Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Vom Umtausch ausgeschlossen: Ministerin fordert Rückgaberecht für Apps

Ein Rückgaberecht für und digitale Güter fordert die hessische Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich in einer Pressemitteilung mit dem Titel „Was für Pullover gilt, muss für Apps rechtens sein.“ Die Idee an sich hört sich nicht schlecht an – sofern diese sinnvoll umgesetzt wird.

Vom Umtausch ausgeschlossen: Ministerin fordert Rückgaberecht für Apps

Derzeit erlöscht das Widerrufsrecht beim Kauf digitaler Güter oftmals mit dem Download. Das ist besonders ärgerlich, wenn der Anbieter keine Demo-Version anbietet und der Käufer nach dem Download feststellt, dass die App oder das entsprechende digitale Gut nicht seinen Vorstellungen entspricht.

Puttrich fordert Rückgaberecht für Apps

Hessens Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich spricht sich im Vorfeld der am 15. Mai in Bad Nauheim stattfindenden Verbraucherschutzministerkonferenz für ein Rücksenderecht für alle digitalen Güter aus und begründet dies wie folgt: „Ein Rücksenderecht gibt es für jedes Kleidungsstück, eine App muss ich aber behalten, sobald ich sie heruntergeladen habe. Ob sie mir gefällt oder nicht.“

Die Hessische Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich fordert ein Rückgaberecht für Apps und digitale Güter.
Die Hessische Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich fordert ein Rückgaberecht für Apps und digitale Güter.

Rückgaberecht für Apps oft nicht vorhanden

Die Vebraucherschutzministerin aus den Reihen der CDU moniert: „Beim Download von Apps sind ein Widerruf des Vertrages und eine Rückgabe bisher oft nicht möglich. Das ist dem Verbraucher meist nicht bewusst. Der Verbraucher muss aber die Chance haben, sich zu entscheiden, ob ihm ein Produkt gefällt oder nicht.“ Im Kern ist diese Aussage durchaus richtig. Allerdings haben Nutzer beispielsweise im Google Play Store schon jetzt die Möglichkeit, eine App binnen 15 Minuten nach Download zurück zu geben. Auch Apple zeigt sich in manchen Fällen kulant, räumt jedoch offiziell kein Rückgaberecht ein.

Lucia Putrich fordert die Bundesregierung dazu auf, sich bei der Umsetzung der EU-Verbraucherrechterichtlinie in nationales Recht für einen Ausgleich für das beim Kauf digitaler Güter mit Beginn des Downloads erlöschende Widerrufsrecht einzusetzen. Ein derartiger Ausgleich könnte etwa in der Verpflichtung der Anbieter bestehen, dem Verbraucher eine Demoversion der Dateien, seien es Software, Apps oder Musik anbieten zu müssen. Für einige Apps sind bereits auch kostenlose Lite- oder Demo-Versionen erhältlich.

Weiterführende Links

Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
5 Antworten
  1. von Dominik Habichtsberg am 06.05.2013 (13:28 Uhr)

    Und wer garantiert mir, dass die digitalen Güter nicht vervielfältigt worden sind?
    Ich bin absolut für eine derartige Regelung aus Gründen der Kundenfreundlichkeit ... aber wer hat das nachsehen, wenn Leute ein digitales Gut vermeintlich zurückgeben, dies aber in Wirklichkeit bereits vervielfältigt haben?

    Bei Apps für das iPhone lässt sich das noch kontrollieren, bei Android weiß ich es nicht, bei Musik & Videos gibt es auch eine Schutzfunktion (die sich aber glaube ich auch aushebeln lässt!?) ... wie sieht es mit anderen Dingen aus? eBooks, PSD-Templates, Source-Codes ... ?

    Antworten Teilen
  2. von Karl am 06.05.2013 (13:33 Uhr)

    Ich halte eine entsprechende Reglung für schwierig bzw kaum zumutbar für Anbieter.
    Bei Apple mag das noch funktionieren, schon bei Android ist das derzeitige kulante Vorgehen extrem missbrauchs-anfällig. Kunden können einfach eine App runterladen, sichern, zurückgeben und Sicherung weiter nutzen.
    Von anderen digitalen Gütern wie ebooks mal garnicht zu sprechen.
    Es ist schon sinnvoll solche Güter anderen zu behandeln, denn anders als beim genannten Pullover den der Kunde vorm zurückschicken wohl kaum kopieren kann erhält er eben eine digitale Kopie, bei der eine vollständige Rückgabe bzw. Löschung kaum sicherzustellen ist.

    Antworten Teilen
  3. von Markus am 06.05.2013 (22:45 Uhr)

    Totaler Schwachsin, hier gilt mal wieder der schöne Spruch "Wenn man keine Ahnung hat einfach mal die Fresse halten". Beispiel MP3-Download-Portal. Wenn so etwas Gesetz wird, können fast alle MP3-Download-Stores dicht machen. Jeder Kunde lädt seine gekaufte Musik runter und storniert anschliessend. Dann kommen Politiker wieder auf solche tollen Ideen wie DRM, von welchem sich die Industrie weitestgehend entfernt hat, der nächste Schritt ist dann ein neuer Kopierschutz welcher noch schneller ausgehebelt wird und wieder dazu führt, dass man seine Musik nicht auf jedem Player hören kann.
    Armes Deutschland!

    Antworten Teilen
  4. von WerbeCheck am 07.05.2013 (14:23 Uhr)

    Digitale Güter sind mehr, als nur Apps! Die Missbrauchsquote ist jetzt schon sehr hoch, durch solch eine gesetzliche Regelung wird dem Missbrauch dann Tür und Tor noch weiter geöffnet. In welcher Form sollte sich denn ein eBook-Autor davor schützen, dass sich der Käufer nach dem Lesen nicht sein Geld zurück holt? Über DRM? Da wird dann auch wieder von allen Seiten dagegen geschrien und geschrieben.

    Antworten Teilen
  5. von WerbeCheck am 17.05.2013 (14:04 Uhr)

    Eben kam die Meldung im Radio, dass sich die Verbraucherminister wohl auf dieses Rückgaberecht geeinigt haben. Nähere Infos habe ich dazu noch nicht gefunden. Bin gespannt, ob sie dies explizit für Apps oder für digitale Güter allgemein beschlossen haben.

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema Apps
Von Design bis Produktivität: MacHeist verkauft Apps im Wert von 610 Dollar für ‘nen Zwanni
Von Design bis Produktivität: MacHeist verkauft Apps im Wert von 610 Dollar für ‘nen Zwanni

Im neusten Bundle von MacHeist gibt es wieder neun Programme – für günstige 20 US-Dollar. Die Auswahl reicht vom Design-Tool WebCode über die Productivity-Software Vitamin-R bis hin zum … » weiterlesen

Apps entwickeln für Anfänger: Android- und iOS-Apps ohne Programmierkenntnisse
Apps entwickeln für Anfänger: Android- und iOS-Apps ohne Programmierkenntnisse

Blutige Anfänger ohne Programmierkenntnisse, die trotzdem Apps entwickeln wollen, sollten sich adsy.me ansehen. Was der kostenlose Dienst kann und was nicht, erfahrt ihr im Artikel. » weiterlesen

Kommt die jetzt wahre Plattformunabhängigkeit? Mozilla bringt Firefox-OS-Apps ins Google-Universum
Kommt die jetzt wahre Plattformunabhängigkeit? Mozilla bringt Firefox-OS-Apps ins Google-Universum

Firefox für Android 29 erlaubt die Ausführung von Web-Apps für Firefox OS wie native Android-Apps. Damit öffnet Mozilla das eigene Ökosystem auch für Nutzer des Google-Betriebssystems. » weiterlesen

Kennst Du schon unser t3n Magazin?

t3n 37 jetzt kostenfrei probelesen! Alle Inhalte des t3n Magazins Diesen Hinweis verbergen