von , 01.12.2009

txtr Reader: „Deutscher Kindle“ verzichtet auf WLAN – die Geeks sind enttäuscht

Lange musste man auf den E-Reader des Berliner Startups txtr warten - und nun haben die Macher auf den letzten Metern vor der Veröffentlichung viele Geeks enttäuscht. Auslöser des Unmuts: Der txtr Reader wird nun doch keine WLAN-Funktion bekommen. Stattdessen verweisen die Macher auf den Netzzugang per Mobilfunk (EDGE) und die Datenübertragung per USB. Die Liste der erbosten Kommentare im txtr-Blog wird seit gestern lang und länger.

Offizielle Begründung für den Wegfall von WLAN ist der Verkaufspreis: Statt der ursprünglich geplanten 319 Euro kann der txtr Reader nun für 299 Euro auf den Markt kommen. Zu diesem Schritt habe man sich aufgrund der Rückmeldungen auf der Frankfurter Buchmesse entschieden, die vor allem den Preis bemängelten. Die Macher schreiben über den Entscheidungsprozess:

Da wir Mobilfunk in jedem Fall machen wollen - ein Gerät mit Onlineverbindung, die nicht konfiguriert werden muß, ist so viel einfacher zu bedienen als eins ohne - blieb nur, WLAN zu opfern. WLAN ist für Laien äußerst schwer zu konfigurieren, und bei einem Gerät ohne Tastatur wären öffentliche Hotspots ohnehin unzugänglich geblieben.

Liest man die Kommentare, wird schnell klar: txtr hat mit diesem Schritt nicht gerade wenige Entwickler enttäuscht. Viele sehen die WLAN-Funktion als zentrales Feature an, um den txtr Reader für andere Dinge benutzen zu können als „nur“ das Lesen von Büchern, Nachrichten und Dokumenten. Schließlich ist der Mobilfunkzugang kostenpflichtig, sobald man mehr als den Bookstore aufrufen will. WLAN steht aber vielerorts (und gerade zu Hause) sowieso zur Verfügung.

txtr reader

Ärgerlich ist für die Interessenten offenbar vor allem, dass sie so kurzfristig und auch nur über das txtr-Blog von dieser entscheidenden Änderung erfahren haben. Zudem hat txtr bislang nicht konkret in Aussicht gestellt, inwiefern WLAN später doch hinzukommt oder ob es ein weiteres Modell mit diesem Feature geben wird.

Jetzt muss sich zeigen, inwiefern der txtr Reader mit seinem Preispunkt von 299 Euro die anvisierte Zielgruppe erreichen kann. Der mobile Netzzugang ist auch ohne WLAN ein Plus und sicher ein Grund für den Erfolg von Amazons . Der Nutzer kann dadurch schließlich jederzeit neue Inhalte auf den Reader holen, ohne ihn erst mit einem anderen Rechner abgleichen zu müssen. Ein weiteres Plus: txtr kann im Gegensatz zum Amazon Kindle auf eine große Auswahl deutschsprachiger Inhalte verweisen.

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4 Antworten

  1. von Boris Stanislawski 01.12.2009 (12:37Uhr) 1.

    Ich versteh die Aufregung nicht. Der Hersteller hat kein Gerät verkauft, auf dem WLAN drauf stand aber nicht drin war. Wem es nicht gefällt, lässt das Ding halt im Laden liegen.

  2. von MSchnaller 01.12.2009 (12:44Uhr) 2.

    ...genau das werden die Leute auch machen ;)

  3. von Jan Tißler 01.12.2009 (12:49Uhr) 3.

    So wie ich es verstehe, geht es vor allem um enttäuschte Erwartungen und schlechte Kommunikation. Viele hatten sich offenbar genau auf dieses Feature gefreut und deshalb auf den Kauf anderer Geräte verzichtet. Jetzt ist es plötzlich weg und es ist gegenüber den Interessenten so nicht mitgeteilt worden.

    Ich meine: Es ist ärgerlich, aber es ist eben passiert. Man darf auch nicht vergessen, dass txtr ein Startup ist und sicher schon alle Hände voll zu tun hat, das Gerät überhaupt auf den Markt zu bringen. Dass das nicht ganz so einfach ist, wie es von außen scheint, sieht man ja gerade am CrunchPad...

  4. von » LINKLOAD vom 01.12.2009 [UPLOAD… 01.12.2009 (22:18Uhr) 4.

    [...] Praktisch in letzter Minute haben die Macher des txtr Reader noch auf WLAN als Feature verzichtet und besonders die Geeks sind enttäuscht. Mehr dazu in meinem Posting auf t3n.de von heute. [...]

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