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Schon angebissen? Peach, die neue Messaging-App von Vine-Gründer Dom Hofmann, geht steil

Schon angebissen? Peach, die neue Messaging-App von Vine-Gründer Dom Hofmann, geht steil

Eine neue Messaging-App? Oder doch ein neues Social Network? Irgendwie beides. Peach ist da – und wir sagen euch, was die kann und wofür sie gut ist.

Schon angebissen? Peach, die neue Messaging-App von Vine-Gründer Dom Hofmann, geht steil

(Foto: Shutterstock)

Peach: Über Nacht bekannt geworden

Manchmal geht es ganz schnell. Gestern Morgen noch sprach in Deutschland niemand über diese neue App, die in den USA gelauncht worden ist, gestern Abend dann waren die Timelines von Twitter und Facebook und die Tech-Seiten voll davon: Peach, eine neue Messaging-App, machte die Runde, als sei gerade ein neuer Papst gewählt worden.

Die Geschwindigkeit, mit der Peach bekannt wird, hat drei Gründe: Zum einen stammt die App von Vine-Gründer Dom Hofmann und damit von einem Promi der Tech-Szene – zum anderen haben es neue Netzwerke in den vergangenen Jahren teils erstaunlich leicht gehabt, erfolgreich zu werden – man denke nur an Snapchat. Und zum Dritten haben die richtigen Player die App gepusht, neben den größeren Tech-Magazinen auch ProductHunt, eine Seite, die inzwischen durchaus über Erfolg und Misserfolg eines neuen Tools oder einer neuen Idee mitentscheiden kann.

Kurzbefehle wie bei Slack

Und jetzt also Peach, diese pastellfarbene Messaging-App mit dem etwas zu zuckrig gestalteten Icon. Doch was kann sie wirklich? Zunächst das, was sie verspricht: Messaging. Unter dem Titel „A space for friends“ will die App es ihren Nutzern ermöglichen, miteinander zu kommunizieren, sprich: sich Nachrichten, Fotos und kurze Videos (ähnlich Snapchat) zu schicken. Doch ein paar mehr Features, um sich von der Konkurrenz abzuheben, haben Hofmann und sein Team sich dann doch einfallen lassen.

Zunächst wären da die Kurzbefehle, die an den Team-Messenger Slack erinnern. So kann der Nutzer beispielsweise mit draw kleine Zeichnungen erstellen, mit song kann er einen Musiktitel, der gerade läuft, erkennen lassen und samt Spotify oder Apple-Music-Link verschicken, und mit weather kann er Nutzern das aktuelle Wetter übermitteln. Dazu kommen spielerische Befehle wie gif für die GIF-Suche, battery für den aktuellen Batterie-Status oder dice, der zwei sechseitige Würfel für den User wirft. Und dann wären da noch Features, für die Peach Zugriff auf weitere Funktionen des iPhones benötigt: move etwa gibt an, wie viel er sich an diesem Tag bewegt hat, und mit dem Befehl here kann er seinen aktuellen Ort mitteilen, wenn er der App denn Zugriff auf seine Standortdaten erlaubt hat.

Peach: Viele Ideen für witzige Features

Peach ist eine Mischung aus Slack, Messenger und Social Network. (Screenshots: iTunes)
Peach ist eine Mischung aus Slack, Messenger und Social Network. (Screenshots: iTunes)

„Peach is a fun, simple way to keep up with friends and be yourself.“

Darüber hinaus kann mit shout einer Nachricht etwas Nachdruck verliehen, mit rate etwas bewertet (ein Getränk oder eine Location beispielsweise), mit movie, tv, book oder game nach Filmen, Serien, Büchern oder Spielen gesucht und mit goodmorning und goodnight guten Morgen oder gute Nacht gesagt werden, wobei Peach der Nachricht immer das aktuelle Wetter und die Uhrzeit hinzufügt. Der Befehl safari öffnet den Browser und events gibt – bei Zugriff auf den Kalender – aus, wie viele und welche Termine heute anstehen.

Insgesamt ein ideenreiches Paket an Features, für das Peach allerdings auch Zugriff auf etliche sensible Daten braucht. Und das bleibt auch so, wenn man bei Peach Freunde oder Bekannte finden will. Dafür nämlich braucht man entweder den Nutzernamen – oder muss seine Telefonnummer angeben und Peach das eigene Telefonbuch durchsuchen lassen. Das allerdings funktioniert derzeit nur in den USA – auf andere Länder soll die Funktion mit einem der nächsten Updates ausgerollt werden.

Datenschutz? Man weiß es nicht

Und wenn Peach-Nutzern trotz dieser Fülle an Funktionen doch mal nicht einfällt, was sie so schreiben sollen, hat die App ein paar Fragen vorbereitet, an denen man sich wunderbar entlang hangeln kann: „Paste whatever's in your clipboard right now“ ist eine der Möglichkeiten, andere Fragen wären „What's something you can't live without“ oder „Write your own horoscope for today“. Und wenn auch das ausgeschöpft ist, kann man einem Nutzer auch einfach winken – eine Funktion, die einen Push auslöst und in etwa dem Anstupsen von StudiVZ oder dem Poke von Facebook entspricht. Alternative Antworten zum Wave: Cake (🍰), 100 (💯), Boop (👉👃), Quarantine (😷), Blow a kiss (😘), Put a ring on (💍) oder Hiss (😾). Und alle so: Yeah!

All das, was ein Nutzer so postet, landet auf seiner „Wall“, wo es geliked und kommentiert werden kann, insofern ist Peach eigentlich mehr als nur ein Messenger – es ist eine Mischung aus Slack, Messenger und . Auf der eigenen Startseite wiederum kann man sehen, was die eigenen Freunde so posten – und das in Echtzeit. Einziger Wermutstropfen bis jetzt: Peach gibt es aktuell nur für iOS. Das aber hat auch andere Projekte nicht davon abgehalten, groß zu werden. Eher andersrum, sind doch Netzwerke wie Ello unter anderem daran gescheitert, dass sie es nicht rechtzeitig geschafft haben, eine iOS-App auf den Markt zu bringen. Dafür ist Peach derzeit kostenlos und werbefrei – das Geschäftsmodell der App werden die Macher wohl noch finden müssen. Ach ja, und wer sich nach der Anmeldung über ein bisschen Schluckauf wundert: Der Ansturm auf Peach hat offenbar auch die Server nicht verschont. Doch das Team arbeitet dran ...

Bliebe noch zu klären, wie Peach mit all den Daten umgeht, die Nutzer der App unter Umständen so anvertrauen. Und da lässt sich aktuell leider nur sagen: Man weiß es nicht. Informationen darüber, wo und wie diese Daten gespeichert, wie sie verarbeitet und an wen sie weitergegeben werden, liefert weder die Seite noch die App. Gehen wir also erst mal davon aus, dass man Peach keinen Zugriff auf Daten gewähren sollte, die man für sich behalten will. Und dass die App, davon abgesehen, dass es so etwas wie private Chats unter Nutzern derzeit eh nicht gibt, nicht der richtige Ort für sensible Informationen ist. So, wie sie aussieht, geht es darum aber ohnehin nicht – sondern um Spaß an der Kommunikation. Und den kann man mit Peach durchaus haben.

Peach — share vividly
Entwickler: Byte Inc.
Preis: Kostenlos
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6 Antworten
  1. von Unzufriedene User am 09.01.2016 (11:19 Uhr)

    Das Interesse zeigt vielleicht auch wie unzufrieden die User mit den bisherigen Systemen sind und das Bedarf besteht.

    Kann man mit Twitter eigentlich Tweets aus der Umgebung anzeigen lassen ? Bei Stürmen (oder leider auch HbfKöln) oder wenn man irgendwo ist (Urlaub, Eltern,...) wäre man informiert worden was in der Umgebung los ist.
    Twitter hat viele Dinge die besser gingen.
    Interessant bei Wetter wäre auch wenn man die üblichen Wetter-Apps aufrufen würde. Bei iOS hat man ja die Orte von Eltern, Mallorca-Rentnern(Großeltern) und Bekannten in der Wetterapp eingetragen und kann sehen wie es dort ist. Aber auch MicroFormate haben sich bisher nicht durchgesetzt.

    Nett wären also APIs so das man per Peach z.B. tote Tiere am Straßenrand oder umgeknickte Straßenschilder oder Müll (Batterien, Spray-Dosen, Behälter,...) am Straßenrand mit !here-!photo-!Meldestelle melden kann.
    Eisdielen, Cafes usw. wollen wissen wo der Regen lang zieht und ob man das Vordach ausfahren muss oder stecken lassen kann was Vine ja vorhersagen könnte wenn man es mit den Discounter-Wetter-Stationen connecten kann. Mit Twitter soll man sowas ja nicht machen obwohl angeblich die Vorlage doch Machine-2-Human-Meldungs-Systeme waren wo man gesehen hat wie die Temperaturen, Wind und Verkehrs-Fluss in der US-Großstadt waren um Probleme (Staus) zu detecten und Maßnahmen zu ergreifen... :-(

    Andererseits wird es aufgekauft und dann stagniert wie es bei Yahoo, Google und auch Amazon nicht unüblich ist oder es wird schneller vergessen als manche DSDS-Stars oder Supermodel-Kandidaten oder Bachelor-Teilnehmerinnen weil die Mainstreamer nächste Woche "die nächste Sau durchs Dorf treiben" (deutsche Redewendung) und das Gedächtnis anscheinend leider oft recht kurz ist...

    Nischenbasierte oder Themen-Zentrierte oder Event-basierte Messaging-Systeme wären auch nicht sinnlos. Z.b. bei Cebit oder allen Messen für das Standpersonal oder alle Wachleute oder alle Messe-Mitarbeiter usw. Da gehts einerseits um Broadcasts wie aktuelle Besucherzahl in den Hallen aber auch um kleinere Zielgruppen wie "Kaffeemaschine an Stand 2345 raucht".
    Oder halt um Bewerber und Firmen zu connecten auf Berufsmessen oder Messen allgemein. Oder potentielle Kunden auf diesen Handwerkermessen alle zwei Jahre in allen Gemeinden. Ohne hohe Kostenrisiken gäbe es das längst und man könnte auf der Messe einen besseren Job angeln...
    Auf Fachmessen werden Zilliarden-Geschäfte gemacht. Fragte Eure KMU-Kunden nach der Wichtigkeit...
    Auch bei Parteitagen oder Hauptversammlungen vom Fußballverein oder Aktien-Firma wären solche Systeme sinnvoll.
    Gibts Live-IPTV-Berichte in 8k-UHD2 von der Zalando- und Rocket-Hauptversammlung ?

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  2. von George99 am 09.01.2016 (13:47 Uhr)

    Mehr als ein herzhaftes Gähnen haben mir diese "tollen" Features nicht entlockt. Kein Wunder, dass ich bisher nichts von diesem "steil gehenden" Messenger gehört habe.
    Was ist mit den absoluten Basics? Verschlüsselung? Sync über alle Mobilgeräte und Desktops?

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    • von Florian Blaschke am 09.01.2016 (17:07 Uhr)

      Damit ist, klare Antwort: gar nichts. Sync über mehrere Geräte, wenn es die App nur für iOS gibt, wird schwierig, von Verschlüsselung oder anderen Datenschutzthemen findet sich nirgends ein Sterbenswort. Insofern: Vermutlich eher nichts für Dich ... ^^

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  3. von Sascha Pallenberg am 10.01.2016 (13:45 Uhr)

    DOA - Das ist das neue Path, sorry

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  4. von grep am 11.01.2016 (19:59 Uhr)

    Hallo ...,


    ganz nett ..., nur der Datenschutz wurde scheinbar NICHT berücksichtigt - ein absolutes K.O.-Kriterium für mein Empfinden.

    Ich möchte jedenfalls NICHT via PATRIOT-Act o. ä. ausgespäht werden ... !

    Ansonsten ist diese App wohl eher eine Spielerei und kein ernsthaftes, (ausfall-)sicheres Stück Software.

    Kommunikation ist meist privat und da denke ich an Verschlüsselung - ergo Datenschutz.


    Ciao, Sascha.

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