RSS gehört zu den Technologien mit großem Potenzial, die seit Jahren immer kurz vor dem Durchbruch stehen. Allein: Der Durchbruch kommt nicht. RSS ist zwar inzwischen an vielen Stellen zu finden, wird aber von der Masse der Internetuser kaum genutzt. Und selbst die Freaks setzen inzwischen eher auf Twitter und Social Networks. Zeit, RSS als Massentechnologie endgültig zu begraben.
Wie komme ich darauf? Es ist offensichtlich. Ein Beispiel: Die Leser von t3n darf man ja wohl als technologiefreundlich bezeichnen. Aber selbst hier bei uns wurde RSS inzwischen überrundet. Wir haben mehr Newsletter-Abonnenten und mehr Twitter-Follower als RSS-Leser - sofern man den Zahlen von Feedburner einigermaßen vertraut.
Und wenn schon Internet-Intensivnutzer wie Ihr RSS nur teilweise annehmen, wer soll es dann bitteschön tun?
Okay: Ich selbst habe viele Feeds abonniert. Aber zum einen zähle ich nicht, denn bei mir gehört es zum Job, rund um die Uhr immer auf der Höhe der Zeit zu sein. Und zum anderen habe auch ich gerade vor einigen Wochen die Zahl der Feeds enorm reduziert. Andere wichtige Quellen für aktuelle Themen sind bei mir Techmeme, Rivva und eben Twitter. Andere nutzen beispielsweise FriendFeed, delicious, Mento oder Social Networks wie Facebook und StudiVZ. Was wichtig ist, kommt zu mir - das ist die neue Welt der News.
In den letzten Jahren habe ich häufiger über RSS geschrieben. Und immer schien es so, als stünde der Durchbruch fast bevor. Aber in der Wirklichkeit hat es sich nie durchsetzen können. Und es gibt keinen Grund, warum sich das noch ändern sollte. Eher im Gegenteil: Fachleute und die eigenen Freunde sind der beste Newsfilter, den man sich denken kann. Und dafür brauche ich kein RSS.
RSS bleibt ein Format zum Datenaustausch und ein Tool für eine kleine Gruppe von Internetnutzern. Wer als Website-Betreiber heute allerdings allein darauf setzt, um seine Leser über neue Inhalte zu informieren, sollte sich schleunigst informieren, was man auf Twitter und in Social Networks wie Facebook anstellen kann. Denn da spielt inzwischen die News-Musik.
Links zum Thema
- RSS Is Dead, So Is The RSS Fund
- Oh, RSS Is Definitely Dead Now: Feedburner CEO Dick Costolo To Become Twitter COO
- Rest in Peace, RSS
- RSS: A good idea at the time but there are better ways now

















- Nach dem aktuellen McKensey Global Survey gehört RSS zu den 3 Top-Web 2.0 Technologien mit messbarem Erfolg.
- Kaum eine Website, kaum ein Desktop kommt noch ohne RSS aus und
- in den genannten Ablösern von RSS (wie Twitter, Facebook)taucht immer mehr Content via RSS auf ...
Der Fokus von RSS rückt einfach nur mehr vom Endnutzer auf die Seitenbetreiber. An Wichtigkeit verliert RSS deswegen nicht, und tot ist es noch lange nicht.
Twitter kommt zu viel schrott und immer nur ein kleiner Teil der Überschrift - mit RSS ist der Content gleich dabei (oder wenigstens angeteasert).
Was ich meine? Man kann Twitter z.B. auch als RSS abrufen.
Der Artikel ist in meinen Augen weder technisch noch argumentativ irgend etwas wert. Was bedeutet schon "Tot", wenn es, wie der Autor es sogar schreibt, für den Datenaustausch sehr wohl genutzt wird?
Yahoo Pipes kann das, ist aber nicht super benutzerfreundlich, online Feedleser wie feedly gehen auch, ich würde aber gerne die Artikel in meinem Outlook haben oder auch bei igoogle oder my.yahoo besser nutzen und bündeln wollen/können.
Das meine ich mit "RSS als Massentechnologie ist tot".
In keinster Weise kann Twitter und co. auch nur eine kleine Alternative leisten.
Wichtig: Feeds sind Technologien, sie unterliegen aus meiner Sicht keinem Hype und der Mehrwert kann sehr unterschiedlich sein udn ist sicher für viele Nutzer unterschiedlich.
Für mich ist das Konsumieren von Inhalten ohne Feeds in der Menge nicht möglich, wie ich es heute kann und ich würde trauern, wenn es Feeds nicht mehr gäbe; Ich kenne keine Alternative, die mir den kompletten Content liefert, so dass ich das Leseverhalten steuern kann. Daher war mir auch der Kampf um FullFeed so wichtig.
Meine Kumpel oder meine Freundin z.B. werden neben Ihrem Mail-Client nie einen RSS-Reader nutzen. Das RSS-Technolgie aber an Stellen Verbaut werden, wo die beiden Teile davon konsumiere, wird eher unbewusst vorkommen.
Bewußt wird man sich dann doch eher mit aggregierten Seiten, Filtern in Social Networks oder Twitter beschäften... schätze ich...
RSS schlicht auf abonnierbare Newsfeeds zu reduzieren ist hanebüchen, resultiert aber sicher aus der Tatsache, dass dies der einzig wirkliche Berührpunkt eines Internetusers damit ist. Dass RSS die Grundlage für Podcasts, Vodcasts, dynamische Screensaver, Infoleisten, verteilte Systeme bis hin zu grundlegenden APIs (sicher in teilweise abgewandelter Form) genutzt wird, fällt da anscheinend unter den Tisch. Alle genannten Dienste, die RSS angeblich "den Rang" ablaufen nutzen ebenso mehr oder weniger RSS.
Mir geht es nicht um RSS als Datenformat, sondern um RSS als Massenphänomen.
In Bezug auf die 7.000.000.000 Menschen auf der Erde ist aber weder RSS, noch Twitter noch FaceBook noch wasweißichwas ein Massenphänomen.
RSS wird auch weiterhin der stille Helferin im Hintergrund sein dessen Verbreitung zwar langsam, aber stetig steigen wird. Sicherlich, man darf RSS & Co. nicht überschätzen. Wer aber heute ein Webprojekt startet und nicht vor vorne rein RSS, Atom & Co. (sprich Newsfeed) mit dabei hat, handelt imho fahrlässig.
Grüße,
Vlad
Die meisten Inet user kennen das halt nicht wirklich, und was der Bauer nicht kennt...
Ich finde RSS ist eine unglaublich hilfreiche Technologie und erspart einem das abklappern regelmäßig besuchter Webseiten.
Kann es nur empfehlen.
Mir geht es nicht um RSS als Datenformat, sondern um RSS als Massenphänomen. Und da sehe ich persönlich für einen entsprechenden Durchbruch keine Chance mehr. Es gibt für den durchschnittlichen Internetnutzer auch gar keinen Anlass, sich damit überhaupt zu beschäftigen. Der braucht keine zig Quellen, der geht zwischendurch mal auf Spiegel Online und vielleicht noch zwei weitere Seiten und ist zufrieden.[...]Das meine ich mit "RSS als Massentechnologie ist tot".
Wenn man so argumentiert, dann heißt das doch, RSS ist keine Massentechnologie (geworden), weil der Bedarf nicht bestand. Das heißt aber auch, RSS als Massentechnologie ist nicht tot, es hat nie als solche gelebt oder leben sollen!
Der Artikel liest sich halt so, als ist aus RSS nicht das geworden, was hätte werden sollen. Aber da war vielleicht schon die Erwartungshaltung falsch. Twitter und soziale Netzwerke sind kein Ersatz für RSS, bei RSS such ich mir eine Quelle aus und bekomme das dann direkt, über Twitter und Netzwerke kommen aber empfohlene, also gefilterte Links, etwas, was ich nicht immer haben will. Es gibt natürlich auch Twitter-Accounts, wo schlicht und einfach ein RSS-Feed reingekübelt wird, aber dafür war Twitter wohl eigentlich nicht vorgesehen ... Gibt ja auch Seiten, die ihren RSS-Feed einmal am Tag in eine Email kippen und das an alle Abonnenten der dafür vorgesehenen Mailingliste schicken, eine vergleichbare unübliche Verwendung des Mediums wie Twitter als RSS-Frontend.
RSS ist schon sehr gut um auf dem laufenden zu bleiben und Seiten zu verfolgen. Ich möchte nicht mehr ohne!
[...] Mein gestriger Artikel zum Ableben von RSS als Massentechnologie hat logischerweise einiges an Diskussion hervorgerufen - und interessante Fakten und Meinungen ans Tageslicht gefördert. Vor allem gab es zahlreichen und auch leidenschaftlichen Widerspruch. Das ist nicht weiter erstaunlich: Wir Internet-Intensivnutzer erkennen den Sinn von RSS und greifen gern darauf zurück. Der durchschnittliche deutsche Internetnutzer aber wird RSS kaum bewusst einsetzen - höchstens, ohne es zu wissen. Aber warum ist das so? Was müsste sich ändern, damit auch der Normalnutzer es versteht? [...]
[...] Wie man RSS als Massentechnologie retten könnte 04 Sep 2009 by admin Mein gestriger Artikel zum Ableben von RSS als Massentechnologie hat logischerweise einiges an Diskussion hervorgerufen – und interessante Fakten und [...]
[...] letzter Zeit liest man öfter von Artikel, in denen der Tod von RSS ausgerufen wird. RSS, eigentlich gemeint sind Feeds allgemein, würde als [...]
Twitter ist für mich ein Beispiel, wie die vielgelobte Offenheit des Web bereitwillig gerade von denen drangegeben wird, die sich noch über die AGB-Änderungen bei StudiVZ aufgeregt haben. SocialNetworks sind kommerzielle Unternehmungen, und damit kein gutes Fundament für die Kommunikationskanäle der Zukunft. Zumal ich auch davon ausgehe, dass Twitter über kurz oder lang auch seinen Reiz verliert.
Für RSS war es übrigens sicherlich von Vorteil, dass der IE es nun von Haus aus unterstützt. Und Vista blendet standardmäßig ein RSS-Widget ein. Dadurch kommen auch Leute damit in Berührung, die sich nicht aktiv damit auseinandersetzen.
[...] vielen Blogs und Websites wird vom Tod des RSS-Feeds gesprochen, weil die Tendenz zu einer noch schnelleren Informationsbereitstellung geht – zum [...]
Moin! Also, ohne RSS könnt ihr mich begraben :)
In Twitter und Aggregatoren rauscht so einiges an mir vorbei (wenn ich die nicht grad per Feed beziehe), in meinem Feedreader nicht - ganz ehrlich :)
Was die Normalsterbliche (Massen) angeht, da hatte ich nie die Hoffnung gehabt... Höchstens mit der neuen Generation...