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Microsoft hält USB C für nicht massentauglich

Surface Laptop ohne USB-C. (Foto: Microsoft)

Microsofts neues Surface Laptop ist ohne den neuen USB-C-Standard ausgestattet. Warum? Laut Microsoft seien die Kunden noch nicht reif dafür.

Microsoft erklärt, warum das Surface Laptop ohne USB-C-Anschluss auskommen muss

Apple macht es beim Macbook und Macbook Pro, viele andere Notebook- und Smartphone-Hersteller auch: Sie haben den in die Jahre gekommenen USB-Typ-A- beziehungsweise Micro-USB-Port gegen den universell nutzbaren und punktsymmetrisch konstruierten USB-C-Anschluss ausgetauscht. Der Stecker wird als neuer Standard gehandelt – über den Port lassen sich Geräte aufladen, mit Displays verbinden und Peripheriegeräte anschließen.

Trotz oder offenbar wegen der vielseitigen Einsatzzwecke hat Microsoft sich gegen den Port in seinem ersten eigenen Notebook entschieden. Gegenüber The Verge erläutert Microsofts „General Manager of Surface Engineering“, Pete Kyriacou die Hintergründe.

Surface Connector statt USB C – Microsoft verzichtet im Surface Laptop auf den neuen Standard. (Foto: dpa)

Laut Kyriacou habe man die Möglichkeiten bei Microsoft in aller Sorgfalt abgewogen und ist zu dem Entschluss gekommen, dass USB C noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. Der neue Anschluss würde Nutzer außerdem verwirren. Als Beispiel führt er alternative Ladegeräte an: Manche Netzteile würden drei Ampere liefern, andere wiederum fünf Ampere. Außerdem würden einige Kabel Thunderbolt 3 unterstützen, andere hingegen nicht.

Weiter führt er aus, dass Kunden ihr Surface Laptop mit einem zu schwachen USB-C-Ladegerät aufladen könnten. Wenn dem Notebook dann plötzlich der Saft ausgehe, „werden sie die Schuld nicht dem Netzteil geben. Sie schauen dann zu uns. Die Marke steht auf dem Spiel“, sagt Kyriacou.

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Surface Laptop ohne USB C: USB-Typ-A und Microsoft-Connector laut Microsoft die bessere Wahl

Im Unterschied zu Apple, die bei ihren Macbooks voll auf USB C setzen, und damit Kunden zu einem Dongle-Life verdammen, wolle Microsoft noch abwarten, bis der neue Standard im Mainstream angekommen ist. Man halte die Kombination aus USB-Typ-A und dem proprietären Surface-Connector für die derzeit bessere Wahl. Der magnetische Surface Connector könne zum einen für die Energiezufuhr, zum anderen für die Docking-Station, mit der Surface-Geräte um vier USB-Ports und Gigabit-Ethernet erweitert werden können, genutzt werden. Zudem könne man zwei externe Display anschließen.

Dass Microsoft auf bewährte Technik setzt, ist auf eine gewisse Weise nachvollziehbar, da das Unternehmen seinen Kunden eine gewisse Sicherheit und Konsistenz bieten möchte. Andererseits impliziert das Beibehalten der klassischen Anschlüsse einen gewissen Stagnations-Effekt und Innovationsfeindlichkeit. Microsoft ist auf dem besten Wege, sich das Image eines innovativen und coolen Konzerns zu erarbeiten. Dazu gehören auch mutige Entscheidungen, wie beispielsweise auf USB-C zu setzen und die eigenen Produkte zukunftssicher zu machen.

Microsoft hat sich womöglich recht kurzfristig gegen USB C im Surface Laptop entschieden. (Screenshot: Microsoft)

Dass Microsoft in der Tat mit USB-C für das Surface Laptop experimentiert hat, ist interessanterweise im Promoclip „Craftsmanship“ zu sehen: in einem Ausschnitt des Videos ist deutlich ein Prototyp mit zwei USB-C-Anschlüssen zu erkennen. Vollkommen neu ist USB-C für Microsoft ebenso nicht: Schon im Lumia 950 (XL) setzte das Unternehmen auf diesen Anschluss – es wurde sogar eine Docking-Station angeboten.

Das Microsoft Surface Laptop kommt unter anderem in Rot. (Bild: Evleaks)

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Langfristig führt kein Weg an USB C vorbei

Auch wenn Microsoft sich vorerst gegen USB C sträubt, der Fortschritt ist nicht aufzuhalten und es ist sicher, dass der neue Stecker den klassischen USB-Typ-A-Port ablösen wird. Je früher die Redmonder und andere Unternehmen sich damit abfinden, desto schneller kann der neue Standard etabliert werden, auch wenn der Umstieg etwas holprig sein könnte. Hier würde es helfen, wenn alle Unternehmen entsprechende Aufklärungsarbeit leisten könnten.

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8 Reaktionen
JLX
JLX

ich gebe Microsoft ja ungern recht, aber wo sie nun mal recht haben... Andren ist es egal und da wird einfach USB-C reingepackt ins Gerät, egal ob es Sinn macht oder nicht. Warum man bei Apple im MacBook Pro nur auf USB-C setzt, ist mir wirklich schleierhaft. Wäre da weiterhin der MagSafe-Anschluss und normale USB-Anschlüsse verbaut, würde sich das bestimmt schon mal besser verkaufen. Allein die Tatsache, das ich zwingend immer für allen Mist einen Adapter dabei haben muss, hindert mich am Kauf desselben. Von der hässlichen und total unnötigen TouchBar mal ganz abgesehen...

Thomas
Thomas

Microsoft hat in dieser Sache recht. Apple und andere machen es sich zu einfach und verlagern die Technik in Dongles und schieben das Problem dem Anwender zu.

Namenlos
Namenlos

Man hätte beide Ports einbauen können. USB A und C.
Die Ausrede mit dem zu schwachen Netzteil ist ziemlich hanebüchen. Der Strom der ins Laptop fließt wird gemessen. Und wenn die Stromstärke nicht ausreicht, sollte das Betriebssystem in der Lage sein dieses durch eine Meldung anzuzeigen. Das konnte mein iPhone schon vor 5 Jahren.

autarch princeps
autarch princeps

Gut. USB-C ist komplett fehldesigned. Es wird das Schicksal von Firewire, eSATA, etc. teilen. Zu ihren jeweiligen Zeiten waren auch diese (zum Teil deutlich) schneller, sind trotzdem nicht aus ihrer Niesche gekommen und wurden am Ende fallen gelassen. Thunderbolt und USB-C wird es genauso ergehen, weil sie die gleichen Schwächen haben und denen nicht mal viel gutes entgegensetzen können.
Mein Mainboard hat USB 3.1 Gen 2 Typ A. Das einzige was das nicht kann ist in beide Richtungen Strom übertragen, sonst hat das alle Features von Typ C.

Kritiker
Kritiker

Wer so viel Geld für ein Notebook erwartet auch dass er in drei Jahren relativ aktuell dabei ist.

gast22
gast22

Den Schlussfolgerungen im Artikel ist nicht hinzuzufügen. Innovation findet eben doch konsequent woanders statt.

Nate
Nate

Oh, hat Steve Ballmer neuerdings wieder Einfluss im Unternehmen?

Jochen

Damit schießt sich Microsoft wieder mal selbst ins AUS.
Die Surface Geräte sind zwar toll, aber ohne USB-C möchte ich die auf keinen Fall haben.

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