Twitter verärgert Drittanbieter von Clients
UberMedia ist kein unbekannter Vertreter in der Twittersphäre. Wie bereits berichtet, hat sich das Unternehmen unter der Führung von Bill Gross eine eigene einflussreiche Social-Media-Landschaft rund um Twitter aufgebaut. Dazu zählen die Dienste UberSocial, Echofon, Twidroyd sowie ganz besonders der kürzlich in einem Millionendeal übernommene größte inoffizielle Twitter-Client TweetDeck. Twitter hatte dem Gross'schen Imperium im Februar kurzzeitig den Hahn abgedreht und sperrte die Dienste aufgrund von Verstößen gegen die Geschäftsbedingungen Twitters sowie wegen Markenrechtsstreitigkeiten.
Damals passte sich UberMedia an und wurde promt wieder akzeptiert – ein von Twitter dominiertes Machtspiel. Dieser Vorfall und die Tatsache, dass Twitter den Drittanbietern von Clients erst kürzlich energisch „empfohlen“ hat, sich eine andere Geschäftsgrundlage zu suchen, könnte bei UberMedia das Fass zum Überlaufen gebracht haben.
Kampf gegen Twitter – aussichtsloser Kampf um eingebundene Marken, Apps und die Massen?
Das Problem für Twitter nahestehende Dienste ist und wird immer deren Abhängigkeit vom Monopolisten bleiben. Ändert sich die Plattform, müssen sich die Dienste der Drittanbieter danach richten. Ändern sich die Geschäftsbedingungen, müssen sich Anbieter wie UberMedia daran anpassen. CNN hält es für möglich, man halte bei UberMedia einen potenziellen Twitter-Konkurrenten in der Hinterhand, der dann zum Tragen kommen könnte, sollte sich die Beziehung zu Twitter dramatisch verschlechtern.
Doch ein ernsthafter Twitter-Konkurrent etabliert sich nicht von selbst. Der Kampf gegen Twitter ist ein Kampf um Unternehmen und Marken, die fest in Twitter involviert sind, ein Kampf um beliebte Apps, wie Flipboard oder Instagram, die an die Twitter API angebunden sind. UberMedia wäre nicht der erste Kandidat, der beim Kräftemessen mit Twitter den Kürzeren zieht. Man denke an die mehr oder weniger gescheiterten Versuche wie Jaiku, FriendFeed oder Google Buzz.
Wie so oft dürfen wir mit Spannung mitverfolgen, wie sich die Twittersphäre entwickelt. Es gibt sie, die Dienste, die versuchen, sich von Twitter abzuheben. Denke man nur an deck.ly, identi.ca oder die oben genannten Kandidaten. Wie sich in der Vergangenheit gezeigt hat, sollte es allerdings schwer werden, die Masse der User von einem funktionierenden, omnipräsenten Twitter abzuwerben.
Weiterführende Links:
- Leading app maker said to be planning Twitter competitor - edition.cnn.com
- Is UberMedia Developing a Twitter Competitor? - mashable.com
- Ist Twitter extrem überbewertet? - t3n News
- Twitter-Facts: So viele aktive User hat Twitter wirklich - t3n News
- Twitter sagt den Clients den Kampf an - t3n News
- TweetDeck-Übernahme: Bill Gross, der heimliche Twitterkönig - t3n News
- Twitter: Warnschuss gegen „Twitterkönig“ Bill Gross - t3n News
Bildnachweis für die Newsübersicht: Foto: idealab.com





6 Answers
von Christian 14.04.2011 (12:13Uhr) 1.
Ich nutze eh identi.ca - seit dem ersten "Tweet" !
Die Verbreitung bei OpenSource & Linuxusern ist sehr hoch, so dass ich mich
bei identi "zuhause" fühle.
Der freie Microblogdienst ist meine "erste" Wahl !
von Online Marketing Solutions AG via facebook 14.04.2011 (13:35Uhr) 2.
Einen Twitter Konkurrenten zu etablieren, wird wohl ähnliche Schwierigkeiten bereiten wie die Etablierung eines Facebook-Konkurrenten
von Bertram Simon 14.04.2011 (14:07Uhr) 3.
Einen Twitter-Konkurrenten kann man nicht in kurzer Zeit erfolgreich launchen. Die Macht geht von den Usern und nicht von den Entwicklern aus.
von Twitter bietet 50 Millionen Dollar für… 19.04.2011 (18:13Uhr) 4.
[...] Außerdem würde man so den potentiellen Konkurrenten UberMedia schwächen. Erst vor kurzen gab es einige Gerüchte, dass UberMedia an einem Twitter Gegenstück arbeiten [...]
von Twitter übernimmt Tweetdeck! » t3n New… 03.05.2011 (10:58Uhr) 5.
[...] kaufen will. Zeitnah hieß es dann, Gross plane vielmehr einen eigenen Microblogging-Dienst, eine Art Anti-Twitter. Und Twitter selbst gab bekannt, es würde sich für die Developer nicht mehr lohnen, Zeit in die [...]
von Twitter: Will man TweetDeck kaufen? Ja!… 03.05.2011 (18:48Uhr) 6.
[...] Quellen: t3n.de & techcrunch.com [...]