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Marketing

Vorgestellt: Flattr – Paid Content ohne Bezahlschranke

    Vorgestellt: Flattr - Paid Content ohne Bezahlschranke

Wer genau hingeschaut hat, entdeckt am Ende unserer Artikel jetzt einen neuen Button mit der Aufschrift „Flattr“. Über diesen Dienst können Leser einer Website per Klick ein kleines Dankeschön in Form von Geld zukommen lassen. Das Ganze funktioniert vergleichsweise einfach und wurde in den letzten Wochen besonders in Blogs viel diskutiert. Längst nicht bei jedem kommt dieses System gut an. Wir zeigen hier, was Flattr ist, welche Meinungen es dazu gibt und warum wir es testen.

Die Diskussionen um die Monetarisierung von Inhalten im Netz reißt nicht ab. VDZ und BDZV versuchen mit aller Macht ein Leistungsschutzrecht durchzudrücken. Käme das durch, wären Inhalte von Zeitungen und Zeitschriften besonders gestützt und würden finanziell abgesichert. Dabei stoßen sie insbesondere in der Online-Community und Blogosphäre auf Unverständnis. Es werde versucht, ein längst überholtes und unzeitgemäßes Geschäftsmodell künstlich am Leben zu erhalten, so liest man häufig. Doch was sind die Alternativen?

Hartnäckig hält sich das Thema Paid Content, also Inhalte, die Nutzern nur gegen Bezahlung zur Verfügung stehen. Auch wir bei t3n können uns vorstellen, dass (qualitativ hochwertiger und einzigartiger) Paid Content das Potenzial hat, etwas zu den Einnahmen einer Website beizutragen. Allerdings hat eine Bezahlschranke diverse Nachteile. Wäre es nicht ideal, wenn die Leser selbst entscheiden könnten, ob sie etwas bezahlen wollen?

Was dazu bislang noch fehlt, ist ein geeignetes und am besten einheitliches System, das es Nutzern wie Anbietern gleichermaßen ermöglicht, entsprechende Transaktionen auch von Kleinstbeträgen unkompliziert abzuwickeln. Mit Flattr steht ein Kandidat für einen solchen Dienst zur Verfügung. Dabei zahlen Nutzer monatlich einen in seiner Höhe freien Abonnementsbetrag in ihren Flattr-Account ein. Per Klick auf den Flattr-Button, den Webseitenbetreiber in ihr Angebot integrieren können, können Nutzer nun ausdrücken, ob ihnen zum Beispiel eine bestimmte News gefällt. Am Monatsende wird der eingezahlte Abonnementsbetrag des Nutzers gemäß seiner Klicks an die entsprechenden Inhalteanbieter verteilt.

In diesem Video wird es recht anschaulich erklärt:

Warum machen wir das?

Sicherlich steckt Flattr noch in den Kinderschuhen und auch Kritik an dem Social-Payment-Service wurde schon laut. So führe Flattr beispielweise lediglich zu einer Umverteilung von Geld innerhalb der Blogosphäre, sagt der Blogger Sascha Lobo.

Wir denken hingegen, dass Dienste wie Flattr einen Schritt in die richtige Richtung, ja sogar einen notwendigen „Lernprozess“ auf dem Weg zu einem sauberen, funktionierenden Paid Content System darstellen.

„Es geht uns dabei nicht vordergründig um den reinen monetären Aspekt von Flattr, sondern auch um das Testen solcher Dienste und das Vorantreiben bzw. die Sensibilisierung dafür“, sagt t3n-Mitgründer Andy Lenz. Ein Vermögen lässt sich mit Flattr (bislang) ohnehin nicht verdienen. Aber gerade über Blogs von etwa freiberuflichen Journalisten kann auf diesem Wege ein kleines Zubrot erwirtschaftet werden – qualitiativ hochwertige und möglichst einzigartige Inhalte vorausgesetzt. Das journalistische Gruppenblog CARTA hat die 25 „meist-geflatterten“ deutschsprachigen Textbeiträge des Monats Juni aufgelistet.

Für uns ist Flattr also primär ein Experiment sowie auch ein Signal dafür, dass wir entsprechende Entwicklungen in diese Richtung unterstützen und Neuerungen offen gegenüberstehen.

Und ihr?

Uns interessiert in dem Zusammenhang natürlich auch, ob ihr – als unsere Leser – über einen Flattr-Account verfügt. Oder plant ihr euch einen zuzulegen? Wieviel Geld zahlt ihr in euren Account ein? Und wie ist generell eure Meinung zu Flattr und Paid Content?

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8 Reaktionen
Max
Max

Super Idee!! Ich würde lieber noch zusätzlich die GEZ-Gebühren an Flattr überweisen :-D

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SvenS

Wer will ich habe noch ein Paar invites für Flattr.

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capsicum
capsicum

Ich finde die Idee gut. Nicht aus dem Blickpunkt selbst viel Geld damit zu verdienen, sondern eher um mal hier oder da die Mühe für den einen oder anderen Beitrag zu belohnen. Oft ist man im Netz doch auf der Suche nach einer kleinen Information. Einer kleinen Anleitung oder einem Snippet, dass man selbst gerade nicht zur Hand hat.
Ich habe aus diesem Grund auch eine kleine Erweiterung für TYPO3 tt_news geschrieben, und diese im TER veröffentlicht. Da auch der TIMTAB-Blog auf tt_news aufsetzt, kann jeder, der mit TYPO3 bloggt auch schnell entscheiden, ob der eine oder andere Beitrag mit einem Flattr-Link versehen werden soll.
Fehlt eigentlich nur noch die REST-API, denn mit JavaScript ist es schön und gut, aber man kann eben nur einen Link veröffentlichen.

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michael.stein
michael.stein

In Zeiten, in denen konventionelle Erlößmodelle wie z.B. Erwerbsarbeit nicht mehr zuverlässig funktionieren, kann man doch jedem Experiment nur offen gegenüber stehen.

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INKstar

Ich hoffe es setzt ich durch, weil das Konzept und die Handhabung ist schon sehr gut - es müssen eben nur möglichst viele mitmachen!

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ddeimeke
ddeimeke

@Michael:

Ich meinte das so, dass der Provider Geld (in meinem Namen) an einen Dienst wie Flattr überweist und ich kann dann einfach und ohne Umwege nur mit meiner IP-Adresse "bezahlen". Das wäre so etwas wie die Kulturflatrate, nur dass ich bestimme, welche Angebote unterstützenswert sind.

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Michael

Ich muss Lobo ausnahmsweise in einem Punkt Recht geben: Flattr (und ähnliche Systeme) dürften zu wenig Kapital von außerhalb des Netzes zuführen! Nur knapp ein Viertel der Deutschen ist kompetent im Netz unterwegs (also mehr als Email, Google und Youtube). Und von denen dürfte nur ein Bruchteil tatsächlich ein Verständnis für Paid Content aufbringen, eben weil sie selber kreativ sind und um den Aufwand für hochwertige Inhalte wissen.

Desweiteren fällt mir auf, dass mir bisher kein flattrnder Top-Seitenbetreiber untergekommen ist, der aus voller Überzeugung den Flattr-Pömpel setzt. Allgemeine Haltung: Och, schaun mer mal, dann sehn mer scho! Um Konzepte dieser Art zu pushen, bedürfte es viel mehr als diese passive Einstellung.

Flattr und ähnliche Konzepte versuchen leider nur, die Wirkung zu behandeln, ohne auf die Ursachen einzugehen. Wenn das Bewusstsein für Aufwand und Nutzen von hoher Qualität nicht flächendeckend vorhanden ist, dann könnt Ihr Eure Seiten mit Spendenpömpeln zupflastern. Erlösfrei.

Ich empfehle für die Nutzung von Flattr & Co.: Einen Pömpel in die Sidebar, einen kurzen Hinweis darauf als Artikelfußnote, und gut! Man kann auch viel kaputt machen, indem man für jeden noch so kleinen, unwichtigen Beitrag um Spenden bittet...

@ddeimeke: Und wer entscheidet nachher darüber, wieviel Tantieme an welche Kreativen ausgeschüttet werden? Dann schon eher die Einrichtung einer zentralen Stiftung oder eines Fonds, in den eingezahlt (oder gespendet) werden kann und aus dem heraus man anhand eines Verteilungsschlüssels entlohnt wird.

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ddeimeke
ddeimeke

Ich benutze Flattr, weil mich das Konzept überzeugt. Anders als Lobo es annimmt, bekommen einige wenige Beiträge einen grosses Stück von dem Kuchen, so wie es sein soll.

Am liebsten wäre es mir, wenn mein Provider das in seine Internet-Gebühr integrieren würde.

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