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Ein lohnender Klick: So sorgt ihr für mehr User-Engagement

Ein lohnender Klick: So sorgt ihr für mehr User-Engagement

Mit kleinen spaßigen Elementen könnt ihr das User-Engagement erhöhen. Wie das funktioniert und worauf ihr dabei achten solltet, verraten wir euch in diesem Artikel.

Ein lohnender Klick: So sorgt ihr für mehr User-Engagement

UX-Design. (Foto: M S / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

UX: So funktioniert unser Belohnungssystem

Im November 2014 beschwerte sich Christian Heilmann in Form eines Blogbeitrags über ein weitverbreitetes Problem im Interface-Design: Viel zu oft, so Heilmann, wird eine eigentliche klare Handlungsabsicht von einer App ignoriert. Während die Macher der App damit natürlich ein Ziel verfolgen, ärgert das den Nutzer. Und da betrifft nicht nur den Mozilla-Evangelist. Tatsächlich sind wir alle darauf programmiert. Der Grund dafür liegt in dem Neurotransmitter Dopamin.

Das menschliche Gehirn versucht immer, Muster in der Welt um uns herum zu erkennen. Egal ob in der Liebe, beim Glücksspiel oder bei der Verwendung einer App: Entdecken wir ein uns bekanntes Muster, schüttet unser Gehirn Dopamin aus. Wenn wir uns entsprechend dem Muster verhalten und damit erfolgreich sind, wird eine weitere Dosis ausgeschüttet. Wenn wir aber im Gegenzug auf ein vermeintliches bekanntes Muster stoßen, unser angelernte Reaktion darauf jedoch nicht das zu erwartende Ergebnis bringt, sind wir verwirrt und fühlen uns schlimmstenfalls sogar beklommen.

Zunächst lässt sich daraus natürlich ableiten, dass ein bekanntes UI-Element, wie ein Subscribe-Button oder eine Bildergalerie, so funktionieren sollte, wie wir es von ihm erwarten. Übermäßige Experimentierfreude kann hier leicht dazu führen, dass eure Nutzer verwirrt sind, und sich schlimmstenfalls sogar von eurer App abwenden. Das bedeutet allerdings nicht, dass ihr nicht für Überraschungen sorgen könnt. Im Gegenteil!

UX-Design: Wie Überraschungen zum Motivator werden

Wenn uns eine Website oder App an einer unerwarteten Stelle belohnt, wird sich das unser Gehirn merken und versuchen, weitere Überraschungen aufzuspüren. So kann auch das User-Engagement erhöht werden. Allerdings gilt auch hier: Mehr ist nicht unbedingt besser. Sind die Überraschungen zu aufdringlich, stellt sich schnell ein gegenteiliges Gefühl ein, und wir sind tendenziell eher genervt.

In einem sehr lesenswerten Beitrag für das US-amerikanische UX-Magazine zu diesem Thema hat der Designer Husam Machlovi einige gute Beispiele für die Integration solcher Überraschungen in das UI-Design von Web-Apps gesammelt. Darin erwähnt er beispielsweise den E-Mail-Dienstleister MailChimp, der seine Nutzer bei der Benutzung des Tools immer wieder mit kleinen humoristischen Elementen überrascht. Bei der Einrichtung einer E-Mail-Kampagne bekommt ihr lustige animierte GIFs angezeigt. Habt ihr eure Kampagne terminiert, werdet ihr sogar mit einem virtuellen High-Five belohnt.

Ein weiteres Beispiel wäre der Lade-Screen von Slack. Der Unternehms-Messenger zeigt hier immer wieder interessante oder lustige Texte an. Durch das Lesen der Texte erscheint uns der Ladevorgang nicht nur kürzer, sondern wir haben auch eine positive Assoziation mit dem Dienst. Da niemand gerne wartet, könntet auch ihr euch überlegen, wie ihr Nutzern diese Zeit mit einer kleinen Überraschung versüßen könntet. Auch wenn ihr von gewohnten Pfaden abweichen wollt oder müsst, kann es hilfreich sein, neue Belohnungen zu schaffen, um Nutzer leichter an ein bisher unbekanntes Muster zu gewöhnen.

UX-Design: Slack macht Ladezeiten dank kleiner Sprüche erträglicher. (Screenshot: Slack)
UX-Design: Slack macht Ladezeiten dank kleiner Sprüche erträglicher. (Screenshot: Slack)

User-Engagement: Wie ihr eure Nutzer positiv überraschen könntet

Neben dem erwähnten Lade-Screen eignen sich auch 404-Seiten für eine kleine Überraschung. In einer idealen Welt sollte eure Besucher die zwar eigentlich nie zu Gesicht bekommen, aber hin und wieder dürfte es unvermeidbar sein. Wenn eure Besucher schon nicht finden, wonach sie suchen, könntet ihr ihren Frust wenigstens mit einer kleinen „Belohnung“ abfedern. Einige sehr schöne Beispiele dafür findet ihr in unserem Artikel „‚404 Error! Wanna play Pacman instead?‘ – 50 Beispiele für kreative Fehlerseiten“.

Darüber hinaus solltet ihr einen genauen Blick auf eure Website oder App werfen. Gibt es Momente in den es möglich und sinnvoll wäre, das Belohnungszentrum eurer Besucher zusätzlich zu stimulieren. Dabei sollte euer eigenes Branding als Grundlage dienen. Außerdem dürft ihr nicht vergessen, dass die Belohnungen durch Handlungen eurer Nutzer ausgelöst werden müssen und der Bedienung eurer Seite oder App niemals im Weg stehen sollten.

Wer sich eingehender mit dem Thema Nutzungserlebnis beschäftigen möchte, der sollte einen Blick auf unseren Artikel „UX: Die 12 besten Blogs, die in jeden Feed gehören“ werfen.

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Eine Antwort
  1. von Iris Kombeny am 14.01.2015 (10:36 Uhr)

    Bei einer geringeren Auswahl erhält man auch mehr Konversion, mehr zur Studie mit dieser Infografik: https://www.1min30.com/?p=18957

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