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Verbraucherzentrale will Facebook mit Klage zu mehr Datenschutz zwingen

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) macht mit einer Klage Druck auf . Ziel der Klage ist es, das führende soziale Netzwerk zu mehr zu bewegen. Der vzbv moniert in seiner Klageeinreichung Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzbestimmungen von Facebook, die gegen geltendes Verbraucherrecht verstoßen würden. Nach bislang erfolglosen Abmahnversuchen wurde daher jetzt einen Klage am Landgericht Berlin eingereicht.

Verbraucherzentrale will Facebook mit Klage zu mehr Datenschutz zwingen

Facebook am Pranger der Verbraucherzentrale

Facebook habe auf mehrere Abmahnungen des vzbv in der Vergangenheit nicht reagiert, so dass sich der Bundesverband der Verbraucherzentralen in Deutschland dazu entschlossen hat, eine Klage gegen Facebook einzureichen. Konkret geht es dabei unter anderem wieder einmal um den Freundesfinder, mit dem Facebook bereits mehrfach angeeckt war. Aktuell befindet sich die Social Network Plattform dazu auch in Gesprächen mit dem Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar. Kritisiert wird von beiden Seiten, dass der Freundesfinder auf E-Mail-Adressen in den Adressbüchern der E-Mail-Konten von Facebook-Nutzern zugreifen kann, auch wenn diese keinen Facebook-Account haben. Facebook nutzt diese E-Mail-Adressen dann dazu neue Nutzer zu generieren, indem Kontakte ohne Facebook-Account ungefragt eine Einladung erhalten.

Der Freundesfinder suggeriert den unerfahrenen Facebook-Nutzer, dass er nur dazu da sei, aus den Adressbüchern verschiedener Kommunikationstools diejenigen Kontakte herauszufinden, die einen Facebook-Account haben und noch nicht zu den eigenen „Freunden“ bei Facebook gehören. Wer Facebook den Zugriff auf seine Kontaktdaten aus einem E-Mail-Account gewährt, gibt damit aber auch automatisch die E-Mail-Adressen seiner Kontakte heraus - ohne dass diese davon etwas wissen oder etwas dagegen unternehmen könnten. Das verstößt nach Ansicht der Verbraucherzentrale gegen das Verbraucherrecht.

Datenzugriff für Drittanbieter

Zusätzlich kritisiert die Verbraucherzentrale auch die Möglichkeit für Drittanbieter auf die Kontaktdaten von Facebook zugreifen zu können. Spätestens seit der Lockerung der datenschutzrechtlichen Anforderungen an die Entwickler von Facebook-Apps, die eine Speicherung von personenbezogenen Daten über die ursprünglich festgelegten 24 Stunden hinaus erlaubte, sieht sich Facebook einer massiven Kritik von Datenschützern ausgesetzt.

Geändert hat sich dadurch bislang allerdings noch nichts. Mark Zuckerberg hat den Schwarzen Peter lediglich an die Nutzer weitergegeben, indem er die Privacy-Einstellungen neu organisierte und über eine zentrale Seite in vereinfachter Form zugänglich gemacht hat. Jeder Nutzer könne damit genau festlegen, wer auf welche Daten zugreifen kann.

Reaktion von Facebook steht noch aus

Bislang gibt es von Facebook keinerlei Reaktion auf die Vorwürfe und auf die eingereichte Klage. Für den vzbv-Vorstand Gerd Billen ist das auch nicht weiter verwunderlich: „Im Fall Facebook wird deutlich, dass insbesondere Anbieter aus den USA sich nicht um europäische Datenschutzstandards kümmern“, erklärt er in einer Pressemitteilung.

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Eine Antwort
  1. von bastians am 01.12.2010 (23:04 Uhr)

    Es wäre wünschenswert wenn sich bei der Friendfinder-Sache etwas tut, denn das darf wirklich nicht sein. Zwar bietet Facebook die Möglichkeit, die Emailadresse wieder zu löschen aber a) total versteckt und b) kommt bei mir eine Error-Meldung.
    Hier der Link zum Entfernen: http://www.facebook.com/contact_importer/remove_uploads.php

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