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Überflieger: 5 Karriere-Tipps, die auf die Müllhalde gehören

Überflieger: 5 Karriere-Tipps, die auf die Müllhalde gehören

Es gibt Karriere-Tipps, die jeder kennt und glaubt: Gute Netzwerke, ein Studium im Ausland oder einfach nur als Erster kommen und als Letzter gehen. Vergesst es. Sie bringen nicht immer den gewünschten Erfolg. Einige falsche Behauptungen.

Überflieger: 5 Karriere-Tipps, die auf die Müllhalde gehören

Nicht alle Karriere-Tipps sind wirklich hilfreich. (Bild: © frankpeters – iStock.com)

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Nicht alle Karriere-Tipps sind wirklich hilfreich. (Bild: © frankpeters – iStock.com)

Wer machen möchte, lässt sich oft beraten – manchmal professionell, aber auch oft von der Familie oder den Freunden. Einige erweisen sich im Laufe des Leben sicher als hilfreich, andere setzen nur unnötig unter Druck. Schließlich hat jeder Mensch andere Fähigkeiten und Eigenschaften. Wir haben Tipps gesammelt, die ihr zwar häufig hört, aber in den seltensten Fällen wirklich hilfreich sind.

1. Nur wer hart arbeitet, schafft es auch nach ganz oben

Unsinn, denn wer viel Zeit im Büro verbringt, arbeitet sicher nicht die ganze Zeit effektiv. Viel wichtiger als die abgesessene Zeit ist die eigene Befriedigung über die erledigte Arbeit. Außerdem ist es nur möglich gute Arbeit zu erledigen, wenn auch anderen Faktoren im Leben, wie beispielsweise ein ausgefülltes Privatleben, stimmen. Erst dann tankt ihr auch die nötige Kraft, um auch im Beruf stetig Vollgas zu geben.

2. Ein Studium oder Praktikum im Ausland ist zwingend notwendig

Es ist natürlich nie sinnlos, einige Zeit im Ausland zu verbringen. Schließlich werden so die Sprachkenntnisse verbessert und die interkulturelle Kompetenz gestärkt. Ihr trefft außerdem auf neue Menschen und entwickelst auch eure Persönlichkeit weiter.

Das Problem aber ist, dass ihr dabei Gefahr lauft, eure Kontakte im Inland zu verlieren oder sie unter Umständen zu schwächen. Bewerbt ihr euch dann in einem Unternehmen in Deutschland, kann es vorkommen, dass ihr von einem Menschen ausgestochen werdet, der schon im Inland in dem betreffenden Unternehmen gearbeitet hat. Das zeigt sich auch in diversen Untersuchungen, wie etwa von Price Waterhouse Coopers aus dem Jahr 2005: Nur 33 Prozent der Rückkehrer aus dem Ausland wurden befördert, 58 Prozent blieben auf dem gleichen Level wie vor dem Auslandsaufenthalt.

3. Angepasst sein hilft beim Weiterkommen

Angepasst sein, bedeutet nicht aufzufallen. Schließlich lauft ihr immer nur mit und macht nicht mit eigenen Projekten oder Ideen auf euch aufmerksam. Allerdings solltet ihr auch nicht immer nur alles abnicken, sondern auch mal aufstehen, um selber etwas beizusteuern.

Wer es richtig machen möchte, steht allerdings nur dann auf, wenn es etwas zu sagen gibt, dass die Diskussion oder die Entwicklung weiter voranbringt. Der US-Schauspieler Groucho Marx hat das einmal mit folgenden Worten beschrieben: „Before I speak, I have something to say.“

4. Mit Kleidung Karriere machen

Natürlich transportiert die Kleidung immer auch Eigenschaften wie Sympathie, Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit, aber das sollte nicht überbewertet werden. Wichtig ist, dass ihr euch den Gegebenheiten vor Ort anpasst und weder over- noch underdressed auftretet. Grundsätzlich gilt natürlich: Solange ihr mit Leistung überzeugt, wird die Karriere durch falsche Kleidung nicht verhindert.

5. Immer erreichbar sein

Die Anzahl der Unternehmen, die eine ständige Erreichbarkeit ablehnen, nimmt stetig zu. „Ich war früher auch einer von denen, die zu unnatürlichsten Zeiten E-Mails verschickt haben“, sagt etwa der ehemalige Personalvorstand der Deutschen Telekom, Thomas Sattelberger. Er setzte durch, dass nach Feierabend, am Wochenende und auch während des Urlaubs Mails gelesen werden. Ständige Erreichbarkeit bedeutet jedoch auch, keine Zeit für Entspannungsphasen zu haben, weil ihr immer mit einem Ohr auf ein scheinbar klingelndes Handy hört.

Fazit:

Wie bei vielen Dingen im Leben gilt: Jeder muss seine eigene Erfahrung machen – und seinen eigenen Weg gehen. Deshalb solltet ihr euch nicht auf Tipps verlassen, die manchmal impulsiv und unbedacht geäußert werden. Vielmehr sollte ihr euch Zeit nehmen, euch über den eigenen Karriereweg klar werden und dabei bewusst über Ziele nachdenken, die ihr erreichen möchtet –  und auch, welchen Preis ihr dafür bereit seid zu zahlen.

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2 Antworten
  1. von Schoemi am 23.12.2014 (12:04 Uhr)

    Ich glaube die Aussage zu Herrn Sattelberger stimmt nicht so ganz. War er es nicht, der die E-Mail Zustellung in der Frei- und Urlaubszeit deaktiviert hat?

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  2. von Philooo am 21.08.2015 (10:25 Uhr)

    Die Punkte wurden sehr schön erklärt. Zum Punkt 1 würde ich noch ergänzen, dass effizientes Arbeit auch das Resultat eines gelungenen Selbstmanagements. Klar kann es mal vorkommen, dass viel Arbeit die Angestellten dazu bringt, Überstunden zu machen! Sowas ist normal. Doch es macht einen Unterschied, ob man seine Zeit nicht richtig ausnutzt und deswegen länger an einer Aufgabe herumtrödelt oder ob tatsächlich Arbeit ansteht.
    Ein weiterer wichtiger Faktor, um die sich die Leute nach der Schule wenig Gedanken machen: was macht es für einen Unterschied, wenn ich an einer Uni oder einer Fachhochschule arbeite (vgl. http://www.bigkarriere.de/views/infocenter/studium-uni-lerntyp.html )? Jeder Hochschultyp hat sein charakteristisches Merkmal! Denn Praxisbezug wird an der FH groß geschrieben, während die Uni ihren Fokus auf Theorie und legt.

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