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Digitale Wirtschaft

Trotz schwerer Sicherheitslücken: WhatsApp zählt 400 Millionen Nutzer

    Trotz schwerer Sicherheitslücken: WhatsApp zählt 400 Millionen Nutzer

WhatsApp. (Bild: Jan Persiel / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

WhatsApp hat 400 Millionen Nutzer: Von schlechter Datensicherheit und ständiger Sicherheitslücken lassen sie sich offenbar nicht abschrecken.

WhatsApp hat einen neuen Meilenstein in der Firmengeschichte bekanntgegeben: Der Instant-Messenger hat inzwischen 400 Millionen Nutzer. Im hauseigenen Blog schreiben die Macher, dass allein in den letzten vier Monaten 100 Millionen Nutzer dazugekommen sind. Während in Deutschland im Mai beispielsweise noch 13 Millionen Nutzer WhatsApp installiert hatten, waren es im November schon 20 Millionen. Wohl gemerkt: aktive Nutzer. Auch in aufstrebenden Märkten wie Indien und Mexiko kann WhatsApp Erfolge aufweisen – insgesamt zählen die Verantwortlichen auch in diesen Staaten jeweils 20 Millionen Nutzer. Das ist erfreulich für das Internetunternehmen – angesichts der vielen bekanntgewordenen Sicherheitslecks aber auch höchst fragwürdig: Nutzer scheinen sich auch in Zeiten des NSA-Skandals nicht von mangelnder Datensicherheit abschrecken zu lassen.

Sicherheitslücken sind bei WhatsApp an der Tagesordnung

WhatsApp speichert Backup-Daten im Klartext in Apples iCloud. (Bild: Jan Persiel / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)
WhatsApp speichert Backup-Daten im Klartext in Apples iCloud. (Foto: Jan Persiel / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Die Liste an Problemen, die in den letzten Monaten bezüglich des WhatsApp-Messenger öffentlich wurde, wiegt schwer: Vor etwa einem Jahr beispielsweise wurde eine ziemlich brisante Sicherheitslücke bekannt, die gezeigt hat, dass Accounts von Nutzern vergleichsweise leicht übernommen werden konnten. Damals hat WhatsApp sich extrem intransparent gegeben und versucht, die Sicherheitslücke unkommentiert zu schließen. Doch auch das Update war fehlerhaft – wie heise Security später festgestellt hat. Auf das Angebot des Teams, die erhobenen Details an das Unternehmen weiterzuleiten wurde ferner schlichtweg nicht reagiert. Eine nicht untypische Verfahrensweise des aufstrebenden Startups. Ebenfalls kritisch, die vor kurzem aufgedeckte Backup-Sicherheitslücke, die Chatverläufe von iOS-Nutzern unverschlüsselt in Apples iCloud speichert. Auch hier hat heise Security den Fehler gefunden: Wer sich einen Zugang verschafft, könnte mitlesen – nicht zuletzt Apple selbst beziehungsweise Mitarbeiter des Technik-Herstellers. Angesichts der Tatsache, dass WhatsApp mit einer clientseitigen Verschlüsselung wirbt, ist das ein ziemlich grober Schnitzer.  Dagegen sieht selbst der Server-Hack palästinensischer Anonymous-Hacker wie ein Kavaliersdelikt aus – trotz einer anschließenden Spam-Welle, durch die dritte Hacker versuchten, Malware auf die Smartphones der Nutzer zu spielen.

Noch nicht genug? Hier eine weitere krasse Sicherheitslücke: Über WhatsApp ließen sich auch PayPal- und Google-Konten ausspionieren. Auch hier hat das Team von Curesec nach eigenen Angaben versucht, die Details dreimal an WhatsApp zu übermitteln – eine Reaktion blieb aus.

WhatsApp: Nutzer bezahlen mit Daten und Geld – bekommen dafür wenig Sicherheit

WhatsApp gehört zu den beliebtesten Instant-Messengern unter den Nutzern, besonders im technikaffinen Nutzerkreis aber wird die Skepsis zunehmend größer. Während der Otto-Normal-Nutzer sich von der Einfachheit des Instant-Messengers verwöhnt sieht und inzwischen sogar neben seinen Daten auch mit barem Geld für die Nutzung zahlt, mehren sich die Forderungen nach sicheren Alternativen. Es bewegt sich dahingehend auch einiges: Instant-Messenger wie Threema, Telegram oder Hike wollen es besser machen. Ob das gelingt, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Auch das neueste Projekt von Peter Sunde, Gründer von Flattr, sorgt schon vor dem Start für einiges an Aufsehen. In einer Crowdfunding-Kampagne hat er ein sattes Startkapital für einen sicheren Instant-Messenger namens Heml.is bekommen.

Heml.is soll sicheres Messaging bieten. (Bild: Heml.is)
Heml.is soll sicheres Messaging bieten. (Bild: Heml.is)

Das größte Problem, mit dem diese neuen Protagonisten aber zu kämpfen haben, ist der Umstand, dass es in ihren Apps noch vergleichsweise ruhig zugeht. Ein Wechsel kommt für viele Nutzer nur in Frage, wenn auch Freunde sich für einen anderen Instant-Messenger entscheiden und ein sogenannter Netzwerk-Effekt losgetreten wird. Das liegt in der Natur der Sache, geht es doch um Kommunikation. Ein Instant-Messenger, in dem ein Nutzer mit sich alleine spricht, wird der Sache nicht gerecht – der Dienst wird unbrauchbar.

Wenn ihr euch für eine Alternative zu WhatsApp interessiert, findet ihr in unserem Artikel „WhatsApp-Alternativen – Ein Blick über den Tellerrand“ eine Auflistung möglicher Anbieter, die einen besseren Eindruck bezüglich dem Privatsphäre- und Sicherheitsstandard machen.

via www.heise.de

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3 Reaktionen
Klaus Franke
Klaus Franke

Was ist mit dem Gratis-Dienst WeChat? Der Dienst mit weit über 300 Mio Usern nicht mal erwähnt? Das Feature-Angebot und die Plattform-Verbreitung des Dienstes ist meines Wissens bisher ungeschlagen.

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Thomas Voiß
Thomas Voiß

Mir erscheint die Beliebtheit von Whatsapp mehr als Paradox. Der Verbraucher schreit bei Datenschutz und Datensicherheit Alarm und regt sich über die Geschäftspraktiken von Google und Konsorten auf, gleichzeitig wird der Datenschutz bei der täglichen Kommunikation aber vernachlässigt.. Persönlich mag ich Hangouts sehr, jedoch scheitert eine durchgehende Nutzung bei mir an der mangelnden Verteilung in meinem Freundeskreis. Persönlich ist es mir egal welche App zur Kommunikation eingesetzt wird, denn meinen Smaltalk kann gerne jeder mitschneiden. Dies heißt nicht, dass ich meinen persönlichen Datenschutz vernachlässige sondern bei meinen sensiblen Daten sehr wohl großen Wert auf Zutrittsschutz, Zugriffsschutz und Zugangsschutz lege. Im übrigen entsteht der meiste materielle Schaden in Unternehmen durch Datensdiebstahl, verursacht durch nicht gesprerrte PC`s.

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Can

Während Heml.is noch in den Startlöchern steckt ist Telegram schon fertig.
Wie wäre es mit einem Artikel darüber ? ;)

Telegram verfügt zudem über eine API über die beispielsweise schon ein Desktopclient realisiert wurde. Hab die App seit gestern und muss sagen schaut ganz nett aus, durch die Möglichkeit, dass ich auch am PC schreiben kann würde ich Telegram WhatsApp sogar vorziehen ... wenn das mal alle meine Kontakt verwenden würden..

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