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Alles auf Strom: VW steckt 34 Milliarden Euro in Elektroautos

Von links nach rechts: VW-Chef Matthias Müller, Betiebsratschef Bernd Osterloh, VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil am Freitag in Wolfsburg. (Foto: dpa)

Wohin die Reise geht, ist den meisten in der Autoindustrie klar: Das Auto wird elektrisch. Wie entschieden die E-Pläne vorangetrieben werden, zeigt Volkswagen – die Investitionen fallen höher aus als gedacht. Und auch für das Werk Zwickau gibt es gute Nachrichten.

Volkswagen setzt stärker auf E-Autos als bisher: Den tiefgreifenden Wandel der Branche will der weltgrößte Autobauer mit zusätzlichen Milliarden-Investitionen in Elektro-Mobilität bewältigen, die höher ausfallen als erwartet. In die Entwicklung von E-Autos, autonomes Fahren, neue Mobilitätsdienste und Digitalisierung sollen von 2018 bis 2022 mehr als 34 Milliarden Euro fließen, sagte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch am Freitag in Wolfsburg nach Beratungen der VW-Kontrolleure.

Der Löwenanteil sei für die „Roadmap E“ bestimmt, erklärte Konzernchef Matthias Müller. Außerdem solle der Standort Zwickau zum reinen E-Auto-Werk werden. Insgesamt plant VW nach Konzernangaben in den nächsten fünf Jahren mit Investitionen von mehr als 70 Milliarden Euro.

Die Investitionspläne kämen „einem Kraftakt gleich“, sagte Müller. Gleichzeitig betonte er: „Das Auto wird gerade neu erfunden.“ Ab 2019 solle in Zwickau die ID-Modellfamilie vom Band rollen, dazu kämen E-Autos von Audi und Seat. Die Konzernmarke Skoda werde zwei E-Varianten in Tschechien bauen. „Die Zukunft der E-Mobilität wird ganz wesentlich in Deutschland gemacht. Volkswagen steht zum Standort.“

VW will 80 E-Autos bis 2025 auf den Markt bringen

Müller hatte zuvor noch angekündigt, dass VW die Investitionen in die Elektromobilität bis 2030 auf 20 Milliarden Euro hochfährt. Bis 2025 bringen die Konzernmarken insgesamt über 80 neue Modelle mit E-Motor auf den Markt, darunter rund 50 reine E-Autos und 30 Plug-in-Hybride. Bis 2030 solle die gesamte Modellpalette elektrifiziert werden. Darüber hinaus sollen in China in den nächsten sieben Jahren mit Partnern zehn Milliarden Euro in die E-Mobilität gesteckt werden.

VW: Der Elektro-Bulli I.D. Buzz
VW I.D. Buzz. (Bild:Volkswagen)

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Nach Angaben von Betriebsratschef Bernd Osterloh sollen im Gegenzug für die E-Auto-Produktion in Zwickau die bisherige Passat-Produktion ab 2018 nach Emden und die Golf-Familie mit der neuen Fahrzeuggeneration – dem Golf 8 – komplett nach Wolfsburg verlagert werden. In die geplante Batteriezellforschung in Salzgitter sollen 200 Millionen Euro fließen. Über eine Milliarde Euro fließe ins sächsische Zwickau. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, der auch im Aufsichtsrat des Autobauers sitzt, ergänzte, die Entwicklung der E-Autos bleibe in Wolfsburg. Später werde die E-Fertigung auch in anderen Werken ausgerollt.

Trotz der Investitionen in E-Mobilität: Die Investitionsquote im Segment Automobile solle künftig auf sechs Prozent sinken, kündigte Müller an. Was bedeutet das? 2016 hatte Volkswagen eine Forschungs- und Entwicklungskostenquote von 7,3 Prozent ausgewiesen. Das bedeutet, dass der Anteil der Forschungsausgaben am Umsatz im Segment Automobile – wo die Erlöse im vergangenen Jahr rund 186 Milliarden Euro betrugen – bei 7,3 Prozent lag, was rund 13,7 Milliarden Euro entsprach. Die Sachinvestitionsquote – also für Investitionen etwa in die Fabriken – lag 2016 bei 6,9 Prozent, das waren rund 12,8 Milliarden Euro. Auch diese Quote soll auf sechs Prozent sinken.

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VW will bis 2015 zur Nummer Eins der Elektromobilität werden

Mit den Investitionsplänen würden dennoch die Voraussetzungen geschaffen, Volkswagen bis 2025 zur „weltweiten Nummer Eins in der Elektromobilität zu machen“, sagte Müller. Die Abgas-Affäre und die Krise des Dieselmotors generell machen Investitionen für VW allerdings zu einem Kraftakt. Allein die Beilegung des Skandals in den USA kostete die Wolfsburger über 25 Milliarden Euro.

Daher warnte Autoexperte Stefan Bratzel: „Für E-Mobilität Geld einzusetzen, ist eine Wette auf die Zukunft.“ Denn Elektromobilität oder autonomes Fahren sind teuer in der Entwicklung, zugleich müssen die klassischen Verbrennungsantriebe verbessert werden. Volkswagen peilt an, dass bis 2025 jedes vierte Fahrzeug des Konzerns batterieelektrisch angetrieben sein soll. Das könnten je nach Marktentwicklung bis zu drei Millionen E-Autos jährlich sein. Damit wird klar, dass Volkswagen zu dem Zeitpunkt eine Gesamtproduktion von bis zu zwölf Millionen Fahrzeugen anpeilt – zuletzt waren es rund zehn Millionen.

Ministerpräsident Weil betonte, in den kommenden fünf Jahren seien Sachinvestitionen von zehn Milliarden Euro in Niedersachsen vorgesehen, wo mit rund 120.000 Menschen knapp ein Fünftel der VW-Beschäftigten arbeitet. Mut machte er den Mitarbeitern in Osnabrück: Im kommenden Jahr solle über eine eigene Modellreihe für die Produktion entschieden werden. Osterloh ergänzte, dies könne ein E-Auto oder möglicherweise ein Cabrio sein. dpa

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3 Reaktionen
joebimm1
joebimm1

Sorry VW, ich glaube es erst, wenn Ihr geliefert habt. Aktuell hat nur jeder dritte VW Händler ein E-Auto zur Probefahrt vor Ort. Ausser Aufklebern an den Verkaufsraumscheiben: Fehlanzeige. Durchdachtes Konzept mit starkem eingebautem Ladegerät (Vorbild: Renault ZOE) -> Fehlanazeige. Also: Macht die Hausaufgaben - aber dalli-dalli. Oder auch nicht. Ist egal. Ich bin schon (seite 2012) 100.000 km elektrisch gefahren. Ohne VW. Geht auch ohne halbautonames Fahren, aber mit vollautonomem Denken. :-)

Thomas Skerbis
Thomas Skerbis

Rückwirkend bis 2015 Markführer - cool

Darude - Sandstorm
Darude - Sandstorm

Die gute Redakion hat sich vertippt. Es sollte richtig heißen:
Alles auf Strom: VW steckt 34 Milliarden Euro in die Entwicklung des Fluxkompensators um 2015 zur Nummer Eins der Elektromobilität geworden zu sein.

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