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Wie ein Entwickler seinen Job nach China auslagerte, um Katzenvideos zu schauen

Ermittler von Verizon erwischten einen angestellten , der seinen Job bei dem Unternehmen gewinnbringend nach China auslagerte, um während seiner Arbeitszeit im Internet  surfen zu können. Die Geschichte einer sehr ungewöhnlichen Sicherheitsuntersuchung.

Wie ein Entwickler seinen Job nach China auslagerte, um Katzenvideos zu schauen

Am Montag veröffentlichte das Verizon Risk Team die Case Study einer Sicherheitsuntersuchung (derzeit offline, hier im Google Cache) aus dem vergangenen Jahr. Demnach kontaktierte ein US-amerikanisches Unternehmen die IT-Experten, um einer kritischen VPN-Verbindung auf die Spur zu gehen. Unbekannte aus China griffen auf das Unternehmens-Netzwerk zu, das zur Authentifizierung die zufällige Zahlenfolge eines Sicherheits-Tokens erforderte.

Ein kompliziertes Sicherheitsproblem mit einfacher Erklärung

Die IT-Abeilung konnte die Verbindung auf den Account eines Entwicklers zurückführen, der wie gewohnt an seinem Schreibtisch saß. In den Personalakten erhielt er für seine Arbeit schon seit Jahren Bestnoten. Die Verbindung aus China, die über seinen Account lief, war hingegen mindestens sechs Monate lang fast täglich aktiv.

Anstatt zu arbeiten, schaute der Entwickler lieber Katzenvideos. (Foto: Moyan_Brenn_be_back_on_Jan_20th / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Erst als das Verizon-Team vor Ort den Computer des vermeintlichen Opfers inspizierte, konnten sie das Phänomen erklären. Wie sich herausstellte, bezahlte der Entwickler ein chinesisches Unternehmen für knapp ein Fünftel seines Gehalts, um seine Arbeit zu erledigen. Den Sicherheits-Token hatte er zuvor per FedEx nach China verschickt Wie seine Browser-Chronik enthüllte, verbrachte er die Arbeitszeit vor allem auf Reddit, Ebay, Facebook und LinkedIn. Auch einige Katzenvideos fand das Team von Verizon.

Outsourcing als Angestellter: Clever oder dreist?

Nach Informationen der Kollegen von The Register arbeitet der Entwickler inzwischen nicht mehr bei dem US-Unternehmen. Die Vermutung liegt nahe, dass er seine „Masche" mit dem Job bezahlte.

Er offenbarte Fremden wichtige Informationen und riskierte Unternehmenswerte, um im Gegenzug mit geringem Aufwand überdurchschnittliche Ergebnisse zu liefern. Damit kopierte der Entwickler, was unzählige Unternehmen schon seit Jahren praktizieren: Er lagerte seine Arbeit nach China aus und profitierte vom Lohnunterschied. Es gibt also für beide Seiten Argumente: Je nach Sichtweise ist seine Masche außerodentlich clever oder unglaublich dreist.

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10 Antworten
  1. von wwchdo am 16.01.2013 (16:22Uhr)

    Ich find's einfach nur klasse! :-)
    Klar gibt es Argumente für und wider, aber das Argument mit den "Fremden" im Nezt ist ein wenig fraglich. Würde mich mal interessieren wieviel Externe Verizon so schon beschäftig, die nur nach Projektlage eingestellt werden. Das ist doch irgendwie das gleiche.

    Cheers
    Anton

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  2. von otomo am 16.01.2013 (16:38Uhr)

    Lustige Geschichte. Wie kommt Ihr eigentlich darauf, das es sich um einen Verizon-Entwickler handelt? Im verlinkten Original ist lediglich die Rede davon, das Verizon mit der Aufklärung betraut wurde. Das Unternehmen, für das der Mann arbeitete wird im Artikel nicht mit Namen genannt.

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  3. von otomo am 16.01.2013 (16:39Uhr)

    ist euch wahrscheinlich zeitgleich auch aufgefallen... :-)

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  4. von Entwickler auslagern am 16.01.2013 (21:30Uhr)

    China-Programmierer gehören also zu den Besten US-Firmen-Festangestellten-Programmierern.
    Chinesen machen auch praktisch alle 800 Punkte bei irgendwelchen US-Einstellungs-Tests. 800 sind vermutlich das Maximum aber das wurde nicht weiter erklärt.

    Lohnerosion ist die eine Sache. Aber wenn die Qualität auch erodiert und die "billigen" Chinesen gleich oder besser arbeiten, hätten die Gewerkschaften sich mal früher drum kümmern sollen, deutsche Arbeit zu erhalten.

    Wenn man sich die deutschen IT-Großprojekte anschaut und das Verhalten der Manager und Bodyleaser("Vermittler") und Firmen-Managern, gönnt man den Chinesen jeden Auftrag.

    Die chinesische Formel-1-Strecke wurde in 18 Monaten gebaut. An Elb-Philharmonie, Uni-Bau, Flughafen-Berlin oder Klinikum (ich glaube) Aachen und den Bauruinen im Reality-TV der Privat-Sender sieht man, wie viel man hier für sein Geld und in 18 Monaten bekommt... .

    Vielleicht konnten die China-Programmierer von diesem "fünftel-Gehalt" dort in China sogar besser leben als der US-Programmierer in USA mit seinem 100%(bzw. dann nur noch 80%)-Gehalt.
    In China (und Asien allgemein) ist das Geld vermutlich noch was wert.

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  5. von Nico am 16.01.2013 (21:36Uhr)

    Der würde doch erstmal eine Beförderung verdienen!
    Die beste Idee überhaupt :D

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  6. von Daniel am 17.01.2013 (08:32Uhr)

    Eigentlich eine geniale Idee; aber irgendwo auch traurig: Er hat ja im Endeffekt selbst bewiesen, dass er problemlos günstiger ersetzbar ist.

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  7. von Lars Budde am 17.01.2013 (08:57Uhr)

    @Otomo: Vielen Dank für die Info. Der Fehler resultierte aus einem kleinen Missverständnis in der Redaktion und ist uns erst mit (kleiner) Verspätung aufgefallen. ;)

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  8. von Martin am 17.01.2013 (13:15Uhr)

    Lol... Ich hab bislang noch keinen chinesen gefunden der für mein gehalt arbeiten möchte

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  9. von Daniel am 23.01.2013 (08:26Uhr)

    Da hat ein Mitarbeiter seine Firma mal mit den eigenen Waffen geschlagen und sich die Rendite des Outsourcings selbst eingesteckt. Ich finde das verdammt clever, der Typ gehöt ins Mnagement anstatt in einen 0815-Job als Coder.

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  10. von Holger_ am 23.01.2013 (14:31Uhr)

    Moment, verstehe ich die Mehrheit hier richtig: Da macht eine Firma GENAU DAS NICHT ... Arbeitsplätze auslagern... und wird dafür von Ihren Mitarbeitern auch noch bestraft, indem diese dann durch Betrug (ja, das ist es, denn er hat behauptet, er erledigt diese Arbeit!) den Profit einstreicht, den das Unternehmen hätte machen können.

    Was wollt Ihr denn:

    Arbeitsplätze im Unternehmen behalten, dann hatte das Unternehmen ja alles richtig gemacht... sonst hätte der Mitarbeiter ja nicht da sitzen können.

    Oder ab jetzt gilt jeder bescheißt jeden und wer sich dabei am dreistesten verhält, gewinnt und bekommt von Euch auch noch ein Schulterklopfen!

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