Urheberrechtsverletzungen: YouTube kontert im Streit mit Viacom

Der Streit zwischen dem Medienkonzern Viacom und dem Video-Portal YouTube dauert nun schon seit 2007 an und geht mit einem Konter von YouTube in die nächste Runde. Stein des Anstosses sind vermeintliche Urheberrechtsverletzungen, die YouTube nach Ansicht von Viacom gerade in der Startphase der Plattform bewusst zugelassen habe, um schnell bekannt zu werden und zu wachsen. Der YouTube-Konter: Viacom selbst soll die eigenen Inhalte hochgeladen haben.

In einem sehr offenen und deutlichen Blog-Post geht YouTube nun in die Offensive und beschuldigt Viacom über Jahre hinweg ihre eigenen Inhalte auf die Plattform von hochgeladen zu haben, um die Google-Tochter zu diskreditieren. Dazu habe der Medienkonzern insgesamt 18 verschiedene Marketingagenturen angeheuert, die nur den Auftrag hatten, Viacom-Inhalte in die Video-Plattform einzuschleusen. Damit wollte man dann die Rechtsklage samt Schadenersatzforderung über 1 Milliarde US-Dollar untermauern, bei der YouTube vorgeworfen wird, man unternehme nicht genügend, um Urheberrechtsverletzungen zu verhindern.

Auswirkungen einer erfolgreichen Klage

Der Rechtsexperte von YouTube, Zahavah Levine, erklärt in dem Blogbeitrag auch die Auswirkungen, die eine erfolgreiche Klage gegen YouTube für die Google-Tochter, aber auch für alle ähnlichen Plattformen haben würde. Die Konsequenz wäre, dass jeder Upload zunächst von den Plattform-Betreibern auf eventuelle Urheberrechtsverletzungen hin überprüft werden müsse. Und selbst dann wäre man sich nie sicher, denn bei der enormen Masse sind Fehler vorprogrammiert und die nächsten Milliarden-Klagen drohen.

Levine betonte nochmals, YouTube habe sich stets an die Auflagen aus dem US-Copyright-Gesetz (Digital Millennium Copyright Act, DMCA) gehalten. Darin ist vorgegeben, dass Plattform-Betreiber urheberrechtlich geschützte Werke unmittelbar nach Aufforderung der Rechteinhaber zu löschen haben. Erst wenn sie dieser Pflicht nicht nachkommen, können sie für Inhalte, die von Usern eingestellt worden sind, rechtlich belangt werden.

YouTube Urheberrecht
YouTube-Nutzer können über ein Web-Formular Urheberrechtsverletzungen anzeigen

Hintergrund:

Seinen Anfang nahm die Auseinandersetzung schon 2006, als Viacom versuchte die aufstrebende Video-Plattform zu kaufen. Das gelang nicht und YouTube ging später für 1,76 Milliarden US-Dollar an Google und wurde zur erfolgreichsten Video-Plattform. Das hätte sich sicher auch im Portfolio von Viacom gut gemacht und hervorragend mit dem Musiksender MTV harmoniert, der auch dem Medienkonzern gehört. Als daraus nichts wurde, nahm der Rechtsstreit seinen Anfang und ist bis heute nicht beendet.

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