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E-Commerce

Urteil: Double-Opt-In wird zur Pflicht bei Anmeldebestätigungen von Onlineshops

    Urteil: Double-Opt-In wird zur Pflicht bei Anmeldebestätigungen von Onlineshops

Anmeldebestätigungen müssen zukünftig per Double-Opt-In erfolgen. (Foto: © Ralf Kalytta - Fotolia.com)

Ein Urteil zu Anmeldebestätigungen setzt Onlineshopbetreiber unter Druck: Die Bestätigungsmail für eine Neuanmeldung in einem Onlineshop hat zu einer Abmahnung und einem Urteil geführt.

Der Onlineshop Melovely.de hat einem Kunden die Bestätigung über eine Kontoeröffnung zugesandt. Der Kunde sah die Mail als Werbung an und wehrte sich mit einer Abmahnung. Letztlich wurde dann vom Amtsgericht Berlin Pankow/Weißensee die Ansicht des Kunden bestätigt: Das Gericht betrachtete die Mail ebenfalls als Werbung. Möchten sich Onlinehändler vor weiteren Abmahnungen schützen, bleibt im Resultat nur eine Möglichkeit: Die Anmeldung bei einem Onlineshop muss generell per Double-Opt-In-Verfahren erfolgen.

(Screenshot: Melovely)
Der Onlineshop Melovely ist wegen seiner Anmeldebestätigungen abgemahnt worden. (Screenshot: Melovely)

Das Melovely-Urteil in der Übersicht

Im Shopbetreiber-Blog hat sich unser Gastautor Martin Rätze ausführlich mit dem Fall auseinandergesetzt: Am 04. August hat ein Geschäftsführer eines Unternehmens an seine Unternehmens-E-Mail-Adresse eine Mail von Melovely bekommen. Die Mail enthielt die Bestätigung für das erfolgreiche Anlegen eines Kundenkontos bei Melovely. Der Geschäftsführer ließ Melovely abmahnen, nach einigem Hin und Her landete die Problematik mit einem Umweg über das Landgericht Berlin schließlich wieder beim Amtsgericht Berlin Pankow/Weißensee, dieses bestätigte eine erlassene einstweilige Verfügung und wies den Widerspruch von Melovely zurück.

Um was es geht: Die Anmeldebestätigungen per Mail

Der Stein des Anstoßes: die Bestätigung über die Anlage eines Kundenkontos. (Screenshot: Melovely)
Der Stein des Anstoßes: die Bestätigung über die Anlage eines Kundenkontos. (Screenshot: Melovely)

Die fragliche E-Mail von Melovely an den Kläger ist im Shopbetreiber-Blog veröffentlicht worden:

"Hallo XYZ schön, dass du dich bei ONLINESHOP registriert hast. Dein Kundenkonto ist nun angelegt und du kannst ab sofort alle damit verbundenen Vorteile nutzen. Unter ,Mein ONLINESHOP' bekommst du eine Übersicht über deine persönlichen Angaben, wie Passwort, Kontaktdaten, Liefer- und Rechnungsadressen.

Was kannst Du nun auf ONLINESHOP machen, jetzt, wo du registriert bist? - Einsicht in den Status deiner Bestellungen - Schneller durch den Bestellprozess kommen - Deine abgeschlossene Bestellungen einsehen - Speicherung mehrerer Adressen - Kommentare zu Produkten schreiben wir helfen dir gerne, falls du Fragen hast. Nutze unser Kontaktformular oder wende dich telefonisch an uns unter:"

Die Begründung des Gerichts

Das Amtsgericht setzt seiner Begründung zuerst eine Definition von Werbung vorweg:

„Werbung ist jede Äußerung eines Handels, Gewerbes, Handwerks oder freien Berufes mit dem Ziel, den Absatz von Waren oder die Inanspruchnahme von Dienst- bzw. Werkleistung des Werbenden zu fördern. Für die Beantwortung der Frage, ob eine bestimmte E-Mail Werbung in diesem Sinne darstellt oder nicht, kommt es nach Auffassung des erkennenden Gerichts in erster Linie darauf an, wie sich die betreffende E-Mail aus Sicht des Empfängers darstellen muss. Und hier ist entscheidend nicht allein der Inhalt der E-Mail, sondern auch der Kontext, in welchem der Empfänger diese erhalten hat.“

Um dann letztlich auszuführen, wieso es sich bei der Anmeldebestätigung nach Ansicht des Gerichts um Werbung handeln würde:

„Vor diesem Hintergrund gilt für den hier zu beurteilenden Sachverhalt folgendes:

Die streitgegenständliche E-Mail beschränkte sich im wesentlichen auf die Information, dass für den Verfügungskläger bei der Verfügungsbeklagten ein Kundenkonto eingerichtet sei.

Ob eine solche Information Werbung darstellt oder nicht, hängt davon ab, ob der Empfänger dieser Information tatsächlich die Einrichtung des Kundenkontos veranlasst hat. Hat er dies, stellt die Information hierüber für sich genommen noch keine Werbung dar.

Hat er dies hingegen nicht, muss sich eine E-Mail wie die streitgegenständliche aus seiner Sicht als - sogar besonders aufdringliche - Absatzförderungsmaßnahme darstellen und ist damit Werbung.“

Die Folgen für Onlinehändler

genervt
Onlinehändler werden wieder mit Rechtsprechung und ihren Folgen genervt: Bei Anmeldebestätigungen soll es sich um Werbung handeln. (Foto: © Picture-Factory - Fotolia.com)

In der vollen Absurdität dieser Entscheidung zieht das, zumindest nach aktuellem Stand der Dinge, den Schluss nach sich, dass Anmeldebestätigungen nur noch im Double-Opt-In-Verfahren verschickt werden dürfen, um Abmahnungen zu vermeiden. Martin Rätze verweist zwar auch auf widersprüchliche Rechtsprechung zum Thema Double-Opt-In in anderen Fällen, schätzt jedoch dass, bis zur höchstrichterlichen Klärung, Bestätigungsmails im Double-Opt-In-Verfahren keine Werbung darstellen: „wenn sie völlig neutral und ohne jeglichen werblichen Inhalt gestaltet [sind]“. Die Tatsache, dass die Bestätigungsmail von Melovely dem normalen Menschen schon relativ neutral und ohne werblichen Inhalt erscheint, macht diese Einschätzung leider nicht tröstlicher.

40 Reaktionen
DerFrey
DerFrey

Deutsche Gesetze und die lieben Richterentscheidungen... Einfacher wird es offensichtlich nicht.

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Karl
Karl

Ich möchte hier mal den Abmahner verteidigen, weil sich so viele darüber aufregen.

Es handelte sich m.E. mit Sicherheit um eine Scheinanmeldung, eine Spam-Methode, die in letzter Zeit massiv um sich greift. Ich selbst bekomme fast täglich jede Menge solcher angeblicher Anmeldebestätigungen. Das sind keine "Bestätigung einer erfolgreichen Anmeldung", sondern schlicht Spam.

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Janosch
Janosch

So da wären wir wieder, jeden Monat gibt es weitere "schützende" Ideen, die dazu führen den Anwälten noch größere Umsätze zu bescheren.

Klaro mein alter XTCommerce Shop macht das bereits, wie oben beschrieben mit 2Opt-In.

Dumm, dass z.B. Woocommerce sowas nicht von haus aus kann sondern nicht gerade updatefreundlich dazuprogrammiert werden muss. GermanMarket versucht auch schon seit 2 Jahren das deutsche Wahnsinns-Rechts-Karusell in Kombination mit Woocommerce "rechtskonform" umzustricken. Monatliche Updates und immer wieder Probleme sorgen bereits jetzts schon für Unmut bei den Shopbetreibern.

Bleibt abzuwarten, was morgen die wieder zum Gesetzt wird. Wir sind selber schuld, wenn hier jeder "ami-conform" zum Juristen rennt, nur weil er im Web wieder was gefunden hat worüber man doch streiten könnte, dann geht das so weiter. Wollt ihr das? Oder ist das nur keinem bewusst?

Der Einzelhandel ist am Kämpfen, immer mehr können die Läden nicht mehr halten, versuchen dann noch über einen Online-Shop mitzuhalten. Vergeblich, die kosten dank solcher Neuerungen und ständig ergänzten Hürden führen frühzeitig zum Aus.

Zurück bleibven dann also nur noch die Großen Händler, kleine (oft interessantere) Shops verschwinden dann.

Bin programmierer und sehe täglich die langen Gesichter, wenn ich mit solchen Meldungen komme.

Bytheway, bin ich als Programmierer verpflichtet dem Kunden (ohne Pflegevertrag) jede Änderung in der Rechtsprechung mitzuteilen. Ich glaube kaum, dass ein kleiner Shopbetreiber t3n mitliest, der hat ganz andere Tagesaufgaben. Klar wünscht er sich, dass ich auf ihn zukomme und Erklärbär spiele, aber kann er mich denn in die Haftung bei Abmahnungen mit reinziehen ... (wobei wir wieder beim Thema wären).

Unserer deutschen Rechtsprechung wünsche ich gute Besserung!

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Frank
Frank

Hallo? Das war die Entscheidung es AG... die haben so viel zu melden wie der Dackel vom Nachbarn. Da arbeiten jene die es nirgends gepackt haben oder wegen Unfähigkeit degradiert wurden.

Die Entscheidungen von AGs interessieren in Deutschland niemanden und werden bei Anfechtung nahezu immer aufgehoben.

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robert
robert

In diesem Land kann man Online einfach kein Geld verdienen, ohne sich von 5 Anwälten zum Stundensatz von je 250,00 € beraten zu lassen.

Ich nehme dieses Urteil, dass das Fass zum Überlaufen bringt, zum Anlass meine Unternehmungen mittelfristig ins Ausland zu verlagern.

Echt ein toller Vorteil dass man Online nicht standortgebunden ist. Steuern bezahle ich gerne, aber anscheinend will man hier keine Online-Unternehmen im Land. Anders kann ich mir diese Fortschritts- & Innovationsfeindlichkeit leider nicht erklären.

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Thomas
Thomas

Es ist wirklich wichtig, dass es bei jedem Problem das jemand im Leben hat, und sei es nur ein unerwünschtes Mail zu löschen, ein Gerichtsverfahren, ein Urteil, und neue Regulierung gibt.

Ich habe in den letzten 10 Jahren viele Bestellungen abgewickelt, und kann mich nicht an das Problem erinnern "Person A bestellt, gibt aber die Email von Person B an, Person B beschwert sich daher über das Bestätigungsmail". Ok vielleicht 1, 2 mal in 10 Jahren.

Was deutlich öfter vorkommt: Dass Kunden ihre Email nicht korrekt angeben, und Bestätigungsmails nicht zugestellt werden können. Wenn ich nun double opt-in für Bestätigungsmails einführe (sprich Bestellungen ohne bestätigte Mail Adresse nicht weiter bearbeite) bleiben diese Bestellungen wohl hängen und diese Kunden können nicht mehr bestellen (weil sie die Mail nicht im Spam finden, nicht richtig eingeben usw.) - schade. Werden wir dann wohl Telefonbestellungen machen müssen.

Ich mache mit so einer Regel also die Online Bestellungen für alle Kunden umständlicher, um dem einen Kunden unter Millionen ein unerwünschtes Mail zu ersparen. Nein, Moment, er bekommt es trotzdem, es ist nur weniger werbend und mit Link...

Ich bin so froh dass ich meinen Firmensitz in Österreich habe, das schützt ein wenig von der deutschen Abmahnwut.

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hierkommtdiewurst
hierkommtdiewurst

Der arme "Geschäftsführer". Wovon ist er denn Geschäftsführer? Von einem Leberwurstbrot?
Er hat wohl das Internet noch nicht kapiert... Jeder kann sich überall in jedem Namen (= E-Mail Adresse) für jemanden anmelden. Die daraus resultierende Mail erreicht immer denjenigen, dem diese Mail gehört.
Solch eine Mail als "unerwünschte Werbung" aufzufassen grenz an wirklich absolute Dämlichkeit oder einfach zu entschuldigende Unwissenheit über das Medium Internet.
Es ist ein netter Service des Webportals, dem gerade registrierten Benutzer eine kurze Nachricht zu senden, dass alles geklappt hat.

Noch viel schlimmer dran scheint der Richter zu sein, der solch eine Farce auch noch unterstützt.
In letzter Konsequenz bedeutet dies, dass keine Internetseite der Welt mehr irgendwelche automatischen Nachrichten versenden darf, ohne vorher eine Checkbox "ich habe verstanden, dass ich gleich kontaktiert werde" einzuführen.
Aber selbst das hilft nicht, denn ein Betrüger kann die Checkbox ja auch klicken.

Es geht noch weiter:
Selbst einDouble oder Triple oder Quadrupel Opt-In hilft hier nicht.
Denn der offensichtlich völlig vom Internet überforderte "Geschäftsführer" und sein noch mehr überforderter Richter, würden auch so eine Mail, die ja durch einen Dritten ausgelöst wurde, als unerwünschte Werbung ansehen.

Gute Nacht Webseiten. Hallo Abmahnanwälte!

P.S: Meine Vermutung ist, dass es dem Herren "Geschäftsführer" ziemlich stinkt, dass seine Frau heraus gefunden hat, dass seine Bestellung bei "Melovely.de" wohl als Empfänger seine Sekretärin hatte ...

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abofreak
abofreak

da hast du voll recht. ich musste mein t3n abo vor kurzem kündigen und schau gleich mal in meinen emails nach, ob da eine bestätigung kam und mahne t3n dann ab :)
weiterhin werde ich in zukunft jede firma, die mir irgendeine bestätigung per post schickt , "schade dass sie gekündigt haben" oder "vielen dank für ihre nachricht, hier mehr information", abmahnen. im real life ist das nämlich das selbe thema ;)

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S. Jäckel
S. Jäckel

Im ersten Moment dachte ich anhand der Überschrift auch: "Was ist bloß jetzt wieder für ein komische Urteil ergangen?"

Dann habe ich den Artikel gelesen samt der Anmeldebestätigung und kann dem Urteil nur vollends zustimmen! Das was der Beklagte und Verurteilte Webshop abgeliefert hat ist Amateurarbeit, aber nicht professionell!

Grundsätzlich kann ich im Internet NIE annehmen, dass eine Registrierung in einem Portal authentisch ist. Ich kann also nie Mails versenden die da lauten: "Hallo XY, schön dass Du jetzt unser Kunde bist." Ich muss immer (und das verlangt schon der gesunde Menschenverstand und die professionelle Einstellung) eine Mail versdenden die in etwa lautet:"Hallo XY, am DATUM um ZEIT ist in unserem Shop eine Registrierung für den geschlossenen Nutzerbereich eingereicht worden, bei der folgende Angaben gemacht wurden: NAME, KONTAKTDATEN, WEITERE DATEN. Falls Sie diese Angaben so gemacht haben, bestätigen Sie diese Anmeldung bitte durch einen Klick auf den folgenden Link. Falls nicht so werden die vorstehenden Angaben nach Ablauf von 24 Stunden nach Versand dieser E-mail gelöscht. Sofern Sie weitere Informationen benötigen wenden Sie sich bitte an uns ERREICHBARKEITSZEITEN, TELEFON, EMAIL, ADRESSE."

Das ist jetzt KEINE Beratung hier und mit Sicherheit keine rechtsverbinsliche Auskunft oder Beratung, aber es ist das, was man in etwa (in der Kürze habe ich bestimmt auch einen Fehler eingebaut) von JEDEM PROFESSIONELLEN Macher eines OnlineShops im Jahre 2015 erwarten können MUSS! Und ja, auf der Anmeldeseite muss dieser Registrierungsprozess samt zeitlicher Limits beschrieben und die Email angekündigt werden, samt Hinweis auf das Spam-Fach!

Double-Opt-In erübrigt sich eventuell, wenn mit dem elektronischen Personalausweis gearbeitet wird. Aber selbst dann würd ich jedem Kunden empfehlen sich die Anmeldung bestätigen zu lassen, denn Ausweise können geklaut werden - auch elektronische! Gleiches gilt für Kreditkarten etc.

Was nun den Mailinhalt als solchen betrifft, so wird nie ein Gericht ein Problem damit haben eine Mail, in der die Vorteile und Vorzüge des Kaufens über den neuen Benutzeraccount gepriesen werden, als Werbung im Sinne von Verkaufsförderung zu beurteilen. Letztendlich ist so ein Kunden-Account eine Kundenbindungsmaßnahme und damit aquisitorischer Natur. Aber selbst bei t3n scheint man irgendwie solche E-Mails nicht lesen und verstehen zu können? Jedenfalls zeugt die Bildunterschrift davon. Und DAS finde ich dann extrem peinlich für die Redaktion!

Klaro ist das Geschrei groß, wenn plötzlich Mehrarbeit auf all jene zukommt, die bisher nicht auf möglichst saubere Prozesse geachtet haben und die ihren Kunden erklären müssen, warum sie in ihren Konzepten nicht schon vorher auf solche Eventualitäten eingegangen sind. Vorher einmal klar nachzudenken hätte aber den jetzigen Änderungsaufwand erspart! "Schnell mal Shop machen und Geld verdienen," war 1998 oder 2001 noch möglich. 2015 sieht die Welt ganz anders aus. Da müssen sauber durchdachte und dokumentierte Kundenprozesse her, in denen technische, rechtliche und verkäuferische Aspekte alle gemeinsam Eingang finden - und zwar m.E. genau in der Reihenfolge.

Wahrscheinlich bekomme ich viel Schelte für meine Position, aber ich habe und werde dem Gesagten nichts hinzufügen, weil es durch das vorstehende, ergangene, offenbar auch rechtskräftige, Urteil voll und ganz gestützt wird. Dagegen zu schreiben kann Frust abbauen helfen, aber an den Tatsachen, dass man profesionell arbeiten und sich an die Rechtslage halten muss, ändert all die Aufregung nichts. Besser hinsetzen und ein oder zwei Sachbücher zum Thema Wettbewerbsrecht lesen. Das ist besser investierte Zeit - auch für die Redaktion ;-)

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m_for_manu
m_for_manu

hahaha. realsatire vom abmahner.

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m_for_manu
m_for_manu

und nicht vergessen: recht ist nicht gerechtigkeit. der ganze schwachsinnige textblock stellt nur fest, dass es juristisch wohl stichfest ist. nicht aber ob jemanden mit diesen regelungen geholfen wurde und damit wird alles zum selbstzweck. nicht weinen wenn das ansehen von juristen weiter in den keller geht.

und um gleich ein ganz drastisches beispiel zu geben: auch die schüsse am antifaschichtischen schutzwall waren juristsisch einwandfrei. sich dahinter zu verstecken legitimiert zu nichts, außer dass man sich hinter gesetzen zum selbstzweck versteckt.

gratuliere. :)

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ich
ich

also wenn ich mir das einmal genau durchlese worum es dem abmahner ging war es nicht die einrichtugn eins kontos sondern das ihm unaufgefordert eine mail zugesand wurde.
mag sein das ich falsch informiert bin, aber das passiert bei opt-in auch und somit hätte er auch diese abgemahnt und sehr wahrscheinlich recht bekommen. das olg münchen hat nämlich schon so entscheiden, auch opt-in kann werbung sein. so sieht es in deutschland aus.

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Norbert
Norbert

Das Hauptproblem sind
1. Die Idioten, die auf die Idee kommen so etwas überhaupt abzumahnen um sich selbst zu bereichern. Denen geht's doch nichtmal darum etwas zu ändern
ändern
UND
2. Den noch dümmeren Menschen, die das dann Rechtssprechung nennen. Es gibt zig solch dummer Urteile, die dem ganzen Markt schaden, um den armen unbedarften hilflosen Konsumenten zu schützen.
Ob ein Richter mal wirklich alle Konsequenzen bedenkt bevor er den Hammer schwingt stelle ich in Frage. Traurig...

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ich
ich

deutschland ist nun einmal abmahnland, hier leben horden von anwälten von nichts anderem. und die gerichte unterstützen den wahnsinn auch noch.
wie hier schon mehrfach gesagt wurde, ob nun eine direkte bestätigung zur einrichtung des kontos oder über opt-in-bestätigung, in beiden fällen wäre hier abgemahnt worden und wahrscheinlich hätte er in beidne fällen recht bekommen. den der eigentliche inhalt der mail war völlig unwichtig bei dem urteil. der herr wollte keine email haben.
und wenn der erste opt-im abmahnt und recht bekommt schauen alle dumm aus der wäsche.

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Frank
Frank

Was ist bei Bestellungen, bei denen kein Kundenkonto angelegt wird?
Zudem muss erst die E-Mail bestätigt werden, bevor weiter eingekauft werden kann?

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Slava

Ich verstehe die Diskussion nicht.

Hat er denn nun eine Kontoeinrichtung veranlasst bzw. seine Daten dort eingegeben, oder hat das irgendjemand anders für ihn "übernommen"? Tat er dies nicht und bekam trotzdem eine Bestätigung, dass das Konto eingerichtet sei, dann war das m.E. nicht rechtens und das Urteil ist i.O. Denn sonst kann ja jeder und überall Konten einrichten, nur weil die E-Mail- und die physische Adresse bekannt sind. Daher ist eine kurze Vorab-E-Mail zur Bestätigung der E-Mail-Adresse Pflicht. Double-Opt-In ist im Interesse aller Beteiligten, wie mein Vorredner richtig sagt.

Antworten
Jochen G. Fuchs

Der Kläger bestritt, dass er die Anmeldung vorgenommen hat. Nach seiner Darstellung hat jemand anderes die Anmeldung vorgenommen.

Viele Grüße aus der Redaktion,
Jochen

Antworten
Slava

Ja gut, dann ist der Fall zumindest in meinen Augen eindeutig. Richtig entschieden.

Und dann noch mal was anderes - angenommen, im Rahmen des Double-Opt-In enthält gleich die erste Bestätigungsmail schon werbende Aussagen. Da würde ich nämlich auch aufpassen. Die sollte möglichst kurz und trocken sein, sonst kann das einem ja auch als unerwünschte Werbung ausgelegt werden.

Lars
Lars

Die Argumentation, dass es sich es sich auch um einen Missbrauch handeln könnte, kann man ja noch gut nachvollziehen.

Was in meinen Augen allerdings _keinen_ Sinn macht, ist die Tatsache, dass der Kläger mit einem "Mehraufwand" argumentiert, der ihm durch das Durchlesen der Anmeldebestätigung entsteht:
""Ohne Einverständnis des Empfängers an dessen geschäftlich genutzte E-Mail-Adresse übersandte Werbung stellt einen Eingriff in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb dar, dessen Unterlassung der von der Werbung betroffene Gewerbetreibende der vorbezeichneten Vorschriften verlangen kann, weil derartige E-Mail-Werbung regelmäßig den Betriebsablauf des Gewerbetreibenden beeinträchtigt und ihn nötigt, Arbeitsaufwand für das Sichten und Aussortieren solcher E-Mails aufzuwenden."

Siehe auch ausführlichen Bericht: http://www.shopbetreiber-blog.de/2015/02/04/shop-bestaetigt-eroeffnung-eines-kundenkontos-und-wird-abgemahnt/

Soweit so lächerlich (jedoch für die deutsche Rechtsprechung scheinbar nicht lächerlich genug -.- ).

Und jetzt wirds spannend: Das Gerichtet behauptet nun also (und in meinen Augen absolut falsch), dass das Durchlesen einer Bestätigungs-E-Mail _keinen_ Mehraufwand für den Kunden bedeutet?!

Eine Opt-In-Bestätigungsmail wäre doch im Falle eines Missbrauches ebenfalls eine nicht vom Kunden/Kläger angeforderte E-Mail, die dieser mit (nahezu unerträglichem) Aufwand durchlesen muss, um dann festzustellen, dass er noch nie in diesem Online-Shop bestellt hat (nun allerdings aufgrund dieser Werbung das unbändige Bedürfnis danach verspürt).

Stehe ich da gerade auf dem Schlau oder kann mir das bitte jemand halbwegs plausibel erklären?
Wenn die Anmeldebestätigung nachweislich keinen werbenden Inhalt hat und allein die Tatsache, dass nicht zweifelsfrei nachweisbar ist, dass der Kläher die E-Mail ausgelöst hat (wie in diesem Fall), wo ist dann der Unterschied zu einer anderen E-Mail mit nicht-werbenden Inhalt, die nicht zweifelsfrei nicht vom Kläger ausgelöst werden kann?

Antworten
Moritz

Ich muss Spinner zustimmen. So absurd der Fall auch sein mag, die Vorteile liegen auf der Hand.

Antworten
irgendeinem Spinner
irgendeinem Spinner

Ich verstehe die Aufregung nicht, ich finde das Urteil super. Mal ehrlich, eine Anmeldung ohne Double-Opt-In wird sowieso früher oder später missbraucht, warum also nicht gleich richtig machen? Werbung oder nicht ist mir dabei egal, ich möchte einfach nicht, dass ein Fremder nur durch Kenntnis meiner E-Mail-Adresse für mich ein Konto irgendwo eröffnen kann.

Auch aus sicht der Shopbetreibers ist Double-Opt-In nur von Vorteil. Möchte man wirklich eine geschäftliche Beziehung zu jemandem Unterhalten, der nicht mal seine E-Mail-Adresse bestätigt hat? Wenn man schon Vertrauen zum Kunden zeigen will, dann wäre es schön mal öfter als Zahlungsart Lastschrift vorzufinden.

Antworten
E.
E.

Gutes Argument.

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m_for_manu
m_for_manu

stimmt. das jemand mit meiner email-adresse ein account eröffnet hat ist unglaublich oft vorgekommen. mensch, wie oft man sich mit so etwas beschäftigen musste... uiuiui. ich kenne genug leute die einfach was kaufen möchten und es hassen sich durch das ganze prozedere zu wühlen.

abgesehen davon, dass sich der abstand zu den unternehmer-vorteilen außerhalb deutschlands noch weiter vergrößert. ein double-opt-in erfordert vor allem eine solche mail. muss denn echt alles so durchgenormt werden?

was kommt als nächstes? das gleiche verfahren beim telefonischen pizza-bestellen?

Antworten
irgendeinem Spinner
irgendeinem Spinner

Ich habe eine der ganz frühen gmail-Adressen, einfach nur name@gmail.com, du willst gar nicht wissen wie oft ich Anmeldebestätigungen von gleichnamigen Personen bekomme.

Und was ist jetzt so aufwändig daran in der Mail auf einen Link zu klicken? Die Mail bekommst du ja so oder so, ob nun mit Link oder ohne. Für mich hört sich das bei dir eher nach „einfach mal künstlich aufregen“ an.

Moritz

Wenn kein Kundenkonto vorhanden dann kommt es schon Mal vor, dass die Pizzeria einen Rückruf wagt um sich abzusichern....

m_for_manu
m_for_manu

und du scheinst dich auch nur dafür zu interessieren weil anscheinend ein haufen leute ihre email-adresse nicht richtig einrichten können. abgesehen davon dass du ja so auch eine mail bekommst.

welches interesse sollte man daran haben anderen leuten einen account sonstwo einzurichten? vor allem wenn man damit dem betroffenen sogleich den hinweis gibt? wo ist der nutzen, wo der schaden?

m_for_manu
m_for_manu

@moritz
äh genau. der lieferant möchte sich davor schützen dass seine ware auf seine kosten wieder zurück kommt. wo ist da eine gesetzliche regelung die ja doch nur wieder den abmahnern zugute kommt?

Moritz

Es geht doch generell darum auf der sicheren Seite zu sein... also sich abzusichern, egal wie oft so etwas vorkommt. Wer mit Pizzavergleichen um sich wirft der muss eben mit einer Pizza-Antwort leben :)...

irgendeinem Spinner
irgendeinem Spinner

@m_for_manu

Der kleine aber feine Unterschied liegt darin, dass ich nicht auf den Link in der Mail klicke und so niemand in meinem Namen mit einem Konto irgendetwas tun kann. Wenn da kein Link drin ist, sondern es sich nur um eine Bestätigung handelt, habe ich keinen Einfluss darauf was mit dem Konto unter meiner E-Mail-Adresse passiert.

Und das findest du wirklich gut und richtig?

m_for_manu
m_for_manu

oh, absolut. und das in einem land wo ich zum bezahlen karten an der kasse abgebe und damit legitimiere, indem ich das ähnliche gekrickel der rückseite auf einem bon kritzel. aber hey, wenn man darüber nachdenkt wie studivz wegen des datenschutzes massivst auf den buckel bekam um dann zusehen zu müssen wie alle zu facebook wechselten, ist alles möglich.

und beim nicht-DE-shop wo es sogar 1-click kauf gibt, da kauft dann keiner der das hier gut findet, richtig?

aber hey, hauptsache man fühlt sich vollkasko-rundum abgesichert. könnte ja einer dich bei zalando als email-adresse eingeben. was da alles passieren könnte...

m_for_manu
m_for_manu

@ irgendeinem Spinner
ich kann dir nicht schaden indem ich irgendwo deine email-adresse eingebe. ich müsste dafür schon zugang zu dem account haben und deine bankdaten wissen, zb.

deine email-adresse legitimiert zu nichts, das ist wie eine telefonnummer und die könnte ich ja auch bei jedem austausch mit einem dienstleister oder verkäufer hinterlegen. es gibt schlicht und ergreifend kein missbrauchspotential. gerade die shops haben kein interesse daran leuten maisl zu schicken die nichts mit ihnen zu tun haben.

hier findet wieder eine regulierung statt die kein problem löst, aber kosten und aufwand generiert. abgesehen davon, dass es nun noch ein hinderniss beim onlineshopping gibt.

irgendeinem Spinner
irgendeinem Spinner

Es ist nicht abwegig irgendwelche E-Mail-Adressen anzugeben, die einem nicht gehören. Das tue ich hier zum Beispiel auch, wobei ich fairer Weise eine Wegwerfadresse nutze.

Missbrauchspotential gibt es insofern, dass ich mich zum Beispiel bei dem Anbieter nicht mehr anmelden kann, wenn jemand das netter Weise schon mit meiner Adresse getan hat.

Was ist jetzt bitte so schwer daran auf den verdammten Link zu klicken? Double-Opt-In ist KEINE Raketentechnik und das gibt es auch nicht erst seit gestern, ganz im Gegenteil, das ist heutzutage absolut üblich.

m_for_manu
m_for_manu

hahaha. das ist ja tragik-komisch. ich verrate dir mal so ein trick, der ist garantiert keine raketentechnik. wenn man das tatsächlich mal feststellen sollte, gibt es so einen total genialen link. nennt sich "passwort vergessen". rate mal wer dann eine email bekommt?!

irgendeinem Spinner
irgendeinem Spinner

Ja wahnsinn, ist ja viel einfacher als eine Mail zu ignorieren. *waaahhh*

Robert Kummer

Wir sind gerade in der Closed-Beta-Phase für einen Dienst, der genau diese rechtlichen Probleme mit dem Double Opt-in Verfahren verhindert. Bei Interesse am Betatest bitte kurz melden.

Antworten
abmahnwut
abmahnwut

double optin bringt auch nichts. dieser mensch würde auch dies als werbung ansehen.
ich mahne heute noch amazon und sony und apple und ... ab, weil sie mir bestätigungsmails für einkäufe schicken, die nicht nötig sind und nach werbung aussehen. gute nacht internet in deutschland. peinlich!

Antworten
Florian
Florian

Ich musste gerade auf den Kalender schauen da ich schon dachte es sei der 1. April...So was lächerliches habe ich selten gehört. Was ist denn das für eine Rechtssprechung. Einfach nur lächerlich......

Antworten
m_for_manu
m_for_manu

Vestehe ich das richtig? Aktuell darf jede Anmelde-Mail abgemahnt werden, sofern sie nicht neutral genug aussieht und klingt (wie auch immer das messbar sein soll)? Wow! Richter, ihr habt wieder voll was geleistet.

Abgesehen davon, muss man schon ein ordentliches Stück Holz im Kopf sein um damit vor Gericht zu gehen. Oder es war ein Jurist. In dem Fall aber stimmt das mit dem Holz aber erst recht.

Antworten
E.
E.

Vor allen Dinen.. WO ist hier Werbung?

"Hallo XYZ schön, dass du dich bei ONLINESHOP registriert hast. Dein Kundenkonto ist nun angelegt und du kannst ab sofort alle damit verbundenen Vorteile nutzen. Unter ,Mein ONLINESHOP' bekommst du eine Übersicht über deine persönlichen Angaben, wie Passwort, Kontaktdaten, Liefer- und Rechnungsadressen.
Was kannst Du nun auf ONLINESHOP machen, jetzt, wo du registriert bist? - Einsicht in den Status deiner Bestellungen - Schneller durch den Bestellprozess kommen - Deine abgeschlossene Bestellungen einsehen - Speicherung mehrerer Adressen - Kommentare zu Produkten schreiben wir helfen dir gerne, falls du Fragen hast. Nutze unser Kontaktformular oder wende dich telefonisch an uns unter:"

Ich sehe keine :/

Antworten
Mike
Mike

Ich könnte kotzen. Was für hirnlose Menschen gibt es? Was für ein Mensch muss man sein um mit sowas vor Gericht zu gehen? Der Mensch ist zu einem motzendem Stück Fleisch geworden. Ich habe Fertig hier!

Antworten

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