t3n News Digitales Leben

Warum es wichtig ist Credits auf Twitter zu geben – und wie es richtig geht

Warum es wichtig ist Credits auf Twitter zu geben – und wie es richtig geht

Quellenangaben und Fußnoten? Ganz wichtig! Dennoch vergeben wir viel zu selten Credits auf . Was das für Nachteile hat, und wie es besser geht, erfahrt ihr im Artikel.

Warum es wichtig ist Credits auf Twitter zu geben – und wie es richtig geht

Credits auf Twitter. (Bild: Iculic / Shutterstock.com)

Über die Wichtigkeit von Quellenangaben und Fußnoten wurde hierzulande schon viel diskutiert. Ob im Rahmen von Doktorarbeiten oder im Kontext medialer Berichterstattung. Es hat sich eine Art ethischer Konsens gebildet, der da lautet: Abschreiben und so tun als ob der Inhalt von einem selbst stammt, ist niederes Verhalten. Dennoch passiert es häufiger – manchmal mutwillig, manchmal fahrlässig und manchmal ohne dass der Plagiator es besser wusste. Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein!

„Keine Credits gegeben? Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein!“

Häufig zu beobachten ist das Kopieren von Gedanken anderer Personen auch und gerade auf Twitter. Auf dem Microblog herrscht zwar ein moralisch besonders geprägter Konsens darüber, dass Credits bekommt, wem Credits gebühren. Jedoch sieht der ein oder andere das nicht immer ganz so eng. Die Gründe können manchmal auch ganz rationaler Natur sein. Etwa wenn die 140-Zeichen es einfach nicht zulassen, den jeweiligen Impulsgeber entsprechend zu ehren. Fair enough! Doch gehen wir mal von aus, der Platz ist gegeben: Was spricht dann eigentlich dagegen?

Credits auf Twitter für ein besseres Miteinander, mehr Reichweite und neue Impulse

Credits auf Twitter liefern das Potential für eine erhöhte Reichweite. (Bild: Iculic / Shutterstock.com)
Credits auf Twitter liefern das Potential für eine erhöhte Reichweite. (Bild: Iculic / Shutterstock.com)

Tatsächlich ist vielen Twitter-Nutzern gar nicht bewusst, was ihnen und anderen durch die fehlenden Credits entgeht. Mal abgesehen davon, dass saubere Quellen auf Twitter zu einer interessanten Vernetzung von Gedanken führen und sich dadurch bestenfalls Diskussionen ergeben können, leistet man an seinen Followern einen schönen Dienst und präsentiert ihnen spannende neue Köpfe, die spannende neue Gedanken in den Nachrichtenstrom spülen. Alleine dafür, können die eigenen Leser einen schätzen. Hinzukommt auch, dass man sich das Potenzial für eine erhöhte Reichweite abschneidet. Der Urheber selber könnte durch einen Verweis auf seinen Tweet auf euch aufmerksam werden und wiederum euren Gedanken folgen. Zum anderen könnte er auch euren Tweet retweeten – beispielsweise wenn er eine Ergänzung darstellt. Vernünftiges Angeben von Quellen führt nicht nur zu einer besseren Sichtbarkeit der Urheber, sondern im optimalen Fall auch von einem selbst.

Doch wie macht man das eigentlich auf Twitter, das richtige Zitieren? Eine Reise in das kleine ABC der drei wichtigsten Quellenangabe:

RT = „Retweet“:

Der sogenannte Retweet ist wohl die bekannteste Form der Quellenangabe, denn er ist integraler Bestandteil des Funktionsumfanges. Ein entsprechender Button, der in der unteren Interaktionsleiste eines Tweets zu finden ist, bewirkt, dass während der Nutzung von Haus aus ein @Mention gesetzt wird. Der ein oder andere Nutzer bevorzugt jedoch den manuellen Retweet, denn er erlaubt den Ursprungstext zu kommentieren.

MT = „Modified Tweet“:

Der sogenannte Modified Tweet ist quasi der Retweet, der zugunsten der Länge verändert oder einfach nur gekürzt wurde. Wie im Beispiel aufgeführt, hat der Nutzer Teile des ursprünglichen Tweets gelöscht, um seine eigenen Gedanken hinzuzufügen. Das Problem jedoch: „MT“ hat im Netzjargon verschiedene Bedeutungen. Im Kontext vom Instant-Messaging bedeutet das Kürzel beispielsweise „mistyped“, sprich: „vertippt“. Also, Achtung!

HT = „Hat Tip“, auch „via“ genannt:

Wer einen Tweet aufschnappt und den bis zur Unkenntlichkeit veränderten Inhalt weitergibt, nutzt das Kürzel „HT“. Es kommt nicht oft vor, dass die Buchstabenfolge im Nachrichtenstrom auftaucht. Gleichzusetzen ist er vom Sinn her aber mit einem „via“, dass wesentlich öfter unter den deutschen Twitter-Anwendern genutzt wird. Beispielsweise kuratiert man einen gezwitscherten Artikel, auf dem man durch einen Nutzer aufmerksam wurde, entscheidet sich jedoch für ein anderes Zitat – hier ergibt ein „HT“ oder „via“ Sinn.

Fazit:

Es lohnt sich – auch wenn es nervig erscheint – sich beim Twittern etwas Gedanken zu machen und einen Tweet so zu optimieren, dass er nicht nur die Artikel-Überschrift oder die eigenen Gedanken, sondern auch die ursprüngliche Quelle abbildet. Dennoch: Wie Sascha Lobo, der bisweilen eine gute Stunde auf einem Tweet herumkaut, müsst ihr es nicht halten. Es ist und bleibt ein Tweet, und eben keine Doktorarbeit.

Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
4 Antworten
  1. von Nico Saborowski am 20.01.2015 (13:26 Uhr)

    "Dennoch passiert es häufiger – manchmal mutwillig, manchmal fahrlässig und manchmal ohne dass der Plagiator es besser wusste. Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein!"
    Ich muss schon leicht schmunzeln.


    HT kannte ich ehrlich gesagt noch nicht. Guter Artikel, der Leute hoffentlich dazu anhält mehr mit Quellen zu arbeiten, auch außerhalb von Twitter.

    Antworten Teilen
  2. von Clemens Lotze am 20.01.2015 (15:43 Uhr)

    Und wenn man den Inhalt auf anderem Wege als über einen Tweet - z.B. über Google+ - bekommen hat, dann ist ein TY = "Thank You" oder thx = "Thanks" angebracht.

    Aber nicht nur der "Credits-Geber" ist gefordert. Quellen, die genannt oder ihre Interaktion erhöhen wollen bzw. auf ein @mention hoffen, sollten einige Zeichen - am besten 19 (= max. Namenslänge auf Twitter von 16 Zeichen + "RT" + ein Freizeichen - schon bei der Gestaltung des Tweets dafür vorsehen!

    Antworten Teilen
  3. von Clemens Lotze am 20.01.2015 (17:44 Uhr)

    Ergänzung: Selbstverständlich noch ein Zeichen für @ einplanen und - wenn die Erwähnung am Anfang des Tweets steht - noch ein weiteres Leerzeichen. Damit wären wir bei max. 21 Zeichen.

    Diese Erkenntnis kann sehr nützlich sein, wenn man eine Überschrift gestalten will, die auf Twitter verbreitet werden soll!

    Antworten Teilen
  4. von Victor am 21.01.2015 (09:22 Uhr)

    Eine andere Variante wäre eine Umstellung des Satzbaus so, dass "die Quelle" ein Teil des Satzes bildet: "Laut @MrX kann das und das so und so". Übrigens nutze ich des Öfteren auch mal ein via und ein "by" --> Wo ich das her habe und wer für den text verantwortlich ist. Wenn man wirklich eine Quelle nennen möchte, dann schafft man das auch!

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema Twitter
Planung und Analyse: Twitter launcht Firmen-Dashboard
Planung und Analyse: Twitter launcht Firmen-Dashboard

Twitter hat ein Dashboard für Unternehmen vorgestellt. Damit können Firmen Tweets planen, ihren Account managen und Zugriff auf eine Analytics-Funktion erhalten. » weiterlesen

Öffentliche Gruppen-Chats: Wie Public zu einer Konkurrenz für Twitter werden könnte
Öffentliche Gruppen-Chats: Wie Public zu einer Konkurrenz für Twitter werden könnte

Public ist eine neue Messaging-App, die Gruppen-Chats öffentlich zugänglich macht. So sollen sich Stars oder Experten vor einem Publikum über die unterschiedlichsten Themen unterhalten können. » weiterlesen

Emoji-Targeting: Wie Twitter die kleinen Bilder in Tweets zu Geld machen will
Emoji-Targeting: Wie Twitter die kleinen Bilder in Tweets zu Geld machen will

Was wie ein Aprilscherz klingt, könnte sich als echte Goldgrube erweisen. Twitter startet mit Emoji-Targeting eine Möglichkeit für Werber, Nutzern gezielt Werbung anzuzeigen, je nachdem, welche … » weiterlesen

Alle Hefte Jetzt abonnieren – für nur 35 €

Kennst Du schon unser t3n Magazin?