? Was hat für euch funktioniert?

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7 Reaktionen
Ralph

Ein wirklich sehr lesenswerter Artikel über eine clevere Twitter Strategie. Natürlich ist aller Anfang schwer. Genau dafür helfen diese Tipps. Ausprobieren muss man sie am Ende selbst. Den Erfolg will man ja auch genießen ;)

Beste Grüße

Ralph

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Timo
Timo

...so, habe da mal eine Nacht drüber geschlafen und mir folgendes überlegt. Ich bin DJ für ausschließlich Privat- und Firmenfeiern, das zur Info.

Somit würde ich Bilder der Locations auf Pinterest posten, Tipps für abläufe von Feiern gebe ich auf meinem Blog. Twittern könnte ich zb. das meist gewünschte Lied und auf meiner Homepage und facebook werden die letzten Posts der genannten Kanäle angezeigt. Auch google+ bekommt eine Zusammenfassung.

Hat jemand einen Plan ob es so Sinn machen könnte? Ich weiß, probieren geht über Studien...

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bfkd
bfkd

Interessant finde ich immer wie die Unternehmen angefangen haben. Die ersten hundert oder tausend Likes/Follows. Da scheitern viele Unternehmen, wenn ich die Like/Follow-Zahlen anschaue.

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Torsten

Twitter mal ausgenommen: Habt Ihr unterschiedliche Strategien für Facebook und Google Plus? Bisher sind meine Inhalte auf beiden Plattformen fast identisch.

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Timo
Timo

Das würde mich auch interessieren, welche Inhalte wo am besten hin passen. Macht es sinn Themen auf Netzwerke aufzuteilen?

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Philipp Blum
Philipp Blum

Kommt wirklich ganz stark auf die Zielgruppe drauf an. Facebook-Nutzer neigen aber sehr haeufig dazu Contextbezogen unterhalten zu werden. Also wenn du z.B. eine eCommerce Shop fuer HipHop Klamotten hast, kannst du auch ruhig ueber Rapper schreiben und News auf dem Blog verbreiten. Man darf nur eben nicht zu weit von seinem Kern abweischen. Wenn das so macht, fallen Sales Post auch nicht sonderlich auf und performen weiterhin gut.

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Frank

Der Artikel ist gut und richtig aber in wie fern ist das für deutsche Verhältnisse relevant? Bei einer kleinen Umfrage unter 1000 Nutzern einer unserer Seiten wurde Twitter als irrelevant ausgemustert. Zumindest für Deutschland.

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