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Ratgeber

8 Sekunden: So geht Webdesign für die Aufmerksamkeitsspanne des Menschen

Was wollte ich eigentlich hier? (Foto: Pixabay)

Dank Smartphones verfügen wir Menschen mittlerweile über eine Aufmerksamkeitsspanne, die der eines Goldfisches sehr nahekommt. So gehst du als Webdesigner damit um.

Sinkende Aufmerksamkeitsspanne: Die Smartphones sind schuld

Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne eines Menschen beträgt ... Oh, schau mal, ein Vogel.

Einer von Microsoft finanzierten Studie zufolge ist die Aufmerksamkeitsspanne des Durchschnittsmenschen, der im Falle der Studie kanadischer Staatsbürger war, von 12 Sekunden auf nur noch acht Sekunden gefallen. Der Abstieg erfolgte vergleichsweise rasant, nämlich innerhalb von etwas mehr als zehn Jahren. Maßgeblich dafür scheint das zwischenzeitlich zum Massenphänomen aufgestiegene Smartphone zu sein.

Nur mal schnell was schauen. (Foto: Picjumbo)

Stimmt die Annahme, dass die Aufmerksamkeitsspanne eines Menschen nur noch acht Sekunden beträgt, so liegt der Mensch hinter dem Goldfisch, dessen Aufmerksamkeitsspanne angeblich bei neun Sekunden liegt. Im Grunde ist der Vergleich für unser Thema schon deshalb irrelevant, weil Goldfische für gewöhnlich nicht im Internet surfen, aber witzig klingt es ja schon, oder? Allerdings ist nicht ganz klar, ob die Annahme zur Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches überhaupt stimmt.

Sei es drum. Dass Menschen weniger konzentrationsfähig über kürzer werdende Zeitspannen sind, ist dir bestimmt im täglichen Umgang mit deinen Mitmenschen schon aufgefallen. Und dass das mit ziemlicher Sicherheit am Smartphone liegt, wird wohl auch keiner ernsthaft bestreiten wollen.

Zur Ehrenrettung des Smartphones will ich aber auch nicht verschweigen, dass sich noch ein weiterer Effekt herausgestellt hat: Die Aufmerksamkeitsspanne wird zwar kürzer, gleichzeitig steigt aber die Verarbeitungsgeschwindigkeit. Der Mensch kann also schneller identifizieren, womit er sich beschäftigen will und womit nicht. Außerdem gelingt es ihm schneller, Wissen in den Speicher zu transferieren, um es mal technikaffin auszudrücken.

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Sinkende Aufmerksamkeitsspannen plus sinkende Nutzungsdauer

Um jetzt den Bogen zum Design zu schlagen, müssen wir uns noch kurz vor Augen halten, dass die Internetnutzung immer mobiler wird. Analysen von Comscore für die USA zeigen, dass schon im Februar 2015 die Zahl der ausschließlich mobilen Internetnutzer jene der klassischen Desktopnutzer überstiegen hat. Waren im Mai 2014 die ausschließlich am Desktop surfenden Nutzer noch mit 19,1 Prozent in der Überzahl gegenüber den 10,8 Prozent ausschließlich am mobilen Gerät Surfenden, entwickelt sich die Schere jetzt in die andere Richtung.

Hinzukommt, dass auch am mobilen Gerät längst nicht alles Gold ist was glänzt. Informationen des Mobile-Tracking-Anbieters Jampp besagen, dass sich hier die durchschnittliche Nutzungsdauer in einem dramatischen Sinkflug befindet. Danach reduziert sich die durchschnittliche Nutzungsdauer um knapp 90 Prozent im Jahr. Untersucht wurden übrigens E-Commerce-Apps.

Sinkende Aufmerksamkeitsspannen und Design

Jetzt kommen wir aber wirklich zum Design: Ausgangspunkt unserer Überlegungen ist, dass potenzielle Nutzer unserer Website mittlerweile fast genauso wenig Beachtung zu schenken bereit sind, wie einer durchschnittlichen Werbeanzeige. Wir haben demnach nur minimalste Zeitspannen, unsere Besucher davon zu überzeugen, dass sie bei uns das finden, was sie unbedingt nicht verpassen wollen.

Design-Aspekt #1: Performance

Deshalb beginnen wir nicht mit Überlegungen zu Inhalten und Gestaltung, sondern damit, unsere Seiten auf Performance zu optimieren. Natürlich hat das auch mit Inhalten und Gestaltung zu tun; allerdings betrachten wir das Gespann von der anderen Seite. Wir gestalten nicht erst und optimieren dann, sondern designen direkt auf der Basis von Performancezielen.

Performance kann man gar nicht wichtig genug nehmen. (Foto: Pixabay)

Wenn du WordPress nutzt, wird dich die entsprechende Serie zur Geschwindigkeitssteigerung drüben bei Dr. Web sicherlich interessieren. Für einen schnellen Eindruck davon, wie groß deine Seiten unter der Annahme verschiedener Netzgeschwindigkeit maximal sein dürfen, solltest du dir das Tool Performance Budget anschauen.

Design-Aspekt #2: Feedback

Auch wenn du Performance zu einem deiner Hauptanliegen machst, wird es nicht bei allen Prozessen deiner Website möglich sein, Antwortzeiten im Sekundenbereich zu erzielen. An diesen Stellen solltest du besonders darauf achten, dass du Status-Rückmeldungen vorsiehst.

Wenn schon gewartet werden muss, dann doch wenigstens mit einer Perspektive. Du meldest also dem Benutzer zurück, an welcher Stelle er sich im Prozess befindet und wie lange die Aktion voraussichtlich noch dauern wird. Setze aber nicht die generischen Ladekreise ein, die zwar so aussehen, als würden sie ein Feedback geben, in Wirklichkeit aber nur Bewegung auf den Screen bringen. Das merkt der Benutzer, sobald er einen dieser unsäglichen Spinner sieht.

Design-Aspekt #3: Background Loading

Bei Apps, die mit Uploads arbeiten, gilt Instagram als Paradebeispiel. Denn Instagram beginnt bereits unmittelbar nach der Anwendung eines Filters mit dem Upload des von dir aufgenommenen Fotos. Während du also noch die Informationen und Hashtags zum Foto eintippst, lädt dein Bild schon auf den Service hoch. Im Regelfall ist der Upload bereits erledigt, wenn du mit den Zusatzinformationen fertig bist. Wenn es in dein Anwendungsszenario passt, versuche ebenfalls, von der Technik des Background Loadings Gebrauch zu machen.

Lass im Hintergrund schon alles steigen, was geht. (Foto: Pixabay)

Design-Aspekt #4: Lazy Load

Etwas zweischneidig wird das Schwert, wenn es um das Thema Lazy Load geht. Lazy Loading bezeichnet das Nachladen von Inhalten, sobald diese in den Viewport geraten. Das Konzept ist eigentlich nicht schlecht: Du lädst Inhalte erst dann nach, wenn diese tatsächlich gebraucht, weil gesehen werden.

Wenn du diese Technik ganz unselektiv etwa auf alle Bilder anwendest, kann sie allerdings ziemlich nach hinten losgehen. Zwar sparst du beim initialen Aufruf einen Schwung Daten, dafür weißt du nicht sicher, ob die Internetverbindung fortlaufend schnell genug sein wird, um die jeweils erforderlichen Daten nachzuladen.

Intelligenter ist es daher, wirklich nur solche Inhalte nachzuladen, die für die Nutzererfahrung nicht unbedingt sofort nötig sind. Und das werden bei einem Bildbetrachter eher seltener die Bilder selbst sein. Wenn es aber nicht primär um das Betrachten von Bildern im Stream geht, kann Lazy Load durchaus Sinn ergeben.

Design-Aspekt #5: Reduktion auf das Wesentliche

Das Web ist ja groß genug. Da schreibe ich mal alles zu meinem Produkt rein, was mir so einfällt. Platz ist schließlich kein Faktor.

Kennst du diese Einstellung? Sie ist verständlich, aber falsch. Denn dabei fehlt es klar am Benutzerfokus. Im Rahmen einer durchdachten Kommunikationsstrategie muss im Vorfeld der Seitenerstellung genau definiert werden, was dem potenziellen und tatsächlichen Kunden nähergebracht werden soll und wie er interagieren kann.

Weniger ist mehr, und oft vollkommen ausreichend. (Foto: Pixabay)

Alle Elemente, die der festgelegten Strategie nicht entsprechen, werden radikal weggelassen. Dadurch, dass Dinge, die nicht da sind, auch nicht beim Betrachten aussortiert werden müssen, reagieren wir auf die reduzierte Aufmerksamkeitsspanne unseres Besuchers und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich sein Blick an den wichtigen Informationen unseres Auftritts verfängt.

Zu diesem Thema haben wir vor ein paar Wochen erst den Beitrag „Was Minimal Webdesign ist und wie es richtig funktioniert” veröffentlicht.

Fazit: Stärkere Konzentration der Inhalte kommt sinkender Aufmerksamkeitsspanne entgegen

Was nicht da ist, kann nicht wahrgenommen werden und tangiert also auch nicht die Aufmerksamkeitsspanne. Das klingt simpel, und das ist es auch. Im Grunde sollte die Konzentration auf das Wesentliche nicht unbedingt eine neue Strategie sein. Aber erst die hier beschriebenen Erkenntnisse tragen dazu bei, das Thema ernsthaft in den Fokus zu rücken. Das Smartphone-Zeitalter ist aus der Sicht der Markenkommunikation auch deswegen ein echter Segen.

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8 Reaktionen
Jörg Schneider

Das mit den Inhalten bekomme ich ja schon ganz gut hin, aber wenn es um die technische Optimierung geht, da vergeht mir meist die Lust.

Vor allem als Designer ist das ein wenig anstrengend. Da man ja auf Gestaltung nicht verzichten möchte.

Naja, es nützt nix. Die Performanz will weiter optimiert werden.

Rafi
Rafi

Also bitte. Mal vom Thema abgesehen.
Weder dieser Artikel, noch der vom Daily Telegraph linken auf die Originalstudie von Microsoft, oder habe ich etwas übersehen? Zudem linkt der Artikel vom Daily Telegraph auf eine Goldfisch-Artikel, wo kein Wort über die Aufmerksamkeits-Spanne von Goldfischen zu finden ist, nur über deren Gedächtnis.

Jenny M
Jenny M

Schon nach den ersten 3 Sätzen mit den Gedanken abgeschweift und nochmal schnell einen Tumblr-Post gemacht, weiter gelesen, noch kurz was in nem Word-Dokumetn nachgetragen, dann erst zu ende gelesen.
Studienergebnis also bestätigt :'D

Dieter Petereit
Dieter Petereit

Erst, wenn dir im Spiegel auffällt, dass du einen sehr runden Mund machst, solltest du dich sorgen ;-)

Matthias
Matthias

Es ist übrigens sehr wohl bekannt, dass die angeblich kurze Aufmerksamkeitsspanne des Goldfischs ein Mythos ist.

Dieter Petereit
Dieter Petereit

Dann wäre ich an einer Quelle hierzu durchaus interessiert.

peter
peter

Dr. Web klaut seine Inhalte nur zusammen und das weiß auch jeder der Web Design und Entwicklung ernst nimmt. Es gibt genug linkenswerte Quellen und ihr verlinkt ausgerechnet ein Magazin, welches es nicht wert ist. T3N wieder :P

Dieter Petereit
Dieter Petereit

Normalerweise interessieren mich Kommentare anonymer Herkunft nicht. Diesen hier kann ich aber so nicht stehen lassen, weil man Unwahrheiten nicht so stehen lassen darf - postfaktisches Zeitalter hin oder her.

Ich bin seit fast zehn Jahren Teil des Dr. Web Teams und habe das Magazin bis vor ein paar Monaten inhaltlich verantwortet. Und aus diesem langjährigen und sehr intensiven Einblick heraus kann ich nur widersprechen. Dr. Web hat noch nie Inhalte geklaut.

Bring gerne Beweise für deinen absurden Kommentar. Es wird dir nicht gelingen. Und komm mir nicht mit Beiträgen des Noupe Magazine. Das Noupe Magazine wurde und wird vom Dr. Web Team geschrieben.

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