Webentwicklung und Usability: Wie wichtig ist das Tempo einer Website?

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Im Facebook-Blog gibt es einen interessanten Beitrag von Zizhuang Yang zu der Frage: Wie wirkt sich die Geschwindigkeit einer Website auf ihre Nutzung aus? Über den Sommer war „Zizzy“ Praktikant bei Facebook und hat zu dem Thema einige Tests gefahren. Die Ergebnisse sind weit entfernt davon, repräsentativ zu sein. Klar. Trotzdem kann man eigene Erkenntnisse daraus ableiten.

Drei Bereiche hat er untersucht:

Generelle Geschwindigkeit der Website. Was passiert, wenn die Website langsamer wird? Erkenntnis: Die Nutzer verbringen dennoch genau so viel Zeit auf - aber natürlich sehen sie in der Zeit weniger Seiten. Eine schnelle Website führt also dazu, dass die Nutzer sich intensiver mit dem Angebot beschäftigen und aktiver sind.

Laden einer Seite. Auf Facebook gibt es viele Inhalte, die erst nach Laden des passenden JavaScripts funktionieren. Sollte man den Nutzern die Seite so lange vorenthalten bis sie funktioniert oder sollte man sie trotzdem so schnell wie möglich anzeigen? Zizhuang Yangs Erkenntnis: Lieber alles anzeigen, was geht. Die Lösung mit der zunächst leeren Seite führte zu weniger Nutzung.

Nachladen von Inhalten. Der „News Feed“ auf der Facebook-Startseite kostet besonders viel Zeit. Er zeigt, was im eigenen Freunde-Netzwerk so los ist. Facebook setzt hier auf einen Trick für mehr Tempo: Es werden zunächst nur so viele Inhalte geladen, wie der Nutzer auf den ersten Blick sehen kann. Sobald er runterscrollt, wird mehr nachgeladen. Zunächst waren es 15 sofort sichtbare Elemente und dann weitere 15. „Zizzys“ Erkenntnis: Erhöht man die Zahl der nachgeladenen Inhalte, steigt die Nutzung der Seite signifikant. Interessanterweise werden damit gerade die Gelegenheits-Nutzer von Facebook aktiviert.

So gesehen sind seine Ergebnisse vor allem eine Bestätigung dafür, dass eine Website möglichst schnell reagieren sollte - auch wenn wie im Beispiel der JavaScripte Teile nicht sofort benutzbar sind. Ist die Seite einmal aufgebaut, können auch in größerem Stil Inhalte nachgeladen werden.

Stellt sich nur wie so oft die Frage nach der richtigen Balance: Welche Inhalte opfert man (zumindest beim ersten Laden), um eine Seite so schnell wie möglich zu machen?

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2 Answers

  1. von Dominik 31.08.2009 (12:38Uhr) 1.

    Es kommt, wie schon richtig erwähnt, auf die Balance an. Wenn man mal genau hinschaut sind die für Web-Entwickler anstehenden Überlegungen (durch immer mehr Ladezeit für tollere Features) nichts anderes als die Frage nach einem strukturierten Nachladen, die jedem Flasher bekannt sein sollte (aber selten ist). Es bleibt zu hoffen dass wir da als Entwickler etwas besser agieren als es ein Großteil der Flash-Produzenten, nach meinem Emfinden, bisher tut, denn die beliebten Ladegrafiken werden in Flash doch gerne mal ne Minute oder länger angezeigt => da bin ich als Besucher dann weg bevor ich irgendetwas brauchbares gesehen habe.

    Meine Meinung zum "Desktop-Web" ist generell eher so dass man versuchen sollte Ladezeit-kostende Features nur dort einzusetzen wo sie die Usability verbessern und dem User den Aufenthalt erleichtern. Manchmal ist eine schnell neu geladene Seite besser als ein schwerfälliger Mechanismus zum Nachladen über JavaScript, da weniger fehleranfällig. Würden viele nicht immer mehr dazu neigen jedes Framework einzubinden dass einen "coolen" Effekt zaubert, gäbe es das Problem mit dem Nachladen gar nicht in dem Maße.

  2. von Veit 31.08.2009 (15:54Uhr) 2.

    Welche Inhalte opfert man, indem man sie später lädt?

    Wenn man es richtig macht, muss man gar keine Inhalte opfern. Man kann einen riesigen Geschwindigkeitsgewinn erziehlen, wenn man die Anzahl der Requests minimiert. Wenn möglich, gesamtes CSS in eine einzelne Datei, gesamtes JavaScript in eine einzelne minifizierte Datei packen. Keine fünf verschiedenen JavaScript-Frameworks nutzen, sondern eins. Das mit rein in die minifizierte Datei - das Zusammenfassen kann serverseitig beim Request passieren. JS ans Ende der Seite und keine Inline-JavaScripts - die unterbrrechen nämlich gerne das Rendering.

    Damit lässt sich eine superschnelle Basis schaffen, in der beim ersten Laden erst mal nichts fehlt.

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