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Analyse

Ist Uber zum Scheitern verurteilt?

    Ist Uber zum Scheitern verurteilt?
Uber-CEO Travis Kalanick zieht die Konsequenzen aus den Skandalen um das Unternehmen. (Foto: dpa)

Gerade kommt es richtig Dicke für den Startup-Star Uber: Sexismus-Vorwürfe, eine „Delete-Uber“-Kampagne und Probleme beim autonomen Fahren. Doch Uber hat noch ein viel fundamentaleres Problem.

Uber: Wertvollster Tech-Konzern abseits der Börse in Schwierigkeiten

Uber ist der wertvollste Tech-Konzern abseits der Börse – schon seit Jahren führt er das Ranking des „Billion Dollar Startup Clubs“ vom Wall Street Journal an, aktuell mit einer Bewertung von 68 Milliarden US-Dollar.

Zuletzt häuften sich negative Nachrichten über die Mobilitäts-App: Ein Uber-Manager ist nach Sexismus-Vorwürfen inzwischen zurückgetreten und Aktivisten werfen Uber eine Nähe zu US-Präsident Donald Trump vor, weil CEO Travis Kalanick Teil des Beraterteams war. Vor allem Hauptkonkurrent Lyft konnte von den „Delete Uber“-Kampagnen profitieren. Und es häufen sich Berichte, nach denen die autonomen Autos von Uber in San Francisco rote Ampeln überfahren.

„Es entsteht der Eindruck, dass wir es hier mit einer getarnten Wohltätigkeitsorganisation zu tun haben“

Laut New York Times wurden bereits sechs rote Ampeln von den testweise autonom fahrenden Autos überfahren. In dem Pilotprojekt zum autonomen Fahren saßen immer noch menschliche Fahrer in den Autos, um notfalls eingreifen zu können. Bei einem Video, das ein autonom fahrendes Uber-Taxi dabei zeigt, wie es eine rote Ampel überfährt, soll Uber dem Bericht zufolge außerdem gelogen haben. Das Unternehmen gab an, dass zum Zeitpunkt des Verkehrsverstoßes der menschliche Fahrer das Auto steuerte – stimmt nicht, sagen nun zwei Uber-Mitarbeiter der renommierten US-Zeitung. Die Behörden haben das Experiment ohnehin längst beendet.

Uber lässt seine User mit den selbstfahrnden Pkws miitfahren. (Bild: Uber)
Selbstfahrendes Auto von Uber. (Foto: Uber)

Auf Tech-Portalen wie Reddit oder Hacker News häufen sich in jüngster Zeit negative Artikel über das Unternehmen, das trotz der 68-Milliarden-Bewertung noch immer keinen Zeitpunkt für einen Börsengang genannt hat. Doch vielleicht hat Uber noch ein viel fundamentaleres Problem als die derzeitigen Negativ-Schlagzeilen: das Geschäftsmodell.

Schon mehrfach haben Marktbeobachter vorgerechnet, dass nur etwa 40 Prozent der Kosten einer Uber-Fahrt durch den Nutzer getragen werden. Der Rest ist immer noch eine Subvention der Investoren. Aktuell macht wieder ein Artikel die Runde, der diesen Aspekt hervorhebt. Überschrift: „Uber is doomed.“

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Uber hat vergangenes Jahr 2 Milliarden Dollar verbrannt

Laut von Uber selbst vorgelegten Zahlen hat der Tech-Konzern vergangenes Jahr zwei Milliarden Dollar Investorenkapital verbrannt – laut dem Financial-Times-Blog Alphaville lag die Profitmarge dabei bei Minus 143 Prozent. „Ubers aktueller Betrieb hängt an zwei Milliarden Dollar Subventionen, die aus den 13 Milliarden Dollar bisher zur Verfügung gestellten Investorengeldern finanziert werden“, schreibt Alphaville. „Das ist kritisch, denn es entsteht der Eindruck, dass wir es hier mit einer getarnten Wohltätigkeitsorganisation zu tun haben“, schreiben die Finanzexperten scharf.

Zudem hat Uber auch nach wie vor mit viel juristischem Gegenwind zu kämpfen – nicht nur in Deutschland. Unter anderem klagen eine Reihe von Fahrern in New York auf Festanstellung. Jüngst kommt auch noch eine Klage von Uber-Investor Alphabet dazu. Die Roboterwagen-Firma Waymo der Google-Mutter verklagt Uber wegen eines angeblichen Technologiediebstahls.

Auch der Technologie-Reporter Ryan Felton geht hart mit Ubers Geschäftsmodell ins Gericht. Selbst wenn die aktuellen Turbulenzen außen vorgelassen würden, hält er es für wahrscheinlich, dass „Uber von alleine in sich zusammenfallen wird.“

Angesichts der hohen Verluste, wird auch deutlich, warum Uber so stark auf das Thema autonomes Fahren setzt: Damit Uber Gewinn machen kann, müsste der teure Faktor menschlicher Fahrer entweder verschwinden – oder das Unternehmen den Preis um das Dreifache anheben, rechnet Felton vor. Beides scheint zumindest kurzfristig unrealistisch.

Daher gehen viele Marktbeobachter davon aus, dass die Uber-Investoren mit einem anderen Szenario rechnen: Eine weitgehende Monopolstellung von Uber in vielen Regionen, die deutlich höhere Preise ermöglichen würde. Spricht man Uber-CEO Travis Kalanick auf dieses Thema an, betont er, dass es Uber den eigenen Fahrern niemals verbieten werde, Aufträge von Konkurrenten anzunehmen. Die Frage bleibt daher: Wie will Uber langfristig nicht nur wachsen, sondern auch Geld verdienen?

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Aylee
Aylee

Überteuerter Dienst, den kein vernünftiger Mensch braucht!

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