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Ubuntu: Neues Betriebssystem für Smartphones

Nun ist es offiziell: kommt aufs . wird bei dem neuen, mobilen Betriebssystem eine große Rolle spielen und die üblichen Buttons hinter sich lassen. Ubuntu Mobile OS läuft nativ auf einem Android-System und setzt sowohl auf Web-Apps wie auf native Anwendungen. Unklar ist bisher, wann eigene Ubuntu-Smartphones auf den Markt kommen.

Ubuntu: Neues Betriebssystem für Smartphones
Ubuntu

Ubuntu: viele neuartige Gesten-Features

Schon die aufmerksamkeits-steigerne Ankündigung ließ vermuten, worum es geht: „So close, you can almost touch it“ versprach Ubuntu in der Vorankündigung. Nun ist die Katze aus dem Sack: Die Linux-Distribution Ubuntu kommt aufs Smartphone und setzt in puncto Interface auf neue Gesten-Werkzeuge, die sich von der Konkurrenz abheben. So soll es möglich sein, mit Fingerbewegungen in den Ecken des Displays zwischen Anwendungen zu wechseln und eine intelligente Suchfunktion zu öffnen. Ein kurzes Wischen über die linke Ecke zeigt beispielsweise die eigenen Lieblings-Apps an. Nutzer sollen „schneller als mit jedem anderen Phone“ zwischen Anwendungen hin- und herwechseln können. Den Demos zufolge ist die Bedienung tatsächlich sehr intuitiv.

Das Konzept hinter dem Betriebssystem ist das gemeinsame Interface für Desktop und Smartphone. Dementsprechend gibt es keinen für Smartphones üblichen Lock-Screen. Stattdessen sind bereits auf dem Welcome-Screen persönliche Informationen sichtbar und Nutzer können direkt loslegen. Auf dem Homescreen erhalten User eine Übersicht ihrer zuletzt genutzten Anwendungen und bekommen angezeigt, mit wem sie zuletzt kommuniziert haben. Auch lässt sich der Homescreen mit eigenen Lieblingsanwendungen und -widgets bestücken. Da Ubuntu auf Icons am unteren Rand des Displays verzichtet, füllen die Apps den gesamten Bildschirm aus. Viele der Anwendungen können außerdem per Spracheingabe bedient werden.

Ubuntu Mobile OS kommt in zwei Versionen

Ubuntu Mobile OS: gemeinsames Interface für Desktop und Smartphone.

Ubuntu Mobile OS unterstützt ARM sowie x86 Prozessoren. Es wurde um einen bestehenden Android-Kernel samt Treiber gebaut, aber nutzt keinen Java-Layer. Auf dem System sollen sowohl Web-Apps wie auch native Anwendungen laufen (erste Web-Apps gibt es zum Beispiel für Twitter, facebook und Spotify), die im eigenen App Store bereit stehen. Das Entwicklerteam hat sich bei Ubuntu Mobile OS für zwei Varianten entschieden: „Eine vollständige Version für sogenannten Superphones, die mit einem ARM Cortex A9 mit vier Kernen oder Atom-Prozessor laufen, mindestens über 1 GByte RAM verfügen und 32 GByte Flash-Speicher mitbringen. Zudem soll eine Version für einfache Smartphones mit einem Cortex-A9-Kern, 512 MByte RAM und 4 GByte Flash-Speicher angeboten werden“, berichtet Golem.

Gerätehersteller können aber auch Android-Treiber nutzen. Noch nicht bekannt ist, wer erste Geräte mit Ubuntu Phone auf den Markt bringen wird – und wann. Eine für das Galaxy Nexus optimierte Version soll jedoch in den kommenden Wochen als Download zur Verfügung stehen. Mit Spannung wird nun die CES in Las Vegas erwartet, dort will Ubuntu weitere Details bekanntgeben und erste Geräte zeigen.

Ubuntu Phone OS im ersten Hands-On

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10 Antworten
  1. von Theo am 02.01.2013 (22:45 Uhr)

    Kleiner Fehler: "Mit Spannung wird nun die CES in Las Vegas erwartet, dort will Ubunto weitere Details bekanntgeben..."

    Interessante Neuigkeit!

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  2. von Christoph Paterok am 02.01.2013 (22:48 Uhr)

    Einfach klasse... Bin gespannt, was sich da am Smartphone-Markt tut...

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  3. von Yvonne Ortmann am 02.01.2013 (23:53 Uhr)

    Vielen Dank, ist behoben!

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  4. von Chris am 03.01.2013 (09:44 Uhr)

    Beim Smartphone ist man noch viel weniger bereit, Bugs zu aktzeptieren. Das muss schnell sein und einfach funktionieren. Ubuntu steht leider nicht gerade für problemlose Bedienung. Wenn ich es schon nicht ohne Extra-Aufwand auf meinem Laptop installieren kann, wie soll es dann auf meinem Smartphone mit Android im Hintergrund funktionieren?

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  5. von Tom am 03.01.2013 (11:59 Uhr)

    Kann man das Ding eigentlich dann auch an Tastatur und Monitor anschließen und wie einen PC2go verwenden? Wäre ja für mich ein Killerfeature. Einfach anstöpseln und sein mobiles Büro online nehmen. Schnell genug sind die neuen Handys für viele Anwendungen ja schon, bzw. werden sie bald sein.

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  6. von Norman am 03.01.2013 (12:50 Uhr)

    @Chris : Dann vergleichen wir doch mal...

    Sagen wir mal, wir würden gerne MacOS auf einem Standard Notebook Installieren. Geht das etwa ohne "Extra-Aufwand"? Nö, es geht überhaupt nicht. Und selbst wenn das dieses Notebook UEFI hätte, liese sich MacOS nur mit sehr viel extra Aufwand installieren, da man so gut wie keine Treiber findet. Also schlussfolgern wir, dass die iPhones auch total verbuggt sein müssen, da man mit der Installation von MacOS auf einem nicht von Apple gelieferten Rechner auch Probleme hat (weit mehr als mit Linux auf fremden Rechnern).

    Dann schwenken wir mal über zu Windows. Windows, so wie es jeder kennt, verbraucht viele Ressourcen und ist Virenanfällig. Bei der Installation muss man sich auch etliche Treiber separat herunterladen und Installieren, was einen großen Extra-Aufwand bedeutet. Daraus schlussfolgern wir, dass Windows Phone auch nichts taugen kann.

    So, nun habe ich hier dieselbe Begründung wie du vorgebracht. Dass Ubuntu auf Smartphones natürlich direkt von den Herstellern der Smartphones kommt, man also etwas vorgefertiges wie bei anderen Smartphones bekommt, hast du völlig ignoriert. Ja, die Installation von Ubuntu auf all den tausenden von möglichen Hardware-Konfigurationen verläuft nicht immer Problemlos. Aber bei Windows eben auch nicht, und bei Apple geht es durch die zwangsgebundene Hardware schon mal gar nicht. Denn auf einer eng vordefinierten Hardware lässt sich auch ein Linux Problemlos Installieren.

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  7. von Michael Lambertz am 04.01.2013 (09:31 Uhr)

    Freu mich drauf. Ich nutze Ubuntu aufm Desktop seit Jahren beruflich. Klar, manchmal ärgert man sich schon mal über fehlende Hardware-Unterstützung. Aber immer noch halte ich ein Linux-OS für die beste Wahl eines Betriebssystems.

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  8. von till.kleinert am 04.01.2013 (10:51 Uhr)

    Ich persönlich find es gut, dass es nun noch was anderes gibt ausser Android und iOS. Es ist zwar eher für Geeks und Nerds, aber man ist dann den datensammelnden Unternehmen nicht Hoffungslos ausgeliefert. Ganz helle Köpfe schreiben sich ihre eigenen Anwendungen. Ich bin erstaunt, das es so lang gedauert hat bis es ein freies Linux (Unix) für Smartphones gibt. Das Erste hat sich ja Google mit gutem Weitblick eingekauft.

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  9. von Michael Lambertz am 04.01.2013 (11:33 Uhr)

    @till.kleinert: Ubuntu ist ja allerdings in Bezug auf Datensammeln in letzter Zeit etwas in die Kritik geraten, weil sie ab 12.10 standardmäßig Amazon als Suche integriert haben (Stichwort Amazon Lense). Bin gespannt, was sie im Phone noch so alles integrieren.

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  10. von Martin am 09.01.2013 (08:54 Uhr)

    Bin auch schon sehr gespannt auf Ubuntu. Ich hoffe das es so ausgereift ist, dass es Systemen wie IOS und auch Andriod ein wenig Parolie bieten kann. Was man so hört, ist es wirklich sehr viel versprechend.

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