Digitaler Konsum im Urlaub
Ganze 79 Prozent der Befragten wollen auch während des Urlaubs rund um die Uhr vernetzt zu sein, hat eine Studie von American Express in den USA herausgefunden. Private E-Mails wurden dabei von 72 Prozent der Befragten als Grund genannt, sich im Urlaub zu vernetzen. Urlaubsrelevante Informationen herauszufinden treibt 49 Prozent dazu, das Internet zu bemühen. Für 41 Prozent ist Online Banking der Grund für Internet-Aktivitäten. Der Drang, das eigene Social Media Profil zu checken ist für 27 Prozent der Befragten unabkömmlich, Nachrichten schaffen es auf 25 Prozent. 17 Prozent der Befragten gaben sogar an, während des Urlaubs ihre geschäftlichen Mails zu lesen.
Urlaub 2.0: Bewegründe und Erfahrungen
In einem Artikel des Wall Street Journals kommen die „degital detox“-Urlauber zur Sprache und äußern ihre Beweggründe und Erfahrungen mit dem neuen Urlaubsmodell: So gibt Unternehmer John T. Peters an, seine vierjährige Tochter habe den Auschlag gegeben, eine digitale Auszeit zu nehmen. Die Kleine hatte ihren Vater darauf angesprochen, wo denn sein iPhone sei, als sie ihn einmal ohne das Smartphone in der Hand sah. Peters beschreibt, er habe in dem Augenblick realisiert, dass etwas falsch läuft, wenn seine vierjährige Tochter ihren Vater schon mit einem Smartphone assoziiert. Designerin und Event-Koordinatorin Dean Fisher gibt an, sich nach ihrer ersten Nacht während des „Technology Breaks“ desorientiert gefühlt zu haben. Sie beschreibt gar Gefühle von Angst, die sie umgeben hätten, als sie realisiert hat, dass ihre Klienten nicht mit ihr in Kontakt treten können. Ähnlich ist es Sales Executive Amanda Levy ergangen, die erzählt, sie fühle sich ohne ihr iPhone nackt. Der Psychiater Edward Hallowell beschreibt erschreckende Folgen von übermäßigem Konsum digitaler Inhalte: Er sagt, in schwerwiegenden Fällen würden die Nutzer abhängig ohne es zu merken. Der digitale Konsum sei die neue Zigarette.
Einige Hotels in den USA wollen gegensteuern gegen die digitale Abhängigkeit und haben spezielle Urlaubangebote à la „digital detox“ ins Leben gerufen, die sie sinnigerweise über Facebook, Twitter oder ihre Websites bekannt machen. Aber gerade dort hält sich die Zielgruppe nun einmal auf. Viele Hotels bieten Rabatte für diejenigen, die ihre Smartphones, Tablets, E-Reader und Co. an der Rezeption abgeben oder von vornherein zu Hause lassen. Im Gegenzug für die digitalen Suchtmittel werden zum Beispiel Brettspiele herausgegeben und Yoga-Kurse angeboten um dem digitalen Konsum entgegenzuwirken und für Entspannung zu sorgen.
Als besonders erfolgreich hat sich das Entwöhnungsprogramm aber wohl nur von den wenigsten „detox“-Urlaubern in den Alltag integrieren lassen. So beklagt zum Beispiel Anwalt John S. DeLanoy, er sei enttäuscht von seiner digitalen Auszeit. Sein Fazit: Nach dem Urlaub falle man sofort in alte Gewohnheiten zurück.
Weiterführende Links:
- When Guests Check In, Their iPhones Check Out - online.wsj.com






8 Antworten
von Urlaub als „digitale Entziehungskur“… 06.07.2011 (19:33Uhr) 1.
[...] hier den Originalbeitrag weiterlesen: Urlaub als „digitale Entziehungskur“: Handy abgeben, 15 Prozent … [...]
von Clems Lohmann via facebook 06.07.2011 (20:40Uhr) 2.
Gott. Ich würde eingehen!
von Jörg Reinhardt via facebook 06.07.2011 (20:49Uhr) 3.
Ich würde mir wünschen, dass ich das schaffen könnte ... aber da muss ich noch dran arbeiten...
von Arne Alexander Klett via facebook 06.07.2011 (22:37Uhr) 4.
Super Idee… ich gehe einfach immer in Länder wo mein Mobiltelefon nicht funktioniert :-)
von Tanja Loïc via facebook 06.07.2011 (22:58Uhr) 5.
super!
von Björn Biege via facebook 06.07.2011 (23:55Uhr) 6.
versuch ich seit ostern.... bisher ohne erfolg 0o
von Urlaub als „digitale Entziehungskur“… 07.07.2011 (08:40Uhr) 7.
[...] den Originalbeitrag weiterlesen: Urlaub als „digitale Entziehungskur“: Handy abgeben, 15 Prozent … Bookmarken Sie uns, Danke! Mit Klick auf diese Icons kann man diese Webseite mit anderen [...]
von Lena 14.07.2011 (18:03Uhr) 8.
Gibt's bei uns schon seit über einem halben Jahr: