t3n News E-Commerce

Ich kauf mir eine Zeitung: Amazon-Gründer Bezos übernimmt Washington Post

Ich kauf mir eine Zeitung: Amazon-Gründer Bezos übernimmt Washington Post

Der Amazon-Gründer und Präsident Jeff Bezos kauft die Washington Post für 250 Millionen US-Dollar. Das Traditionsblatt wurde 1877 gegründet und ist die älteste noch erscheinende Zeitung der USA.

Ich kauf mir eine Zeitung: Amazon-Gründer Bezos übernimmt Washington Post

Washington Post: „Die Werte der Post bedürfen keiner Veränderung“

Jeff Bezos Firma ist an dem Deal nicht beteiligt. Der Kaufbetrag von umgerechnet etwa 188 Millionen Euro stammt aus Jeff Bezos Privatvermögen. Die Washington Post war international vor allem durch die Enthüllung des Watergate-Skandals in den 70er Jahren bekannt geworden. Auch bei der Aufdeckung des PRISM-Skandals spielte die Zeitung eine wichtige Rolle.

Nach Angaben der Washington Post soll sich vorläufig nichts an der Führung des Blattes ändern. So soll Katharine Weymouth ihre Position als Herausgeberin beibehalten. Nach Angaben der Washington Post sieht Bezos desweiteren keine Veranlassung, etwas an den Werten des Blattes zu verändern.

Die Post war acht Jahrzehnte lang im Besitz der Graham-Familie, zu der auch Weymouth gehört. Ihre Mutter Katharine Graham war lange Zeit selbst Herausgeberin des Blattes.

Washington Post: Personell soll vorerst nichts verändert werden. (Bild: Dion Hinchcliffe / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)
Washington Post: Personell soll vorerst nichts verändert werden. (Foto: Dion Hinchcliffe / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Die Gründe für den Verkauf dürften im schwindenden Print-Verkauf zu finden sein. In den vergangenen sechs Jahren ging der Umsatz um mehr als 40 Prozent zurück. Ob man mit dem Internet-Mann Bezos eine Veränderung zu einem größeren Engagement im digitalen Bereich erwarten kann, bleibt abzuwarten, es scheint jedoch wahrscheinlich. Mit den Kindle-Singles hat sein Konzern Amazon schon ein recht populäres Format zum Verkauf von Sachtexten und journalistischen Beiträgen entwickelt.

Milliardäre, die die Washington Post gekauft haben, kauften auch ...

Der Milliardär Bezos liegt auf Platz elf der reichsten Amerikaner laut der Forbes-400-Liste. Neben seiner Arbeit bei Amazon investierte er über die Jahre in verschiedene Unternehmen. Neben Investitionen in Twitter, Makerbot, Behance und Airbnb gehört ihm mit Blue Origin auch eine Firma, die private Raumfahrten für zahlende Kunden bieten will.

Washington Post: Printmarkt im Umsturz

Der Verkauf der Washington Post ist kein Einzelfall. Erst am 3. August wurde bekannt, dass die New York Times den Boston Globe und mehrere Lokalblätter verkauft habe. Außerdem kaufte Warren Buffet 70 Lokalzeitungen.

Bildnachweis für die Newsübersicht: Esther Vargas / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0

Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
Eine Antwort
  1. von Handelsfragen am 06.08.2013 (10:43 Uhr)

    Vielleicht will Bezos ja die Zeitungsverteiler als Paketzusteller nutzen! ;-)

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema Amazon
Amazon experimentiert mit Shopping-Stream
Amazon experimentiert mit Shopping-Stream

Auf einer neuen Übersichtsseite präsentiert Amazon täglich andere Produkte. Wir verraten euch, was dahinter steckt. » weiterlesen

5 Sterne: Wie Amazon sein Bewertungssystem verbessern will
5 Sterne: Wie Amazon sein Bewertungssystem verbessern will

Amazon will sein Rezensionssystem verbessern. Ein neues, selbstlernendes System soll besonders nützliche Kundenrezensionen sichtbarer machen. » weiterlesen

Amazon-Prime-Händler dürfen selbst versenden: Die Mauer ist gefallen
Amazon-Prime-Händler dürfen selbst versenden: Die Mauer ist gefallen

Prime verkauft besser: Händler, die einen Umsatz-Boost durch eine Teilnahme an Amazons Prime-Programm erreichen wollten, mussten bisher von Amazon versenden lassen. Diese Mauer stürzt jetzt ein. » weiterlesen

Alle Hefte Jetzt abonnieren – für nur 35 €

Kennst Du schon unser t3n Magazin?