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Warenkorb-Erinnerungen: Wettbewerbszentrale hält Bestellabbrecher-Mails für unzulässig

Warenkorb-Erinnerungen: Wettbewerbszentrale hält Bestellabbrecher-Mails für unzulässig

Online-Händler, die E-Mails an Bestellabbrecher schicken, wandeln auf dünnem Eis. Die Wettbewerbszentrale weist daraufhin, dass Warenkorb-Erinnerungen „wettbewerbsrechtlich unzulässig und datenschutzrechtlich mehr als bedenklich“ sind.

Warenkorb-Erinnerungen: Wettbewerbszentrale hält Bestellabbrecher-Mails für unzulässig

Online-Shopping: Bestellabbrecher-Mails laut Wettbewerbszentrale nicht zulässig…

Wettbewerbszentrale äußert wettbewerbs- und datenschutzrechtliche Bedenken

Wenn sich ein Kunde in einem Shop umschaut und den Bestellvorgang startet, etwa, indem er Produkte in den virtuellen Warenkorb legt und seine Daten eingibt, die Bestellung aber nicht abschließt, darf er nicht ohne Weiteres per E-Mail kontaktiert werden, wie jetzt die Wettbewerbszentrale mitteilt.

Die Wettbewerbszentrale sei bereits mehrfach mit solchen Fällen konfrontiert worden. Die Betreffzeilen würden dann so oder so ähnlich lauten: „Ihre Bestellung bei (...) wurde unterbrochen“ oder „Warenkorb-Erinnerung: Ihre Wein-Auswahl“. Teilweise wurden die sogenannten Erinnerungen auch an Nutzer verschickt, die noch kein Kundenkonto angelegt hatten.

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Warenkorberinnerungen durch Online-Shop-Betreiber laut Wettbewerbszentrale unzulässig. (Bild: © rdnzl - Fotolia.com)

Hat der Verbraucher zuvor keine Einwilligung erteilt, liegt laut Wettbewerbszentrale in wettbewerbsrechtlicher Hinsicht „ein Fall der unzulässigen und belästigenden E-Mail-Werbung vor“ (§ 7 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 3 UWG). Der Shop-Betreiber sei an die Daten weder durch einen abgeschlossenen Verkauf gelangt, noch hätten die betroffenen Nutzer eine Einwilligung zur Verarbeitung und Nutzung der E-Mail erklärt. Auch Datenschutzbedenken wurden geäußert.

Wettbewerbszentrale geht gegen unzulässige E-Mail-Werbung vor

Die Wettbewerbszentrale ist nach eigenen Angaben in den entsprechenden Fällen bereits wegen unzulässiger E-Mail-Werbung eingeschritten. Die betreffenden Unternehmen haben sich demnach zur Unterlassung verpflichtet.

Zu einem ähnlichen Urteil kamen Martin Rätze und Lars Klatte im Shopbetreiber-Blog bereits im Sommer 2013. Das damalige Fazit in Sachen Bestellabbrecher-Mails, das nun auch von der Wettbewerbszentrale bestätigt wird: „Der Versand von Bestellabbrecher-Mails ist sowohl aus datenschutz- wie auch wettbewerbsrechtlicher Sicht unzulässig, sofern der Besucher des Shops nicht seine ausdrückliche Einwilligung hierzu erteilt.“

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4 Antworten
  1. von E. am 23.01.2015 (19:42 Uhr)

    Mja... schwierig. Bei Mango aber ich mich tatsächlich gefreut, als ich eine Mail bekam, bei Thalia fand ich es schon nervig.
    Es kommt eben auch auf die Menge an, die man schon in den Warenkorb reingelegt hat und man dann eben fix losmusste und den Bestellvorgang nicht zu Ende führen konnte. Besser wäre es wirklich beim einloggen ein Häckchen für "Erinnerung erlauben" setzen zu können.

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  2. von FCS am 25.01.2015 (06:56 Uhr)

    Mehr als lächerlich. Bürokraten erschließen "Neu"-Land ^^

    Es ist also doch erlaubt da:
    "... sofern der Besucher des Shops nicht seine ausdrückliche Einwilligung hierzu erteilt.“

    Mal schnell die AGB anpassen und schon hat man Ruhe vor diesen "Kundenschützern"

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  3. von Uwe am 27.01.2015 (09:57 Uhr)

    Wie will denn der Shopbetreiber sicherstellen, dass der Kunde auch seine E-Mail angegeben hat und nicht die von, sagenwirmal, seiner Ex-Freundin?

    Da hier keine explizite Einwilligung zum Empfang dieser Nachfasser-Mail vorliegen kann (es sei denn, der Kunde war aus einem bestehenden Kundenkonto heraus eingeloggt) ist eine solche Nachfass-Mail zunächst mal Spam. Punkt.

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  4. von PCVersteher am 01.03.2015 (19:24 Uhr)

    Das kommt aber ständig vor. Wenn man etwas im virtuellen Warenkorb geparkt hatte, z.B. weil man es sich nochmal genauer ansehen wollte, aber dann doch nichts kauft, kriegt man eine Erinnerungs-Email. Bisweilen sogar, trotzdem der virtuelle Warenkorb inzwischen automatisch geleert wurde (z.B. Ulla Popken).
    Ob das nun bedenklich ist oder nicht, sei mal dahingestellt, denn meist ist man ja bereits Kunde bei dem Shop und hat sicher mehr oder weniger absichtlich der Datenverwendung zugestimmt; aber nervig ist es allemal.

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