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Windows 10 und der Datenschutz: Verbraucherzentrale NRW verklagt Microsoft

Windows 10 und der Datenschutz: Verbraucherzentrale NRW verklagt Microsoft

Die Konsumentenschützer der Verbraucherzentrale NRW nehmen es mit auf. Wegen der unzureichenden Datenschutz-Klauseln und der Weigerung, eine entsprechende Abmahnung umzusetzen, wird der US-Software-Riese jetzt verklagt.

Windows 10 und der Datenschutz: Verbraucherzentrale NRW verklagt Microsoft
Windows 10. (Screenshot: Verbraucherzentrale NRW)

Windows 10: Verbraucherschützer verklagen Microsoft

Microsoft und seine im Sommer 2015 veröffentlichte neue Betriebssystemversion stehen schon seit längerem in der Kritik von Datenschützern und auf ihre Privatsphäre bedachten Nutzern. Den Verbraucherschützern der Verbraucherzentrale NRW stößt aber ein anderes damit in Zusammenhang stehendes Detail auf: eine ihrer Meinung nach unzureichende Datenschutz-Klausel. Weil eine entsprechende Unterlassungserklärung nicht unterzeichnet hat, hat die Verbraucherzentrale jetzt Klage vor dem Landgericht München I (Az.: 12 O 909/16) eingereicht.

Datenschutz-Einstellungen bei Windows 10: Klausel in der Kritik der Verbraucherschützer. (Screenshot: Verbraucherzentrale NRW)
Datenschutz-Einstellungen bei Windows 10: Klausel in der Kritik der Verbraucherschützer. (Screenshot: Verbraucherzentrale NRW)

Zum Hintergrund der Auseinandersetzung: Aufgrund des Cloud-Ansatzes sowie Diensten wie Cortana oder dem Edge-Browser werden unterschiedliche Nutzerdaten an die Microsoft-Server übertragen, dazu zählen Spracheingaben, Kalendereinträge, Kontakte, Standort oder auch der Browserverlauf, wie die Verbraucherzentrale NRW in einer Mitteilung schreibt. Um das Upgrade auf Windows 10 vornehmen zu können, müssen Nutzer Lizenzbestimmungen zustimmen und per Klausel eine „Einwilligung in die Datenerhebung und -nutzung pauschal für alle Funktionen und Dienste“ geben.

Verbraucherschützer: „Brisante Klauseln“ bei Windows-10-Upgrade

Das ist den Verbraucherschützern zufolge unzureichend, denn solche „brisanten Klauseln“ müssten demnach optisch hervorgehoben werden, damit die Nutzer die entsprechenden Bedingungen, denen sie zustimmen müssen, erkennen könnten. Fazit der Verbraucherschützer zu der Datenschutz-Klausel: „Zu lang, unübersichtlich und unbestimmt“.

Microsoft bestritt gegenüber Golem.de die Vorwürfe der Verbraucherzentrale NRW. Nutzer hätten mit Windows 10 die volle Kontrolle über ihre Daten und könnten die entsprechenden Einstellungen anpassen. Eine Anleitung dazu, wie sich das Senden der Daten an Microsoft mit mehreren Klicks einschränken lässt, findet sich hier.

In diesem Zusammenhang auch interessant ist der t3n-Artikel „Unerwünschte Werbung am Desktop: Windows 10 wird zur Ad-Schleuder“.

via www.golem.de

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