Mit statischen Websites „Back to the Roots“
Der ein oder andere mag sich jetzt fragen, warum man mit Jekyll oder anderen Generatoren für statische Website auf den ganzen Komfort von z.B. WordPress verzichten sollte, nachdem man meist viel Aufwand in so komplexe Systeme fürs Publishing von Webinhalten investiert hat.
Hier ein paar Argumente, die für das Ausliefern von statischen Websites sprechen:
- Performance: Statische HTML Seiten werden wesentlich schneller geladen als dynamisch generierte Inhalte.
- Sicherheit: Da bei reinem HTML keine serverseitigen Skripte ausgeführt werden, sind statische Websites sicherer.
- Einfache Entwicklung und Pflegbarkeit: Bei statischen HTML-Seiten muss man sich nicht mit der Konfiguration von Datenbanken oder Servern herumschlagen. Auch Updates oder Patches für Management Software fallen flach. Jeder Webserver ist für die Auslieferung geeignet, da keine bestimmten Voraussetzungen wie z.B. PHP- oder Ruby-Tauglichkeit erfüllt werden müssen.
- Versionskontrolle: Da alle Webinhalte einfache Textseiten sind, ist Versionierung ohne weiteres möglich und jeder Arbeitsstand aus der Vergangenheit kann einfach wieder hergestellt werden.
- Tool- und Formatunabhängigkeit: Webseiten können im Format nach Wunsch (z.B. Textile, Markdown oder gleich HTML) und mit Lieblingsumgebungen und –editoren erstellt werden.
Wie Jekyll funktioniert
Nachdem man Jekyll am besten lokal über RubyGems installiert hat, schnappt es sich das Verzeichnis in dem die Grundstruktur der eigenen Website liegt und macht damit „magische Dinge“ wie das Parsen von Textile- oder Markdown-Dateien, das Ermitteln von Kategorien, Tags oder Permalinks. Als Ergebnis erstellt Jekyll dann aus den Einzelteilen Ordner mit statischem HTML ohne Datenbank und serverseitige Logik. Für eine Migration von WordPress oder TYPO3 ist zusätzlich Datenbankzugriff erforderlich.
Eine einfache Jekyll-Seite sind aus wie folgt:
Jekyll ist also eine Engine für Texttransformation (Parsing Engine), die beliebige Markup-Sprachen als Input mag und diese dann mit Layouts versieht. Jekyll ist keine Blogging Software und enthält selbst keine Inhalte oder Designelemente – die muss man selbst erstellen. Aber es gibt immerhin vier Themes als Basisvorlagen. Während des Transformationsprozesses kann man z.B. konfigurieren, wie die URLs der Seite aussehen sollen, welche Daten im Layout enthalten sein sollen und mehr.
Beispielkonfigurationen in der _config.yml Datei für Jekyll sehen so aus:
Das alles passiert nur über das reine Editieren von Dateien. Für die Template Datengenerierung nutzt Jekyll YAML und die Liquid Template Engine. Jekyll wird von Tom Preston-Werner, Nick Quaranto und aktuell 103 weiteren Contributorn bei GitHub entwickelt. Außer der GitHub Doku gibt es zu Jekyll auch gute Einsteigertutorials.
Neben Jekyll gibt es noch zahlreiche andere statische Website Generatoren wie z.B. Hyde aus der Python/Django Richtung, Bonsai mit HTML5 Output, Webgen als freies Kommandozeilentool oder das auf PHP basierte Phrozn.
Statische Website Generatoren wie Jekyll sind insbesondere für Coder und Puristen interessant, die sich nicht bei der Wahl ihrer Publishing Tools einschränken lassen wollen und Wert auf unkomplizierte Entwicklung und schnelle Auslieferung ihrer Inhalte legen. Jekyll ist dabei einer der besonders minimalistischen Vertreter.
Weiterführende Links:
- Jekyll bei GitHub
- Jekyll Installation
- Migration mit Jekyll
- Jekyll Plugins
- Sites die Jekyll nutzen
- Jekyll Tutorial
- Übersicht zu weiteren statischen Website Generatoren









von Jörg Schöneburg via facebook 24.01.2012 (13:21Uhr) 1.
Was die Welt nicht braucht. Die Liste hat wieder einen Eintrag mehr.
von honons 24.01.2012 (13:51Uhr) 2.
Stimmt, so ein Kommentar wie deiner hat einen Eintrag in dieser Liste wirklich verdient!
Wer etwas mehr liest versteht den Ansatz hinter jekyll. Es ist für Leute gedacht die hauptsächlich nur programmieren und für einen einfachen Blog sich nicht mit Dingen wie Wordpress o.ä. auseinandersetzen wollen. Stattdessen kann man das alles nur mit dem Texteditor bewaffnet und ein wenig Markdown o.ä. umsetzen, anstatt es in eine für die meisten
kleinenBlogs oft überflüssige Datenbank zu stopfen. Schneller ist es, wie im Beitrag angesprochen, auch noch da es sich nur um statische Files handelt...Deshalb: Nur weil du es nicht einsetzen kannst oder willst, brauchst du nicht von dir auf andere schließen. Die knapp 5000 "Watchers" auf github sprechen da meiner Meinung nach eine andere Sprache...