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Uber-Großinvestor Chris Sacca: „Wer zur Hölle liebt denn noch Uber?“

    Uber-Großinvestor Chris Sacca: „Wer zur Hölle liebt denn noch Uber?“
Starinvestor Chris Sacca auf der SXSW in Austin. (Foto: Doc Searls, Lizenz: CC BY-SA 2.0)

In einem launigen Auftritt auf der SXSW in Austin hat der Milliardär und Shark-Tank-Investor Chris Sacca mit Bier in der Hand gegen US-Präsident Trump und Uber-Chef Travis Kalanick ausgeteilt.

Der Silicon-Valley-Investor Chris Sacca und Uber-Chef Travis Kalanick waren mal gute Bekannte – so gut, dass Sacca in der Uber-Frühphase investierte und dafür vier Prozent der Anteile an dem derzeit wertvollsten Tech-Unternehmen abseits der Börse erhielt. Sacca, der früh auch in Unternehmen wie Twitter, Instagram oder Kickstarter investierte, ist in den USA vor allem durch Gastauftritte in der TV-Sendung „Shark Tanks“ – Vorbild für die deutsche Variante „Die Höhle der Löwen“ – einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

„Jeder, der in diesen Trump-Tower geht, legitimiert einen Faschisten“

Doch das Band zwischen Sacca und Kalanick ist lange zerschnitten. Schon 2015 berichtete Business Insider, dass beide kaum noch miteinander redeten. Das machte sich auch am Samstag auf dem Tech- und Künstlerfestival South by Southwest (SXSW) bemerkbar. Zu Beginn seines Auftritts bekam Sacca Bier in die Hand gedrückt, das er unter dem Publikum verteilte. „Wir machen das hier jetzt anders als Uber – die Frauen bekommen es zuerst“, scherzte Sacca in Anspielung auf die Sexismus-Vorwürfe gegen die Mobilitäts-App.

Chris Sacca zum Sexismus-Skandal bei Uber: Nicht schockiert aber sauer

„Nichts an dieser Geschichte hat mich auch nur im Geringsten schockiert – aber ich bin sauer“, sagte Sacca. Es blieben an diesem Nachmittag nicht die einzigen Schüsse in Richtung des eigenen Portfolio-Unternehmens. Kalanick habe sich schon zuvor in vielen Situationen sehr ungeschickt verhalten, beispielsweise als er auf Beschwerden über das Preismodell von Uber mit einem langen „Du kannst mich mal“ geantwortet habe. „Es stimmt schon: Das Surge-Pricing wird bleiben – aber wir können mit Menschen nicht so reden“, sagte Sacca.

Sacca hat allerdings Hoffnung, dass sich Kalanick nun bessern werde, nachdem er „endlich ein paar Schellen kassiert hat“, sagte der gut aufgelegte Sacca in Austin. Uber habe insgesamt einen schweren Stand und seinen Vertrauensvorschuss verspielt. „Wer zur Hölle liebt denn noch Uber?“, fragte Sacca („Who the fuck loves Uber anymore?“).

Chris Sacca: Keine Unternehmenskultur ist schlecht für das Geschäft

Auch beim Streik der Taxifahrer habe sich Uber ungeschickt verhalten. „Uber dachte wirklich, dass sie das Richtige tun, sie haben auch die variablen Preise ausgeschaltet – aber so ein Hashtag wie #deleteuber verbreitet sich unheimlich schnell“, sagte Sacca. Kalanick habe es versäumt, eine auf Werte basierende Unternehmenskultur aufzubauen – und das sei für jedes Unternehmen überlebenswichtig. „Selbst wenn du keinen einzigen Funken Empathie in deinem Körper hast – mach dein Business nicht kaputt“, warnte Sacca. „Im Kampf um Talente hast du sonst verloren. Es ist verdammt noch mal schlecht für das Geschäft, keine gesunde Unternehmenskultur zu haben.“

Auch zum neuen US-Präsidenten Donald Trump fand Sacca deutliche Worte – und der inzwischen eingestellten Beratung von Uber-Chef Kalanick des US-Präsidenten: „Jeder, der in diesen Trump-Tower geht, legitimiert einen Faschisten“, sagte Sacca. Das habe zwar auch für Tesla-Chef Elon Musk gegolten „aber das interessiert keinen, weil der selbstfahrende Autos und Raketen baut“, scherzte Sacca unter dem Gelächter des Publikums. Politik sei eigentlich gar nicht sein Thema gewesen, so Sacca – „bis die verdammte Demokratie an sich auf dem Spiel stand.“

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