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Zu viel Datenschutz: Merkel warnt davor, digitales Entwicklungsland zu werden

    Zu viel Datenschutz: Merkel warnt davor, digitales Entwicklungsland zu werden

(Bild: Shutterstock / 360b)

Hierzulande gilt das Prinzip Datensparsamkeit – also so wenig personenbezogene Daten wie möglich zu sammeln. Merkel fordert, Big Data zu nutzen, bevor Deutschland zum digitalen Entwicklungsland wird.

Angela Merkel warnt davor, dass Deutschland wegen überzogenem Datenschutz zum digitalen Entwicklungsland wird, sagte die Kanzlerin laut Sueddeutsche.de beim Deutschen Beamtenbund in Köln. Deutschland müsse sich von der Datensparsamkeit verabschieden und aufgeschlossen gegenüber der Verarbeitung großer Datenmengen für neue Produkte sein. Anhand des Fortschritts messe sich außerdem die Innovationsfähigkeit einer Gesellschaft. Wenn sich Deutschland Big Data gegenüber nicht öffne, würde Deutschland in der Digitalisierung abgehängt werden, argumentierte sie. „Ich möchte nicht, dass wir da eines Tages eine Art Entwicklungsland werden.“, sagte Merkel. Vor allem beim Kontakt mit Bürgern und Ämtern bestehe noch viel Verbesserungspotential.

Datensparsamkeit ist im Bundesdatenschutzgesetz verankert

Im Bundesdatenschutzgesetz ist die Datensparsamkeit als Grundprinzip für Speicherung personenbezogener Daten festgelegt. Die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung solcher Informationen muss am Ziel ausgerichtet werden, so wenig personenbezogene Daten wie möglich zu sammeln, zu verarbeiten und zu nutzen. Merkel fordert eine Aufweichung der strengen Richtlinien und wünscht sich einen ausgewogenen Umgang mit großen Datenmengen und Datenschutz. Große Datenmengen bezeichnete sie als „Rohstoff des 21. Jahrhunderts“. Kritiker allerdings warnen vor der Nutzung und bemängeln, dass Big Data die Privatsphäre der Menschen aushöhlen würde.

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Merkel nennt elektronische Gesundheitskarte als Beispiel

Als Beispiel nennt die Bundeskanzlerin unter anderem die elektronische Gesundheitskarte, deren Einführung in Deutschland nur schleppend vorangeht. Erst ab Mitte 2018 sollen die auf der Karte gespeicherten Daten von Arztpraxen mit den Krankenkassen abgeglichen und aktualisiert werden können.

In Deutschland stieß die elektronische Gesundheitskarte wie auch andere Digitalprojekte auf Skepsis. Erst nach einer 15-jährigen Debatte wurde die Karte Anfang 2015 verpflichtend eingeführt. Laut einer repräsentativen Umfrage glaubt fast die Hälfte aller Befragten, dass alle medizinischen Daten auf der elektronischen Karte landen – dabei ist dies aufgrund der Datenschutzbestimmungen nicht verpflichtend geplant.

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6 Reaktionen
Fabian

"Zu viel Datenschutz". Ich finde es sehr gut, dass in Deutschland das Prinzip der Datensparsamkeit gilt. Ich möchte nicht noch weiter überwacht werden.
Außerdem schließen strenge Datenschutz-Gesetze technologischen Fortschritt keinesfalls aus.

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Jan
Jan

Interessant, wie sie vor etwas warnt, was schon seit längerem eingetreten ist.

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thorsten
thorsten

"Internet, Internet, wenn ich das schon wieder höre...das ist ne Totgeburt...das braucht kein Mensch. Genau wie Biergläser, die braucht auch keener."

Aber jetzt mal im Ernst, anstatt hier unsere Rechte ständig aufzuweichen, und sich der Wildwest-Manier der Amis auszuliefern, sollte sie stattdessen mal solchen Pappenheimern wie Herrn Zuckerberg Einhalt gebieten. Nur wird das leider nicht geschehen, weil sie sich von Lobbyisten und Ja-Sagern umgibt.

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Daniel

Ich finde das gut, ich mein im Mobilfunk ist Deutschland schon ein Entwicklungsland geworden, im Vergleich zu anderen Ländern.

Leute die jetzt gegen BigData kämpfen sind vom seben Schlag wie die die damals gesagt haben "Internet? Das setzt sich nicht durch." In anderen Ländern werden wir für unser durchdachtes Handeln schon langsam bemittleidet.

Ists nicht mal wieder an der Zeit dass Deutschland auch beim Thema IT, IoT und co nach orne kommt, oder wollen hier alle, wie meine Mutter, 45 Jahre alt, dass man ja nie etwas über sich verrät.

Wer verantwortungsvoll mit den gegebeben Mitteln umgeht und nicht wahllos auf jeden Link, blauäugig und dumm klickt, der braucht auch vor BigData keine Angst haben.

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Ribert
Ribert

Deutschland in der Internet-Entwicklung mal wieder 10 Jahre hinterher.

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stoltenberg
stoltenberg

Eine ältere CDU-Dame mit ausgespähtem Handy scheint mir für diesen Themenkomplex geradezu prädestiniert zu sein!

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