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UI vs UX: „So sieht es aus“ vs. „So fühlt es sich an“

UI vs UX: „So sieht es aus“ vs. „So fühlt es sich an“

In einer Welt voller ungeschützter Berufsbezeichnungen fliegen falsch genutzte Fachwörter und Buzzwords durch Meetings und das Web. So wird beispielsweise UI („User-Interface“) mit dem Anwendererlebnis UX, der „User-Experience“ gleichgesetzt. Wo der Unterschied liegt, lest ihr in diesem Artikel.

UI vs UX: „So sieht es aus“ vs. „So fühlt es sich an“

Design ist ein iterativer Prozess. (Foto: © olly - Fotolia.com)

Sowohl das UI als auch die UX sind entscheidende Faktoren dafür, wie eine Website, ein Produkt oder eine App beim Nutzer wahrgenommen wird, und – in weiterer Folge – ob die Website et cetera den angestrebten Zweck erfüllt.

Mittlerweile wird UX aber dermaßen inflationär eingesetzt, dass man sich als Spezialist schon hüten muss, es in den Mund zu nehmen, um nicht wie der letzte Laberkopf dazustehen. Aber was ist der Unterschied, und warum ist das Anwendererlebnis so wichtig?

UI-Design: So sieht etwas aus

Auf den Punkt: Das User-Interface-Design beschäftigt sich mit der Gestaltung der Oberfläche (dem Interface) einer App, einer Website oder deinem Lieblingsprogramm für Tabellen-Kalkulationen.

Ein UI-Designer wird häufig mit Navigations-Leisten, Sidebars, Pagina, Icons und Eingabe-Feldern zu tun haben. Er kümmert sich um die Fassade des Hauses, welche Fenster genutzt werden, wie die Türen aussehen und welcher Fußboden verlegt werden soll.

Form follows Function

Dabei ist UI-Design nicht so zu verstehen, dass es dazu dient, eine Oberfläche „schön“ zu machen. „Form Follows Function“ ist die Devise: Ein Interface wird schön durch gelungene Benutzbarkeit. Dass sich UI-Design somit rudimentär mit der Usability beziehungsweise der Software-Ergonomie beschäftig, ist nur logisch. Ästhetik bringt nichts, wenn das Interface nicht gut zu bedienen ist.

Kurzum: Wie sieht etwas aus.

website
Design-Prozesse sind iterativ – egal ob für UX- oder UI-Design. (Foto: © Rawpixel - Fotolia.com)

UX-Design: So fühlt sich etwas an

Das Anwendererlebnis ist eher strategisch ausgelegt. Wie fühlt ich die Website, das Produkt oder die App bei der Nutzung an?

Ein gutes Beispiel für gute Anwendererlebnisse ist Apple – es gibt kaum frustrierende Momente bei der Nutzung von Geräten und Software. Als ich vor Jahren zu Apple wechselte, waren meine größten Probleme mit Microsoft-Produkten der Wartungsaufwand und die ewigen Bluescreens des Betriebssystems. Bei Apple hatte ich beides nicht. Ich konnte mich auf meine eigentliche Arbeit konzentrieren. Inzwischen hat sich meine Meinung zu Apple aber geändert.

Das Anwendererlebnis hat somit auch einen Bezug zur Informations-Architektur – also wie Informationen beispielsweise auf einer Website, dargestellt werden können. Anwendungen, die über eine „intuitive“ Bedienung – der vermeintliche Ritterschlag von gutem Design – verfügen, weisen automatisch ein gutes Anwendererlebnis auf – der Nutzer fühlt sich einfach wohl während er das Interface nutzt.

Um auf das oben genannte Beispiel zurück zu kommen: Auf dieser Ebene wird entschieden, ob es sich um ein Hochhaus oder eine Mietwohnug handelt. Ist das innere aufgeräumt, handelt es sich um eine Glas- oder eine Stahl-Beton-Konstruktion, die im Foyer mit einem Springbrunnen einen WOW-Effekt auslösen soll?

Das Anwendererlebnis ist also die Summe von UI-Design, Informations-Architektur, der Nutzung von Heuristiken und von guter Usability. Je besser die einzelnen Teile umgesetzt wurden, desto höher ist das gesamte Anwendererlebnis.

Kurzum: Wie „fühlt“ sich etwas an.

Fazit: Lösungen für Probleme finden

Design löst Probleme – egal ob auf der Ebene des Interfaces oder auf der Ebene des Nutzererlebnisses. Das Ziel von gutem Design ist es nicht, „schöne Kunst“ herzustellen, sondern praktische Antworten auf virtuelle (Kommunikations-)Probleme zwischen Nutzer und der digitalen Welt zu finden.

Wie löst ihr Design-Probleme?

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3 Antworten
  1. von Mr.Robot am 03.09.2015 (13:53 Uhr)

    "Wartungsaufwand und die ewigen Bluescreens" unter Windows. What year is it? Apple-Fanboy detected. Ich hatte meinen letzten Bluescreen vor einigen Jahren bei Windows Vista. Wartungsaufwand oder Hardwareprobleme unter Windows als Vorwand zu nehmen auf ein Anderes System umzusteigen kommt ca. 10 Jahre zu spät.

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  2. von Mario Janschitz am 03.09.2015 (14:08 Uhr)

    Und meine Bluescreens hatte ich mit Windows 95/98SE – ich bin ja auch schon älter als 12.

    Aber Danke für deinen sinnhaften Kommentar ... *sarcasm*

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  3. von Ferdinand am 04.09.2015 (10:03 Uhr)

    Guter (kurzer) Artikel. Sehe ich absolut genauso. Das Problem denke ich ist eher, dass diese Trennung und gar die Notwendigkeit von UX beim Kunden erst mal vermittelt werden muss. Bei großen Projekten (Software Interface, Ecommerce Projekte, etc) ist das mittlerweile Standard geworden, aber bei einer z.B. "normalen" Internetpräsentation eines mittelständischen Unternehmens ist es meist bereits in der Angebotsphase ein Punkt, den der Kunde nicht versteht. "Machen Sie halt mal zwei, drei Designvorschläge" ist da eher die vom Kunden gewünschte Herangehensweise. Ich persönliche denke, der Unterschied zwischen UI und UX ist klar, aber die Abhängikeit und Notwendigkeit, der beiden zueinander, eher weniger - zumindest auf der Kundenseite. Und diesen Kampf, das ganze dann zu erläutern und warum man beides benötigt (in der richtigen Reihenfolge), kämpft man dann eigentlich (immernoch) immer wieder. ABER: FAZIT: Guter Artikel und ich bin der Meinung es MUSS beides erarbeitet werden, immer.

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