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Kommentar

Whatsapp: Das absurde Digitalurteil zeigt ein echtes Problem

(Foto: Shutterstock/Casper1774 Studio)

Jeden Whatsapp-Kontakt um Zustimmung bitten – dazu hat ein deutsches Gericht eine Mutter verdonnert. Schöner Aufreger! Dabei zeigt das Urteil ein viel gravierenderes Problem. 

Irgendwie hat es das Amtsgericht Bad Hersfeld ja gut gemeint. Da haben sich die Verantwortlichen wirklich hingesetzt, sich die Whatsapp-Geschäftsbedingungen auf neun Seiten ausgedruckt, die wichtigsten Punkte markiert und herauskopiert. Und all das nur, um einem Elfjährigen und seiner Mutter zu zeigen, welche Daten sie mit Whatsapp alle freigeben – und welche Daten davon sie (nach Meinung des Gerichts) gar nicht freigeben dürfen.

Nur die Schlussfolgerungen, die das Gericht aus seiner Recherche zieht, die sorgen nun für heftige Diskussionen. Im Mai verdonnerten die Verantwortlichen in Bad Hersfeld die Mutter dazu, eine „Medien-Nutzungsvereinbarung“ mit ihrem Kind zu treffen. Sie muss ihren Sohn aber nicht nur auf etwaige Gefahren beim Konsum von Whatsapp hinweisen und einmal im Monat Gespräche mit ihm führen – nein, es kommt noch merkwürdiger.

Das Whatsapp-Urteil ist nicht digitalgemäß

Sie muss auch schriftliche Zustimmungserklärungen aller Kontakte im Telefonbuch ihres Sohnes einfordern. Denn, so die schlaue Argumentation der Juristen, über Whatsapp werden ja auch die Daten Dritter ungefragt weitergegeben. Bei der Installation des Messengerdienstes erklärt sich der Nutzer damit einverstanden, dass sich Whatsapp alle Kontakte aus dem Telefonbuch ziehen darf. Da die Kontakte aber nicht ihre Einwilligung dafür gegeben haben, sei dies ein Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz.

Das Urteil, in seiner Abstrusität derzeit auf Twitter diskutiert, verdeutlicht an sich einen wichtigen Punkt: Wir Digitalsüchtigen akzeptieren allgemeine Geschäftsbedingungen, ohne auch je nur ein Wort davon gelesen zu haben – und wir merken nicht einmal, dass wir auch die Rechte anderer einschränken. Wer nicht auf Whatsapp ist, sich aber in den Kontaktdaten eines Freundes befindet, der den Dienst nutzt, dessen Daten werden automatisch an die Facebook-Tochter übermittelt. Ob der Nicht-Nutzer das will oder nicht.

Überblick über die Whatsapp-Alternativen
Kakaotalk: Der Dienst mit dem leckeren Namen ist vor allem in Südkorea weit verbreitet und zählt nach eigenen Angaben insgesamt über 140 Millionen Nutzer (Stand: Mai 2014) – ein Großteil ist allerdings im Heimatland des Dienstes verortet. Auch Kakaotalk bietet Apps für die meisten verfügbaren mobilen Plattformen, von iOS, Android über Windows Phone zu Blackberry und Bada ist alles vertreten. (Bild: Kakaotalk)

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Dass digital affine, aber digital ungebildete Erwachsene diese Problematik nicht verstehen und ihren Kindern einen dementsprechend ebenso sorglosen Umgang mit Whatsapp mitgeben, auch darüber sollten wir häufiger reden. Schließlich sollten wir uns schon bewusst sein, was wir da eigentlich anklicken, wenn wir eine App herunterladen – und sollten auch unseren Nachwuchs dafür sensibilisieren.

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Whatsapp-Urteil zieht die falschen Schlüsse

Und trotzdem zieht das Gericht die falschen Schlüsse. Der Argumentation im Urteil zufolge bricht jeder Whatsapp-Nutzer das Gesetz, nicht nur der Sohn. Wenn aber jeder mit der Installation von Whatsapp gegen geltendes Recht verstößt, sind es eigentlich in erster Linie die Bedingungen des Messengers, die das Gericht angehen müsste. Zugegeben, von einem Familiengericht etwas viel verlangt. Aber es ist auch etwas viel verlangt, von jedem Kontakt das Einverständnis einzuholen, die App zu nutzen.

„Wenn sich die Argumentation durchsetzt, können viele Whatsapper Privatinsolvenz anmelden.“

Was das Urteil aber vor allem verdeutlicht: dass die deutschen Gesetze nicht auf dem aktuellen digitalen Stand sind. Denn nach Argumentation des Gerichts könnte jeder Nicht-Whatsapp-Nutzer jeden Whatsapp-Nutzer verklagen, der seine Kontakte in die App lädt. Schließlich hat letzterer keine Erlaubnis, ungefragt Telefonnummern und Namen an die Facebook-Tochter weiterzugeben. Wenn sich diese Ansicht durchsetzt, dann können viele Whatsapper schon mal vorsorglich Privatinsolvenz anmelden.

Statt die Mutter dazu zu verurteilen, nicht mehr zeitgemäße Gesetze umzusetzen, sollte sich die Diskussion deshalb lieber darum drehen, wie wir das Recht an das digitale Zeitalter anpassen können. Das muss nicht heißen, dass die automatische Datenübertragung der Status Quo werden soll. Es könnte auch heißen, dass Whatsapp das Sammeln sensibler Daten schlicht verboten wird.

Allerdings: Man muss wegen des Urteils nicht in Panik ausbrechen. Die Einzelentscheidung eines Amtsgerichts gibt keine grundlegende Linie vor. Sie zeigt jedoch schon, wie rückständig das deutsche Recht an manchen Stellen ist.

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18 Reaktionen
Christopher Kunke
Christopher Kunke

Irgendwie ist mein kritischer Kommentar zu Ihrem Artikel verschwunden. Ist dies ein technischer Fehler oder Zensur?

Christopher Kunke
Christopher Kunke

Nach meiner persönlichen und rein privaten Auffassung sind mehrere Fehler und nicht zweckdienliche Vorschläge in diesem Artikel:

1. Es existiert kein Urteil! Das viele Medien es schreiben, macht es nicht richtiger.

2. Die Restschuldbefreiung nach der InsO gilt nicht für bedingt vorsätzliche deliktische Schulden (§ 302 InsO), sodass äußerst zweifelhaft ist, ob dieser Rat sinnhaft ist (@Privatinsolvenz). Gerade mit Hinblick auf die aktuelle Berichterstattung ließe sich bedingter Vorsatz durchaus annehmen.

3. Das Gericht kann unmöglich gegen eine Partei (hier Whatsapp) vorgehen, die nicht Teil des Rechtsstreits ist. In diesem Kontext sei angemerkt, dass das monierte Verhalten in Sachen "Telefonbuch" bereits seit Januar vor dem LG Berlin angegriffen wird. Hier ist die WhatsApp Inc. wirklich Beklagte und wird auch verlieren.

4. Das Gesetz ist sehr wohl zeitgemäß und setzt die EU-Richtlinie 95/46/EG um. Auch die im Mai 18 kommende DS-GVO wird die gleichen Regeln zu Einwilligungen haben. Letztlich ist dies Ausdruck der verfassungsrechtlich geschützten informationellen Selbstbestimmung. Diese ist durch Ihren Artikel 1 GG- Anteil auch durch die Ewigkeitsklausel geschützt, sodass dem Gesetzgeber nur begrenzte Möglichkeiten zustehen würden, diese überhaupt einzuschränken. Die Diskussion ist aber auch mit Hinblick auf die unmittelbare Wirkung von EU-Verordnungen vollkommen irrelevant. In diesem Kontext von einem "deutschen" Problem zu sprechen, verzerrt die Kompetenzlage.

5. Die eigentlich interessante Fragen wird leider nicht aufgegriffen. So ist nicht aufgefallen, dass der Beschluss (!) es versäumt darauf einzugehen, dass die maßgebliche AGB unwirksam nach den §§ 305 c) und 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB i.V.m. 4, 4a BDSG ist. Dies führt in letzter Konsequenz nämlich dazu, dass das eigentliche deliktische Verhalten wieder ausschließlich der WhatsApp Inc. zuzuordnen ist. Eine Täterschaft von Verbrauchern auf Basis von AGB ohne Rechtswirkung lässt sich jedenfalls nicht weiter annehmen. Ebenso ist fraglich, ob die tenorierte Einwilligungserklärung den Anforderungen an eine wirksame Einwilligung genügt. Auch wird die Möglichkeit eine Einwilligung jederzeit zu widerrufen und die sich daraus ergebenen Konsequenzen im Beschluss nicht hinreichend bedacht. So viel zur "schlauen Argumentation der Juristen". Im Übrigen sitzen am Amtsgericht Einzelrichter. Es würde sich insofern die Verwendung des Singular anbieten. Es sei denn die Autorin verwendet bei der Ansprache von Juristen generell den Pluralis Majestatis, was zu Ihrer Entlastung billigend zur Kenntnis genommen werden würde. ;-)

Norbert Seidel
Norbert Seidel

Das ist tatsächlich Ihre Meinung? Da stellen sich einem die Nackenhaare hoch.

"Und trotzdem zieht das Gericht die falschen Schlüsse. Nach Argumentation des Gerichts bricht jeder Whatsapp-Nutzer das Gesetz, nicht nur der Sohn."

Das Gericht schließt Schlüsse aus der aktuellen Gesetzgebung und nicht nach privater Meinung des Richters (sollte es zumindest). Aber Ihre Schlussfolgerung ist richtig: jeder Nutzer verstößt nach Auffassung des Gerichtes gegen die aktuelle Gesetzeslage -> Zumindest wenn es so "urteilt" wie Sie es geschrieben haben. Genaueres zur Begründung entnimmt man aber lieber der Urteilsbegründung.

" Wenn aber jeder mit der Installation von Whatsapp gegen geltendes Recht verstößt, sind es eigentlich in erster Linie die Bedingungen des Messengers, die das Gericht angehen müsste."

Das Gericht hat gegen nichts anzugehen, es hat sich gefälligst an die Gesetze des Gesetzgebers zu halten.
Außerdem habe ich Ihren Satz mal etwas verändert:
Wenn aber jeder mit dem Kauf einer Waffe gegen geltendes Recht verstößt, sind es eigentlich in erster Linie die Hersteller, die das Gericht angehen müsste.

Ein anderes Beispiel:
Das wäre ähnlich, wenn ein Schweizer Gericht VW auffordern würde, das deren Autos nur noch 120 fahren sollen.

Beides ist natürlich Unfug.

Im Grunde ist es doch ganz einfach.
1.) Das Gesetzt ist gut, da es Personen schützt, die Ihre Daten nicht in fremden Händen sehen wollen. Zumal diese Personen selbst keinen Einfluss darauf haben, da WhatsApp von anderen Personen mit Ihren persönlichen Daten gefüttert wird.
2.) WhatsApp kann ja weiterhin genutzt werden, nur hat man dafür das Einverständnis der Kontakte einzufordern und anschließend das Telefonbuch zu säubern.

Wo ist also jetzt Ihr Problem? Wem das zuviel Arbeit ist, der muß sich einen anderen Messenger suchen. Spätestens dann würde WhatsApp aus Eigeninteresse gegensteuern.

Daniel
Daniel

Spaß!

Und jetzt halten wir alle mal kurz inne - und denken darüber nach, wie wir unsere Kontakte bei iCloud und Google hinterlegt haben...

Lukas W

Wer zum Geier hat denn den Artikel geschrieben? Ich anerkenne, dass hier sicherlich keine Juristen beschäftigt sind. Wer aber einen Artikel über ein Urteil verfasst und in diesem dem Gericht falsche Schlüsse unterstellt, sollte sich mit der Materie zumindest im Ansatz auseinandergesetzt haben.
Es handelt sich hier um ein Urteil eines FamG und die rechtliche Prüfung der WA Datenschutzbestimmungen sind nicht Teil der Prüfung gewesen. Sie sind im Übrigen auch datenschutzrechtlich überhaupt nicht zu beanstanden.
Die sich daraus ergebende Rechtsfolge, stellt freilich kein für den Nutzer in der jetzigen Form des Dienstes tragbares Ergebnis dar. In diesem Land setzt sich das Recht aber Gott sei Dank noch gegen solche Befindlichkeiten durch.
Der Autor gibt richtigerweise zu bedenken, dass der Umgang mit Daten Dritter viel zu sorglos stattfindet, insbesondere dann, wenn dieser Dritte sich ausdrücklich gegen eine Nutzung solcher Dienste entscheidet.
Denklogisch wäre es dann jedoch richtig, nicht das BDSG als "nicht zeitgemäß" zu diffamieren, sondern als NUTZER von WhatsApp eine entsprechende Anpassung des Dienstes zu verlangen! Das Wiederum ist nicht Aufgabe der Gerichte, wenn und solange die Datenschutzerklärung an sich nicht gegen den Deutschen oder den Unionsdatenschutz verstößt, es sei denn jemand findet einen vertretbaren Grund in Richtung einer "bewussten Verleitung zur Drittschädigung" zu argumentieren - diesen Ansatz habe ich aber noch nirgendwo vernommen.

Auch technisch ist das ohne weiteres umsetzbar, indem bspw. jeder einzelne Kontakt einzeln über einen Schieberegler freigegeben werden muss, oder sich WhatsApp Kontakt mit einem QR Code gegenseitig scannen müssen, um sich freizugeben und dabei der Nutzung Ihrer Daten durch den Dienst zustimmen usw.

Das Problem ist und bleibt die nonchalante Einstellung der Nutzer gegenüber dem Datenschutz, insbesondere wenn es um Rechte Dritter geht. WhasApp hätte seinen Dienst schon lange angepasst, würde ein entsprechendes Bewusstsein existieren. Wenn nun die ersten Abmahnungen kommen (dann sollte man sich fragen, wen man da in der Kontaktliste hat und insbesondere kann dann auch folgerichtig umgekehrt ebenso abgemahnt werden, da die Verletzung beiderseitig ist), dann steigt dieses Bewusstsein eventuell endlich wieder an.

Im Ergebnis dann jedoch wiederum auf das Recht zu schimpfen, anstatt sich und den Dienst einmal kritisch zu hinterfragen, was hier nur rudimentär erfolgt ist, ist äußerst bedenklich.

Liebe Grüße,

Lukas

egghat (@egghat)

Gerechtfertigte Kritik am Artikel und gute Lösungsansätze!

Man könnte sogar noch weiter gehen:

1. Grundvoraussetzung: Es wird standardmäßig nur die Telefonnummer übertragen und diese NUR als Hash. Über den Hash können Telefonnummern abgeglichen werden und auch die Konfigurationsmöglichkeiten gespeichert werden (Zugegeben: Dafür müsste man sich anmelden, um der Nutzung zu widersprechen, wenn aber Punkt 1 gegeben ist, wohl okay; schließlich musste früher bei einer geheimen Telefonnummer auch irgendwo sicher gestellt werden, dass diese nicht veröffentlicht werden darf)

2. Dann gibt es weitere Konfigurationsmöglichkeiten für die Nutzer:

a) Switch: Meine Kontaktdaten an niemanden automatisch weitergeben.
b) Switch: Kontaktdaten nur weitergeben, wenn das Gegenüber seine Daten auch freigibt (das entspräche im Endeffekt der Friending-Logik in Facebook; sprich derjenige, dessen Telefonnummer gerade hochgeladen und abgeglichen wurde (und nicht a gewählt hat), muss bei einem Match zustimmen. Der "Hochlader" sieht diese Sachen aber nicht. Stimmt Gegenüber zu, taucht das im WhatsApp-Adressbuch auf, wenn nicht, dann eben nicht)
c) Switch: Sch**ß auf Datenschutz, gib meine Daten an alle, die meine Telefonnummer kennen.

Ich glaube, dann wäre WhatsApp auch datenschutztechnisch sauber. Wer nicht mitmachen will, kann widersprechen.

Mir ist schon klar, warum WhatsApp das gebaut hat, wie sie es gebaut haben: Es wäre sonst nie viral gegangen.

(Das ist aber auch der Grund, warum es keinen europäischen Konkurrenten gibt, der unter Berücksichtigung etwas Ähnliches in *gut* gebaut hätte. Dann hätten wir die Gewinne, die Arbeitsplätze und das KnowHow hier in Europa und nicht in den USA. Das Einhalten anderer Gesetze kann für eine Volkswirtschaft auch gut sein. Man darf nicht immer nur den negativen Aspekt betonen, dass man nicht bei jedem heißen Scheiß aus den USA sofort mitspielen kann. Die Chinesen machen den ganzen Mist unter Berücksichtigung *ihrer* Gesetzeslage selber und haben damit ein paar Hundert-Milliarden-Dollar-Konzerne geschaffen … Ich will jetzt nicht für Zensur plädieren, sondern auf den Effekt, den eine Einforderung lokaler Gesetze haben kann)

itxFreiburg
itxFreiburg

Vielen Dank für deine Antwort. Sehr gute Punkte! Und wir haben wohl beide nicht absonderlich lange gebraucht, um auf diese zu kommen.

Ich verstehe auch deinen Punkt. Es ist im Gegenteil sogar eher eine Wettbewerbsverzerrung, wenn man heimischen Unternehmen etwas abverlangt, was man den ausländischen nicht "zumuten" will. Die Lösung kann jedoch nicht die Öffnung in Richtung schlechterer oder gar keinen Datenschutzbestimmungen etc. sein, sonern muss gerade eben die Durchsetzung des Rechts sein - entweder passen sich "die Großen" dann an - oder aber es wird ein attraktiver Markt für Unternehmen geschaffen, die genau das in den Griff bekommen.

Das hat bis jetzt noch jeder geschafft.

Was Autos angeht, setzen wir das doch auch um. Nur, weil es billige Fahrzeuge aus China gibt, wird hier ja auch nicht der TÜV abgeschafft, weil die Teile wegrosten.
Datenschutz ist einfach nicht sichtbar und NOCH nicht spürbar - klassische Menschliche Schwäche: wenn es spürbar wird, ist es zu spät.

Lars
Lars

Man könnte auch einfach Apps wie Signal verwenden, da werden gar keine Daten übertragen (Erster und letzter Log In sowie weitere verbundene Geräte ausgenommen).

egghat (@egghat)

@Lars:

Ich löse das Problem, dass WhatsApp von ANDEREN Telefonen meine Daten hochlädt, nicht. Ob ich Signal benutze oder nicht. Ob ich ein SmartPhone habe oder ein 10 Jahre altes Nokia-Dumbphone …

egghat (@egghat)

@itxFreiburg:

Leider ist so einfach. Man könnte sich das ganze Wachstum in China im Internetbereich anschauen und sich überlegen warum das so ist. Man muss das nur nachahmen. Man bräuchte nicht einmal neue Gesetze, man müsste einfach mal nur darauf achten, dass sich die US-Konzerne an die lokalen Gesetze halten. Und zack hätte europäische Konkurrenten mal eine Chance zu konkurrieren …

Gabi Banfield

Sehr richtig @egghat - genau darum kommen Google, Apple, Facebook, Twitter etc. aus Amerika und nicht aus Deutschland. Nicht, weil wir hier keine fähigen Entwickler haben, sondern, weil Behörden und Gesetzgeber immer wieder mehr blockieren als fördern. Nur für uns hat Facebook z.B. ein Impressumfeld erstellt (sowas kennt man in anderen Ländern nicht). Nur wir in Deutschland dürfen keine Facebook-Page in Unternehmensseiten implementieren (nur mit DoubleDptIn). Nur wir machen Jagd auf Fake-News... Mit dieser Fülle an Verboten, Regulierungen und Gesetzen erscheint es fast kurios, über "Digitale Transformation" zu reden... - was ja im übrigen z.B. im Wahlkampf auch kein Thema ist!

egghat (@egghat)

@Gabi:

Leider hast du meinen Punkt nicht verstanden:

Diese Regulierungen (die du für überflüssig hältst, der Gesetzgeber aber nicht) müssen nicht negativ sein. So wie die vom chinesischen Gesetzgeber aufgezwungene Regel "Zensur" und "Abhörschnittstellen" in China eingehalten werden müssen, könnte Europa die Einhaltung genauso erzwingen. Und dann würde es möglicherweise wie in China lokale Player geben. So wie Tencent da chinesische WhatsApp und Baidu das chinesische Google.

Nur Europa ist so blöd, die lokalen Firmen mit lokalen Gesetzen zu drangsalieren (und so deren Entwicklungsgeschwindigkeit zu bremsen), die ausländischen Firmen aber ohne Rücksicht auf die Gesetze machen zu lassen. Das ist grenzdebil.

Tom
Tom

Das Urteil scheint de-jure wohl richtig zu sein, de-facto halte ich die eine Hälfte für sinnvoll, die andere Hälfte für Quatsch.

Sinnvoll ist, dass die Mutter sich mit dem Stand der Technik auseinandersetzen muss, um ihrer Fürsorgepflicht für ihre Kinder nachzukommen. Wenn sich wirlich mal jeder WhatsApp-Nutzer darüber Gedanken machen würde, was alles aus den Daten ausgelesen wird und dann die Phantasie spielen lässt, was man damit anstellen kann, kommen viele vermutlich nur auf einen Bruchteil dessen, was tatsächlich derzeitig damit angestellt wird. Vielleicht irgendwann ja auch die Mutter und ihre Kinder.

Nicht nur private Inhalte werden ausgetauscht, es kommunizieren ja auch Schüler und Eltern mit Lehrer oder Ärzte untereinander über Patienten, in Gruppen über Termine, Ereignisse, Erfahrungen, Produkte ... Das Argument der Verschlüsselung zieht auch nicht so richtig, denn die Metainformationen und Adressbücher werden unverschlüsselt übertragen und der Master-Schlüssel für die Kommunikation stammt von WhatsApp/Facebook und wurde bisher nicht offen gelegt (soweit ich weiß).

Jeder Datenschützer und jeder, der tiefer in der IT steckt hat Bauchschmerzen bei der Nutzung von WhatsApp. Aber alle machen mit. Das Argument, was einem entgegengeworfen wird, wenn man die Risiken anspricht, ist dabei immer das selbe: "Aber da sind alle. In den anderen Apps ist niemand". Hat jeder Angst, alle Freunde zu verlieren, wenn auf einen anderen Anbieter gewechselt wird (z.B. Wire)? Das wundert mich doch sehr.

Der zweite Teil des Urteils, den ich für Quatsch halte, ist der mit dem Einholen einer Erlaubnis zum Abgleich mit WhatsApp. Da haben leider die Juristen das Ganze nur teilweise verstanden. Denn wie soll jemand, der nicht bei WhatsApp ist wissen, dass seine Daten von jemand anderem hochgeladen wurden? WhatsApp kennt mich, obwohl ich nicht dabei bin. Muss ich jetzt alle Personen aus meinem Bekanntenkreis anschreiben und feststellen, wer WhatsApp nutzt und dann darf ich alle abmahnen? Und vor allem: was soll das bringen? Das einmalige Hochladen des Adressbuches reicht bereits aus. Damit ist die Verfehlung bereits begangen worden.

Persönlich kann ich nur sagen, dass es durchaus sinnvolle, einfache, schicke, praktikable und vor allem sichere Alternativen zu WhatsApp gibt. Persönlich nutze ich "Wire". Vielleicht kann t3n mal eine Umfrage initiieren, was andere Anwender noch nutzen, wie die Erfahrungen sind und welche Vor-/Nachteile man als Nutzer sieht.

Was im übrigen das Lesen und Verstehen von Benutezrvereinbarungen diverser Dienste angeht, so finde ich, dass Amazon beim AWS sehr gut unter Beweis gestellt hat, dass solche Texte nur selten gelesen und noch seltener verstanden werden und dass die Amazon-Juristen durchaus Humor haben.

Dieses sieht man im Punkt 57.10 aus https://aws.amazon.com/de/service-terms/

"Diese Beschränkung ist jedoch nicht anwendbar im Falle des Auftretens einer weit verbreiteten Virusinfektion [...], die durch Bisse oder Stiche oder durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen wird, die die Wiederbelebung von Leichen zur Folge hat, die dann versuchen, lebendiges menschliches Fleisch, Blut, Hirn- oder Nervengewebe zu verzehren, und die voraussichtlich zum Untergang der entwickelten Zivilisation führen wird."

Amazon sieht also im Falle einer Zombie-Apokalypse Ausnahmen für bestimmte Regelungen vor.

Kann man die Nutzung von WhatsApp ohne Nachzudenken bereits als Zombieverhalten auffassen?

caro
caro

Hoffe die Mutter zieht vor das Bundesverfassungsgericht!!

uv.web
uv.web

Hoffen viele!
Dann bricht das ganze WA-Konstrukt mit viel Getöse in sich zusammen!
Und die Leute finden sich endlich bei den Besseren wieder...
Ein Hoch auf die moderne Kommunikation!

Lars
Lars

Mit welchem Rechtsmittel und aus welchem Grund?

itxFreiburg
itxFreiburg

Viele Ausrufezeichen lassen darauf schließen, dass es um solch differenzierte Fragen eben gerade nicht geht. Bzw. !!!

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