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Unbezahlte Rechnung: Deutscher Webdesigner kapert Website von US-Fitnessstudio

Frank Jonen, ein deutscher , hat die Webseite der amerikanischen Fitnessstudios Fitness SF übernommen, da der Auftraggeber seine Rechnungen bisher nicht bezahlt hat. Er blendet auf deren Seite momentan einen umfangreichen Hinweis ein, und fordert die Kunden zum Boykott des Studios auf. Wir haben mit Jonen gesprochen und ihn zu den Vorfällen befragt.

Unbezahlte Rechnung: Deutscher Webdesigner kapert Website von US-Fitnessstudio

Frank Jonen: Deutscher Webdesigner mit rund 10 Jahren Erfahrung

Frank Jonen ist Deutscher und seit rund 10 Jahren freiberuflicher Mediengestalter und Visual-Effects-Spezialist. „Ich arbeite viel mit Kunden aus dem englischsprachigen Ausland zusammen“, so Jonen über seinen Kundenstamm. Durch eine Empfehlung kam er im März 2012 an einen neuen Kunden aus den USA. Er sollte das Logo und die Webseite eines amerikanischen Fitnessstudios überarbeiten und modernisieren. „Fitness SF“, wie am Namen unschwer zu erkennen, ist eine Fitnessstudio-Kette mit vier Filialen in der Gegend um San Francisco. Die Firma gilt weithin als ethisch und moralisch einwandfrei, da sie eine sehr offene Haltung gegenüber der LGBT-Community (Abkürzung für „Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender“) pflegt. Die vier Studios spalteten sich 2012 von einer großen Fitnesskette ab, nachdem diese mit fragwürdigen Spendenaktionen an LGBT-feindliche Einrichtungen negativ aufgefallen war.

Jonen entwarf sehr komplexe 3D-Logos. Allein diese Variante renderte rund 46 Stunden lang.

Rechnungsbetrag im fünfstelligen Bereich

Laut Jonen, ist diese Tatsache allerdings kein Hindernis, sich in anderen Geschäftsbereichen falsch zu verhalten. Jonen behauptet, dass Fitness SF bis heute lediglich eine Anzahlung für seine Arbeit geleistet habe. Insgesamt kostete ihn das Projekt über sechs Monate seiner Zeit. Im Rahmen des Auftrags erstellte er mehrere Entwürfe für ein neues Logo, zwei komplette Varianten einer Webseite, grafisch überarbeitete Trainingspläne und eine serverseitige Software zur Abwicklung von Probe-Mitgliedschaften. Einige seiner Entwürfe wurden innerhalb der Design-Community sehr positiv bewertet. Eine 3D-Variante des Logos war so komplex, dass es alleine 46 Stunden Renderzeit benötigte. Insgesamt geht es um einen Rechnungsbetrag im unteren fünfstelligen Bereich.

Einer der letzten Logo-Entwürfe, den Jonen für Fitness SF angefertigt hat - ohne Bezahlung.

Fitness SF: Zusammenarbeit plötzlich beendet

Mitten in der Arbeit entschied sich Fitness SF Ende Dezember plötzlich dazu, die Zusammenarbeit zu beenden. „Am 22. Januar habe ich dann die Rechnung gestellt und ein übliches Reaktionsziel von 10 Tagen festgelegt. Nach 5 und nach 10 Tagen ging außerdem eine automatische Benachrichtigung an den Kunden raus“. Als er nach 14 Tagen noch keinerlei Reaktion verzeichnete, kündigte er an, die Webseite am 9. Februar offline zu nehmen und wies erneut darauf hin, dass es sich nach wie vor um sein geistiges Eigentum handele. Nach dem Hinweis auf die rechtliche Situation wurde die Webseite von Fitness SF minimal verändert. Es wurde ein anderes Logo, sowie einige neue Bilder eingefügt. Das grundsätzliche Design blieb jedoch bestehen und basiert nach wie vor auf Jonens WordPress-Theme.

Letztes Mittel: DNS-Eintrag umgebogen

Schließlich entschied sich Jonen am 13. Februar dazu, den DNS-Eintrag der Domain „fitnesssf.com“ auf seinen eigenen Server umzubiegen. Seitdem prangt dort ein Hinweis von Jonen.

Hinweis von Jonen, in dem er über die Zahlungsmoral von Fitness SF aufklärt.

In diesem Hinweis macht Jonen auf den Missstand aufmerksam und fordert die Kunden auf, die Firma zu boykottieren, und das Verfahren des Unternehmens auf Facebook anzuprangern. Dazu verlinkt Jonen die Facebook-Seiten der vier betreffenden Studios. Diese sind inzwischen nicht mehr online zu erreichen. Vielleicht haben die Betreiber Angst vor einem möglichen Shitstorm, und haben die Seiten daher vorsorglich deaktiviert. Außerdem weist Jonen gleichzeitig darauf hin, dass diese Praxis in vielen Geschäftsbereichen (vor allem in der Kreativbranche) bereits üblich ist, und keinesfalls eine Ausnahme darstellt.

Fitness SF nennt Jonen „Hacker“ und schaltet angeblich FBI ein

Inzwischen hat auch die US-Presse die Geschichte aufgegriffen. Gemäß mehrerer User-Kommentare äußerte sich Fitness SF (in Form der Filiale in Oakland) kurz vor der Löschung seiner Facebook-Seiten mit der folgenden Botschaft und will inzwischen sogar das FBI alarmiert haben:

Frank Jonen has hacked the Fitness SF website & is demanding money. He is not an ad agency, he is 1 man living in his parents attic in Germany. He is attempting to blackmail the company! Fitness SF/Oakland

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33 Antworten
  1. von Agentur am 15.02.2013 (14:30 Uhr)

    Nach 14 Tagen die Webseite zu kapern und den Kunden auf diese Art anzuprangern halte ich fuer extrem uebertrieben auch wenn Jonas inhaltlich recht hat.

    Es gibt auch in USA ein funktionierendes Rechtssystem, und imho waere Jonas besser beraten einen Rechtsanwalt mit der Sache zu betrauen als Selbstjustiz zu ueben.

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  2. von Jaylee am 15.02.2013 (14:36 Uhr)

    Gibt da so einige Statistiken, die zeigt, dass diese 10-14 Tage nur in wenigen Ländern gilt, in einigen wie auch Frankreich ist das Zahlungsziel mit über 30 Tagen üblich.

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  3. von frank katzer am 15.02.2013 (14:45 Uhr)

    etwas krass die aktion. das könnte für den webdesigner aber auch rechtliche folgen haben, soweit ich weiss. da muss aber schon einiges vorgefallen sein, bevor man zu solchen maßnahmen greift...

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  4. von Martin V am 15.02.2013 (14:45 Uhr)

    Wenn nach Eingang der zweiten Mahnung und nach der doch sehr deutlichen Drohung dann das Logo getauscht und Kleinigkeiten verändert werden, dann liegt hier schon der Verdacht nah, dass der Kunde nie vor hatte die Rechnung zu zahlen.

    Sonst hätte man doch wieder Jonen für die Änderungen beauftragt, und vorher mit ihm über die Rechnung gesprochen. Wenn aber nur ignoriert und nebenbei ein anderer Entwickler angeheuert wird, dann hätte ich die Situation wahrscheinlich ähnlich interpretiert wie Herr Jonen.

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  5. von Agentur am 15.02.2013 (14:46 Uhr)

    Ich meine natuerlich Jonen (kann mein Posting leider nicht mehr aendern)

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  6. von mochrize am 15.02.2013 (15:00 Uhr)

    Sehr übertrieben, ja man sollte sich so etwas nicht gefallen lassen. Aber das geht erstmal zu weit.

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  7. von Volker Buntrock am 15.02.2013 (15:44 Uhr)

    Völlig richtige Reaktion. Es wird immer mehr zu Sport Rechnungen nicht zu bezahlen. Die Rechtssysteme versagen in diesem Falle doch. Es kann einfach nicht sein das man Dienstleistungen in Anspruch nimmt und nicht zahlt. Das ist in meinen Augen, solange keine Mängel vorliegen, kriminelles handeln. Ich selbst habe derartiges Kundenverhalten auch mehr als genug erlebt.

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  8. von Martin am 15.02.2013 (16:40 Uhr)

    Also das sehr "komplexe", angeblich 46 Stunden lang gerenderte Logo sieht nach 2 Stunden Arbeit in Photoshop 7.0 aus ... soviel dazu.

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  9. von Andreas Frank am 15.02.2013 (17:24 Uhr)

    Wenige Wochen nach der Fälligkeit die Website des Kunden zu kapern ist sehr voreilig; unabhängig davon, ob es auch rechtlich zulässig ist. Zumal sollte man um zu einem Urteil zu kommen, die Sicht beider Seiten kennen. Es wird zum Boykott aufgerufen, aber der Gegenseite nicht die Möglichkeit eingeräumt, ihre Sicht der Dinge ebenso prominent auf der Seite darzustellen - das verstößt gehen meinen Gerichtigkeitssinn.

    Emotional kann ich Frank Jonen gut verstehen - aber hier ist er über das Ziel hinaus geschossen. Zumal es sicher nicht zum erwünschten Erfolg führen wird. Meine Sicht der Dinge auch unter http://www.Pixeltalk.de

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  10. von jan.wohlfeil am 15.02.2013 (17:41 Uhr)

    Ich hatte mal einen ähnlichen Fall. Hat fast 3 Jahre gedauert, bis ich mein Geld hatte. So weit die bestehende Website abzuschalten bin ich aber damals nicht gegangen. Es lief letztlich über international tätige Anwälte...

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  11. von thethe am 15.02.2013 (19:48 Uhr)

    Für diese schrecklichen Logos und Websitelayouts hätte ich auch nichts bezahlt.
    Völlig übertriebene Reaktion eines unterdurchschnittlichen Designers.

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  12. von Sipatshi am 16.02.2013 (11:50 Uhr)

    @ thethe, du hast keine Ahnung !!!

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  13. von Note G. am 16.02.2013 (13:09 Uhr)

    thethe hat nicht keine Ahnung, thethe hat eine Meinung. Eine durchaus teilenswerte. Ich habe auch schonmal 2 Monate auf mein Geld gewartet und ich habe auch schon mal zwei Tage überzogen.

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  14. von huettenzauber am 16.02.2013 (13:38 Uhr)

    Ein Zeichner macht das in max. 2h Realtime auf nem Wacom.

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  15. von Thethe am 16.02.2013 (13:58 Uhr)

    Dann habe ich halt keine Ahnung . Den Kram da oben schieße ich trotzdem in ein paar Stunden zusammen (nur besser) und das mit einem Arm auf den Rücken gebunden.

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  16. von Philipp am 16.02.2013 (16:08 Uhr)

    @Thethe: glaub ich nich - Beweise oder es glaubt keiner

    @huettenzauber: glaub ich noch weniger

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  17. von WerbeCheck am 16.02.2013 (17:24 Uhr)

    In der Zwischenzeit hat Fitness SF raegiert und gegenüber der Adweek angeführt, dass Frank Jonen 5.000 US$ bei Auftragserteilung erhalten hat, dann Deadlines versäumte und deshalb keinen Anspruch auf weitere Zahlungen hätte. Der Wortlaut der Erklärung auch unter http://www.Pixeltalk.de

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  18. von thethe am 16.02.2013 (17:32 Uhr)

    Muss ich nicht mein lieber Philipp.
    Entschudlige bitte, aber das jemand 48 Stunden auf diesem Schrott rumgerendert haben soll kannst Du echt niemandem vom Fach erzählen. Kann natürlich sein dass er sich mit der Software nicht auskennt, oder seine drei alten 468'er zu einer Renderfarm zusammengeschlossen hat ;)
    Von der gestaltersichen Leere mal ganz abgesehen, für mich ist das einfach "Eurotrash2000"-Style - die Website ist ein X-belibiger Ami-Style Spinoff, kannste wahrscheinlich so ähnlich für 30 Dollar bei Themeforest kaufen.
    Ich wette das es nahezu keinen seriösen und erfahrenen Designer gibt der die oben gezeigten Arbeit "gut" bewerten würde.

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  19. von Philipp am 16.02.2013 (17:40 Uhr)

    Wie lange es gerendert hat ist wirklich irrelevant und mir gefällt dieses erste Logo auch nicht, aber ich denke das ist Geschmackssache. Ich bin öfter in der amerikanischen Medienwelt unterwegs und kann mir sehr gut vorstellen, dass das dort erheblich besser ankommt als bei uns.

    Auch wenn mir's nicht gefällt ist mir auch klar, dass man so etwas nicht so eben in ein, zwei Stunden aus'm Ärmel schüttelt.

    Von der Seite selbst habe ich nur einen Screenshot gesehen der auch nicht die volle Auflösung hatte und da machte das Design durchaus einen guten Eindruck.

    Und das es auf Themeforest für 30$ was ähnliches geben könnte ist auch nicht wirklich ein Argument - da gibt es sehr gute Sachen - aber das ist eben nichts individuelles und nicht auf die vorhandenen Inhalte angepasst.

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  20. von thethe am 16.02.2013 (17:56 Uhr)

    Alles gut.

    Ich weise auch nur nochmal auf folgende Leckerchen aus dem Artikel hin:

    - kostete ihn das Projekt über sechs Monate Zeit.
    - eine 3D-Variante des Logos war so komplex, dass es alleine 46 Stunden Renderzeit benötigte.
    - insgesamt geht es um einen Rechnungsbetrag im untern fünfstelligen Bereich

    Zusammen mit dem Artikel von "Werbechecker" (Statement von SF) , wird schnell klar um was für einen "Profi" es sich in diesem Fall handelt.

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  21. von Philipp am 16.02.2013 (18:16 Uhr)

    Die Frage hier ist halt, wem man glauben möchte, der Firma oder dem Designer. Laut Designer wurde der Entwicklungsprozess in die Länge gezogen weil die Firma nicht die vereinbarten Daten lieferte, die er für seine Arbeit benötigte - und wer sich das nicht zumindest vorstellen kann, der kann kein Webdesigner sein.

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  22. von thethe am 16.02.2013 (18:56 Uhr)

    Nenn' ihn doch einfach bitte nicht Designer....meinetwegen "Visual Artist" oder "GrafiX Compos3R" oder "Visual Borders Explorer" ;)

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  23. von Philipp am 16.02.2013 (19:24 Uhr)

    http://www.behance.net/gallery/Fitness-SF-Website/7075381

    Das finde ich durchaus ansprechend, das orangene Logo finde ich auch nicht schlecht. - Da musst du mir erst mal zeigen, dass du besseres zustande bringst ;) - Das super lang gerenderte gefällt mir nicht, aber das heißt noch lange nicht, dass es schlecht wäre und nicht auch eine Zielgruppe treffen dürfte.

    Der Preis ist auch nicht super unrealistisch - es handelt sich wohl um 15.000 $, das sind rund 11.000 Euro, für ein Logo, individuelles Webdesign und individuelle Programmierung kann das durchaus gerechtfertigt sein. Es lässt sich jetzt, da die Website offline ist, auch nur schwer einschätzen, wie umfangreich sie war.

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  24. von Daniel am 17.02.2013 (14:55 Uhr)

    Wenn ein Kunde die Rechnung nicht bezahlt, hat er - je nach Vertrag - keine Nutzungsrechte und darf so die erstellten Daten nicht verwenden. Ob aber ein Boykott-Aufruf legitimiert ist, zweifle ich an. Insofern, könnte sich Jonen in die Nesseln gesetzt haben, auch nach US-Recht.

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  25. von Thethe am 17.02.2013 (15:44 Uhr)

    Der Unterschied vom alten SF Logo zu dem "neuen" Orangenen Logo oben her vermutlich nicht die nötige Schöpfungshöhe.

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  26. von mega am 18.02.2013 (18:02 Uhr)

    Die Seite geht wohl wieder.
    Bzw, zumindest ist da ne Seite.
    Oben die Auswahl der Filiale geht nicht, unten geht die passt aber nicht in eine Zeile.
    Und gefühlt ist die auch nicht sonderlich schnell...

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  27. von tomcat am 19.02.2013 (09:13 Uhr)

    Erst einmal finde ich es auch überzogen nach 14 Tagen die Website abzuschalten.
    Allerdings kann ich mich aus eigener Erfahrung gut in die Lage des Webdesigners hereindenken.
    Wie lange der Designer an der Entwicklung bzw. der Grafik gearbeitet hat, ob es jetzt "höhere Kunst" oder simpel zu erstellen, und ob es schlechtes 3D-Trash-Design ist, macht meines Erachtens keinen Unterschied. Der entscheidende Punkt ist, ob der Kunde das so gewünscht hat und ob es mit ihm abgesprochen war. Das Logo der Deutschen Bank ist ja auch sehr einfach, hat aber einen hohen Wert gerade aufgrund des reduzuerten Stils und der guten Wiedererkennbarkeit. (Nebenbei sollte ein Logo so gestaltet sein, dass jemand das Logo nachdem er es gesehen hat in groben Zügen sofort in den wesentlichen Linien nachzeichnen kann,- also wiedererkennbar)
    Die Vergütung richtet sich auch wesentlich nach dem Nutzungsumfang, der Nutzungsdauer und der räumlichen Nutzung (siehe Tarifordnung von Verbänden profesioneller Designer wie AGD und BDG)!

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  28. von Freddy am 19.02.2013 (10:39 Uhr)

    Also mal ehrlich, der Typ ist doch nicht normal. Es gibt klare Regeln wie man als Unternehmer zu seinem Geld kommt, auch international! Ich bin zwar kein Jurist, aber soweit ich das verstehe ist mit dem Zurückziehen der Leistung auch die Rechnung hinfällig. Hinzu kommt der Schaden die er dem Unternehmen zugefügt hat.
    Ich denke er kann sich da schon auf eine satte Schadenersatzforderung einstellen.

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  29. von tomcat am 19.02.2013 (11:05 Uhr)

    Solange Ware nicht bezahlt ist, bleibt sie im Eigentum des Verkäufers,
    - so ist das bei "dinglichen" Waren und steht bei sämtlichen AGB's von (Online)-Verkäufern!
    Bei immateriellen Gütern wie Designs und Diestleistungen ist es recht schwer, das so zu definieren und durchzusetzen.
    Wer schon einmal eine Streit in diesem Thema erlebt hat, weiss dass Webentwickler und Webdesigner hier einen schweren Stand haben.
    Allerdings ist es erstens klüger mit dem Kunden eine einvernehmliche Lösung zu finden und zieht zweitens bestimmt Schadensersatzansprüche nach sich, wenn man den Kunden öffentlich so "an den Pranger stellt" und die Website kapert.
    Für mich sind hier zwei Gegner mit moralich fragwürdiger Handlungsweise aufeinander getroffen.
    Wobei ich die Handlungsweise des Kunden zwar nicht als normal ansehe, aber ähnliche Fälle durchaus kenne. Für einen Webdesigner kann ein Projekt, welches erst nach jahrelangem Rechststreit bezahlt wird oder gar in einem Vergleich endet, mitsamt Rechtsanwaltskosten den Ruin bedeuten.
    Ich selbst habe erlebt, dass eine große Agentur sich wegen der zu erwartenden Rechtskosten nicht wagte, einen Kunden zu verklagen, welcher ein abgesegnetes Marketinkonzept nach Fertigstellung plötzlich nicht mehr wollte und die durchgeführeten Arbeiten (CI-/Logo/Design-Entwicklung, Umsetzung der Webseite als CMS) nicht bezahlen wollte.

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  30. von Freddy am 19.02.2013 (11:25 Uhr)

    Ja toll diese AGB und wie komme ich an mein Produkt, wenn der Kunde nicht zahlt?
    Meiner Erfahrung nach hängt alles von einem ordentlichen Arbeitsauftrag ab. Dazu noch "feature requests" wenn nötig und jedes Unternehmen wird sich hüten nicht zu zahlen. Da wird jedes Gericht sofort zu meinen Gunsten entscheiden. Wobei ich noch nie weiter als bis zu einem Inkasso gehen musste.
    Wenn man aber in seiner Traumwelt von Recht und Unrecht lebt und sich nicht mit den Regeln ordentlichen Unternehmertums auseinandersetzt, dann darf man sich nicht wundern.

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  31. von Mike Konjevic am 19.02.2013 (15:33 Uhr)

    Unbezahlte Rechnung: da kann ich auch ein Lied von singen!

    Wir haben 2011 für eine mittelständische Privatbrauerei aus Schwäbisch Hall gearbeitet.

    Erst war alles prima und unsere Arbeiten an dem neuen Markenauftritt wurden mit Freude gesehen. Nachdem wir unsere letzte Rechnung gestellt hatten war allerdings auf einmal Funkstille!

    Wir sitzen jetzt auf über 700 Stunden unbezahlter Arbeit und unsere Ideen werden vom Sohn (gelernter Versicherungskaufmann) des Marketingleiters umgesetzt.

    Ich darf hier ja nicht die Biermarke verunglimpfen aber recherchieren dürft ihr selbst gerne!

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  32. von tomcat am 19.02.2013 (15:57 Uhr)

    >>
    ... hängt alles von einem ordentlichen Arbeitsauftrag ab. Dazu noch "feature requests" wenn nötig und jedes Unternehmen wird sich hüten nicht zu zahlen. ...
    <<
    Das ist leider nicht immer so!
    Leider gibt es Kunden, welche es darauf ankommen lassen, bzw. zum Teil damit kalkulieren, dass der finanzielle und zeitliche Aufwand für manche für eine klage zu hoch ist.
    Im Übrigen habe ich auch schon erlebt, dass ein Kollege in einem eindeutigen Fall am Schluss der Dumme war. Die Gegenseite haben mit entsprechender Kriegskasse und Anwälten halt das solange in die Länge gezogen und (z.T. mit Falschaussagen von Mitarbeitern) das so gedreht , dass er am Schluss schlechter da stand als wenn er einfach nichts gearbeitet hätte, da er keine entsprechnde Kriegskasse (oder Rechtsschutz) hatte.

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  33. von Freddy am 20.02.2013 (10:29 Uhr)

    Ja klar, worst case wird es immer geben. Es kann auch der Auftragnehmer Pleite gehen, dann kann man auch nichts machen.
    Aber nochmal, gerade in unserer Branche, wo ja jeder sofort Webmaster, IT-Guru oder was auch immer ist, sind klare Definitionen umso wichtiger, damit man Ende nicht um sein Geld umfällt. Mich würde interessieren was bei der Sache schlussendlich rauskommt.

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