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Die große Wikipedia-Revolte zum 15. Geburtstag: Warum die Autoren jetzt auf die Barrikaden gehen

Die große Wikipedia-Revolte zum 15. Geburtstag: Warum die Autoren jetzt auf die Barrikaden gehen

Wenige Tage nach den Feierlichkeiten zum 15. Geburtstag der englischsprachigen spitzt sich der Streit zwischen Autoren und Wikimedia-Foundation zu. Anlass für die Revolte: ein ehemaliger Google-Manager.

Die große Wikipedia-Revolte zum 15. Geburtstag: Warum die Autoren jetzt auf die Barrikaden gehen

Wikipedia. (Foto: throwthedamnthing  / flickr.com, Lizenz: CC-BY )

Wikipedia-Community misstraut Ex-Google-Manager

Streit ist nichts Neues bei Wikipedia. Jetzt droht aber ein tiefer Riss zwischen der Community und der Wikimedia-Foundation. Aktuell mehr als 200 Wikipedia-Autoren haben ein Misstrauensvotum gegen den ehemaligen Google-Manager Arnnon Geshuri unterschrieben. Gegenstimmen gibt es nur wenige. Geshuri, der aktuell als HR-Chef bei Tesla beschäftigt ist, wurde Anfang Januar in den Wikimedia-Vorstand berufen – zuvor war ein von der Community gewähltes Mitglied entlassen worden.

Massiver Widerstand der Wikipedia-Autoren gegen das neue Vorstandsmitglied der Wikimedia-Foundation Arnnon Geshuri. (Foto: Myleen Hollero/Wikimedia Foundation)
Massiver Widerstand der Wikipedia-Autoren gegen das neue Vorstandsmitglied der Wikimedia-Foundation Arnnon Geshuri. (Foto: Myleen Hollero/Wikimedia Foundation)

Grund für die ablehnende Haltung gegen Geshuri ist offenbar seine Rolle in einem Skandal, bei dem es um illegale Absprachen bei der Rekrutierung von Mitarbeitern im Silicon Valley ging. In den Jahren 2005 bis 2007 sollen Tech-Konzerne wie Apple, , Intel, Adobe und Pixar Absprachen auf höchster Ebene getroffen haben, nach denen sie sich gegenseitig keine Mitarbeiter abwerben wollten. Eine entsprechende Sammelklage von rund 64.000 Mitarbeitern wurde im Frühjahr 2014 durch die Zahlung von rund 325 Millionen US-Dollar beigelegt.

Wikipedia im Aufruhr, Vorstand schweigt

Dass die Berufung Geshuris in den Wikimedia-Vorstand jetzt so hohe Wellen schlägt, liegt allerdings vorrangig daran, dass sich die Foundation selbst bisher nicht zu der massiven Kritik aus der Community geäußert hat. Dabei äußern viele der Unterzeichner des Misstrauensvotums einen Verlust des Vertrauens in die Organisation.

Einer der Unterzeichner etwa schreibt: „Der Vorstand präsentiert sich in einem tragischen Zustand, aller Glaube, dass er noch zum Wohle der Projekte arbeiten kann, ist verloren.“

Interessant in diesem Zusammenhang ist der t3n-Artikel „Wikipedia blickt auf 2015 zurück – und zeigt, wie wertvoll eine offene und freie Enzyklopädie ist“.

via arstechnica.com

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2 Antworten
  1. von grep am 26.01.2016 (12:29 Uhr)

    Hallo ...,


    Wikipedia ist ein - meines Erachtens nach - korrumpierter 'Verein', Löschtrolle dominieren und diktieren ...; wer möchte also dort noch als Autor beitragen ... es wird ohnehin mehr gelöscht als behalten.

    Ich spende deshalb nie an diese Stiftung.


    Ciao, Sascha.

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  2. von Optimierungen am 26.01.2016 (13:38 Uhr)

    Das ist nicht notwendig ein Beweis das er seine Aufgabe nicht erledigen kann. Oder wo soll er laut den Autoren arbeiten ?

    Als Chef eines Sport-Teams wird einem ehemaligen Fahrrad-Sportler vielleicht ja auch vorgeworfen, er hätte damals gedoped. Vielleicht wurde er aber gezwungen und hatte nicht wirklich Lust darauf oder alle anderen haben es auch gemacht und nutzt seine Position jetzt zur Realisierung FUNKTIONIERENDER Kontroll-Systeme.
    Wenn Obama als Ex-Raucher Rauchen bekämpfen will vermutet ja auch keiner "aber er war ja früher selber Raucher und tut wohl nur so".

    Den Autoren sind andere Probleme bei Wikipedia vielleicht auch nicht so wichtig... Für den End-User zählt nur die Qualität und Verfügbarkeit (also das man findet was man sucht und alles was man braucht also auch die) Vollständigkeit.

    Vielleicht erinnert es auch an
    http://www.golem.de/news/mein-kopf-gehoert-mir-100-prominente-gegen-die-piratenpartei-1204-91012.html
    Bei Künstlern hat es lange Tradition, sich an Aufrufen zu beteiligen. Matt Damon oder aktuell George Clooney hingegen versuchen wohl wirksamer Verbesserungen als mit Aufrufen an Politiker oder Entscheider.


    Bei Print ist kein Platz dafür. Die Agenturmeldungen sind wohl überwiegend für platzbegrenztes Print. Von daher wäre es bei online eigentlich als Abgrenzung selbstverständlich das man
    $ 325 Mio / 64.000 Mitarbeiter
    = 325 * 10^6 / ( 64*10^3) [$/Mitarbeiter]
    = 325 * 10^3 / 64 [$/Mitarbeiter]
    = 5.078 $/Mitarbeiter
    drangeschrieben hätte. (Dafür eignen sich auch die Apple-Quartalszahlen welche vielleicht heute Abend verkündet werden).

    Das Thema war hier wohl nicht so spannend. Korrekterweise sollte man 3 mal pro Jahr wie bei Sport "Transferwochen" (z.B. bei der Cebit,...) einführen wo jeder sich überall umschauen und neue Arbeitgeber klarmachen kann.

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