Auch Mozilla Labs geht in diese Richtung und hat mit "Test Pilot" ein entsprechendes Projekt veröffentlicht. Es handelt sich dabei um eine Firefox-Erweiterung, die in der Lage sein soll, mit Hilfe der Nutzer gängige Usability-Fragen zu beantworten.
"Wie viele Tabs hat ein durchschnittlicher Nutzer gleichzeitig geöffnet?", "Wie verhält sich das bei neuen Nutzern?", "Wie oft wird der Stop-Button betätigt?" oder "Wie oft wird eine neues Fenster für eine Suchanfrage geöffnet?" sind die Fragen, die von Test Pilot beantwortet werden sollen.
Wie funktioniert Test Pilot?
Nach der Installation werden beim ersten Start einige einfache Angaben abgefragt. Die Test-Pilot-Daten werden zwar anonym erhoben, aber um sie besser einschätzen zu können, wird zum Beispiel nach dem persönlichen technischen Stand oder nach der lokalen Herkunft gefragt. Die Daten werden laut Mozilla nur anonymisiert und aggregiert gesammelt und die Ergebnisse als Open Content veröffentlicht. Wer seine Zustimmung zu weiteren spezifischen Tests gegeben hat, bekommt von Zeit zu Zeit Einladungen für besondere Testreihen.
Wie werden die Daten genutzt?
Mozilla selbst nutzt die Usability-Daten nicht nur für Firefox, sondern auch für Thunderbird, Seamonkey und für alle anderen Mozilla Labs-Projekte. Auch externen Entwicklern stehen die Daten als Open Content zur Verfügung. Damit könnte dieses Crowdsourcing-Experiment eine globale Bedeutung bekommen, denn die Daten sollten für viele Entwickler der unterschiedlichsten Programme interessant sein.
Wann werden Daten erhoben?
Test Pilot arbeitet im Hintergrund und übermittelt nur dann Daten an Mozilla, wenn es für die Beantwortung einer bestimmten Fragestellung sinnvoll ist. Um auch hier Offenheit und Transparenz zu gewährleisten, ist es für jeden Entwickler möglich, spezielle Fragestellungen einzureichen. In Verbindung mit Projekten wie IBMs Many Eyes, soll Test Pilot so zu einer großen Quelle für Daten werden, die ansonsten nie zugänglich wären.
Fazit
Eine Möglichkeit zur Verbesserung der Usabilty in Form eines Crowdsourcing-Experiments klingt zunächst recht abenteuerlich. Die Ergebnisse jedoch könnten durchaus einen enormen Nutzen bringen. Schön dabei: der offene Zugang auch für externe Entwickler.
Gerade in einer Entwicklungsphase des Internets, in der Prozesse vom eigenen Rechner in die "Cloud" verlagert werden, kommen auf die künftigen Browser-Generationen neue und umfangreiche Aufgaben zu. Je mehr die Benutzerfreundlichkeit und die Stabilität verbessert werden, um so mehr Vertrauen werden die Nutzer in einen Browser legen. Und das wird von Tag zu Tag wichtiger, denn schon heute laufen ganze Betriebssysteme via Browser.
Verzichten sollte man bei Mozilla allerdings auf die angedeutete Möglichkeit, auch die eingebauten Web-Cams, zum Beispiel für Eye-Tracking-Studien, heranzuziehen. Damit würde man den Nutzern zu viel Vertrauensvorschuss abverlangen.







