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Diese Faktoren bestimmen, wieviel ein Freelancer verdient

Diese Faktoren bestimmen, wieviel ein Freelancer verdient

Es gibt unzählige Faktoren, die Einfluss darauf haben, was man als Freelancer verdient – also zahlreiche Stellschrauben, an denen ihr drehen könnt. Habt ihr alle auf dem Schirm?

Diese Faktoren bestimmen, wieviel ein Freelancer verdient

Wieviel ein Freelancer verdient, ist nicht zufällig

Die Stundenlöhne von Freelancern gehen nicht nur von Branche zu Branche stark auseinander, sondern variieren auch intern stark. Aber wovon ist es eigentlich abhängig, wie viel man als Selbstständiger Programmierer, Webdesigner, SEO et cetera verdienen kann? Wir haben die wichtigsten Faktoren für euch zusammengetragen:

1. Fähigkeiten

Je mehr du zu bieten hast, desto mehr ist deine Arbeit Wert. In vielen Bereichen ist es hilfreich wenn du nach dem T-Shape-Modell aufgestellt bist. Heißt: Du hast ein Spezialgebiet, kennst dich aber in allen angrenzenden Bereichen auch recht gut aus und bist breit aufgestellt. Dadurch ersparst du einem Auftraggeber eventuell, noch jemand anders zu Rate ziehen zu müssen und kannst dafür mehr verlangen.

Eine andere Möglichkeit sich abzugrenzen, ist die Spezialisierung in einer Nische. Dadurch verkleinert sich natürlich der Kundenkreis, aber auch die Konkurrenz. Um so populärer das Gebiet, desto tiefer sollte man sich einarbeiten. Stetige Weiterbildung ist in den meisten Bereichen unabdingbar um im Wettbewerb bestehen zu können und einen guten Preis verlangen zu können.

2. Referenzen und Arbeitsproben

Je besser deine Referenzen, desto größer das Vertrauen neuer Kunden. Natürlich ziehen bekannte Namen besonders gut den Schnitt in die Höhe, aber auch beeindruckende Arbeitsproben. Einige Freelancer haben das Problem, dass sie aus rechtlichen Gründen, viele Arbeitsproben nicht verwenden dürfen oder können, zum Beispiel Programmierer oder Designer, die für interne Projekte oder im B2B-Bereich gearbeitet haben. In diesem Fall muss man sich anders helfen und gegebenenfalls eigene Projekte entwickeln.

3. Dein Auftritt

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Der erste Eindruck entsteht oft durch den Online-Auftritt. (Bild: Ewelina Rosinska / Behance)

Ein guter Webauftritt, das Online-Portfolio oder eine Webvisitenkarte sind schon ein guter Anfang. Einige Tipps dafür, findest du im Artikel Das perfekte Online-Portfolio: Mit diesen Tipps angelst du dir Kunden oder Arbeitgeber. Viele Kunden werden darüber auf Freelancer aufmerksam. Hier kommt vielleicht die erste Schätzung der Qualität deiner Arbeit zustande. Natürlich kommt es auch auf den persönlichen Auftritt an.

4. Selbstvertrauen

Um einen gewissen Tages- oder Stundensatz durchzusetzen, braucht man Selbstvertrauen in sich und seine Arbeit. Daran sollte man als Freelancer generell arbeiten. Zum einen, um in Verhandlungen standhaft zu sein und zum anderen, um Entscheidungen treffen zu können, ohne ständig Zweifel zu haben.

5. Verhandlungsgeschick

Ein entscheidender Faktor bei der Bezahlung ist dein Verhandlungsgeschick. Gerade, wenn noch jemand zwischen dir und dem Kunden steht, kann es harte Verhandlungen geben. Hier gilt es, den schmalen Grat zu finden, den Auftrag nicht an jemanden zu verlieren, der sich eventull günstiger anbietet und sich auch nicht zu weit drücken zu lassen. In diesen Verhandlungen ist es gut, wenn man die Argumente auf seine Seite hat, wo wir wieder bei den ersten vier Punkten sind.

Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Verhandlungsgeschick – wichtige Faktoren, die bestimmen, was man als Freelancer verdient. (Foto: Shutterstock)
Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Verhandlungsgeschick – wichtige Faktoren, die bestimmen, was man als Freelancer verdient. (Foto:Shutterstock)

6. Mit welchem Stundensatz man einsteigt

Es ist nicht zu unterschätzen, wie sehr der erste Stundensatz auch das spätere Honorar beeinflussen kann. Viele Freelancer sind am Anfang ihrer Selbstständigkeit noch unsicher und verkaufen sich unter Wert. Oder sie haben nicht die nötigen Referenzen, um an die gut bezahlten Jobs zu kommen. Dennoch sollte man sich eine Grenze setzen, die nicht allzu niedrig ist und auch die Buchhaltungs- und Akquisestunden sowie den Materialeinsatz (Kamera, teure Software etc.) berücksichtigt.

Sind eure ersten Kunden mit euch zufrieden, werden sie vielleicht zu Stammkunden und verstehen dann nicht, warum ihr zwei Jahre später den dreifachen Stundenlohn verlangt. Zudem empfehlen sie dich vielleicht weiter – mit dem Zusatz, dass du günstig bist – und dann zieht das seine Kreise.

Zur Inspiration: In unserer Reihe „Endlich Freelancer!“ haben gestandene Webdesigner, SEO-Experten und Programmierer die Frage beantwortet, unter welchem Stundensatz sie nie arbeiten würden.

7. Die Größe der Unternehmen, für die man arbeitet

Größere Unternehmen haben in der Regel auch größere Budgets. Wer immer nur für kleine Startups oder sogar andere Freelancer arbeitet, der kommt nicht an die ganz großen Budgets heran. Ein Großkunde, der einem das Auskommen sichert, ist zwar nicht ganz so leicht an Land zu ziehen, aber wenn man ihn einmal hat, ist er Gold wert.

8. Direktbuchungen

Wer über einen Mittelsmann einen Auftrag übernimmt, muss beim Verdienst Abstriche machen. Dafür bietet die Zusammenarbeit mit Agenturen natürlich andere Vorteile, wie zum Beispiel regelmäßige Aufträge.

9. Durchhaltevermögen und Kapital

Wer keine Reserven hat, der muss jedem nächstbesten Job hinterherlaufen. Nur wer etwas Puffer hat, kann es sich leisten, ein schlechtes Angebot abzulehnen. Das ist keine gute Verhandlungsposition. Zudem kann man sich nicht einfach mal Zeit für das aufpolieren des eigene Portfolios et cetera nehmen. Wer also kein Kapital hat, der ist eventuell besser damit beraten, erst einmal in einer Festanstellung etwas anzusparen.

Fehlen dir wichtige Faktoren? Dann schreib uns in den Kommentaren.

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3 Antworten
  1. von Vermittler... am 01.02.2016 (15:26 Uhr)

    "Agenturen" statt "Vermittler" lässt vermuten das es eher um Webdesigner o.ä. geht als was z.b. bei Gulp gesucht wird. App-Entwickler braucht aber beispielsweise jede Seite.

    Bei Großen Firmen macht der EINKAUF und nicht die PersonalAbteilung die Ressourcen-Beschaffung. Die haben eine Neue Trafo-Station oder Maschine, also kauft man für ein paar Tage ein paar Elektriker über Zeitarbeit zum Anschliessen ein. Gleiches für PC-Projekte usw. wo dann Informatiker eingekauft werden.
    Hier gabs ja auch Artikel mit Jahrelangen Verträgen. Wegen der Gefahr der Scheinselbständigkeit läuft praktisch alles über Vermittler. Rot-Grün hätte für alle Seiten Faire, Gerechte und Trivial nachvollziehbare Gesetze machen können. Aber lieber die Betroffenen Firmen, Geschäftsführer (Geschäftsführer-Durchgriffs-Haftung bzw. Nachzahlung von Krankenkassen-Beiträgen für Mitarbeiter usw. nach der Insolvenz gibts öfters im TV zu sehen) und Betroffenen Mitarbeiter, Freiberufler auf endgültige Gerichtsurteile warten müsssen :-(

    Wichtig wäre ein Artikel wo klargemacht wird wo das Geld bleibt und wie man kalkulieren muss. Bei diesen Gastronomie-Rettungs-Shows kriegt man sowas ja auch mit.

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  2. von Olaf Barheine am 02.02.2016 (18:44 Uhr)

    Ich bin jetzt seit 15 Jahren freiberuflich für mittelständische Industrieunternehmen tätig. Absolut faire Verträge, keine Vermittler, gute Stundensätze, pünktliche Bezahlung,... Was will man mehr? Warum so viele Freelancer darauf erpicht sind, für Konzerne zu arbeiten, habe ich noch nie verstanden. Ich fühle mich da immer extrem unwohl.

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  3. von Lukas am 02.02.2016 (23:03 Uhr)

    Ich bin Selbständiger im Bereich Suchmaschinenoptimierung und Webdesign und habe Kunden aller Art (vom Ein-Personen-Unternehmen zum Konzern) betreut. Die besten Erfahrungen habe ich mit Familienbetrieben und regionalen KMU gemacht, da diese nicht so beratungsresistent sind und Änderungen meist schneller umgesetzt werden als bei großen Firmen.

    LG Lukas

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