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Kolumne

Der Virtual-Reality-Traum, der keiner ist

Project Alloy von Intel (Bild: Intel)

Mit Project Alloy hat Intel ein beeindruckendes VR-Konzept präsentiert – es wird aber wohl noch Jahre dauern, bis erste Geräte auf den Markt kommen. Die Virtual-Reality-Kolumne „Views on VR“ von Luca Caracciolo.

Virtual, Augmented, Mixed Reality. So langsam wird es für Außenstehende schwierig, die Begriffe im Umfeld von Virtual-Reality-Technologien zu unterscheiden. Intel scheint dies jedenfalls wenig zu stören und bezeichnet das auf der Intel Developer Conference als Project Alloy vorgestellte VR-Konzept als Merged Reality.

Project Alloy: Ein Traum für VR-Enthusiasten?

Die Idee dahinter ist schon beeindruckend. Der Konzern setzt in dem vorgestellten Alloy-Headset das RealSense-Tiefenkamera-System zum Raum-Tracking und zur Hand-Erkennung ein – heißt: Es werden keinen externen Sensoren wie beispielsweise die Lighthouses bei der HTC Vive benötigt, um ein Positionsbestimmung im Raum oder der Hände vorzunehmen. Das Tracking funktioniert komplett „Inside-Out“, also direkt vom Headset aus. Offensichtlich scheint auch keine externe Recheneinheit wie ein Computer nötig zu sein, um das Headset mit entsprechender Rechenkraft zu versorgen. Alloy: All-in-One eben – ein Traum für Virtual-Reality-Enthusiasten, die sich ohne störende Kabel, externe Sensoren und Controller komplett frei in virtuellen Welten bewegen wollen? In der Theorie ja, in der Praxis eher nicht.

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Das Trage-System von Project Alloy erinnert stark an Playstation VR aus dem Hause Sony: Auch Intels VR-Konzept setzt der Nutzer wie ein Hut auf, das Headset hängt dann quasi vor den Augen. (Bild Intel)
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Positionierung zwischen Gear VR und Highend-VR

Mit Project Alloy positioniert sich Intel zwischen den bisherigen Mobile-VR-Lösungen von Samsung, der Daydream-Plattform von Google und den teureren Highend-VR-Headsets von Sony, HTC und Oculus. Denn ein komplett autarkes Headset wird dann nicht die detaillierten VR-Welten mit konstant hoher Bildwiederholungsrate bieten, für die eine HTC Vive oder eine Oculus Rift stehen. Andererseits eröffnet das interne Raum-Tracking ohne zusätzliche Controller und Sensoren deutlich mehr Interaktionsmöglichkeiten als die bisherigen Mobile-VR-Lösungen – was das Project Alloy etwa deutlich von Samsungs Gear VR abhebt. Allerdings arbeitet auch das Oculus-Team, das Mobile VR und damit die Weiterentwicklung der Gear VR verantwortet, mit Hochdruck genau an dieser Technologie.

Zudem will Intel mithilfe der eingesetzten Tiefenkameras reale und virtuelle Realität – deshalb auch der Begriff „Merged“ – verbinden und verspricht, dass reale Objekte in der im Headset virtuell erzeugten Welt manipuliert werden können. Auch dies ist eine durchaus spannende Idee – bleibt die Frage, wie gut das in der Praxis funktionieren wird. Die Nutzung der Hände zur Interaktion scheint laut ersten Beobachtungen der Heise-Kollegen jedenfalls nur in einem sehr eingeschränkten Sichtfeld in der Bildmitte möglich zu sein. Eine völlig freie Interaktion in der virtuellen Welt sieht anders aus.

Marktstart liegt in den Sternen

Unterm Strich bleibt ein spannendes Konzept, das wohl erst in einigen Jahren marktreif sein wird. Denn Intel will Project Alloy nicht selbst bauen. Der Konzern wird die Spezifikationen im kommenden Jahr offenlegen und entsprechende Entwicklerwerkzeuge zur Verfügung stellen, damit Partner-Unternehmen ihre eigenen Versionen entwicklen und zur Marktreife bringen. In der Zwischenzeit wird aber Samsung und allen voran Google Mobile-VR ordentlich aufgewirbelt und womöglich ihren Headsets längst ähnliche Funktionen spendiert haben. Das Ökosystem der beiden ist dann allerdings bereits seit einigen Jahren etabliert und dürfte dann etliche Millionen Nutzer haben.

Weitere Artikel aus der Virtual-Reality-Kolumne von Luca Caracciolo findet ihr hier.

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