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Web-Apps: 4 Gründe, warum ihnen die Zukunft gehört

    Web-Apps: 4 Gründe, warum ihnen die Zukunft gehört
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„Alle Desktop- und mobilen Apps sind tickende Zeitbomben, weil die Menschen letztlich aufhören werden sie zu nutzen und Web-Apps das Maß der Dinge sein werden.“ Diese These stellt Jeff Escalante in seinem Blog „Jenius Design“ auf und weiß mit vier schlagkräftigen Argumenten zu überzeugen. Welche Vorzüge Web-Apps gegenüber mobilen und Desktop-Apps haben und warum es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Web-Apps den Markt dominieren werden, erfahrt ihr hier.

Vorteile von Web-Apps gegenüber mobilen und Desktop-Apps

1. Gewöhnliche Apps benötigen Download und Installation – Web-Apps nicht

Niemand mag es, Dinge herunterzuladen und zu installieren, wenn doch die Möglichkeit besteht, sie sofort zu nutzen, was bei Web-Apps gegeben ist. Außerdem sind viele Nutzer aufgrund potentieller Malware in Downloads sehr vorsichtig geworden.

2. Gewöhnliche Apps unterliegen der Gefahr unrechtmäßig kopiert zu werden – Web-Apps sind sicher gegen Raubkopierer

Dieser Vorteil richtet sich vor allem an Entwickler. Aber Entwickler sind nunmal die Hälfte des Deals – ohne sie gäbe es keine Apps. Jeder Entwickler ist irgendwie vom Problem der Piraterie betroffen und es ist praktisch unmöglich, eine App zu schreiben, die nicht kopiert werden kann. Selbst per Hardlock geschützte Software kann heutzutage ausgehebelt werden. Die meisten Entwickler haben einfach aufgegeben, aber wenn es eine Möglichkeit gäbe, Raubkopien vollständig auszumerzen, würde das die Erlöse der Entwickler ordentlich ankurbeln.

3. Gewöhnliche Apps speichern deine Informationen an einem Ort – Web-Apps überall

Wenn man ein Programm auf seinem eigenen PC startet, ist alles perfekt. Alle Tastenkürzel liegen da, wo sie liegen sollen, alles ist richtig angepasst. Aber an jedem anderen Computer ist das Nutzererlebnis negativ beeinträchtigt. Man denke nur ans Drucken – will man sich an seinem eigenen PC etwas ausdrucken, so funktioniert das meist ohne Probleme. Sobald man aber andernorts drucken möchte, wird der Ablauf kompliziert. Von USB-Stick-Eskapaden bis hin zur E-Mail mit Anhang, die man an sich selbst adressiert sind alle Möglichkeiten umständlich und nervenaufreibend. Öffnet man aber eine Web-App, funktioniert alles auf jedem System gleich. Natürlich gibt es Dienste, die Daten übers Netz synchronisieren, aber das ist sogar ein Schritt mehr, als das, was eine Web-App leistet.

4. Gewöhnliche Apps können gefährlich sein – Web-Apps nicht

Natürlich ist es nicht ausgeschlossen, dass Top-Hacker oder große Sicherheitsunternehmen verworrene Sandbox-Exploits im Browser finden. Aber größtenteils sind Web-Apps vom Computer isoliert und können diesem keinen Schaden zufügen. Die Browser Sandbox ist etwas, an dem Entwickler von Browsern hart arbeiten und es ist sehr selten, dass eine Website in der Lage sein wird, aus der Sandbox auszubrechen und bösartigen Code auf dem PC ausführt. Bei einer heruntergeladenen App ist die Gefahr infizierten Codes hingegen jederzeit gegeben.

Web-Apps wie Aviary übernehmen schon heute komplizierte Aufgaben wie Bildbearbeitung

Was Web-Apps derzeit noch hindert und warum viele dieser Vorbehalte unberechtigt sind

1. Vorwurf: Web-Apps sind langsamer als ihre Desktop-Pendants

Das stimmt, weil die Daten über eine Netzwerk-Verbindung bewegt werden müssen. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Tatsache kippt, gibt Escalante zu bedenken. Internetverbindungen würden zunehmend schneller und Entwickler kreierten immer effektiveren Code – schon heute gebe es Web-Apps, die komplizierte Tasks wie Bildbearbeitung übernehmen können.

2. Vorwurf: Web-Apps können nur genutzt werden, wenn eine Internetverbindung besteht

Dieser Vorwurf ist nicht mehr ganz zeitgemäß. Jeff Escalante verweist an dieser Stelle auf Dienste wie den gmail offline mode, oder die lokalen Speichermöglichkeiten für Web-Apps, die HTML5 mitbringt.

3. Vorwurf: Features wie Desktop-Benachrichtigungen über Growl oder die Möglichkeit, Anwendungen aus dem Dock zu starten sind im Browser nicht gegeben

Doch, beides ist möglich. Google testet beispielsweise zur Zeit gmail desktop notifications über den Chrome Browser. Über Fluid App lassen sich Websites aus dem Dock starten, für mobile Geräte lassen sich Web-Apps mittlerweile so anpassen, dass nahezu der Eindruck einer nativen App entsteht. Escalante resümiert, die Linie zwischen Desktop-Apps und Web-Apps verschwimme zunehmend, was Funktionalität und Interaktion in der Desktopumgebung angehe.

Wie seht ihr die Zukunft von Apps? Welche Variante wird sich durchsetzen, Web-Apps oder Desktop- und mobile Apps? Haben beide Modelle einzigartige Vorzüge? Welche Vorteile können euch überzeugen, welche Nachteile wurden hier eventuell noch nicht erwähnt? Schreibt uns doch in den Kommentaren, wie sich Apps eurer Meinung nach kurz-, mittel-, oder langfristig entwickeln werden.

Weiterführende Links:

Bildnachweis für die Newsübersicht: Foto: chesterbr / flickr.com, Lizenz: CC-BY

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16 Reaktionen
Johanna.g
Johanna.g

Vielen Dank für den sehr informativen Artikel. Auch wenn der Beitrag schon etwas älter ist, ist die Thematik noch immer aktuell. Allerdings hat sich seit 2011 viel getan.
Was bei all den Kommentaren völlig außen vor gelassen wurde, sind die Hybrid-Apps. Hybrid-Apps vereinen beide Entwicklungsansätze (nativ und Web) und nutzen von beidem die Vorteile. Auf Basis von Webtechnologien, wie HTML5, CSS3 und JavaScript werden Web-Apps gebaut, die in eine Art Container gebettet werden (mit Hilfe von PhoneGap) und dadurch zum einen in den App-Store zum Download bereitgestellt werden können und gleichzeitig Zugriff auf Hardware-Komponenten des mobilen Gerätes bekommen. Das Ergebnis ist eine nativ-wirkende App im App-Store, die auf allen mobilen Endgeräten genutzt werden kann.
Bisher machten allerdings Performance-Schwierigkeiten alle anderen Vorteile zunichte, weshalb die Hybrid-App einen recht schlechten Ruf genoss. Doch auch dies hat sich mittlerweile geändert und somit steht sie den anderen App-Formaten in nichts mehr nach, sondern spielt statt dessen noch mehr alle Vorteile aus. Also ich bin auch sehr gespannt was noch passiert und stehe dem Web-Apps positiv gegenüber.
Falls ihr noch mehr darüber wissen wollt, hier gibt es einen recht umfangreichen Artikel über Hybrid-Apps:
http://www.flyacts.com/hybrid-app-2.0-status-quo-hybrider-entwicklungsansaetze

Bei Fragen oder Problemen stehe ich euch gern zur Verfügung :)

Beste Grüße,
Johanna

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paintsNdesign
paintsNdesign

Naja weder Sicherheit noch vieles anderes stimmt - und der ganze artikel ging gründlich daneben, noch (nur zwei Jahre später) ist die WebApp nicht die Zukunft und auch Google hat sich mit seiner arbeit nicht in Riesenschritten bewegt. Es gibt aber aktuell wieder einen hype - so habe ich diesen WebApp Blog gefunden der quasi nagelneu ist:
http://blog.easywebapp.de/

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Markus
Markus

Um die Kluft zwischen Kunde und Web App zu schließen arbeite ich an einem Web App Depot: http://www.web-app-depot.de

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Robert
Robert

Sehr interessante Beiträge, die ich alle nachvollziehen kann.
Trotzdem bin ich von mobilen Web Apps echt begeistert und bin gespannt, was da noch alles auf uns zu kommt. Die neusten Entwicklungen rund ums Thema mobile Marketing mit Web Apps und mobilem Internet trage ich hier zusammen.

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Marco Uhlig
Marco Uhlig

Auch ich sehe die Zukunft in den Web Apps. Gerade durch die hohen Kosten, die eine Shopping-tour in App-Store und Co. verursachen, werden viele Nutzer die mobilen webapps bald bevorzugen.

Durch neue Browser und steigende technische Möglichkeiten werden auch meiner Meinung nach Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit der mobilen webapps zunehmen.

Ein sehr interessanter Artikel zu diesem Thema ist auch hier zu finden.

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Julian Pustkuchen
Julian Pustkuchen

Auch wenn einige Punkte sicher hätten noch besser ausgeführt werden können, stimme ich der Grundaussage des Artikels absolut zu.

Das ist auch der Grund, warum wir unseren Kunden häufig Web-Apps empfehlen, schließlich bringen diese auch Kostenvorteile durch die plattformübergreifende Lauffähigkeit.
Werden technische Besonderheiten oder der Zugriff auf Systeminnereien (Mediaplayer, ...) benötigt, sind Web Apps aber natürlich nicht das Mittel der Wahl.

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BrittaWein
BrittaWein

Ich stimme TanjaHandl zu. Ich denke auch: beides hat Vor- und Nachteile und die Zukunft wird zeigen, welche Anwendung sich lokal und welche sich webbased durchsetzen wird. Und auch dies wird von Anbieter zu Anbieter verschieden sein. Aber interessant ist das Thema auf alle Fälle und Web-Apps sicherlich ganz generell die logische Entwicklung. Aber können wir wirklich alle Optionen und Gefahren voraussehen? Es ist und bleibt "Trial and Error" und bleibt daher auf jeden Fall ein spannendes und kontrovers diskutiertes Thema.

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Jenius
Jenius

Apologies for the fact that I don't speak german, but I am flattered that this article was translated then became more popular here than it was on my own blog. Hah.

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tanjahandl
tanjahandl

Wir setzen bei uns in der Firma konsequent auf Webanwendungen und fahren damit sehr gut. Lange Wartezeiten und Sicherheitsprobleme habe ich in den letzten sechs Jahren noch nie erlebt. Stattdessen war ich früh, dass ich von überall aus auf meine Daten zugreifen kann.

Auch unsere eigene Zeiterfassungssoftware TimeTac ist webbasiert - aus genau den von Escalante beschriebenen Vorteilen. Gerade im B2B-Bereich ersparen Apps und webbasierte Software den Firmen Installations- und Wartungsarbeiten. Auch die Einstiegskosten sind normalerweise geringer.

Ich denke, mit dem Chromebook wird sich auch zeigen, in welche Richtung die Zukunft geht. Es gibt viele Menschen, die schon jetzt Webapps sehr intensiv nutzen, und mit steigender Funktionalität werden Desktopanwendungen vielleicht tatsächlich in manchen Bereichen zur Ausnahme werden. Allerdings ist es meines Erachtens dorthin noch ein weiter Weg, und der Tag, an dem alles in der Cloud passiert, ist für mich noch ferne Zukunftsmusik.

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kleins
kleins

Also ich stehe dem Ganzen auch eher kritisch gegenüber.

1. Sicherheit ist und bleibt immer fraglich!
2. Man macht sich und seine Daten vom Anbieter abhängig. Geht der mal plötzlich pleite o.ä., war es das (auf meinem eigenen Rechner bzw. Netzwerkserver sind meine Daten, so gut wie ich sie vor Datenverlust schütze, sicher / die Software eines Herstellers oder Open Source Software kann ich auch noch nutzen wenn es den Hersteller nicht mehr gibt (Open Source lässt sich dann sogar auch noch weiter entwickeln)).

Ich finde das Internet sollte bleiben was es ist

Kommunikationsplattform, Informationsplattform, Unterhaltungsmedium

und nicht anfangen den PC zu ersetzen.

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Erich
Erich

Ich muss mich nur wundern über diese Thesen. Ja, sie sind von einem 21 jährigen und man will ja da mal nicht so streng sein, aber ein Großteil der Argumente sind absolut haltlos und ein undurchdachter Schnellschuss.

1) Installation. Ist eine Hürde, aber bei einer Web App ist die Installation quasi der Aufruf im Browser über die URL (die ja auch irgednwoher kommen muss). Apps können über den Vetriebkanal Apps einfach distribuiert werden, Web Apps auch schon allmälich, aber das ist der Vorteil von Apps - sie kommen mit fix fertigem und funktionierendem Business Model.

2) Kopierschutz. Es gibt auch bei Web-Apps Methoden um Bezahldienste zu umgehen etc. Das ist ja gleich zusetzen mit Software-Piraterie.

3) Datenspeicher. sag ich nur SMTP, Dropbox, etc...

4) Betrug, Missbrauch. Das bei Web-Apps auszuschließen ist einfach nur blauäugig.

Ich bin auch überzeugt dass Web-Apps in punkto Flexibilität, Kosten und Nutzbarkeit diverse Vorteile bieten, aber eine reisserische Aussage "Warum es kein App mehr geben wird" etc. sind nicht valide.

Punkto Performance: Will man wirklich Web Apps haben die an die Leistungsfähigkeit einer nativen App anschließen können muss man sich vom derzeit gängigen vorherschenden Bild des Browsers verabschieden.

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Vincent
Vincent

Ob es schwerer ist sie zu kopieren stelle ich in Frage!

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Robert
Robert

Ich war auch mal (vor paar jahren) der festen Überzeugung, dass WebApps irgendwann dominieren werden. Bin aber mittlerweile genau der Gegenteiligen Meinung. Ich denke WebApps werden den gleichen Pfad wie Java Apps oder Air Apps damals antreten. Sie kranken auch schon an ähnlichen Problemen. Native Apps werden immer einen schritt vor den WebApps haben. Leider.

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picco
picco

kann Tyll nur zustimmen.

der desktop ist nur deshalb interessant, da dort immer noch die meisten daten gespeichert sind.

wenn am desktop nichts mehr zu holen ist, stürzen sich die bösen auf die web-apps.

und dann potentieren sich die risiken wegen der zentralisierung dann eher noch (siehe sony)

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ppdc
ppdc

Prinzipiell stimme ich dem zwar zu, aber ich glaube nicht an die problemfreie Web-App Zukunft wie sie hier verheißungsvoll beschrieben wird.
1. Downloads - dem einmaligen großen Download stehen die jeweiligen kleinen Downloads beim Start der Web-App gegenüber, d.h. das der Programm-Start zwangsläufig länger dauert, im Zuge der Aufkommenden SSDs noch mal deutlicher, auch schnellere Verbindungen werden dass nicht kompensieren können.
2. Kopierschutz
Illegale Zugänge, gecrackte Accounts, Exploits etc. wird es immer und überall geben, auch bei Web-Apps.
3. & 4. Cloud & Safety
Dieser Vorteil birgt zugleich auch die größte Gefahr, denn wenn dann jemand unberechtigteweise Zugriff zu einem Cloud-System bekommt (und das wird nur eine Frage der Zeit sein) kann der Schaden gigantisch sein. Man stelle sich mal vor jemand bekommt illegalerweise Zugriff zu allen Dokumenten eines Unternehmens. Industriespionage 3.0.
Was ist mit der Rechtslage bei einem ausländischen Cloud-/Web-App anbieter?

Mein Fazit lautet: Ja, aber.
Vieles wird dadurch einfacher werden, aber viele der alten Probleme werden wir einfach durch neue ersetzen. Und bei sensible Informationen sehe ich z.Zt. noch mehr Gefahren als Vorteile.

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Tyll Weiss
Tyll Weiss

Hach, auch wenn ich Webapps mögen tuhe, sind einige dieser aufgelisteten Vorteile doch ziemlicher Bullshit - denn Webapps sind definitiv nicht sicherer als Desktop Anwendungen, zeigt ja gerade erst die Sicherheitslücke in der Chrome Sandbox, die als die sicherste gilt - und dann gibt es noch die Möglichkeit die Desktop Anwendung selbst in einer Sandbox lauen zu lassen (ja ist selten, aber möglich.)

Und das WebApps die Userdaten ''überall'' speichern ist genau so wenig ein Vorteil wie ein Nachteil, es kann gut sein die Daten über das Netz abzugreifen, kann aber auch nach hinten los gehen.

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