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Marketing

Echte Ansteckungskommunikation: Diese 5 Marketing-Kampagnen bekommen den Virenschleuderpreis 2015

    Echte Ansteckungskommunikation: Diese 5 Marketing-Kampagnen bekommen den Virenschleuderpreis 2015

(Foto: Virenschleuderpreis)

Auf der Frankfurter Buchmesse ist der Virenschleuderpreis für innovatives Marketing in der Publishing-Branche vergeben worden. Die Preisträger in diesem Jahr überzeugten die Jury dabei vor allem durch zwei Dinge: Teamarbeit und Menschlichkeit.

Virenschleuderpreis: Organisationen zeigen Gesicht

Seit fünf Jahren gibt es den Virenschleuderpreis jetzt schon – und geht es nach Erfinder und Initiator Leander Wattig, dann wird die Veranstaltung auch auf der Frankfurter Buchmesse 2016 stattfinden: „Ich habe schon die feste Zusage der Frankfurter Buchmesse, dass wir dort in eine neue Runde gehen. Ich werde mich dann auch bemühen, die diesjährige Preisverleihung mit Jim Avignon und Rocko Schamoni noch mal zu toppen, auch wenn das schwer werden wird.“

„Ich freue mich, dass die Organisationen zunehmend verlags-übergreifend zusammen arbeiten.“

Die Jury, bestehend aus Eden-Spiekermann-Partnerin Pia Betton, BuzzFeed-Deutschland-Chefin Juliane Leopold, Verlegerin Karla Paul, Autorin Poppy J. Anderson, Kunstvermittlerin Anke von Heyl, Martin Hoffmann – Social-Media-Chef der Welt, Sascha Lobo, Journalist Frank Zimmer (Redaktionsleiter Werben & Verkaufen) und Markus Gogolin, Leiter Marketing & Kommunikation DACH der Frankfurter Buchmesse, hatte es nicht leicht in diesem Jahr, so Wattig: „Ich bin insgesamt begeistert von der Qualität der 74 Nominierungen, die den verbesserten Status quo des Marketings im Bereich Kultur und Medien schön aufzeigen. Vor allem freue ich mich, dass die Organisationen immer mehr Gesicht zeigen, dass sie auch mal ausgefallenere Sachen ausprobieren und dass sie wie bei den ‚Herzenstagen' auch zunehmend verlagsübergreifend zusammen arbeiten. Damit gleichen sich die reinen Netzwerkinitiativen und die Unternehmenskampagnen weiter an.“

Die Wahl fiel entsprechend schwer – und doch haben die Juroren für jede der fünf Kategorien einen Sieger gekürt, der auch in diesem Jahr gezeigt hat, dass es in der Buch- und Verlagsbranche großartige Kampagnen und Persönlichkeiten gibt. Hier sind die Gewinner – und die Begründungen der Jury.

Virenschleuderpreis 2015: Die Sieger

Kategorie Kampagne: Bayerische Schlösserverwaltung – Tweetwalk #Lustwandeln im Englischen Landschaftsgarten

Bekommt den Virenschleuderpreis 2015: Die Bayerische Schlösserverwaltung. (Foto: Bayerische Schlösserverwaltung)
Bekommt den Virenschleuderpreis 2015: Die Bayerische Schlösserverwaltung. (Foto: Bayerische Schlösserverwaltung)

Beschreibung

„Die Kampagne „Tweetwalk – Auf den Spuren Englischer Landschaftsgärten im Schlosspark Nymphenburg“ führten wir zusammen mit den Kulturkonsorten am 19.4.15 durch. Die Aktion diente zur Bewerbung unserer App „Schlosspark Nymphenburg. Lustwandeln durch den Garten“. In 2,5 Stunden führten wir 30 Blogger, Instagrammer und Twitterer durch den Nymphenburger Schlosspark. Wir steuerten Stationen der App an und lüfteten Geheimnisse. Die Teilnehmer vertwitterten ihre Eindrücke bild- und wortreich mit dem Hashtag #Lustwandeln. Sie trugen in Echtzeit die analoge Führung in den digitalen Raum hinein. Ihre Freunde im Netz und alle Interessierten konnten über den Hashtag das Lustwandeln miterleben, Fragen stellen oder eigene Fotos zum Thema teilen.“

Jury-Stimmen

„Die richtige Maßnahme für jedes Medium.“

Frank Zimmer: „Multiplikatoren an einem schönen Ort versammeln: Die einfachsten Ideen sind immer die besten.“

Karla Paul: „Die richtige Maßnahme für jedes Medium – die Bayerische Schlösserverwaltung weiß die Möglichkeiten der sozialen Netzwerke perfekt für sich und ihre Inhalte zu nutzen!“

Markus Gogolin: „Schöne Aktion, die Live-Marketing-Ansätze mit der digitalen Welt vereint.“

Anke von Heyl: „Ein Tweetup ist nicht neu, aber die Art, wie hier quer durch ganz Deutschland Influencer und Fans aktiviert wurden, ist einmalig und hat die Messlatte für zukünftige Veranstaltungen dieser Art sehr hoch gelegt.“

Kategorie Strategie/Plattform: NeinQuarterly – die Nein-Nicht-Strategie

Beschreibung

Eine Ikone: NeinQuarterly. (Bild: Virenschleuderpreis)
Eine Ikone: NeinQuarterly. (Bild: Virenschleuderpreis)

„Eric Jarosinski aka @NeinQuarterly macht, glaubt man Social-Media-Ratgebern, im Netz alles falsch. Er ist nicht gut drauf, verbreitet keine gute Laune und postet keine Bilder von tollen Ereignissen oder fotogenem Essen. Mit seiner Performance sagt er konsequent ‚Nein.‘ zu allem. Erstaunlicherweise scheint gerade dies das richtige Leben im virtuellen zu sein, denn in seiner dialektischen Resignation wirkt @NeinQuarterly lebendiger als die meisten anderen.“

Jury-Stimmen

„Ich bin glühender, nein züngelnde Flammen schlagender Fan von @NeinQuarterly.“

Hoffmann: „NeinQuarterly ist einfach Kult.“

Gogolin: „Eine Ikone!“

Sascha Lobo: „Das ist fast schon ein Problem der Voreingenommenheit, aber nur fast – denn ich bin glühender, nein züngelnde Flammen schlagender Fan von @NeinQuarterly, der nämlich als Figur keine Ansteckungskommunikation macht – sondern Ansteckungskommunikation MACHT. Eigentlich müsste daher Eric Jarosinski nicht nur den Preis bekommen, sondern auf immerdar Pate des gesamten Preises sein.“

von Heyl: „Eine Möglichkeit, den akademischen Betrieb mit frischem Blut zu versorgen, die hoffentlich Schule macht.“

Kategorie Idee: „Herzenstage“ der Bonnier-Verlage Carlsen, Forever, Impress, Piper und Ullstein

Preiswürdig: die Herzenstage. (Grafik: Herzenstage)
Preiswürdig: die Herzenstage. (Grafik: Herzenstage)

Beschreibung

„Die Idee hinter den Herzenstagen war, dass die Herzenstage-Webseite als Repositorium und Anstoß für Gespräche auf all unseren Social-Media-Kanälen dienen sollte. Es gab nicht nur Storys rund um das Thema Liebe und die schönsten Romane dazu, sondern Livechats und Q&As mit Lieblingsautoren, Sprechstunden mit Verlagsmitarbeitern für Blogger und Neuautoren, Videos und Hintergrundinformationen sowie Playlisten mit Lieblingssongs und Votings für die heißesten Bookboyfriends sowie viele weitere Aktionen, die dieses Sommerwochenende unvergesslich gemacht haben. Das Thema Romance wird manchmal in der Literaturwelt belächelt und wir konnten mit viel Herzblut gemeinsam zeigen, dass es ein breites und ansteckendes Thema ist, das uns alle betrifft und zu dem es nie genug zu sagen gibt.“

Jury-Stimmen

„1.000 Tweets können nicht irren!“

Paul: „Das digitale Literaturfestival bewies nicht nur verlagsübergreifende Teamarbeit, sondern wie viel Herz ihre Autoren wirklich haben – 1.000 Tweets können nicht irren!“

Hoffmann: „Allein schon für die GIFs.“

Kategorie Team des Jahres: Digital Media Women – Wir bringen Frauen auf die Bühnen

Das Team des Jahres: Die Digital Media Women. (Foto: DMW)
Das Team des Jahres: Die Digital Media Women. (Foto: DMW)

Beschreibung

„Wir, die Digital Media Women e.V. (#DMW) sind ein in Hamburg gegründetes Branchennetzwerk mit Quartieren in Hamburg, Berlin, Köln, München und der Region Rhein-Main in Form eines gemeinnützigen Vereins. Wir arbeiten im und mit dem Netz: als Social Media-Managerinnen, Web- und Grafikdesignerinnen, Online-Journalistinnen, Bloggerinnen, Programmiererinnen und in vielen anderen Feldern des World Wide Web. Unsere Arbeitsfelder sind oft Männerdomänen – doch wir wollen die Situation von Frauen in unseren Berufen verbessern und unsere Expertise unter Beweis stellen.“

Jury-Stimmen

„Das Bild vom langhaarigen IT-Nerd ist von gestern.“

Zimmer: „Die DMW haben in kurzer Zeit viel in Bewegung gesetzt. Schade, dass es sie geben muss, aber umso wichtiger, dass sie ihre Sache so gut machen.“

Anderson: „Ein wichtiges Team, das sich für eine ebenfalls wichtige Idee stark macht und unermüdlich daran arbeitet, erfolgreicher, noch sichtbarer und ‚ansteckender‘ zu werden.“

Paul: „Das Bild vom langhaarigen IT-Nerd ist von gestern – die Digital Media Women sind heute und beweisen mit Veranstaltungen und stetem Rat und Tat Fachkenntnis ebenso wie Begeisterung fürs Digitale!“

Lobo: „Weil sie seit Jahren sehr gute Arbeit dabei machen, weibliche Perspektiven auf die digitale Sphäre in die Öffentlichkeit zu bringen und es jetzt einfach an der Zeit ist, dass das mal extramateriell belohnt wird.“

von Heyl: „Sie kümmern sich darum, dass man das Ziel Gleichberechtigung nicht aus den Augen verliert und ja: Davon darf es ruhig noch etwas mehr sein.“

Kategorie Persönlichkeit des Jahres: Johannes Korten – #einBuchfuerKai

Hat Menschlichkeit bewiesen: Johannes Korten. (Foto: Virenschleuderpreis)
Hat Menschlichkeit bewiesen: Johannes Korten. (Foto: Virenschleuderpreis)

Beschreibung

„Johannes Korten ist Markencoach und Online-Redakteur bei der GLS Bank. Als ‚König der Hashtags‘ (#duschefreioccupy, #sharedichdrum, die #Mutmachparade) hat er vor allem mit der Aktion #einBuchfuerKai in den sozialen Medien initial Grandioses angeschoben, das sich dann in die klassischen Medien übertragen hat: Eine Familie wurde aus einer finanziellen Notlage gerettet und einem Self-Publisher wurde praktisch über Nacht verholfen, zum Amazon Bestseller-Autor zu werden – wenn auch unter Umständen, auf die wir alle gerne verzichtet hätten. Johannes‘ Ausspruch „Das Netz ist ein guter Ort – wenn wir es dazu machen“ ist Symbol dafür, wieviel Kraft die „Netzgemeinde“ aufbringen, Gutes anschieben und was sie gemeinsam leisten kann. Sein Aufruf in den Sozialen Medien und Kais Geschichte haben viele Menschen berührt, die nachvollziehen konnten, was so ein Schicksalsschlag und eine plötzlich eintretende Krankheit für eine Familie bedeuten können.“

Jury-Stimmen

„Johannes leistet für soziale Aktionen schier Unglaubliches.“

Zimmer: „Johannes Korten hat uns allen gezeigt, welche Kraft eine große menschliche Geste im Netz entfalten kann.“

Anderson: „Johannes hat durch einen Aufruf, einer in Not geratenen Familie zu helfen, eine riesige Welle der Sympathie ausgelöst, die es nicht nur auf die Amazon-Bestsellerliste geschafft hat, sondern menschlich sehr viel bewegen konnte.“

Paul: „Johannes leistet für soziale Aktionen schier Unglaubliches, weiß sämtliche Netzwerke on- als auch offline professionell sowie sympathisch zu aktivieren und für seine Sache zu begeistern – die Welle #einBuchfuerKai ist unschlagbar und Johannes die Persönlichkeit des Jahres sowie unserer Herzen!“

Lobo: „Dieser Mann hat das Unglück und die Schwierigkeiten der Familie Fitzner mit soviel Charme und Demut und Uneigennutz verwandelt in ein Quäntchen Glück zu rechten Zeit, dass es keine andere Wahl geben kann. Und auch nicht wird, ich werde mich persönlich schreiend auf den Boden werfen, wenn irgendjemand anderes gewählt werden sollte. Auch deshalb, weil Johannes geschafft hat, ein Buch in die Herzen der Leute zu bringen, ohne im entferntesten finanziell davon zu profitieren. Sondern im Gegenteil. Sollte Korten nicht gewählt werden, sehe ich mich gezwungen, mit der Sprengung des Mondes zu drohen!“

„Mehr Mut zum Probieren!“

Insgesamt ist Wattig mit dem Virenschleuderpreis 2015 mehr als zufrieden, wie er im Gespräch mit t3n betont: „Wir haben wieder viele wunderbare Nominierungen bekommen, die in der Qualität auch nochmal gestiegen sind, was für besseres Marketing im Bereich Kultur und Medien spricht.“

Vor allem freue er sich, dass die in diesem Jahr neu dazugekommene Kategorie „Team des Jahres“ so gut angenommen worden sei, „weil sie eine schöne Möglichkeit ist, Menschen hinter den Kulissen einfach mal danke zu sagen. Fürs nächste Jahr wünsche ich mir, dass Verlage und Kultureinrichtungen auch mal Tools wie Vine, Snapchat oder Periscope testen und das dann einreichen. Mehr Mut zum Probieren!“

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