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Ratgeber

Diese Expertin verrät, welche Voraussetzungen kreatives Denken benötigt

Kim Dabbs. (Foto: wmcat.org)

Wer kreatives Denken in sein Unternehmen holen möchte, muss die Vorraussetzungen dafür schaffen. Die Arbeitsplatzforscherin Kim Dabbs erklärt, welche das sind.

Unternehmen, die auch über Jahrzehnte hinweg konkurrenzfähig sein wollen, brauchen originelle Produkte oder Services, für die der Kunde bereit ist zu zahlen. Vor allem Agenturen sind darauf angewiesen, dass ihre Mitarbeiter kreative Lösungen erarbeiten. Kreativität kann und muss insofern auch als Prozess verstanden werden, jedoch nicht als linearer oder vorhersehbarer. Zwar wird immer ein Problemraum identifiziert, es werden Informationen gesammelt, Lösungen gesucht und schlussendlich wird versucht, genau diese zu realisieren und weiter zu verbessern. Jedoch erfordert jede dieser Phasen eine andere Denkweise und andere Werkzeuge. Wichtig dabei: Vertrauen und Freiheit sind die unbedingte Grundlage für kreatives Arbeiten.

Kreatives Denken fördern: „Ohne Feedback ist es schwer, Neues zu erschaffen“

Kim Dabbs forscht für den Arbeitsraumexperten Steelcase zum Thema. „Zu verstehen, wie Kreativität funktioniert, ist essenziell“, sagt sie uns im Gespräch. Steelcase konzentriert sich darauf, nicht nur Möbel herzustellen, sondern Büroumgebungen zu entwickeln, die die Freiheiten und Charaktere der Mitarbeiter berücksichtigen. In München hat das US-Unternehmen deshalb das LINC (Learning and Innovation Center) eröffnet, das Kunden zeigen soll, wie moderne Büros optimalerweise aufgebaut sein sollten. Dabei berücksichtigt das System erforschte Faktoren, die Dabbs und ihr Team als Schlüssel für das Freischalten kreativer Denkprozesse identifiziert haben. Auf die Frage hin, welche drei Voraussetzung für Kreativität die wichtigsten seien, gibt sie folgende Antwort.

„Das Interesse der Mitarbeiter zu fördern und ihnen die Möglichkeit zur Erkundung zu geben, ist eine Notwendigkeit.“

„Wenn du mich fragst, was Unternehmen tun müssen, damit Kreativität überhaupt entstehen kann, dann sage ich, dass sie sich auf die Schaffung einer aktivierenden Arbeitskultur und die Förderung eines begeisterungsfähigen Mindsets der Mitarbeiter konzentrieren sollen. Das gelingt wiederum nur mit den richtigen Methoden.“ Kim Dabbs weiß, dass Unternehmen, die Kreativität nicht als Prozess verstanden haben, kaum innovative Lösungen erschaffen. „Wenn man den Menschen nicht wertschätzt und keine Angebote macht, wird man es schwer haben“, fügt sie hinzu. „Das Interesse der Mitarbeiter zu fördern und ihnen die Möglichkeit zur Erkundung zu geben, ist eine Notwendigkeit.“ Für Steelcase sei es deshalb auch wichtig, dass das Verhältnis zwischen Kollaboration und Privatsphäre in einem Büro stets gut ausbalanciert ist.

Im LINC setzen die Verantwortlichen deshalb auf flexible Arbeitsplätze. Niemand sollte seinen eigenen Schreibtisch haben. Die Menschen müssen sich bewegen und sich austauschen, um neue Eindrücke zu gewinnen. „Ohne Feedback ist es schwer, Neues zu erschaffen“, erklärt Kim Dabbs. Außerdem müssen Mitarbeiter die Chance bekommen, sich herauszunehmen. Ruhige Arbeitsplätze sind nur das eine, außerdem braucht es Rückzugsorte, wo die Gedanken kreisen und Off-topic-Gespräche passieren können. Viele Menschen erhalten kreative Impulse zudem in der Natur oder beim Sport. Arbeitgeber sollten deshalb Räume schaffen, die landschaftliche Elemente beinhalten. In München gibt es sogar einen Fitnessraum mit Duschen, in denen Mitarbeiter sich austoben können, wenn es nötig ist.

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Kreative Arbeitsumgebung: LINC als lebendes Beispiel

LINC in München. (Foto: Steelcase)

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Steelcase nutzt das LINC jedoch nicht ausschließlich als Showroom, wie es viele Leser jetzt annehmen dürften. In dem siebenstöckigen Gebäude arbeiten und entwickeln 240 Angestellte aus 25 Nationen auch selber neue Ideen. Angefangen von der Produktentwicklung über den Sales Support bis hin zum Marketing haben die Abteilungen eine neue Heimat in der zentralen Maxvorstadt, unweit des Karlsplatz (Stachus), gefunden. „Wir zeigen hier am lebenden Beispiel, wozu wir jedem Unternehmen raten“, erklärt auch Jim Keane, Präsident und CEO von Steelcase. „Konsequenterweise haben wir einen Ort geschaffen, an dem Menschen zusammenkommen, Beziehungen zueinander aufbauen, gemeinsam lernen und wachsen können – auch aus den Fehlern, die sie machen.“

Übrigens, auch dieses Interview könnte dich interessieren: Arbeit und Psychologie – „Kreativität kann nur entstehen, wenn Menschen etwas zugetraut wird“

Disclosure: Die Reise unseres Autors nach München ins LINC wurde von Steelcase finanziert. Einfluss auf die Berichterstattung hat das nicht.

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