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Webszene: Geeks und ihr Equipment (5) – Johannes Kleske

Wir haben bei t3n eine neue Serie gestartet, in der wir unregelmäßig Personen aus der Web-2.0-Szene vorstellen und sie nach ihrem Setup in Sachen und Software befragen. Heute: Johannes Kleske, Social-Media-Stratege bei der Frankfurter Kreativagentur Neue Digitale / Razorfish. „Da mehr und mehr Arbeit direkt in der Wolke passiert, ist es schon fast egal, welches System ich benutze. Somit ist der Browser auch die wichtigste Software überhaupt für mich.“

Webszene: Geeks und ihr Equipment (5) – Johannes Kleske

Wer bist Du und wie sieht Dein Job aus?

Ich bin's, der Johannes. Anfang 30, Schaffender, Denkender und Reisender in Sachen Kommunikation im Post-Digital-Zeitalter. Keine Ahnung, was der letzte Satz eigentlich meint, klang aber gut. Im echten Leben arbeite ich als Social-Media-Stratege (ja, ich habe Social Media im Jobtitel) für die Digitalmarketingagentur Neue Digitale / Razorfish und helfe unseren Kunden über den Kulturschock im Social Web hinweg hin zu langfristigem Erfolg.

Daneben bin ich unter anderem mit der Berlinblase auf den Konferenzen und Camps dieser Welt unterwegs, um den Daheimgebliebenen die spannendsten Gedanken und den lustigsten Gossip zu vermitteln. Außerdem befülle ich ständig irgendwelche Blogs mit Zeug, das ich im Web gefunden habe in der Hoffnung, dass es irgendwen interessiert.

Für meinen Job verbringe ich viel Zeit im Web, um zu kommunizieren und zu recherchieren. Bin ich mal nicht am Rechner, sitze ich entweder im Meeting mit Kollegen oder bin beim Kunden für einen Workshop.

Johannes Kleske

Welche Hardware hilft Dir bei Deiner Arbeit?

Derzeit bin ich mit einem schwarzen MacBook unterwegs, das gerne laut lüftet und magisch jeglichen Staub im Raum anzieht. Aber ich will ja nicht meckern. Macs gibt's bei uns in der Agentur ansonsten eigentlich nur für Designer.

Treuer Begleiter ist außerdem mein iPhone 3GS, das ich vor allem nutze, um mit dem Bekanntenkreis in Verbindung zu bleiben (also Facebook & Twitter). Eingehüllt wird das iPhone gerne mal von einem Mophie Juice Pack, um auf Tour die Akkulaufzeit zu erhöhen. Daheim steht noch ein Mac Mini, der in erster Linie als Multimedia-Zentrale fungiert.

Und welche Software unterstützt Dich?

Seit 2002 bin ich hauptsächlich auf Mac OS X unterwegs, merke aber, dass ich immer plattform-agnostischer werde. Da mehr und mehr Arbeit direkt in der Wolke passiert, ist es schon fast egal, welches System ich benutze. Somit ist der Browser auch die wichtigste Software überhaupt für mich. Da ist es momentan ein ständiges Hin und Her zwischen Firefox und Chrome – je nachdem, welcher der beiden mich gerade mehr ärgert. Eigentlich nutze ich am liebsten Firefox. Zum einen aufgrund der Erweiterungsmöglichkeiten und zum anderen, um die Open-Source-Bewegung zu supporten. Mit seinem Ressourcenhunger und der Langsamkeit treibt dieser mich aber auch immer wieder in den Wahnsinn, so dass ich gerne mal den Switch zum Chrome mache. Allerdings auch nur, um bei dem festzustellen, dass jetzt zwar nur noch einzelne Tabs abstürzen, dafür aber ständig. Es bleibt spannend.

Ansonsten gibt es durchaus einige Tools, ohne die sich ein Mac für mich kaputt anfühlt. Evernote ist nach längerer Eingewöhnungsphase zu meinem präferierten Zweithirn geworden, in dem wirklich alles landet, was sich digital erfassen lässt und irgendwann irgendwie mal wieder relevant für mich sein könnte. Was nicht in Evernote landet, ist wahrscheinlich eine Datei und wird per Dropbox über alle Systeme gesynct. Tweetdeck ist der Twitterclient meiner Wahl, wenn ich nicht unterwegs bin. Skitch und LittleSnapper ist die Kombination meiner Wahl für alles, was irgendwie mit Screenshots zu tun hat. Mit Knox verwalte ich die verschlüsselten Diskimages für die sensiblen Kundendaten. Adium und Skype sorgen für die direkte Kommunikation mit der Außenwelt. Coda muss für alle Webdev-Aufgaben herhalten. Für meine To-Do-Liste nutze ich in der Regel Things, probiere aber gerade Action Method Online aus. Spotify hat inzwischen klar iTunes für die Berieselung abgelöst. Auf meinem Arbeitsrechner läuft noch VMware mit einer Windows-XP-Installation, die ich praktisch ausschließlich für Outlook 2007 verwende, weil Entourage derzeit noch unbrauchbar ist. Außerdem läuft auf dem Mini neben Snow Leopard noch eine Fedora-Distribution. Man will ja auf dem Laufenden bleiben, was die Linux-Alternativen machen.

Wie sieht die Arbeitsumgebung Deiner Träume aus?

Ich bin viel unterwegs und dazu ein großer Freund von unterschiedlichen Arbeitsplätzen. Im Büro kann ich mich super mit Kollegen abstimmen und gemeinsam an Sachen arbeiten. Unterwegs oder daheim kann ich mich deutlich besser konzentrieren. Dazu kommen Präsentationen beim Kunden.

Deswegen ist die Arbeitsumgebung meiner Träume vor allem flexibel und passt sich der aktuellen Situation ohne Hürden an. Das heißt für mich, dass alles in der Wolke liegt und ich verschiedene Zugänge wie Notebook, Smartphone und zukünftig wohl auch Tablet nutze, um die Daten zu bearbeiten. Dropbox ist für mich schon ein riesen Schritt in die Richtung. Wenn jetzt jemand noch mal Apple erklären könnte, was es mit Cloud Computing auf sich hat...

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5 Antworten
  1. von ameise am 13.07.2010 (09:09 Uhr)

    wenn schon, dann heisst es Post-Analoges-Zeitalter. Seine Aussage macht, wie er selbst erkannt hat, keinen Sinn!

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  2. von Jan Christe am 13.07.2010 (09:19 Uhr)

    Vielen Dank für die spannenden Einblicke Johannes. Besonders beim Thema Evernote musste ich schmunzeln, denn ich habs mir schon ein paar Mal angeschaut und kurz genutzt, konnte mich aber nicht so recht damit anfreunden. Interessieren würde mich, was Du da so alles reinkippst und in welchen Situationen Evernote für Dich besonders nützlich ist.

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  3. von Lennart Jensen am 13.07.2010 (09:38 Uhr)

    Bei mir das gleiche wie bei Jan: Hab schon Ewigkeiten Evernote drauf, aber irgendwie nie den richtigen Zugang dazu gefunden. Daher würd mich auch interessieren, wofür genau es einsetzt und welche Vorteile sich dadurch ergeben.

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  4. von Johannes Kleske am 13.07.2010 (14:14 Uhr)

    @ameise: Ich meine wirklich post-digital. So wie hier erklärt: http://russelldavies.typepad.com/planning/2009/01/meet-the-new-schtick.html

    @Jan: In Evernote landen vor allem PDFs, Web-Artikel und PPTs aus dem Arbeitsumfeld. Dazu scanne ich inzwischen alle Dokumente wie Lohnabrechnungen, Briefe vom Finanzamt und Co. Mir hat am Anfang der Evernote-Podcast ganz gut geholfen, in mein Hirn reinzukriegen, was ich mit Evernote alles machen kann.

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  5. von Simon Rabente am 15.07.2010 (11:41 Uhr)

    Toll, bis auf den Beruf könnte der Text eine Beschreibung meiner Arbeitsumgebung sein!

    Auch ich verwende Chrome und Firefox, allerdings bevorzugt Chrome. Die Dropbox, Coda, Things und Evernote habe ich auch ständig im Einsatz. Die Arbeitsplattform ist ebenfalls Mac OS X basiert.

    Nur mit Tweetdeck konnte ich mich noch nicht recht anfreunden. Mobil verwende ich Twitter for iPhone. Auf dem Mac Evernote und wenn ich an einem Windows PC sitze noch immer (kaum zu glauben) twhirl!

    Nur über einen Spotify Invitation Code würde ich mich noch freuen... :D

    Alles in allem kann ich die Umgebung volkommen nachvollziehen!

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